354 SCHWEIZ. — Finanzen. der Steuer überschreiten, es nimmt jährlich 142,000 Fres. ein. St. Gallen bezog bisher 350,000 Fres., kommt aber auf 5o0,000Frcs. Graubünden deckte ehemals seine Bedürfnisse durch den sogen. Hepräsentanten-Schnitz, d. h. jeder Bezirk bezahlte eine bestimmte Summe für jeden zu wählenden Vertreter, wodurch der Kanton 00—70,000 Fres, erhielt. In neuester Zeit wurde die Steuer nach der jetzt üblichen Art umgewandelt. Waadt erhebt directe Steuern seit dem Bestände des Kantons und zwar nach dem Kataster 050,000Fres., vom Erwerb und Ver mögen 280,000 Fres., zusammen 030,000 Fres. Wallis bezieht jährl. circa 150,000 Fres. Tessin seit 1850 ungefähr 150,000 Fres, und will in Zukunft das Doppelte erheben. Genf hat seit alter Zeit eine Grundsteuer im Betrage von 250,000 Fres. Neuenburg seitl850 ca. 450,000Frcs., 1 %q. Bern bezieht auch directe 1—1 */* 7oo* Die Schulden der Kantone haben sich in der Neuzeit in einer früher nicht für möglich gehaltenen Weise vermehrt. Vor etwa 12 Jahren stieg deren Betrag in der ganzen Eidgenossenschaft höchstens auf 9—10 Mill. Fres., wovon etwa 0'/,Mill, auf das hart bedrängte Tessin kamen. Jetzt ist die Summe auf ungef. 108—llO Mill, gestiegen! Allerdings rühren diese Schulden weitaus zum Haupttheil von Eisenbahnbauten oder auch andern Erwerbungen her. Nur in Genf ist das Letzte nicht der Fall, und die Bahnen der stark verschuldeten Kantone Freiburg und Neuen burg, auch die des wohlhabenden Bern, rentiren schlecht (die Schulden dieser 4 Kantone allein betragen etwa 03, die aller übrigen ungef. 40 Mill.). Allein abgesehen davon, dass diese Rente im Laufe der Zeit sich erhöhen wird, steht den Schulden ein viel grösseres Activvermögen entgegen, das wir in 18 Kantonen oder Halhkantonen, von denen allein Notizen vorliegen, — ungerechnet den Werth jener Bahnen — auf 180 Mill, veranschlagen. Natürlich ist das Verhältniss in den einzelnen Kan tonen ein sehr verschiedenes. Zum Schlüsse noch ein Paar von dem Verfasser dieses Buches vor einigen Jahren berechnete Vergleichungen. Das Budget des Kantons Zürich ergab damals, mit Dazurechnung des entsprechenden Antheils an (Jena Bundesbudget, — gegenüber der Finanzverwaltung einiger deut scher Staaten von beiläufig gleicher Bevölkerung, folgende Hauptre sultate (alle Summen auf preuss. Th Ir. reducirt ; die Zahlen haben sich seitdem geändert, die Verhältnisse sind im Wesentlichen geblieben j: Hauptausgaben: Zürich Weimar Braunschweig nach d. U. ehn. V. 1862 n. d. It' chn. v. 1861 n. d. Bud(f. f. 1S* Hof — 2.50.000 200,000 Thl] Staatsschuld 3,000 300,103 428,407 - Militärwesen 122,000 153,325 315,284 - Pensionen 4,000 100,193 127,990 Gesammtbetrag dieser 4 Posit. 129,00(7 815,921 PÍÕTjTõi - Gesammter Staatsbedarf 739,780 1’534,251 P824,000 - Hauptstaatseinkünfte: Domänen und Regalien . 141,000 178,555 • 150,880 Indirecte Auflagen . • . . 113,422 310,330 493,300 - Directe Steuern .... 213,100 520,857 432,000 - Dabei darf nicht übersehen werden, dass im Züricher’sehen Etat viele blos durchlaufende Posten Vorkommen, während in den andern Staa ten ansehnliche Nachtragscredite erscheinen, namentlich für Militär. (Bei den bemerkenswerthen Ergebnissen des schweizerischen Finanzwesens gegenüber jenen aller andern Staaten Europa’s verweisen wir auf die näheren Erörterungen darüber in der [vom Verf. des gegenwärtigen Buches herrühren den anonymen] Schrift: «Die Schweiz in ihren bürgerlichen und politischen