534 Anhang. Zur Philosophie der Statistik. Trockenschleifer von Schrotmessern und Wollscheeren 32 Jahre. - Scheeren 32 - Kasirmessern 31 - Gabeln 29 Der Unterschied rührt her von der theilweisen ^VasseranWendung und vom spätem Eintritt in das Geschäft. In den bessern Fabriken hat man den Staub, indem man denselben durch Anwendung von Blasbälgen mög lichst nach dem Kamine treibt, zu entfernen gesucht. Allein die Arbeiter selbst widersetzten sich der Neuerung. »Das Geschäft geht schlecht ge nug «, hörte man sie sagen ; »wenn die Leute noch länger leben, ist es bald übersetzt, und dann kann Niemand mehr seine Lebsucht verdienen! a Aus dem nemlichen Grunde weigerten sie sich, Masken vor das Gesicht zu binden, und doch liess sich erweisen, dass schon das Tragen eines Schnurrbartes, der wenigstens einen Theil des Staubes von Mund und Nase abhielt, merklich nützte. Indess wird das Feststellen der That- sachen und ihr Bekanntwerden dennoch schliesslich zum Auffinden von Hülfsmitteln und zu deren wirklichen Anwendung führen. Die Bergleute nehmen in den englischen Sterblisten die zweite Stelle ein. Und doch sind in Grossbritanien nicht weniger als 300,000 menschliche Wesen mit dem Bergbau beschäftigt, und — hörten sie plötzlich auf in ihren Gruben zu arbeiten, so geriethe die ganze britische und ein grosser TJieil der ausländischen Industrie mit einem Schlage ins Stocken ; es würde sich Mangel und Noth sofort über das ganze Land und die gesammte Nation verbreiten. Am übelsten befinden sich bei dem Bergbau die Steinkohlengräber. In vielen Gruben haben die Kohlenschichten nur 20 bis 25 Zoll Mäch tigkeit. Nun soll der Arbeiter möglichst wenig Erde mit den Kohlen aus dem Boden herausbringen. So müssen die Leute gekrümmt, oft auf dem Rücken liegend, 12 Stunden lang arbeiten. Die ganze menschliche Gestalt erhält eine Missbildung. Als einige dieser Leute, wegen Ver brechen zum Zuchthause verurtheilt, nach Wakefield gebracht worden waren, vernahm man von ihnen die einzige Klage, dass sie die ihnen auf erlegte Zwangsarbeit in aufrechter, gerader, statt gekrümmter Haltung verrichten müssten. Man rechnet, dass in den englischen Kohlenberg werken jedes Jahr 850 Menschen getödtet, gegen 10,000 sonst beschä digt werden. Jede Production von 71,880 Tonnen Kohlen kostet durch schnittlich ein Menschenleben ! Wie sehr diese furchtbare Zahl vermin dert werden könnte, zeigt eine Vergleichung mit dem Bergbau in andern Ländern. Nach den Berechnungen von Mackworth kommen auf 1000 Arbeiter in den deutschen Steinkohlengruben 1,89 Getüdtete, in denen von Belgien 2,8, in den englischen durchschnittlich 4,5, in denen von Staf fordshire aber 7,3. — Indess bezeichnen diese Zahlen nur den unmittel baren, nicht auch den mittelbaren Verlust an Menschenleben Die un gesunde Luft, die üblen Dünste, der Kohlenstaub, welchen die Arbeiter einathmen, zerstören nicht minder ihre Gesundheit. Asthma, Bronchitis und Pneumonie stellen sich bei ihnen in furchtbarer Häufigkeit ein. Bereits ist festgestellt, dass die Kohlengräber in der Altersperiode vom 20. bis zum 60. Jahre im Ganzen sich 95 Wochen lang krank befinden. Es sind dies um 67 Proc. mehr als bei andern Arbeitern. Die Lunge der Gestorbenen ist durch den Kohlenstaub schwarz gefärbt.