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        <title>Handbuch der vergleichenden Statistik- der Völkerzustands- und Staatenkunde</title>
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            <forname>Georg Friedrich</forname>
            <surname>Kolb</surname>
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      <div>FRANKREICH. — Sociale, Gewerbs- und Handelsverhältnisse. 
85 
Batterie v. 16 Kan., 6 ditto entwaffnet, 7 im Bau, dann 1 Schiffe zu 
Specialzwecken, — Räderdampfer: 17 Fregatten, 9 Corvetten, 71 
Avisos.— Segelschiffe: 6 Liniensch., 24 Freg., 9 Corv., 16 Briggs, 
22 kleinere und 3ü Transportsch. — Reserve: 25 Liniensch. v. &amp;Í)— 
HO Kan,, 3 Freg., 7 Kanonenboote. — Die Panzerfregatten allein 
haben 632 Kan. und 15,600 Pferdekr.; die Schraubenlinienschiffe 3296 
Kan., 23,890 Pf.; die Fregatten 940K., 12,990 Pf.; die Corv. 188 K., 
5220 Pf.; die übrigen Fahrzeuge 589 K., 23,918 Pf. — Die Raddam 
pfer zählen 525 Kan. u. 19,340 Pf. ; die Segelschiffe haben 2242 Kan. 
Dies ergibt zus. 358 und mit den 50 im Bau begriffenen und den 
entwaffneten 408 Schiffe mit 8412 Kanonen und 100,958 Pferdekraft. 
(Eine andere Zusammenstellung ergibt sogar 478 Schiffe, 9766 Kan. 
und 107,075 Pf.) 
Die Bemannung der Schiffe erfolgte bis zur Neuzeit nach der seit 
1683 eingeführten Seeconscription, welche alle Seeleute bis zum 50. Al 
tersjahre umfasste. Das Drückende derselben bewirkte aber gerade, dass 
Frankreich eine so geringe Handelsmarine besitzt, indem die Küsten 
bewohner häufig die Seeschifffahrt aufgaben, um sich dem damit ver 
bundenen Hörigkeitsverhältnisse zu entziehen. Darum betrug die Zahl 
der inscribirten Seeleute blos etwa 90,000, wovon nur gegen 60,000 
diensttauglich. Durch Decret v. 22. Oct. 1863 ward das Verhältniss in 
einer der Dienstpflichtigkeit im Landheer ähnlichen Weise neu geord 
net, und nun soll die Gesammtzahl der Seeleute gegen 200,000 betra 
gen. In der vorhandenen Mannschaftszahl erfreut sich indess England 
immerhin einer gewaltigen Ueberlegenheit ; doch hat man allerdings zu 
berücksichtigen, dass auf den Dampfern eine geringere Mannschaftszahl 
erforderlich ist, als auf den Segelschiffen. (Vergl. Grossbr., S. 26.) 
Geschichtliche Notiz. Im Jahre 1780 ward die französische 
Kriegsmarine so angegeben: Schiffe erster Ordnung 60, zweiter 24, 
leichte 182, zusammen 266, mit 13,300 Kanonèn und 78,000 Seeleu 
ten. — Eine Liste von 1785 führt auf: Linienschiffe 72, Fregatten 74. 
Corvetten 28, Gabarren 36, Cutters 27, Bombardiergallioten 19, zusam 
men 256. (Wegen Trafalgar vergl. S. 26.) 
Sociale, &amp;lt;¿ewerb.s- und llaiidelsverhähiiisse. 
_ Bemerkungen. Die Revolution hat sogleich (4. August 
i J) alle Schranken aufgehoben, welche die freie Bewegung der einzel 
nen S^atsangehörigen und den Verkehr im Innern des Landes hinder- 
uv estehen : unbedingte Freizügigkeit, Gewerbsfreiheit, beliebige 
Iheilbarkeit des Grundeigenthums. Da überdies jeder Unterschied in 
den Rechten der Provinzen und Gemeinden fiel, so kann jeder Franzose 
nicht nur ohne amtliche Erlaubniss heirathen, sondern auch in jeder Ge 
meinde ohne Kosten, durch blose Declaration das Ortsbürgerrecht er 
werben. — Es ist bekannt, welche Ausbildung die franz. Industrie unter 
der Herrschaft der Gewerbsfreiheit erlangt hat. Der vielverbreite 
ten Ansicht entgegen, dass diese Einrichtung zwar wohlfeilere, aber 
auch schlechtere Waaren erzeuge, die Gewerbtreibenden in einen Zu-</div>
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