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        <title>Handbuch der vergleichenden Statistik- der Völkerzustands- und Staatenkunde</title>
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            <forname>Georg Friedrich</forname>
            <surname>Kolb</surname>
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            <idno>826042163</idno>
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      <div>OESTERREICH. — Finanzen (Militäraufwand). 
149 
strengung zur Sicherung des Staates nicht ausreichte. Der Militärauf 
wand {einschliesslich Marine) betrug : 
1S52 
1S.%J 
1854 
1855 
18(i0 
Ordentl. Bedarf 
110’S43,321 
lir%7,91G 
in’40l,l»2 
114’320,715 
zus. 
ansserordl. Bed. 
3M (¡3,23(5 
5’7(51,944 
91’294,0()4 
101’721,117 
ordentl. Bedarf auseerordl. Bed. 
185G: 1(J9’()95,558 14’13S,279 
1857: lOG’890,(tl9 IG’142,840 
1858: 101’817,0(51 3’985,483 
1859: 112’317,261 188’833‘459 
134’G21,f.8U, 1862 (Budget) 13G’041,84 9, 18(53 (ebenso) 117’504,G19. 
Í ortwährend, und zwar in erschreckender Weise, steigt der Bedarf 
für die Staatsschuld. Vor ISlGbezahltemananZinsen 5’381,000 fl. ; 
1S3I kostete die Schuld schon 21, 18 12 49 Mill. ; in der Neuzeit: 
1848 
1849 
18.50 
1851 
lSGo 
4.3’3G9,312 
49’797,940 
49’G!2,562 
GO’481,031 
1852: G2’(508,375 
1853: 6(5’819,173 
1854: 72’148,31(5 
1855: 77*407,532 
185(5 
1857 
1858 
1859 
88*032,650 
91*78(5,98(5 
95*9(53,272 
104,917.013 
8G((, ungeachtet der Beseitigung der Lombardischen Schuld, 101*462,085; 
Budgetansatz 112*666,400, 18(53 113*(598,750, 18(54 114*503,980 Zins. 
1862 
Den Kosten des Hofes ist der Ertrag der s. g. »Familiengüter« 
nicht beigerechnet (deren Capitalwerth auf mehr als 12 Mill, geschätzt 
wird). In den Jahren 1 831—35 war der Bedarf durchschnittl. 4*512,571 
1S47 5*203,(589, 1818 4*562,217, 1851 (5,109,848, 1855 0*743,813’ 
1857 aber 9* 1 04,024. Die Nebennutzungen (Schlösser etc.) eingerech 
net, wird man 8 Mill, als Durchschnitt anzunehmen haben. 
Die Kosten der Beamten betragen nach den versch. Positionen des 
Budgets : 
zusammen 
88*049,013 
21*752,454 
2(5*900,(530 
r; ... , ,, , , beim Civil beim Militär 
r.igenlhche Besoldungen u. Bezüge 55*105,115 32*943,898 
Ruhegehalte u. Gnadengaben . . 11*012*693 10*739,7(51 
Diäten, Kanzleikosten etc. . . . 1(5*085,238 10*815,392 
Zusammen 82*203,046 54*599,051 136*702,(»97 
Die »Ruhegenüsse der Individuen aufgelöster Aemter« belaufen sich 
auf nicht weniger als 828,802 fl. — Die Zahl der Beamten beträgt 
(nach dem 'dIIoJ- und Staatshandbuchea) un gef. 70,000; vor 1848 sollen 
es sogar 140—1(50,000 gewesen sein, allerdings mit noch viel geringem 
Gehalten als dermalen. 
Der wirkliche Aufwand für Cultus und Unterricht erscheint 
nur unvollständig im Budget, der besondern Bezüge etc. wegen. Der 
erste steigt auf 7*148,428 fl., während der letzte nur 5*990,735 beträgt. 
Gabei sind aber weitaus nicht alle Cultuseinkünfte gerechnet (s. unten). 
Ger Gesammtaufwand für Wohlth ätigk ei t ist nicht mehr als 
1 183,34 2 ; hievon erfordern die Findelhäuser 740,4(53, die Gebärhäu 
ser 108,152, während für Irrenhäuser in der ganzen Monarchie nicht 
^e r als 3.14,727 fl. aufgewendet werden, — eine erschreckend geringe 
buinme. — Für Kunstbauten sind 227,94 0 fl. im Budget bestimmt. 
^er^endete* ohne sie in der allgemeinen Rechnung aufzuführen. So wurden 
0,000 fl. den Ungar. Insurgenten abgenommen und verbraucht; ebenso die 
Kriegsentschädigung Sardiniens, die zu 32% Mill, angegeben wird; unter glei 
chem litel bezahlte Toscana 15o,ooo und Neapel 16,521 fl. Diese Verheim- 
ichungen lassen den Militäretat viel kleiner ereneinen, als er wirklich war 
^agegen beflndet sich unter den ausserordentlichen Ausgaben u. a. die Kriegs- 
ntschädigung an Russland für die Hülfe gegen Ungarn mit üM 74,420 fl.</div>
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