<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<TEI xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0">
  <teiHeader>
    <fileDesc>
      <titleStmt>
        <title>Handbuch der vergleichenden Statistik- der Völkerzustands- und Staatenkunde</title>
        <author>
          <persName>
            <forname>Georg Friedrich</forname>
            <surname>Kolb</surname>
          </persName>
        </author>
      </titleStmt>
      <publicationStmt />
      <sourceDesc>
        <bibl>
          <msIdentifier>
            <idno>826042163</idno>
          </msIdentifier>
        </bibl>
      </sourceDesc>
    </fileDesc>
  </teiHeader>
  <text>
    <body>
      <div>DEUTSCHI.AND. — Bayern (Militär). 
233 
Das Bundescontingent, ursprünglich 35,()Ü0 M., beträgt; Haupt- 
contingent 41.533, Reserven 11,867, Ersatzmannschaft 5,934; zusam 
men 59,334. Obwol diese üesammtsumme keinenfalls sofort gefordert 
werden kann, ist die Formation doch noch weit grösser. Der wirkliche 
Durchschnittsstand war in den letzten Rechnungen so aufgeföhrt ; 
1856 1857 1858 1859 
9),96K 90,295 93,137 105,757 
Die Formation ist auf 72,845 M. streitbare Soldaten. 5052 
Nichtstreitbare und 25,200 assentirt unmontirte (u. unexercierte) Mann 
schaft, zus. 103,097 M. bestimmt, sammt 9,210 Pferden. 
Uj Infant.-Reg. à 3 Bat. zu 6 Comp, 
h Jägerbataillone zu 4 Comp. . . 
3 Cürassierregimenter j 
0 Chevauxlegersreg. &amp;gt; à 4 Escadr. 
3 Ulanenregimenter ) 
3 fahrende Art.-lteg 
• reit. Art.-Reg 
1 Ceniereg. à 8 Comp 
1 ()uvrierscompagnie 
3 Sanitätscompagnien 
Zusammen 
streitbare 
Mannschaft 
48,896 
6,760 
I 1,992 
3,984 
I 1,992 
6,583 
870 
1,768 
nicht 
streitbare 
496 
112 
72 
144 
72 
3,144 
27 
20 
285 
680 
Dienst 
pferde 
72,845 5,052 
assent. 
Unmont. 
20,400 
800 
300 
600 
300 
1,860 
300 
400 — 
240 — 
25,200 7,692 
1,683 
3,366 
1,683 
2,824 
654 
Nicht eingerechnet sind: die obersten Commandostellen, Leibgarde 
der Hartschiere und Garnisonscompagnien. — Das 1. u. 2. Artill.-Reg. 
je mit 5 leichten und 7 schweren Fussbatt., das 4. mit 4 leichten und 
8 schweren Fussbatt., das 3. (reitende mit 1 Feldbatt. 
Landwehr. Dem Gesetze nach soll dieselbe allenthalben bestehen; 
sie ist aber thatsächlich nur in den grössern Städten und ausserdem auf 
dem Papiere vorhanden ; in der Pfalz fand man es nicht für zweckmässig, 
«e auch nur dem Namen nach zu organisiren. Die Einrichtung ist der 
malen ohne alle praktische Bedeutung. (Auf dem Papiere erscheinen 
r&amp;gt;4,5(»0 M. Infanterie in 542 Compagn.), 560 freiwilligeGebirgsschützen, 
I &amp;lt;70 M. Cavall. (7’/^ Escadr. und 830 M. Artill. 
Festnuffen. Ingolstadt und Germersheim (beide neu erbaut, erstes 
mit einem Aufwande von 18% Mill., letztes mit einem von etwa 1 3 Mill.), 
Landau (Bundesfestung, im Frieden blos von Bayern besetzt). In Ulm 
hat Bayern das Mitbesatzungrecht (Neu-Ulm liegt auf bayerschem Ge- 
mete). Ausserdem einige kleine feste Punkte, wie Marienberg bei Würz- 
'mg, Oberhaus bei Passau, WiSlzburg und Rosenberg. 
FriegsffCHchtchtltche Notizen. Die Kriegsmacht Pfalz-Bayerns vor 
&amp;lt;89 ward auf 24,000 M. berechnet, wovon jedoch nur 7000 präsent 
Waren. Die Kriege zur Rheinbundszeit (u. a. in Tirol) erheischten viele 
enschenopfer, und wenn auch keine bayer Truppen nach Spanien ge 
sendet wurden, so gingen dagegen im russ. Feldzuge 30,000 M. fast 
sämmtlich zu Grunde. Die höchste Formation des bayer. Heeres betrug 
ungefähr 4 7,000 M , also selbst in der Napoleonischen Kriegszeit nicht 
m Hälfte der jetzigen. Nach dem Rieder Vertrage Vermehrung der 
Armee auf 86,000 Mann.</div>
    </body>
  </text>
</TEI>
