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        <title>Handbuch der vergleichenden Statistik- der Völkerzustands- und Staatenkunde</title>
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            <forname>Georg Friedrich</forname>
            <surname>Kolb</surname>
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            <idno>826042163</idno>
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DÄXEMAKK. — Finanzen. 
Im Frieden von Kiel, 14. Jan. 1814, musste das Erste an Schweden 
abgetreten werden. Der König erhielt Schwedisch-Pommern als angeb 
lichen Ersatz, überliess dasselbe aber an Preussen gegen Lauenburg und 
1 Mill. Ihlr. an Geld. Die Versuche, die Elbherzogthümer vollstän 
dig Dänemark einzuverleiben, führten 1804 zum Kriege mit Preussen und 
Oesterreich und endigten mit dem Wiener Frieden vom 30. Oct. 1864, 
durch welchen Dänemark die 3 Herzogthümer vollständig verlor (mit 
Ausnahme der kleinen Insel Aaroe, wofür jütländ. Exclaven abgetreten 
werden mussten). 
Finanzen. Das ganze Finanzwesen muss in Folge des Verlustes der 
Herzogthümer umgestaltet werden. In welcher Weise dies geschieht 
ist zur Zeit der Abfassung der gegenwärtigen Abtheilung noch nicht fest 
gestellt. Früher hatte man ein allgemeines Ileichsbudget für die allge 
meinen Ausgaben und die dafür aufzubringenden Mittel, und daneben 
3 Specialbudgets a. für das eigentliche Königreich, b. für Schleswig und 
c. für Holstein. Daneben entstand noch ein viertes für die gemeinsamen 
Bedürfnisse des eigentl. Königreichs und des mit diesem in ein engeres 
V erhällniss gebrachten Schleswig (ohne Holstein). Der gesammte Rein 
ertrag Lauenburgs floss in die allgemeine Gasse. — Da das Verhältniss 
des früheren Reichsbudgets, welches nun von dem Königreich im engem 
Sinn allein zu tragen ist, aber nothwendig sehr beschränkt werden muss, 
noch völlig ungeordnet erscheint, so können wir zur Erläuterung nur die 
vormalige Normirung angeben. Unterm 28. Febr. 1850 ward ein »Nor 
malbudget« octroyirt, das bis zum Zustandekommen eines Gesetzes als 
Grundlage für Repartirung der Steuerzuschläge dienen sollte. Für das 
(am 1. April beginnende) Etatsjahr 18«%. war z. B. folgender Voran 
schlag aufgestellt : 
I. Gemeinschaftlicher Etat für alle L andestheile. 
Einnahmen Thir. R.-Mze. 
Ueberschüsse der Domänen . P74S,424 
Lauenburg’s . 252,’b73 
Westindien’s . 42,850 
Zinsen der Staatsactiva . . 784,084 
des üeresundfonds . P2(lo|üOO 
Stempel, Schitff.-Abgabe, Zölle 
u. and. indir. Auflagen . . 7’755,47î) 
Post und Telegraph . . . 203,740 
Classen-Lotterie .... 100,000 
Verschiedenes 300,1 10 
Zuschüsse der Landestheile zu 
den gemeins. Kosten . . 4’200,000 
Beitrag desKönigr. u. Schles 
wig's zu d. Reichsrathskosten 35,000 
Zus. 10’G8y,lOO 
Ausgaben 
Civilliste .... 
Apanagen . . . 
Geh. Staatsrath 
Reichsrath . . 
Staatsschuld . 
Pensionen . . . 
Ministerien . . . 
d. Auswärt 
d. Kriegs 
d. Marine 
^ - d. Finanzen 
\ ersch. u. Ausserord 
Unvorges. Ausgaben 
Zus 
Thlr. R.-blze« 
800,000 
308,800 
00,400 
35.000 
5'730,400 
1’307,500 
230,725 
4’270,200 
r040,102 
438,001 
1’354,022 
05.000 
10’080,100 
Den zur Deckung der «gemeinschaftlichen« Ausgaben fehlenden 
Betrag (oben mit 4 200,000 Ihlr. in Einnahme gesetzt, d. h. mit weit 
mehr als im »Normalbudget« bestimmt war) mussten die Hauptlandes- 
theile in folgendem Verhältnisse aufbringen: das Königreich 02 Proc., 
Schleswig 16,30, Holstein 21,04 (von Lauenburg war der ganze Ein 
nahmeüberschuss oben bereits einbezogen).</div>
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