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        <title>Handbuch der vergleichenden Statistik- der Völkerzustands- und Staatenkunde</title>
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            <forname>Georg Friedrich</forname>
            <surname>Kolb</surname>
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            <idno>826042163</idno>
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      <div>510 ALLGEMEINE VERHÄLTNISSE. — Sterblichkeit beim Militär. 
Beweggründe bei der Wahl: 
Beschäftigungen in 
gedeckten Räumen 
sitzend nicht sitzend 
War durch die Gemeinde in die 
Lehre gegeben .... .12 2 
Aus Neigung zu dem Gewerbe . . 53 03 
Weiss keinen besonderen Beweg 
grund 15 16 
Schwächlichkeit oder körperliche 
Fehler 8 — 
Andere Beweggründe (sehr ver 
schieden) 21 33 
Beschäfti 
gung im 
Freien 
11 
32 
Gesammt- 
zahl der 
Fälle 
14 
127 
31 
86 
Es ist bezeichnend, dass unter 503 Individuen nur acht waren, die 
bei der Wahl ihres Geschäftes durch Gesundheitsrücksichten bestimmt 
wurden. Zudem ist die Rücksicht, welche in dieser Beziehung heute 
gewöhnlich vorwaltet, in der Regel sogar eine ganz verkehrte : man be 
stimmt nicht selten Knaben ihrer Schwächlichkeit wegen gerade zu sol 
chen Gewerben, bei denen sie (in Folge des gebückten Sitzens) um so 
gewisser und so schneller zu Grunde gehen müssen. Die Ermittelungen 
der Statistik werden dahin führen, dass man die Wahl der Beschäfti 
gungsweise inskünftige weit mehr als bis jetzt Rücksicht auf die Körper 
beschaffenheit der Individuen nehmen wird. — Den Opfern gegenüber, 
welche manche Beschäftigungsweisen unbestreitbar fordern, ist es eine 
erhebende Wahrnehmung, dass Arbeit an sich der Gesundheit nicht nur 
nicht schadet, sondern dieselbe stärkt und stählt, und dass hinwieder 
Trägheit und Ueppigkeit die nemlichen Wirkungen hervorbringen, wie 
ganz ungesunde Beschäftigungen.*) 
Zwar langsam wirkende, doch ganz besonders mächtige Todesur 
sachen sind vor Allem ; wirkliche Nahrungssorgen, Mangel an genügen 
den Lebensbedürfnissen. Ein plötzliches Verhungern tritt äusserst selten 
ein; dagegen fort und fort ein Verkümmern, — ein allmähliges Verhun 
gern, — gleichsam Tag für Tag weiter greifend. 
Sterblichkeit im Militarstande. Man ist anzunehmen geneigt, dass 
in Friedenszeiten die Sterblichkeit beim Militär geringer sein müsse als 
im Civil. Doch gerade das Gegentheil tritt als Thatsache hervor; — die 
Sterblichkeit beim Militär ist wenigstens um die Hälfte grösser, zuwei 
len noch einmal so gross, als im gleichen Alter beim Civil. Die Verän 
derung in den Lebens- und Nahrungsverhältnissen, die Verlockungen 
zu einem in gewissen Beziehungen viel weniger geordneten Leben, das 
Zusammengedrängtsein in Schlafsälen , vielleicht seihst Mangel an jeder 
Arbeit in der gewöhnten Weise, mögen am meisten zu den ungünstigen 
Resultaten beitragen. Dass wir Kriegsstrapazen und eine Verlegung 
nach entfernten Ländern hier ohnehin ausser Berücksichtigung lassen, 
versteht sich von selbst. Wir reden zunächst nur von dem Militärdienste 
in der Heimath und in Friedenszeiten. — Einer unserer Freunde, der 
ausgezeichnete franz. Medicinalstatistiker, Oberarzt Dr. Boudin, lie 
ferte eine treffliche Erörterung in der gekrönten Preisschrift; Statistique 
de ï état sanitaire et de la mortalité des années de terre et de mer (Paris, 
184G). Hier zunächst einige der von Boudin festgestellten Resultate: 
') Einiges Nähere darüber in dem als Anhang folgenden Vortrage.</div>
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