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        <title>Handbuch der vergleichenden Statistik- der Völkerzustands- und Staatenkunde</title>
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            <forname>Georg Friedrich</forname>
            <surname>Kolb</surname>
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            <idno>826042163</idno>
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      <div>ATJ.GEMEINE VERHÄI-TNISSE. — Lebenszähipkeit der Juden. 521 
Colonien 
Neu-Süd-Wales 
Victoria . . . 
Südaustralien . 
Tasmanien . . 
Xeu-Seeland . 
West-Australien 
Geburten 
"Î857 18«8 
Sterbfälle 
40,45 
47,Í5 
38,82 
37.70 
40,35 
39,93 
47,98 
37,17 
37,12 
47.90 
1857 
15,0b 
11,80 
16,90 
8,32 
1858 
17,20 
17,93 
15,73 
18,50 
9,50 
15.70 
Diese Angaben können indess auf vollständige Genauigkeit durch 
aus keinen Anspruch machen. Die Vertreter Australiens auf jenenti Con- 
gresse haben dies selbst erklärt, und wenn man berücksichtigt, wie Vie 
les die Erhebungen sogar in den bestorganisirten europäischen Ländern 
noch zu wünschen lassen, ist es augenscheinlich, dass die Notizen aus 
jenen Gegenden nicht sehr genau sein können. Wir möchten es daher 
noch keineswegs als erwiesen ansehen, dass die genannten Theile der 
südlichen Halbkugel ein den Europäern so unbedingt gesundes Clima 
besitzen. Zweifel dürften vorerst um so mehr am Platze sein, als der 
Vertreter Süd-Australiens die erschreckende Ihatsache angab unter 
den Gestorbenen hätten sich 09,28 Proc. Kinder unter 10 Jahren be 
funden. Diese Thatsacbe spricht jedenfalls dagegen, dass die euro 
päische Bevölkerung daselbst so leicht sich festsetze. 
Entgegen den erwähnten ungünstigen Einflüssen eines fremden 
Climas im Allgemeinen, kann längerer Aufenthalt in einer anderen Zone 
für gewisse Krankheiten von ausgezeichnetem Nutzen sein. Namentlich 
gilt dies von einem der am häufigsten vorkommenden Uebel, der Lun- 
gentuberculose, die, ist sie nicht schon zu weit vorangeschritten , hie 
durch in ihrer weiteren Entwicklung verzögert oder selbst geheilt wer 
den kann. Für Madeira ist dies durch den verdienten Dr. K. Mitter- 
maier aus Heidelberg statistisch nachgewiesen. Für andere Orte, beson 
ders Palermo, erscheint es nach den sorgsamen climatologischen und an 
dern Untersuchungen des wackern Forschers von Vivenot aus \\ ien 
gleichfalls dargethan. Ist einmal die medicin. Statistik weiter ausgebil- 
det, so werden die climat. Kurorte, zugleich auch durch die immer mehr 
fortschreitende Annäherung der Völker begünstigt, voraussichtlich, eine 
grössere prakt. Bedeutung erlangen.*) 
Zähigkeit des jüdischen Stammes. Wir kennen einen Menschen- 
stanim, der bei weitem mehr als jeder andere in allen Ländern und Cli- 
maten gedeiht: es ist der Jüdische. Derselbe scheint gleichsam ein 
»Monopol des Cosmopolitismus« zu besitzen, nach dem Ausdrucke Bou 
din's. Unter den furchtbarsten Verfolgungen erhielten sich die Juden 
allenthalben , wo anders nicht zu ihrer unmittelbaren Ausrottung ge 
schritten ward. Man konnte vielfach wahmehmen, dass ihre Vermeh 
rung eine grössere ist, als die der andern Nationen. Insbeson ere zeigt 
sich die Sterblichkeit unter ihnen am geringsten. — In Algerien ka 
men in den 5 Jahren 1844 — 49 auf 1000 Menschen bei den Europäern 
Zu vergl. : Mittermaier’s Schrift über Madeira und von Vivenot's 
“Palermo und die allgem. climat. Verhältnisse von Deutschland, It^ien« . 
- Von dem letztgenannten Gelehrten haben wir ein umfassendes »Handbuch 
der medicinischen Climatologie« zu erwarten, welches, nach dem, was wir dar 
über vernehmen, eine bes. Bedeutung zu erlangen verspricht.</div>
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