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        <title>Die wirthschaftliche Bedeutung und Rentabilität des Elb-Spree-Canals</title>
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            <forname>H.</forname>
            <surname>Rentzsch</surname>
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            <idno>829147500</idno>
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        ZBW
Deutsche  Zentralbibliothek
für  Wirtschaftswissenschaften  ■
Leibniz-Informationszentrum  Wirtschaft
www.zbw.eu  *

Signatur
C  2065
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        C  2065
        <pb n="3" />
        ^  ï  ,\ä.y:  /'  ,  :
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Druck  von  Liebheit  &amp;amp;  Thiesen,  Niederwallstrasse  10.

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Die  wirtlischaftliclie  Bedeutung

und

Rentabilität

des

Elb-Spree-Canals.

Im  Aufträge
des  Elb-Spree-Canal-Comite’s

bearbeitet
von
Dr.  H.,Eentzsch.

ial[£njf^!îr:’'cr&amp;gt;  Scr'i--1
  di-  t  UnuKÏÏÏÏùrhk^
*  &amp;gt;  4'  ♦■j»—

BEELITZ,  1881
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        Bibliöthßk

Kie\
        <pb n="5" />
        I.

1*

Der  Elb-Spree-Canal  ist  in  erster  Linie  bestimmt,  den  Wasserweg  zwischen
Berlin  und  der  Oberelbe  im  Königreich  Sachsen  und  in  Böhmen  abzukürzen.
Der  Wasserweg  Dresden-Berlin  beträgt  jetzt  62,25  Meilen,
davon  44,37  Ml,  per  Elbe
4,38  ,,  per  Plauener  Canal
11,50  „  per  Havel
2,0  „  per  Spree,
dagegen  der  projectirte  Wasserweg  Dresden-Grödel-(Riesa)-Canal-Berlin
  28,6  Meilen,
davon  6,6  Ml.  Elbe
18,0  „  Canal
4,0  „  Dahme  u.  Spree.
Wasserweg  Ri  esa-Elbe-Havel-Berlin  =  55,25  Meilen.
Riesa-Canal  Berlin  =  22,4  Meilen,
davon  Riesa-Grödel  elbaufwärts  0,4  Ml.
Canal  18,o  „
Dahme  und  Spree  4,o  „
Der  Schiffsweg  Riesa-Berlin,  also  der  Wasserweg  Riesa,  Elbe,  Magdeburg,
Plauen-Canal,  Havel,  Spree,  beträgt  jetzt  55,25  Meilen,  Derselbe  wird  durch  den  Canal
Riesa-Berlin  auf  22,4  Meilen  abgekürzt,  also  um  32,85  Meilen  —  von  100  auf  40,54  %  —  •
Nun  kommt  zwar  in  Betracht,  dass  für  den  Verkehr  stromab  die  Elbe  dem  Schiffer
grössere  Vortheile  bieten  mag,  als  der  Canal  mit  seinem  stillstehenden  Wasser;  doch  wird
dies  reichlich  dadurch  aufgewogen,  dass  für  die  Elb  -  Schiffahrt  der  Verkehr  stromauf
weit  schwieriger  ist,  als  gerade  in  dem  Canal.  Was  aber  ungleich  wichtiger  ist:  der
Schiffer  findet  im  Canal  eine  gleichmässige  Fahrtiefe,  welche  sichere  Calculationen
gestattet,  während  auf  der  Elbe  der  wechselnde  Wasserstand  nicht  selten  die  sorgfältigsten ­
  Berechnungen  über  Frachtkosten  und  Lieferzeit  durchkreuzt.
Der  projectirte  Canal  schliesst  sich  bei  Grödel  in  der  Nähe  von  Riesa  an  die
sächsische  Elbe  an,  durchschneidet  in  der  Richtung  nach  Elsterwerda  zu  die  sächsische
Amtshauptmannschaft  Grossenhain,  berührt  sodann  im  Königreich  Preussen
in  seinem  nördlichen  Laufe  nach  Berlin  die  Kreise  Liebenwerda,  Schweinitz,
Luckau,  Jüterbog-LuckenWalde,  Beeskow-Storkow  und  Teltow,  um  in
Königs-Wusterhausen  in  die  dort  bereits  schiffbare  Dahme  einzutreten,  von  wo
aus  über  Köpenick  die  Spree  und  auf  derselben  Berlin  per  Wasser  erreicht  wird.
Indem  im  Uebrigen  auf  die  Beschreibung  der  technischen  Arbeiten  verwiesen  wird,
mögen  hier  nur  kurz  die  Grundzüge  erwähnt  werden,  nach  denen  die  Terrain-Vorarbeiten ­
  ausgeführt  worden  sind.
1.  Der  Canal  gilt  als  Ergänzungs-  resp.  Verbindungsglied  des  norddeutschen
Stromnetzes,  der  Art  dass  denselben  unbehindert  und  unbeschränkt
jedes  auf  den  deutschen  Strömen  gehende  Fahrzeug  mit  einer  Tragfähigkeit ­
  bis  zu  350  —  400  Tonnen  benutzen  kann.
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        4

2.  Der  Canal  hat  in  seiner  Anlage  und  Construction  den  Anforderungen
des  modernen  Verkehres  zu  entsprechen;  nicht  allein  dass  die  Trace
im  Allgemeinen  den  durch  die  natürliche  Terraingestaltung  dargehotenen
resp.  erlaubten  kürzesten  Weg  zwischen  den  Hauptendpunkten
innehält,  es  soll  auch  die  Anordnung  der  einzelnen  Canalhaltungen
sowie  deren  V  ermittelungs  -  Anlagen  einen,  die  möglichst  kürzeste
Lieferzeit  exact  innezuhaltenden  Schiffahrtsbetrieh  zulassen.
3.  Der  Transport  erfolgt  ausschliesslich  durch  Dampf  kraft  und  zwar,  .
abgesehen  von  dem  Landtransport  der  Fahrzeuge  über  die  beiden
geneigten  Ebenen,  durch  die  neuerdings  in  rege  Aufnahme  gekommene
louage  mittelst  Drahtseil.
4.  Es  ist  dafür  Sorge  getragen  worden,  dass  der  Vorzug  der  Wasserstrasse ­
  vor  den  Eisenbahnen,  nahezu  an  jedem  Punkte  des  schiöharen
Wegs  ein-  und  ausladen  zu  können,  auch  dem  projectirten  Canal
gesichert  ist.
5.  An  allen  den  Punkten,  in  denen  der  Canal  Eisenbahnen  kreuzt,  sind
alle  Einrichtungen  für  einen  möglichst  erleichterten  Uebergang  der
Güter  des  Bahntransports  zur  Wasserfracht  und  umgekehrt  in  Aussicht
genommen  worden.
Durch  die  Projectirung  des  Canales  mit  nur  2  Wasserhaltungen,  sowie  durch
Einführung  der  Drahtseilschiffahrt  wird  es  in  der  That  möglich  sein,  die  Frachthewegung
  zwischen  Dresden  und  Berlin  in  3,  längstens  4  Tagen  zu  bewältigen,  ein
Resultat,  durch  welches  die  Concurrenzfähigkeit  des  Elb-Spree-Canals  mit  den  Eisenbahnen ­
  in  Wahrheit  zu  garantiren  ist.  Der  Betrieb  auf  dem  Canale  ist  überhaupt
nur  in  Analogie  des  Betriebes  der  Eisenbahnen  zu  denken.
Die  Abfahrt  von  den  beiden  Endstationen  erfolgt  planmässig  in  bestimmt
innezuhaltenden  Zeiten,  wodurch  gleichzeitig  auch  in  der  Ankunft  die  wünschenswerthe
Pünktlichkeit  erreichbar  wird.
Eigene  Telegrapheneinrichtungen  regeln  den  Betrieb  und  setzen  die  an
verschiedenen  Punkten  stationirten  Canalwärter  von  der  Ankunft  der  Züge  rechtzeitig
in  Kenntniss,  so  dass  diese  im  Stande  sind,  ohne  besonderen  Zeitverlust  für  den
Verkehr  die  etwa  vorkommenden  Hindernisse  zu  beseitigen,  die  geschlossenen  Brücken
zu  öffnen  und  die  Durchschleusung  vorzubereiten.  Deshalb  wird  auch  zur  Regel
erhoben,  dass  ein  jedes  der  den  Canal  berührenden  Fahrzeuge  sich  in  die  durch
Toueurs  geschleppten  Güterzüge  einreiht.  Der  Pferdezug  oder  das  Ziehen  der  Fahrzeuge ­
  durch  Menschen  wird  grundsätzlich  ausgeschlossen,  so  dass  also  auch  kein
Leinpfad  vorhanden  ist.  Die  an  den  Endpunkten  stationirten  Canalwärter  besorgen
schon  vor  dem  Eintreffen  der  Toueure  das  Rangiren  der  Züge  und  setzen  je  nach
dem  Bestimmungsort  der  Fahrzeuge  deren  Reihenfolge  fest.
An  geeigneten  Punkten  der  Canallinie  werden  Häfen  mit  Wendeplätzen  angelegt.
Die  Anlage  von  Stichcanälen  in  diejenigen  nebenliegenden  Gebiete,  aus  welchen  Frachtgüter ­
  in  angemessenen  Quantitäten  zu  erwarten  stehen,  ist  in  Aussicht  genommen.
Die  Baukosten  des  Elb  -  Spree  -  Canals  waren  früher  zu  42  Millionen  Mark
veranschlagt.  Nach  Wegfall  des  projectirten  Zubringer-Canals  werden  dieselben  doch
noch  39,5  Millionen  Mark,  in  runder  Summe  40  Millionen  Mark  betragen,
namenthch  deswegen,  weil  die  Einmündung  an  der  Elbe,  die  Speisung  mit  Elbwasser,
sowie  die  beiden  schiefen  Ebenen  besonders  hohe  Summen  beanspruchen,  Baukosten,
die  bei  18  Meilen  Länge  sich  auf  den  Betrag  von  2  200  000  Mark  pro  Meile  belaufen.

»

„  .
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        5

II.

Als  Vorbedingung  für  einen  lebhaft  entwickelten  Verkehr  ist  in
erster  Linie  zu  nennen:  das  Vorhandensein  eines  Austausches  möglichst  verschiedener,
sogar  heterogener  Bedarfs-Artikel  zwischen  den  Verkehrsplätzen,  beziehentlich  zwischen
den  Verkehrsgebieten,  und  ein  starker  Bedarf  an  den  ihnen  gegenseitig  fehlenden
Artikeln.  Handel  und  Verkehr  basiren  ja  darauf,  dass  man  nach  einem  Orte  das
hintransportirt,  was  dort  fehlt,  und  dass  man  wegiührt,  was  im  Ueberfluss  vorhanden
ist.  Je  stärker  nun  diese  Gegensätze  sind,  desto  lebhafter  wird  der  Austausch  sein.
Selbstverständlich  ist  hierbei,  dass  an  den  Endpunkten  der  neuen  Verkehrslinie,  oder
noch  besser:  längs  der  ganzen  Canalstrecke  eine  grosse  Anzahl  von  Verbrauchern,  also
eine  starke  Bevölkerung  vorhanden  sein  muss.
Die  markirtesten  Gegensätze  in  ihren  Producten  finden  sich  zwischen  dem  Gebirge
und  der  Ebene,  sodann  zwischen  dem  Land  und  der  See;  in  Folge  dessen  auch  der
lebhafteste  Austausch  der  von  einander  sehr  abweichenden  Producte.
Diese  Wahrnehmungen  auf  den  Elb-Spree-Canal  angewendet,  bieten  gerade  die
Bezirke,  richtiger  noch  die  Endpuncte,  welche  der  Elb-Spree-Canal  verbinden  soll,
die  bemerkenswerthesten  Gegensätze  in  ihrer  Production  und  demnach  die  wechselseitigsten ­
  Beziehungen  zwischen  dem  Gebirge  in  Sachsen  und  der  Ebene  in  der  Mark
Brandenburg.  Kein  Gebirge  liegt  Berlin  so  nahe,  wie  das  gebirgige  Sachsen;  selbst
der  übrigens  räumlich  nicht  sehr  ausgedehnte  Harz  liegt  etwas  weiter  entfernt.
Ungleich  länger  ist  der  Weg  von  Berlin  bis  nach  dem  Riesengebirge  und  Thüringen,
von  anderen  Gebirgen  nicht  zu  reden.  Der  Elb-Spree-Canal  wird  und  soll  berufen
sein,  auf  dem  kürzesten  Wege  und  noch  dazu  durch  den  billigen  Wassertransport,
einerseits  der  Ebene,  andererseits  dem  aufsteigenden  sächsischen  Hochlande  bis  zum
Erzgebirge  und  bis  nach  Böhmen  hinein  Gelegenheit  zu  geben,  ihre  Producte  auszutauschen, ­
  in  ihrem  gegenseitigen  Bezug  und  Versand  sich  wirthschaftlich  zu  ergänzen.
In  Kürze  und  auch  nur  andeutungsweise  sollen  einige  dieser  bemerkenswerthesten
Gegensätze  angeführt  werden.  —  Die  mannichfachen  Erzeugnisse  des  Bergbaus,  z.  B.
Kohlen,  die  um  Berlin  ganz  fehlen,  finden  wir  in  Böhmen  in  der  nahezu  unerschöpflichen ­
  Menge  von  böhmischen  Braunkohlen,  in  Sachsen  in  den  Steinkohlen  von  Zwickau,
Lugau,  Oelsnitz.  —  Die  Mark,  arm  an  Steinen  jeder  Art,  insonderheit  an  solchen
plutonischen  Ursprungs,  arm  an  Pfiastersteinen,  arm  an  Chaussee-Baumaterial,  kann
ihren  Bedarf  decken  durch  den  Ueberfluss  der  sächsischen  Sandsteine,  der  böhmischen
Basalte,  der  Granite,  Granulite,  Porphyre  der  sächsischen  Elbbezirke.  —  Der  Sandboden ­
  der  Mark  ist  wenig  fruchtbar,  aber  trotzdem  vorzüglich  geeignet  für  den  Kartofielbau,
  an  den  sich  für  Spiritus  eine  stark  entwickelte  Production  anschliesst.  Hierin
ist  die  Mark  selbst  dem  fruchtbareren  Sachsen  und  Böhmen  voraus.  Der  Sandboden
eignet  sich  ferner  für  die  zwar  langsam  wachsende,  aber  sehr  geschätzte  Kiefer,  die
bis  tief  hinein  nach  Sachsen  ihren  Absatz  findet,  selbst  für  Getreide,  von  dem  Sachsen
trotz  seiner  hochentwickelten  Landwirthschaft  den  eigenen  Bedarf  nicht  zu  decken  vermag.
Auch  das  Heu  der  humusreicheren  Niederungen  kommt  in  Betracht.  Die  Mark  hat
reiche  Salzlager,  die  in  Sachsen  ganz  und  gar  fehlen.  —  Je  mehr  man  sich  hinwiederum
der  sächsischen  Grenze  nähert,  desto  besser  wird  der  Boden,  desto  geeigneter  für  den
Bau  von  Oelsaaten,  Hülsenfrüchten,  Flachs,  Handelsgewächsen  aller  Art,  die,  je  höher
man  im  Erzgebirge  aufsteigt,  durch  die  dem  Gebirgslande  eigenthümlichen  Erzeugnisse
des  Waldbaues,  der  Grasnutzungen  und  der  Viehzucht  ersetzt  werden.  —  Der  Canal
soll  ferner  den  grössten  Industrieplatz  des  deutschen  Reichs,  Berlin,  mit  Sachsen  verbinden, ­
  das  wiederum  in  Deutschland  zu  den  am  stärksten  entwickelten  Industriebezirken ­
  gehört,  sodann  mit  Böhmen,  das  unter  den  Ländern  der  österreichischen  Krone
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        6

seiner  Industrie  wegen  gleichfalls  eine  hervorragende  Stellung  einnimmt.  Da  die
gewerblichen  Hauptbranchen  in  Berlin,  Sachsen  und  Böhmen  meist  nicht  identisch
sind,  werden  sie  durch  den  Canal  die  willkommene  Gelegenheit  erhalten,  ihre  Erzeugnisse ­
  auf  billigste  Weise  austauschen  zu  können.  —  In  Berlin,  dem  einen  Endpunkte
des  Canals,  findet  sich  ferner  eine  starke  Bevölkerung,  d.  h.  eine  über  1  Million
betragende  Anzahl  von  Consumenten;  in  Sachsen,  beziehentlich  auch  in  Böhmen  Bezirke,
die  zu  den  dicht  bevölkertsten  Europas  gehören  und  in  dieser  Beziehung  nur  noch
von  Belgien  übertroffen  werden.
Endlich  bleibt  ein  starker  Güteraustausch  insofern  zu  erwarten,  als  der  projectirte
Canal  eine  —  so  zu  sagen  —  neue  Verbindung  Böhmens  und  Sachsens  mit  dem  Meere  erzielen ­
  lässt.  Eine  Verbindung  dieser  Länder  mit  dem  Meere  besteht  bereits  durch  die
Elbe  nach  der  Nordsee.  Die  sehr  mangelhafte  und  nur  auf  grossem  Umwege  (durch  die
Havel)  vorhandene  Verbindung  Böhmens  und  Sachsens  mit  der  Ostsee  wird  dagegen  durch
den  Canal  in  so  hohem  Grade  erleichtert  werden,  dass  die  Bezeichnung  einer  „neu  zu
schaffenden“  Verbindung  nicht  ungerechtfertigt  erscheinen  dürfte.  Sollte  ausser  dem
neu  projectirten  Oder-Spree-Canal  sich  den  jetzt  scbm  vorhandenen  Canälen  von  Berlin
aus  nach  der  Oder  und  Stettin  auch  noch  der  Berlin-Rostocker  Canal  anschliessen,
so  würde  dadurch  ein  zweiter  directer  Wasserweg  von  Böhmen  und  Sachsen  aus  nach
der  Ostsee  gewonnen  werden.

III.
Wesentlich  unterstützt  werden  die  vorstehend  angeführten  allgemeinen  oder
summarischen  Erwägungen,  welche  für  den  Elb-Spree-Canal  einen  lebhaften  Verkehr
in  Aussicht  stellen,  durch  die  Thatsache,  dass  trotz  der  steigenden  Concurrenz  eines
sehr  ausgedehnten  und  immer  dichter  werdenden  Eisenbahnnetzes  der  Schiffahrts-Verkehr
  auf  den  deutschen  Wasserstrassen  sich  stetig  gehoben  hat.
Bei  der  Rentabilitäts-Berechnung  für  projectirte  Verkelirswege  und  Transport-Anstalten
  hat  man  nicht  selten  auf  den  analogen  Verkehr  der  Verkehrsstrassen  unter
ähnlichen  Verhältnissen  verwiesen;  wenigstens  ist  die  Rentabilität  von  Eisenbahnen  oft
so  berechnet  worden.  Weil  bereits  bestehende  Bahnlinien  in  Verkehrs-Bezirken  mit
nahezu  derselben  Bevölkerung,  annähernd  gleicher  Entwicklung  der  Land-  und  Forstwirthschaft,
  des  Bergbaus,  der  Industrie  und  des  Handels,  mit  ungelähr  demselben  Bedarf
und  Versand  nach  und  von  Auswärts  u.  s.  w.  befriedigende  Resultate  ergeben,  ihren
Verkehr  stetig  gesteigert  und  eine  angemessene  Rente  abgeworlen  haben,  nimmt  man
an,  richtiger:  glaubt  oder  hofft  man,  annehmen  zu  dürfen,  dass  auch  die  neu  projectirte ­
  Verkehrsstrasse  ihr  Anlage-Capital  mindestens  zu  landesüblichen  Sätzen  verzinsen ­
  werde.
Dieser  Nachweis  der  Rentabilität,  basirt  auf  den  Verkehr  und  die
Resultate  anderer  analoger  Transportwege,  wird  für  den  Elb-Spree-Canal
durch  den  Hinblick  auf  den  in  ausserordentlicher  Weise  steigenden  Schiffahrts-Verkehr
auf  der  Elbe  sehr  erleichtert  und  ist  es  zunächst  durchaus  nicht  unwahrscheinlich,
dass  der  Elb-Spree-Canal,  besonders  da  durch  bedeutende  Abkürzung  des  Wegs  die
Transportkosten  sich  erheblich  niedriger  stellen,  einen  starken  Verkehr  aufzuweisen
haben  wird.  Was  dagegen  die  zu  erwartenden  finanziellen  Resultate  betrifft,  so
ist  dieser  Nachweis,  der  für  Eisenbahnen  aus  den  Dividenden  anderer  Nachbarbahnen
leichter  zu  führen  ist,  für  den  Elb-Spree-Canal  nicht  zu  beschaffen,  weil  analoge
Fälle  in  Deutschland  fehlen  und  die  finanziellen  Ergebnisse  mancher  Canäle  in  Eng-
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        7

land,  Frankreich,  Amerika,  Schweden  und  Belgien  sich  nicht  ohne  "Weiteres  auf
Deutschland  anwenden  lassen  möchten.
In  den  folgenden  Zusammenstellungen  ist  versucht  worden,  diesen  Nachweis
des  analogen  Verkehrs  auf  den  projectirten  Canal  anzuwenden.
Elbverkehr  zwischen  Deutschland  und  Oesterreich.
Im  Jahre  1875  passirten  die  sächsisch-böhmische  Grenze  1050  Passagier-Dampfboote,
  114  Remorqueurs,  440  Toueurs,  6156  Segelfahrzeuge  und  1992  Flösse.  Durch
dieselben  wurden  befördert
773  273  Tonnen  Güter,
unter  Letzteren  497  880  Tonnen  Braunkohlen  und  186  605  Tonnen  Holz,  zumeist  rohe
Stämme.  Von  dem  gesummten  Güterverkehr  bewegten  sich  743  085  Tonnen  (96,1%)
stromab,  30  187  Tonnen  (3,9%)  stromaufwärts.
Im  Jahre  1879  verkehrten  auf  derselben  Strecke  1378  Passagier-Dampfer,
492  Remorqueurs,  732  Toueurs,  9114  Segelfahrzeuge  und  1236  Flösse.  Befördert  wurden
1  073  514  Tonnen  Güter,
darunter  802  438  Tonnen  Braunkohlen  und  112  229  Tonnen  Holz.  Stromab  wurden
befördert  1  042  415  Tonnen  (97  %),  stromauf  32  099  Tonnen  (3,o)-Nach
  dem  Jahresbericht  des  Elbvereins  (Aussig  1881)  betrug  in  1880  der  Elbverkehr ­
  zwischen  Oesterreich  und  Deutschland:

Export  (Thalfahrt).

Braunkohlen  .  .  .
Getreide
Mehl  und  Kleie  .  .
Zucker
Melasse
Basaltschotter  .  .  .
Brennholz  ....
Diverse  andere  Güter

Tonnen

950  000
54  600
4  500
41300
13  800
21  460
4100
38  000

Sa

Tonnen  1  127  760

Import  (Bergfahrt).
Roheisen  Tonnen  7  970
Petroleum  „  4  500
Cerealien  „  2  540
Diverse  andere  Güter  ...  „  34  840
Sa.  Tonnen  49  850.

Summe  des  Exports  und  Imports  1  177  610  Tonnen,  jedoch  ohne  die  (noch
nicht  bekannte)  Flösserei.
Von  obigen  Gütern  wurden  nach  Berlin  direct  versendet:
Braunkohlen  Tonnen  7  585
Getreide  „  3  903
Basaltschotter  „  5  986
Diverse,  meist  Obst  .  .  .  .  „  451

Sa.  Tonnen  17  925.
        <pb n="10" />
        I

8

1

Schiffsverkehr  beim  Hauptzollamte  Schandau  in  den  Jahren  1865  —  1879.

Zu  Berg

Zu  Thal

Zahl  (1.  Schleppkähne ­
  und
Segelschiffe
(beladen)

Gesammt-Güterladung

Tonnen

Zahl  d.  Schleppkähne ­
  und
Segelschiffe
(beladen)

Gesammt-Güterladung

Tonnen

1865
1866
1867
1868
1869
1870
1871
1872
1873
1874
1875
1876
1877
1878
1879

439
381
492
496
639
619
577
799
687
684
930
916
831
840
952

19  668
18  656
28  357
28  235
38  426
48  244
44318
37  104
30  015
25  009
30  257
25  705
29  351
26  609
32081

3  597
3  878
4  272
3  934
3  955
3  343
3194
3  256
3  378
3141
3  904
3  677
4  271
4815
5  328

381419
434  839
562  516
522  087
616  105
574  602
547  629
548  452
529713
513  295
743088
696  946
750  968
933  572
1  561  379

Die  procentuale  Steigerung  der  Gesammtfracht  betrug  demnach  in  den  Jahren
1870—79  271,71,  in  den  Jahren  1865—79  sogar  412,  o%  oder  das  Vierfache  des  Verkehrs ­

  von  1865.

Schiffahrtsstatistik  des  Hauptsteueramtes  Dresden.
Tonnen  à  1000  kg.

1872.

1875.

1878.

1879.

1880.

Stromauf  angekommen  .  .
Stromab  „  .  .
Stromauf  abgegangen  .  .
Stromab  „  .  .

78  240
24  028
1  156
33  139

63902
35  307
38
16  562

83925
27  194
591
71  558

103  955
20  582
598
69  332

134217
21484
243
56  969

Sa.

136563  1  115809  |  183268

194  467

212913

Nicht  zollpflichtige  Artikel,  wie  Braunkohlen,  Steinkohlen,  Bausteine  für  Dresden
und  Umgegend  bestimmt,  ebenso  in  Dresden  verbleibendes  Flossholz  u.  s.  w.,  selbstverständlich ­
  alle  durchpassirende  Güter  sind  in  diesen  Notirungen  nicht  mitenthalten.
Trotzdem  ist  der  Verkehr  seit  1872  um  155,2%,  also  um  die  Halite  gestiegen.

Schiffahrtsverkehr  in  Riesa  und  Meissen.

1874
1875
1876
1877
1878
1879

Nach  Bellingrath,  „Reform  der  Mainschiffahrt“,  passirten:

Riesa
thalwärts
Kähne  Tonnen
2064  mit  291  475
2648  „  493  915
3137  „  558  987
3185  „  622  795
3512  „  748  275
3705  „  922140

bergwärts
Kähne  Tonnen
1848  mit  90102
2116  „  126  210
2685  „  114  592
2885  „  126  270
3141  „  116  875
3418  „  162  018

Meissen

thalwärts
Kähne  Tonnen
1874  2126  mit  396  950
1875  2613  „  496650
1876  2610  „  624  250
1877  3630  „  701700
1878  4041  „  782  800
1879  4040  „  1039  000

bergwärts
Kähne  Tonnen
2141  mit  90  300
2378  „  110  700
2785  „  112  450
3519  „  105  050
3501  „  103  300
3634  „  141850
        <pb n="11" />
        9

durchschnittlich

Hamburgs  Verkehr  von  und  nach  der
Tonnen  à  1000  kg.

(  1851  bis  1860  .
1861  „  1870  .
f  1871  „  1875  .
1876
1877
1878
1879

bergwärts
270  566
351  867
421  945
411  895
479  871
525  699
639  055

Ober-Elbe.

thalwärts
203  205
308  338
327  409
401  473
558  588
633  151
705  289

Summe
473  770
660205
749  354
813  368
1  038  459
1  158  851
1  344  345

Einen  ähnlichen  Aufschwung  wie  Hamburg  mit  dem  Verkehr  der  Oberelbe
hat  auch  Berlin  auf  der  Spree  aufzuweisen.

Eisenbahn-  und  Schiffahrtsverkehr  von  Berlin.
Der  Wasserverkehr  Berlins  wird  durch  die  vielfach  vernachlässigte  Spree  vermittelt ­
  und  doch  erreicht  das  hier  in  Frage  kommende  Transportquantum,  wie  die
nebenstehende  Tabelle  A.  nachweist,  3  674  762156  Kilo  =  3  674  762  Tonnen,  sogar
70—75%  (etwa  %)  des  gesammten  Eisenbahn-Güterverkehrs  in  Berlin.
Tabelle  A.  siehe  S.  10  u.  11.
Nach  Böckh’s  statistischem  Jahrbuch  der  Stadt  Berlin  (Jahrg.  7  S.  129)
betrug  der  Güterverkehr  von  7  in  Berlin  einmündenden  Bahnen—jedoch  ohne  die
Niederschlesisch-Märkische,  die  Berlin-Dresdener,  die  Berlin-Metzer  und  die  Nordbahn  —
in  Kilogrammen

Eisenbahnen

18
angekommen

79
abgegangen

1878
angekommen  |  abgegangen

Ostbahn
Stettiner
Hamburger
Potsdam-Magdeburger
Anhaitische
Görlitzer
Lehrter

288  106  000
371  865  170
274  524  945
271  983  008
370  679  600
387  115  019
204  109  060

64  931000
165  717  355
378  066  448
116  418  590
175  509  100
59  001  488
134  419  003

293  281  400
321  883  844
287  937  330
252  736  000
381  673  660
365  483  910
230  758  740

86  860  600
168  819  010
376  781  290
142  114  000
190  698  870
58  698  980
134  049  756

2  168  382  802

1  094  062  984

2  133  754  884  |  1  158  022  506

3  262  445  786  kg  3  291  777  390  ko

Für  die  Jahre  1877  und  1878  liegen  die  Nachweise  sämmtlicher  Bahnen  —

Berlin-Metz  war  damals  noch  nicht  eröffnet  —  vor.  Darnach  betrug  der  Güterverkehr
in  Kilogrammen

Eisenbahnen

angekommen

577
abgegangen

1878
angekommen  |  abgegangen

Niederschi.  -Märkische
Ostbahn
Stettiner
Hamburger
P  otsdam-Magdeburger
Anhaitische
Görlitzer
Lehrter
Dresdener
Nordbahn

1  231  219  035
356  631120
371560  370
287  745  000
236  868  793
387  515  200
353  124  665
205  826  205
147  001  985
2  434  575

284  295  895
59  560  760
221  197  590
420  163  000
151  150  497
216  609  200
64  248  870
147  589  314
70  587  710
6  793  185

1  239  938  525
293  281  400
321  883  844
287  937  330
252  736  000
381  673  660
365  483  910
230  758  740
121  234  445
25  344  025

253  923  920
86  860  600
168  819  010
376  781  290
142  114  000
190  698  870
58  698  980
134  049  756
73  133  430
35  194  755

Ueberhaupt

3  579  926  948

1  642  196  021  II  3  520  271  879  |  1  520  274  611

5  040  546  490  Kilo.

Sa.  5  222  122  969  Kilo.
        <pb n="12" />
        10

11

Tabelle  A,

W  a  a  r  e  11

Verkehr

Z  11

(Nach  dem  Berliner  Statistischen

Gewicht  -  Angabe

Ansgang.

Bezeichnung
der
Gegenstände.

Obere
Canalschleuse. ­


Oberbaum.

Moabit.

Untere
Canalschleuse. ­


Plötzensee.

Gesammt-Ausgang.


Weizen
Roggen
Gerste
Hafer
Sonst.  Getr.,  Hülsenfr.
Samen  u.  Saat  .  .  .
Mehl
Wein
Spiritus
Südfrüchte  ....
Obst,  Backobst  .  .  .
Colonial-,  Material-W.
Kartoffeln
Fische,  frische  .  .  .
„  gesalzene  .  .
Stroh,  Heu  ....
Oelkuchen  ....
Brennholz
Torf,  Lohkuchen  .  .
Braunkohlen  ....
Cokes
Steinkohlen  ....
Holzkohlen  ....
Hüttenproducte.  .  .
Erze,  Mineralien  .  .
Eisen-  u.  Stahlwaaren
Eisen,  roh  ....
Andere  Metalle.  .  .
Glas,  Porzellan.  .  .
Thon-  und  Steingutw.
Bau-,  Nutzholz  .  .  .
Steine,  Cement  .  .  .
Geräthe,  Möbel.  .  .
Korb-  imd  Siebwaaren
Fasstage
W  olle,  wlln.  u.  lein.  W.
Fettwaaren  ....
Petroleum  ....
Asphalt,  Harz  .  .  .
Papier,  Pappe  .  .  .
Dachpappe,  Dachf.  .
Häute,  Leder  .  .  .
Borke,  Lohe  ....
Drog.-,  Apothekerw.  .
Abfälle
Dungstoffe  ....
Militair-Effect.,  Pulver
Verschiedenes  .  .  .

100000
670  000
85550
50000
195000
25  000
87  500
255  500
55000
70000
130000
330  000
185  000
2126  950
90  000
340  000
70  000
151250
90000
693  500
13  055  500
10000
122  500
125000
195000
870000
490000
875  000
20000
10320000
60000
40000

147  500
18689  100
25000
676  000
760  750
6  800
74600
280800
1  505  500
861050
88050
28100
270  250
290000
2  280000
2  260  000
45  000
6  522  150
125000
1250000
289  250
855150
322500
256  050
4  766  300
75195050
12000
120000
426  250
15000
1005  250
401100
2  692  300
332  500
25  000
2  899  750
68000
3  656  000
526  500

1935  000
11  590  000
2150000
225  000
577  500
393  500
5  465  500
184  750
9  898  500
um
1171500
1142  550
442  500
48  050
2  567  500
28  596  250
865000
410000
105000
980  000
102  500
20  000
1357  500
4238450
8048400
759  500
32  500
12  285  550
12  902  500
40000
182  500
2  743  550
22  500
3  626  500
50  000
525  000
402  500
650  500
864050
3  302  500
2  537  500
206000
115000

550000
60  000
802  500
295  000
360  000
650000
3  033000
627  000
412  000
2085  500
140000
420000
4025  000
850  000
7  190  000
2  525000
50  000
1160  000
1907  500
937  500
9  HO  000
162  500
22  500
4  780  000
94  360000
104  500
347  500
2115  000
795  000
1085500
2  500
556  500
97  500
2302  500
2  500

3  680  000
4085000
302  500
145  000
240  000
37  500
1080  000
22  500
146  000
1  965  500
65000
30  000
22  500
10000
2  237  500
240000
60000
5  035  000
610000
6  345  000
5000
7  000
994  500
1960000
370  000
487  500
231  750
247  500
1114000
101  290  500
30  500
963  000
857  500
92500
1684000
1017  500
1  723  750
40  000
1543  500
237  500
4  257  500
638400

6  412  500
35  094  100
3  340  550
690  000
1  903  500
1081  000
10  534  250
214050
10144  100
140(X)
2166  m
5  281  050
3  509  050
30  000
228  600
178  100
5  495  250
33  281  250
4055  000
15  225  000
945  000
18499  100
282  500
2  437  000
994  500
5  604  250
6  741100
18  038  400
1305  000
648  550
23  639  350
296  803  550
197  000
302  500
4  602  800
87  500
7  729  250
738  600
6  566  300
1420000
4  282  250
27  500
40  000
6  788  800
3  725  500
23  073  500
792  500
795  500

Ueberhaupt  nachgew.
Flossholz,  hartes  .  .
„  weiches  .

31983  250

130  049  600
6  750000

j  123  777  100

143  924000
973  000
5  200  500

146152000
125  000

575  885  950
973  000
12075  500

Sa.

31  983  250

136  799  600

1  123  777100

1  150097  500

146  277000

588  934  450

Gesammt-Ausgang  588934  450  Kilo.
„  Eingang  .  .  .  .  .  3  085  827  706  „

Sa.  3  674762156  Kilo.

Wasser  in  Berlin  187  9.
Jahrbuch.  7.  Jahrgang,  S.  134.)

in  Kilogrammen.
Eingang.

Obere
Canalschleuse. ­


Oberbaum.

Moabit.

Untere
Canalschleuse. ­


Plötzensee.

Gesammt-Eingang.


Mehr  Eingang,
mehr
—  Ausgang.

485  000
225  000
1635  000
270000
848  500
8  263  000
200000
75  500
315  150
2580400
105000
30  765  000
565000
5  310000
170  000
973  000
430  000
255  000
90000
11602  000
60000
175000
5  262500
255  9534fX)
5000
50  000
501250
2  780  750
625  000
390000
520000
15000
367  000
359  500

655  000
8  361  700
905  000
185  000
618  200
147  500
6  912  500
206  000
1616  500
988  750
1  906  500
2  555  850
90  250
500
3  350  800
20000
28249  500
1  470  000
11  687  000
445000
1376  000
835  000
417  300
8  054500
8193  100
8  870  900
293  700
2988850
512  774  500
45250
552000
131000
1930  200
1670  000
42500
31250
756  600
100000
130000

2265000
56  743  750
587  000
960  000
7  205  500
238  000
5  210500
2  799  900
198050
144  300
10  617  300
6  278  100
557  500
699  250
8  172  500
18  000
36  409  350
3445  000
2  200  000
3570000
29  087  500
525  000
135  000
203  000
7408900
3  097  400
39  000
80000
18  901  450
249  985  350
10  000
44000
706  850
58  000
10  692  450
2  065  750
2  223  500
810  500
544300
932000
10  488400
804300
551  500
275  000
*2  426  000

305  000
10  519  000
290000
1045  000
12  413  000
1  722  500
277  500
4252  000
52500
75  440  000
82  895  000
1520000
10025000
84  045  000
116  000
35  000
610  000
3  645  000
95  000
72  500
885  000
78  665000
305  551500
27  500
30  000
859  000
50000
3  502  500
272500
2486000
62500
276  500
60  000

5365  000
167  842000
612  500
10  175000
2567  500
1695000
19455  000
110000
4  650000
177  500
1370000
4  727  500
855  500
2  987  500
700  000
96  500
153  975  000
53  600  000
3  005  000
1995  000
68  355  000
1590  000
52500
20  000
8180000
7  285  000
908500
50000
1  260  000
167  305  000
310517  500
92  500
70  000
312  500
971000
6  270000
811000
57  500
15  000
60  000
9  644500
1  040  500
252  500
1000
3197  500

9  075  000
243  691450
3  789  500
11  880  000
11436  200
2  929  000
52  254000
3  115  900
6  664  550
144  300
13  581550
10147  250
14  672  750
445  750
3  687  250
12  380800
134500
324  838  850
91975  000
23  722  000
16  205  000
133836  500
3  495  000
639  800
20000
7252  500
21622  000
24  573  800
221  500
2  693  700
273  122  800
1634  782  250
152  750
716  000
1679  100
88  000
17  183  400
9  010  750
8  597  000
368  000
859  300
947  000
91250
23  895  500
2022  300
1447  500
466  000
5  983  000

2  662500
208  597  350
398  950
11190  000
9  532  700
1848000
41  719  750
2901  850
—  3  479  550
130300
11  414  750
4866  200
11163  700
415  750
3  458  650
12  202  700
—  5  360  750
291  557  600
87  920000
8497  000
15  260000
115  337  400
3212  500
—  1797  200
—  974500
1  648  250
14880  900
6535  400
—  1083  500
2  045  150
249483  450
1337  978  700
—  44250
413  500
—  2923  700
50  500
9  454  150
8  272150
2  030  700
—  1052  000
—  3  422950
919  500
51  250
17  156  700
—  1703  200
—  21  626  000
—  326  500
5  187  500

332176  950
373  000
6929400

609  563  700
70000
26  155  500

489  914150

582102000
75  000
157500

1018  730  500
50  000
19  530  000

3  032  487  300
568  000
52  772  400

2  456  601  350
—  405  000
40696  900

339  479  350

635  789  200  |  489  914150

582334500

1038310500

3085  827  700

2  496893  250
        <pb n="13" />
        Í

Von  Interesse  für  den  betreffenden  Canal  ist  ferner

der  directe  Wasserverkehr  zwischen  Elbe  und  Stettin.
%
Lohmeyer’s  Bericht  über  den  Elb  -  Trave  -  Canal  giebt  an,  dass  den  Finow-Canal
  mit  Fracht,  direct  von  der  Elbe  nach  Stettin  gehend,  passirten:
in  1874  787  Ladungen  mit  ca.  70  830  Tonnen
„  1879  1155  „  „  110  609
Dieser  Verkehr  erstreckt  sich  in  der  Hauptsache  auf  den  Wassertransport
Magdeburg-Stettin,  in  kleineren  Posten  auch  auf  Hamburg-Stettin.
Weil  der  Wasserweg  von  der  Ober  -  Elbe  nach  Stettin  zur  Zeit  auf  zu  grosse
Umwege  angewiesen  ist,  gehört  der  directe  Verkehr  von  hier  nach  Stettin  noch  zu  den
Ausnahmen.

Selbst  vom  Packhof  Dresden  ab  wurden  direct  nach  und  von  Berlin  per
'  Wasser  nur  verfrachtet:
1878  1879  1880
von  Berlin  nach  Dresden  Tonnen  100  619  585
„  Dresden  „  Berlin  „  —  —  IQQ
Sa.  Tonnen  100  619  685

Wie  aus  den  vorstehenden  Zusammenstellungen  hervorgeht,  hat  sich  auf  allen
den  genannten  benachbarten  Wasserstrassen  der  Verkehr  seit  Jahren  steigend  entwickelt ­
  und  überall  eine  bedeutende  Frequenz  angenommen.  Die  neue  Wasserstrasse,
so  schliesst  man,  kürzt  den  Weg  wesentlich  ab,  sie  wird  daher  mindestens  dieselbe
Verkehrsentwickelung  aufzuweisen  haben.  Mag  diese  Schlussfolgerung  nach  der  Analogie
des  Verkehrs  auf  anderen  Wasserstrassen  auch  nicht  sicher  sein,  so  dürfte  sie  doch  in
dem  vorliegenden  Falle  als  wahrscheinlich  zutreffend  anzusehen  sein.
Welchen  Einfluss  diese  Abkürzung  des  Weges  auf  die  Ermässigung
der  Frachtsätze  ausüben  wird,  bedarf  noch  näherer  Untersuchung.  In  der  folgenden
Tabelle  sind  die  gegenwärtigen  Frachtsätze  der  Eisenbahnen  und  des  Wassertransports
für  die  Verkehrs-Beziehungen  von  Berlin  mit  den  Elbstädten  Riesa,  Torgau,  Meissen,
Dresden,  Pirna,  Tetschen-Bodenbach  und  Aussig  zusammengestellt  und  ist
sodann  auch  der  Frachtsatz  angegeben,  der  sich  bei  Benutzung  des  Canals  ergeben
dürfte.  Die  Berechnung  ist  nur  für  Güter  der  Eisenbahn-Special-Tarife  I,  H  und  IIP)
durchgeführt  worden,  da  Güter  der  Wagenladungsclassen  A.  und  B.  sich  dem  Wassertransport ­
  weit  weniger  zuwenden.

*)  Anm.  Zu  Spe  ci  altar  if  I.  gehören  unter  Anderm:  Baumwolle,  Dachpappe,  Farbhölzer,
Getreide,  Gerbstoffe,  Glas,  Mühlenfabrikate,  Salzsäure,  schwefelsaure  Thonerde,  Stärkezucker,  Wolle,
Zucker  zum  Export  u.  s.  w.
Zu  Specialtarif  II.;  Asphalt,  Eisenblech,  Stabeisen,  eiserne  Röhren,  Eisenbahnschienen,
Eisendraht,  Flachs,  Bau-  und  Nutzholz,  auch  geschnitten  und  roh  bearbeitet,  Lumpen,  Melasse,  Oelkuchen,
  bearbeitete  Steine,  Steingut-  u.  Töpferwaaren,  Strohmasse,  Wasserglas  u.  s.  w.
Zu  Specialtarif  III.  (bez.  Ausnahmetarifen):  Gerberlohe,  Braunkohlen,  Gement,  Cementsteine-Platten
  und  Fliesse,  Drainröhren,  Düngemittel,  Roheisen,  Alteisen,  Erde,  Erze,  Gyps,  Heede,  Holzkohlen, ­
  Kalk,  Kartoffeln,  Knochen,  Kreide,  Röhren  von  Thon  und  Gement,  Salz,  Schiefer,  Steine,  Steinkohlen, ­
  Torf,  Werg  u.  s.  w.
        <pb n="14" />
        13

An  Fracht  waren  zu  zahlen  (April  1881)  pro  10000  Kilo:

Berlin-Riesa.
Eisenhahnfracht
Wasserfracht  (Spree,  Havel,  Elbe)  .  .
Elb-Spree-Canal
Berlin-Torgau.
Eisenbahnfracht
Wasserfracht
Elb-Spree-Canal  und  Riesa-Torgau  .  .

Specialtarif ­

I.

Specialtarif ­

II.

Specialtarif ­

III.

Mark.

Mark.

Mark.

ca.

80
60-65
50

66,5
55—60
45

53,4
50—55
40

ca.

78
60—65
52

65,4
55—60
47

53
50—55
42

Berlin-Meissen.
Eisenbahnfracht
Wasserfracht  (Spree,  Havel,  Elbe)  .  .  .  .
Elb-Spree-Canal  und  Riesa-Meissen  .  ca.
Berlin-Dresden.
Eisenbahnfracht
Wasserfracht  (Spree,  Havel,  Elbe)  .  .  .  .
Elb-Spree-Canal  und  Riesa-Dresden  .  ca.
Be  rlin-(Müg  ein)-Pirna.
Eisenbahnfracht
Wasserfracht  (Spree,  Havel,  Elbe)  .  .  .  .
Elb-Spree-Canal  und  Riesa-Pirna  .  .  ca.
Berlin-Tetschen  (Bodenbach).
Eisenbahnfracht
Wasserfracht  (Spree,  Havel,  Elbe)  .  .  .  .
Elb-Spree-Canal  und  Riesa-Tetschen  .  ca.

97
62—67
52

80
56—62
47

91
62-67
53

76
56—62
48

100—101  !  83
62—70  I  56-65
55  !  50

127  ;  104
70—75  !  60-70
58  I  53

59
50—58
42

57
50—58
43

61
50—60
45

76
70
50

Berlin-Aussig.
Eisenbahnfracht
Wasserfracht  (Spree,  Havel,  Elbe)
mal  u

110-130
80—85
63

108
80
58

94
80
55

Elb-Spree-Canal  und  Riesa-Aussig  .  .  ca.
Sämmtliche  Wasserfrachten  gelten  für  die  Bergfahrt;  bei  der  Thalfahrt  stellen
sie  sich  je  nach  dem  Wasserstande  und  der  Entfernung  um  5—10  Mark  niedriger.
Kommen  Stückgüter  (Frachten  unter  10  000  bez.  5  000  kg)  zum  Versand,  so
tritt  bei  den  Bahnen  der  2—3  mal  so  hohe  Stückguttarif  in  Kraft,  während  die  Schifffahrt ­
  ihre  Forderungen  (je  nach  Vereinbarung)  nur  wenig  steigert.
Dieselben  Frachtreductionen  werden  sich  selbstverständlich  ergeben,  sobald
nach  Ausbau  des  Canals  der  Wassertransport  von  Böhmen  und  Sachsen  aus
über  Berlin  bis  nach  dem  Oder-  und  Weichselgebiet,  der  wegen  des  grossen
Umwegs  über  Magdeburg  zur  Zeit  noch  sehr  gering  ist,  sich  entwickeln  wird.  Wenn
nach  der  obigen  Tabelle  der  Canal,  z.  B.  für  Tetschen-Bodenbach-Berlin,  die  Frachten
per  10  000  Kilo  billiger  stellt  rr  t  q  m  tt
T  Spec.-Tarif  II.

Spec.-Tarif  I.
69  Mk.

gegen  Bahnfracht  .  .  .  um
gegen  heutige  Wasserfracht
via  Magdeburg  .  .  „  12—17

51  Mk.

7—17

Spec.-Tarif  IH.
26  Mk.
20  „
        <pb n="15" />
        14

so  wird  um  mindestens  dieselben  Sätze  die  Fracht  auch  für  solche  Güter  ermässigt,
die  von  Tetschen-Bodenbach  zu  Wasser  in  Berlin  ankommend,  bis  nach  Stettin  bestimmt
sind  und  von  Berlin  aus  gleichfalls  die  Wasserstrasse  nach  der  Oder  einschlagen.  Bei
dem  Transport  per  Eisenbahn  von  Bodenbach  bis  Berlin  und  der  weiteren  Fracht  bis
Stettin  per  Wasser  kommen  noch  die  nicht  geringen  Kosten  der  Umladung  in  Berlin
hinzu,  die  durch  den  Canal  gleichfalls  erspart  werden.
Bei  der  grossen  Bedeutung  der  Wasserstrasse  für  den  Kohlentransport  mag
noch  bemerkt  werden,  wie  sich  nach  Ausbau  des  Canals  die  Transportkosten  für  den
wichtigen  Artikel  „Böhmische  Braunkohlen“  stellen  dürften.
Kohlenfrachten  bis  Berlin  im  April  1881.
10  000  Kilo  Westfälische  Kohlen  von  Gelsenkirchen  bis  Berlin  per  Bahn  .  Mark  114
10  000  „  „  „  „  „  bis  Berliner  Gasanstalt  „  119
10  000  Kilo  Westfälische  Kohlen  Bahnfracht  Gelsenkirchen-Uamburg  .  .  Mark  61
Wasserfracht  Hamburg-Berlin  .  .  .  »  36
Gelsenkirchen  -  Berlin  Mark  97

10000  Kilo  Schlesische  Kohlen,  Bahnfracht  bis  Berlin  .  .  .  .
10000  „  „  „  „  bis  Gasanstalt  Berlin  .
10  000  Kilo  Englische  Kohlen,  Seefracht  bis  Swinemünde  .  .  .
Wasserfracht  Swinemünde-Berlin  .

Mark  115
„  119
Mark  56
40

bis  Berlin  Mark  96

10  000  Kilo  Böhmische  Braunkohle  per  Bahn  Mark  Jo
10  000  „  „  „  per  Wasser  (Elbe,  Havel,  Spree)  .  .  „  70
10  000  Kilo  Böhmische  Braunkohle,  Wasserfracht  Aussig-Riesa  .  .  Mark  20
Canalfracht  Riesa  (Grödel)  Berlin  ca.  „  35
bis  Berlin  Mark  55
Aus  dieser  bedeutenden  Fracht  er  spar  niss,  welche  für  böhmische  Braunkohlen
der  Bahn  gegenüber  40  Mark,  der  heutigen  Wasserfracht  gegenüber  15  Mark  betragen
dürfte,  ferner  aus  den  gleichfalls  sehr  wesentlichen  Preisreductionen  für  die  Fracht  aller
andern  Artikel  des  Wassertransports  geht  unzweifelhaft  die  grosse  Wichtigkeit  des
Elb-Spree-Canals  für  den  Verkehr  hervor.

IV.
Um  sich  jedoch  nicht  blos  auf  allgemeine  Erwägungen  und  Annahmen  trotz
der  grossen  Wahrscheinlichkeit  ihrer  Correctheit  verlassen  zu  müssen,  ist  für  den
Nachweis  der  Rentabilität
die  directe  Ermittlung  des  zu  erwartenden  Local-  und  Durchgangs-Verkehrs ­
  durch  Befragung  der  Interessenten  mittelst
Fragebogen
versucht  worden.

Local-Verkehr  des  Elb-Spree-Canals  von  Cöpenick  bis  Grödel  bei  Riesa.
In  der  folgenden  Zusammenstellung  befinden  sich  die  Resultate  einer  in
dieser  Weise  angestellten  Enquête.  Längs  der  Canallinie  sind  Fragebogen  an  solche
Persönlichkeiten  hinaus  geschickt  worden,  von  denen  man  voraussetzen  konnte,  dass
sie  intelligent  genug  wären,  um  richtige  Antworten  geben  zu  können,  aber  auch
ehrlich  genug,  um  nicht  etwa  einen  Verkehr  zu  fingiren,  der  gar  nicht  vorhanden  war,
        <pb n="16" />
        15

jedoch  auch  nicht  so  ängstlich,  um  aus  einer  Mittheilung  ihrer  Verhältnisse  und  der
ihrer  Nachbarn  zu  fürchten,  dass  nun  etwa  der  Steuerbeamte  davon  erfahren  und
sie  in  den  Steuern  wesentlich  höher  schätzen  würde.  In  dieser  Tabelle  sind  zunächst
alle  diejenigen  Ortschaften  bis  zu  einer  Meile  östlich  und  westlich  des  Canals  angegeben, ­
  von  denen  man  annehmen  konnte,  dass  sie  in  erster  Linie  dem  localen  Verkehr
zufallen  würden.  Dies  schliesst  ja  nicht  aus,  dass  irgend  ein  Etablissement,  das
wesentlich  auf  Wasserfracht  angewiesen  ist,  oder  dass  irgend  ein  Landwirth,  welcher
Interesse  daran  hat,  seine  Producte  auf  dem  Wasserwege  zu  befördern,  den  neuen
Weg  benutzen  wird,  wenn  er  auch  noch  weiter  als  eine  Meile  östlich  und  westlich
vom  Canal  wohnt.  Solche  Interessenten  sind  indessen  nicht  mit  in  Betracht  gezogen
worden,  weil  es  zu  schwierig  war,  ñir  diese  sporadisch  auftretenden  Bedürfnisse  des
Verkehrs  zu  der  betreffenden  Ziffer  zu  gelangen.  Beigefügt  sind  die  Ziffern  der
Zählung  vom  1.  December  1875,  sowohl  der  bewohnten  Häuser  wie  der  Einwohner,
sowie  dieselben  Ziffern  vom  1.  December  1880.  Darauf  folgen  in  der  nächsten  Rubrik,
und  zwar  für  jedes  einzelne  Dorf  aufgeführt,  alle  diejenigen  Etablissements,  als  Güter,
Brauereien,  Brennereien,  Windmühlen,  Fabriken  aller  Art,  Braunkohlenlager,  Torflager,
einzelne  grosse  Waldungen,  also  solche  Betriebe  aller  Art,  welche  die  Wasserfracht
benutzen  können.  Die  letzte  Rubrik  enthält  eine  Characteristik  des  Verkehrs  mit  der
summarischen  Zusammenstellung  des  geschätzten  Frachtquantums.
Durch  die  schon  genannten  Fragebogen  sind  jene  Vertrauenspersonen  aufgefordert ­
  worden,  bestimmte  Ortschaften  abzuschätzen  bezw.  deren  Verkehr  zu  ermitteln,
wozu  ihnen  angerathen  worden  ist,  sie  möchten  sich  nach  ihren  Ermessen  mit  den
benachbarten  Dörfern  in  Verbindung  setzen,  um  zur  Ziffer  zu  bringen,  welchen  Localverkehr ­
  dieselben  für  sich  in  Berechnung  stellen.  Diese  Ziffern  sind  durch  andere  Vertrauenspersonen ­
  nochmals  geprüft  worden,  und  zum  Schluss,  da  inzwischen  einige  Zeit  vergangen ­
  war  und  Aenderungen  eingetreten  sein  konnten,  sind  die  sämmtlichen  Landrathsämter ­
  über  alle  vorhandenen  Etablissements  nochmals  befragt  worden.  Soweit  als
möglich  sind  übrigens  die  Angaben  und  Mittheilungen  der  betheiligten  Adjacenten,
wiederum  controlirt  worden.  Eine  solche  Controle  war  möglich  einmal  nach  der
Richtung  hin,  dass  man  nachrechnen  konnte:  wie  viel  ungefähr  wird  pro  Kopf  bei
normalen  Verhältnissen  verbraucht,  sodann,  dass  man  vergleichen  konnte:  Wenn  ein
Bezirk  auf  so  und  so  viel  Einwohner  ein  Frachtquantum  von  so  und  so  viel  Gütern,
z.  B.  Braunkohlen  oder  Bausteinen,  angiebt,  so  müssen  diese  Zahlen  mit  den  Angaben ­
  eines  anderen  Bezirks,  sobald  die  Verkehrs-  und  Erwerbsverhältnisse  ähnhch
sind,  dem  Verhältniss  der  Bevölkerungsziffer  entsprechend,  übereinstimmen,  —  immer
jedoch  vorausgesetzt:  unter  normalen  Verhältnissen.  Die  auf  solche  Weise  erlangten
Ziffern  haben  allerdings  keinen  Anspruch  auf  absolute  Richtigkeit,  vielmehr  wird
mancher  Fehler  mit  untergelaufen  sein,  auch  ist  es  leicht  möghch,  dass,  obwohl
die  Vertrauensmänner  ersucht  worden  sind,  nur  den  gegenwärtig  bestehenden  Verkehr
zu  ermitteln,  doch  hier  und  da  auch  dasjenige  mit  in  Betracht  genommen  wurde,  was
erst  auf  Rechnung  des  spätem  wachsenden  Verkehrs  zu  setzen  war,  z.  B.  Braunkohlen ­
  mittlerer  oder  niederer  Qualität,  wie  sie  in  der  Gegend  von  Liebenwerda
und  Dobrilugk  verkommen,  die  augenblicklich  keinen  Absatz  haben,  aber  bei  besseren
Frachtverhältnissen  sofort  Absatz  finden  werden,  —  oder  grosse  Transporte  von  Feldsteinen, ­
  die  auf  kurzen  Strecken  schon  jetzt  stattfinden  und  für  den  weiteren  Transport
nur  auf  bessere  Fracht  warten.  Im  Grossen  und  Ganzen  hat  jedoch  der  Verfasser
den  Eindruck  erlangt,  dass  die  hier  genannten  Verkehrsmengen  vorhanden  sind
und  dem  Canal  nach  dessen  Vollendung  sofort  zugehen  können  und  wohl  auch
zugehen  werden.
        <pb n="17" />
        %

16

Ermittelter  Local  verkehr  des  Elb-Spree-Lau

 ­

No.

Ortschaften
bis  1  Meile  westlich  und  östlich
vom  Canal.

Zählung
vom  1.  December  1875

Zählung
vom  1.  December  1880

bewohnte
Häuser

Einwohner

bewohnte
Häuser

Einwohner

Kreis  Teltow.
1.  Cöpenick

302

7  122

370

8  921

2.
3.
4.
5.

Kietz  bei  Cöpenick
Rudow
Glienicke
Grünau

33
64
103
39

569
808
1474
455

36
72
114
56

596
897
1666
552

6.
7.
8.
9.
10.
11.
12.
13.
14.
15.
16.
17.
18.

Müggelsheim
Bohnsdorf
Schönefeld
Schmöckwitz
Schmöckwitzwerder
Waltersdorf
Kiekebusch
Schulzendorf  bei  Königswusterhausen ­

Radeland
Zeuthen
Miersdorf
Hohenlöhme
Königswusterhausen

22
31
39

154
339
481

21
14
46

179
138
575

22

181

28
6
20
25
30
158

259
54
152
226
261
1917

24
30
42

152
322
481

21
3
64

154
19
600

24

175

28
5
36
32
21
140

268
48
179
205
269
1840

19.
20.
21.

Deutschwusterhausen
Ragow
Neuemühle

31
64
7

288
518
84

22.
23.
24.
25.
26.
27.
28.
29.
30.

Zernsdorf
Senzig
Gussow
Gräbendorf
Paetz
Gross-Köriss
Schenkendorf  bei  Königswusterhausen ­

Zeesen
Mittenwalde,  Stadt

54
54
42
46
38
44

38
24
292

455
424
361
382
285
389

413
221
2  315

33
65
9

283
503
64

51
56
44
49
42
51

381
421
334
422
293
415

39
28
297

474
247
2  336

31.
32.
33.
34.
35.

Crummensee
Gross-Besten
Klein-Besten
Gallun
Schöneiche

21
30
31
39
83

155
212
250
315
659

22
33
35
38
86

176
241
258
325
667
        <pb n="18" />
        17

2

4'

Canals  von  Cöpenick  bis  Grödel  bei  Riesa.

Für  Canalfracht  kommen  vorzugsweise

Charakteristik  des  Verkehrs
und

in  Betracht.

geschätztes  Frachtquantum.

Königl.  Cöpenicker  Forst.  Dampfschiftährt.  1  Traubenzucker- ­
  und  Stärkefabrik.  2  Dampfschneidemühlen. ­
  1  Spritfabrik.  1  Fabrik  von  gequetschtem
Pferdefutter.  1  Shoddyfabrik,  1  Bleiweiss-  und
1  Leimfabrik,  1  Dampfwäscherei,  1  Schwefelsäurefabrik, ­
  1  Tapetenfabrik,  Färbereien,  4  Etablissements. ­

Rittergut.  1  Brennerei.
Etabl.  Falkenberg.  2  Ziegeleien.  Gurkenbau.
Bahnhof  der  Berlin-Görlitzer-Eisenbahn.  1  Hutfabrik ­
  (Dampfmaschinenbetrieb.)  1  Rouleauxfabrik.
  1  Metallgiesserei.
1  Abdeckerei.
Etabl.  Adlermühle.  Rittergut.  1  Brennerei.  1
Ziegelei.
Kieslagor.
2  Etabl.  Kienberg,  Haidemeierei.  Königl.  Domaine.
(Rittergut.)  1  Brennerei.
Königl.  Domaine  Karlshof  (Rittergut).
Rittergut.  1  Brennerei.
Gut.
Etabl.  Hankeis  Ablage.
Gut  Wildau.
5  Etabl.  Duberow,  Fasanerie,  Frauensee,  Gallnusbrück,
  Wüstemack.  Königl.  Domainengut.  Königl.
Königswusterhauser  Forst.  1  Tapetenfabr.  1  Dampfschneidemühle. ­

Rittergut.
2  Ziegeleien.  1  Dampfschneidemühle.  1  Wassermahlmühle. ­

4  Ziegeleien.  Waldungen.
Etabl.  Bindowbrück.  1  Ziegelei.
Etabl.  Friedrichsbauhof.
Etabl.  Prierosbrück.

Für  den  Kreis  Teltow  kommen  südlich  von
Köpenick  ab  bis  ca.  1  Meile  östlich  und  westlich
von  dem  projectirten  Canal  belegen
52  Ortschaften  mit  3  104  bewohnten  Häusern ­
  und  34204  Ew.
in  Betracht.
Seit  der  Zählung  von  1875  hat  sich  die  Bevölkerung ­
  um  2  589  Seelen  (8,2  %),  die  Häuserzahl
um  225  (7,8%)  vermehrt.
Ermittelt  wurden:
an  gewerblichen  Anlagen;
2  Abdeckereien,  1  Bleiweissfabrik,  5  Brauereien,
1  Cementfabrik,  8  Dampfschneidemühlen,  1  Dampfwäscherei, ­
  27  theils  grössere,  theils  kleinere
Etablissements  für  Bewirthung  (Sommer-Restaurants), ­
  4  Färbereien,  1  Gypsfabrik,  1  Hutfabrik,
3  Kalkbrennereien,  1  Leimfabrik,  1  Malzfabrik,
1  Metallgiesserei,  8  Wassermühlen,  1  Rouleauxfabrik,
  i  Shoddyfabrik,  1  Schwefelsäurefabrik,
1  Spritfabrik,  2  Tapetenfabriken,  1  Traubenzuckeru.
  Stärkefabrik,  1  grössere  Töpferei,  37  Ziegeleien;
an  landwirthschaftlichen  Anlagen:
7  Brennereien,  15  Rittergüter,  in  8  Ortschaften
grösserer  Waldbau,  Gurkenbau,  ausserdem  2  Torf-j
1  Gjq)s-,  2  Kieslager,  das  grosse  Salzlager  bei
Speerenberg,  nicht  unbedeutende  Fischerei.
In  diesem  Bezirk  hat  die  Wasserfracht  die
Concurrenz  der  Berlin-Dresdener  und  der  Berlin-Görlitzer
  Eisenbahn  zu  bestehen,  zumal  der  Letzteren, ­
  die  von  Köpenick  ab  über  Königs-Wusterhausen ­
  bis  zum  Teupitzer  See  dem  westlichen
Ufer  der  Dahme  (der  zu  corrigirenden  Fortsetzung
des  Elb-Spree-Canals)  ziemlich  nahe  bleibt.  Trotzdem ­
  wird  sowohl  von  der  Landwirthschaft  wie
von  der  Industrie  die  Wasserstrasse,  wie  dies
jetzt  schon  geschieht,  für  ihre  Massengüter  gern
benutzt  werden.  Von  Bedeutung  ist,  dass  der
Notte-Canal  die  Gegend  bis  Zossen  dem  Elb-Spree-Canal
  erschliesst  und  dass  die  zahlreichen  Seen
dieses  und  des  Beeskow-Storkow’er  Kreises  mit
verhältnissmässig  geringen  Kosten  die  Anlage  weiterer ­
  Wasserwege  als  Seitenarme  des  projectirten
Canals  gestatten,  von  denen  übrigens  der  Bau
des  einen  oder  anderen  aus  Privatmitteln  schon

2  Etabl.  Liepe-  und  Rotheshaus.
2  Etabl.  Forsthaus  und  Brückenwärterhaus,  Gr.
Koriss  und  Rankenheim.
Etabl.  Marienhof.  Rittergut.  1  Brauerei.
Etabl.  Körbiskrug.  Rittergut.  1  Ziegelei.
2  Ziegeleien.  1  Dampfsclmeidemühle.  1  Brauerei.
1  Abdeckerei.  Kalköfen.  Töpferei.  Torf.  Nottekanal.

Kieslager.

Rittergut.  1  Brennerei.
5  Ziegeleien.

jetzt  in  Erwägung  genommen  sein  soll.
Die  Landwirthschaft  dieses  Bezirks  wendet
sich  bei  der  Nähe  von  Berlin  mehr  und  mehr  der
Viehwirthschaft  zu,  bedarf  aber  für  ihren  Boden
der  erleichterten  Zufuhr  von  Düngemitteln.  Begehrt ­
  sind  Sandsteine  und  Strassenbaumaterial,
nicht  minder  billige  Brennstoffe.
Grosser  Ausbeutung  fähig  sind  die  ausgedehnten ­
  Kalkmergellager  in  der  Notte-Niederung,  von
hervorragender  Bedeutung  das  grosse  Steinsalzlager ­
  von  Speerenberg  und  dessen  zu  erwartender ­
  Absatz  nach  dem  ganz  salzarmen  Sachsen.
Bei  erleichterter  Kohlenzufuhr  und  ermässigter
Absatzfracht  ist  hier  die  Anlage  chemischer  Fabriken ­
  mit  ähnlicher  Entwidcelung  wie  in  Stassfurt
  und  Schönebeck  nicht  unwahrscheinlich.
        <pb n="19" />
        18

Laufende ­

No.

Ortschaften
bis  1  Meile  westlich  und  östlich
vom  Canal.

Zählung
vom  1.  December  1875

bewohnte
Häuser

Einwohner

Zählung
vom  1.  December  1880

bewohnte  Einwohner
Häuser

36.
37.

Gallinchen
Zossen,  Stadt
{1%  Meilen  vom  Kanal  entfernt)

43
258

346
3108

46
272

351
3  255

38.
39.
40.
41.
42.
43.
44.
45.
46.
47.
48.
49.
50.
51.
52.

Metzen
Toepchin
Klein-Koriss
Sputendorf
Schwerin
Hammer,  Oberförsterei
Leepten
Neuhof
Jachzenbrück
Egsdorf
Speerenberg
(2  Meilen  vom  Kanal)
Teupitz,  Stadt
Neuendorf  hei  Teupitz
Tornow
Halbe

Sa.

58
54
33
13
18
17
22
28
52
25
118
73
31
50
45

2  879

504
662
227
72
137
97
181
181
343
186
861
653
213
347
427

31615

65
65
34
9
18
15
24
32
55
26
127
85
35
53
47

3104

524
676
239
80
126
92
189
207
392
214
938
629
196
379
533

34  204

53.

Kreis  Beeskow-Storkow.
Gosen

125

872

138

815

54.

Neu-Zittau

55.  Burig
56.  Weensdorf

57.
58.
59.
60.
61.
62.

Ziegenhals
Niederlöhme
Friedrichshof
Dannenreich
Cablow
Friedersdorf

123

838

127

788

65

471

69

531

64

552

76

517

29
19
64

170
157
619

29
20
61

152
153
545

103

940

119

1  160

63.
64.
65.
66.
67.
68.
69.
70.
71.

Bindow
Wolzig
Blossin
Col  b  erg
Dolgenbrodt
Prieros
Klein-Eichholz
Hermsdorf
Wendisch-Buchholz,  Stadt
(1)4  Meile  vom  Canal  entfernt)
Sa.

23
32
33
18
27
39
13
42
109

167
219
230
115
178
373
89
343
1209

22
35
37
19
27
42
13
47
126

184
225
222
127
182
393
70
329
1253

928

7  542  II

1007

7  646
        <pb n="20" />
        19

2*

Für  Canalfracht  kommen  vorzugsweise

Charakteristik  des  Verkehrs
und

in  Betracht.

1  Ziegelei.  Waldungen.
Rittergut.  Königl.  Zossener  Forst.  1  Cementfabrik.
2  Dampfschneidemühlen.  1  Ziegelei.  3  Brauereien.
1  Kalkbrennerei,
4  Ziegeleien.
Etabl.  Springbleiche.  8  Ziegeleien.

Etabl.  Silbersee.
Königl.  Hammersche  Forst.
Etabl.  Buschmeierei.  Königl.  Domainengut  (Hausfideicommiss).

Rittergut,  Waldungen.  Torf.
Etabl.  Funkenmühle.  Mühle.  Salzäcker.  Waldungen.
1  Ziegelei.  Mühle.  Etabl.  Kleinemühle.
Etabl.  Möinghausen.  1  Dampfschneidemühle.  1  Ziegelei. ­
  1  Gypsfabrik.  1  Gypsbruch.  Salzlager.
Rittergut  Schloss  Teupitz.  Ausgedehnte  Fischerei.
1  Brauerei.  1  Kalkbrennerei.
1  Wassermühle.  Etabl.  Mittelmühle.
1  Ziegelei.  1  Wassermühle.
Balmhof  der  Berlin-Görlitzer  Eisenbahn.  2  Ziegeleien.

geschätztes  Frachtquantum.

Wie  wohlthätig  eine  nur  in  Etwas  leistungsfähige ­
  Wasserstrasse  auf  die  Entwickelung  der
Industrie  einzuwirken  vermag,  beweist  der  Aufschwung ­
  Zossens  durch  den  Notte-Canal.
An  Frachtobjecten,  welche  dem  Canal  zufallen
würden,  sind  unter  Beachtung  der  hier  besonders
starken  Eisenbahn-Concurrenz  berechnet  worden  ;

Landwirthschaftliche  Producte
aller  Art  Ton.  37  500
Nutzholz,  Brennholz,  Torf,  Kohlen  „  17  500
Baumaterialien,  Düngemittel  ...  „  35500
Rohstoffe  der  Industrie  „  44000
Versand  der  Industrie  „  46  500
Sa.  Ton.  181000

Nur  geringer  Landbau  mit  verhältnissmässigem
Wiesenbau.
Nur  geringer  Land-  und  Wiesenbau,  Windmühle.
Schmiede.  Schiffahrt.
Eine  nicht  in  Betrieb  stehende  Glashütte.
I  ,andwirthschaft  mit  verhältnissmässigem  Wiesenbau.
Schmiede.  Fischerei.
Landbau.  1  Windmühle.  Ziegelei.  Schiffsbau.
Schmiede.
Landbau,  nur  geringe  Wiesen.
Desgl.
Landbau  mit  Wiesen.  1  Windmühle.  Bedeutende
Ziegeleien.  Schmiede.
Landbau  mit  Wiesen.  2  Windmühlen.  Schmiede.
Königl.  Oberförsterei.  In  der  Nähe  grosser  Torfstich, ­
  jetzt  ruhend.
Landbau  mit  Wiesen.
Desgl.
1  Vorwerk.  1  Schmiede.
1  Vorwerk,  nur  Landwirthschaft  mit  geringen  Wiesen,
Nur  Landwirthschaft.
Nur  Landwirthschaft.  Ziegelei.
1  Vorwerk.
1  Wassermühle.
1  Wassermühle.  1  Dampfmahlmühle.  Schmieden
und  anderes  Handwerk.

Dieser  östlich  von  der  Dahme  gelegene  Kreis
dürfte  nur  mit  19  Ortschaften,  welche  1007  bewohnte ­
  Häuser  und  7646  Ew.  enthalten,  in  Betracht ­
  zu  ziehen  sein.
Als  vorzugsweise  in  Frage  kommend  werden
angegeben:  3  Vorwerke,  ausgedehnter  Wiesenbau,
1  grosses  Torflager,  Staatswaldungen,  ferner
1  Glashütte,  3  Wasser-  und  6  Windmühlen,
Schiffsbau  und  eine  Anzahl  von  Schmieden,  die
in  dem  Teltower  Kreise  nicht  besonders  angeführt ­
  sind.
Der  Absatz  dieses  Theils  des  Beeskow-Storkower
  Kreises  erstreckt  sich  vorzugsweise  auf
die  Producte  des  Wald-  und  Wiesenbaues.  Industrielle ­
  Anlagen,  welche  einen  stärkeren  Güterverkehr ­
  hervorruien  könnten,  fehlen  fast  ganz,
auch  wird  darin  ein  nennenswerther  Aufschwung
für  die  nächste  Zeit,  wie  von  dorther  angegeben
wird,  nicht  zu  erwarten  sein.  Als  Canalfrachtobjecte ­
  werden  berechnet:
Landwirthschaftliche  Producte  .  .  Ton.  6000
Nutzholz,  Brennholz,  Kohlen  ...  „  24000
Baumaterialien,  Düngemittel  ...  „  3500
Industriebedarf  und  Versand  .  .  „  ?
Summa  Ton.  33  500
        <pb n="21" />
        20

Laufende ­

No.

Ortschaften
bis  1  Meile  westlich  und  östlich
vom  Canal.

Zählung
vom  1.  December  1875

Zählung
vom  1.  December  1880

bewohnte
Häuser

Einwohner

bewohnte
Häuser

Einwohner

Kreis  Jüterbog-Luckenwalde.

77.

88.
89.
90.
91.

100.
101.
102.
103.
104.
105.
106.

Zescli
Mückendorf
Schöbendorf
Paplitz
Baruth,  Stadt
Baruth,  Schloss
Radeland
Dornswalde
Klein-Ziescht
Glashütte
Clasdorf
Rietze,  Colonie
Friedrichshof
Kenilitz
Merzdorf
Gross-Ziescht
Mahlsdorf
Damsdorf
Glienigk
Görsdorf
Frensdorf
Gebersdorf
Liebsdorf
Rietdorf
Zagelsdorf
Ihlo
hiiendorf
Dahme,  Stadt

Dahme,  Amt
Rosenthal
Schwebendorf
Vorw.  Sieb
Mehlsdorf
Carlsdorf,  Colonie,  zu  Bollensdorf
  gehörig
Bollensdorf
Sa.

12

86

37

52

272
350
2  005
68
231
301
192
457

361
402
260
96
167
308
169
276
87
231
172
314
160
4  484

653
362
137
60

1661

14  220

12

14

36

52

48

47

271
518
2183
75

226
297
202
391
330
241
250  i
114
377
393
229
100
174
316
167
286
87
240
178
340
160
5  400

612

254

1752

15  515
        <pb n="22" />
        21

Für  Canalfracht  kommen  vorzugsweise

Charakteristik  des  Verkehrs
und

in  Betracht.

geschätztes  Frachtquantum.

1  Rittergut  ohne  Gebäude  (gehört  zur  Herrschaft
Raruth)  nur  Forsten.  Torf.
1  Windmühle.  Ziemlich  viel  Wald.  Pechhütte.
Kalkbrennerei.
1  Ziegelei.  Schneidemühle.
1  Wassermühle.  2  Windmühlen.  Gut.  Brennerei.
7  Windmühlen.  1  Holländische  Windmühle.  3
Ziegeleien.  1  Brauerei.  Kalkbrennerei.
Schloss,  Sitz  der  Grafen  zu  Solms-Baruth.  1  Brauerei.
Die  Verwaltung  der  gräfl.  Besitzungen  erfolgt  von
Schloss  Baruth  aus.  Forstkasse.  Oberförster.
1  Windmühle.  Ziemlich  viel  Holzungen.  Torf.
Ziemlich  viel  Holzungen.  Torf.
Heuhandel.
1  Glasfabrik  mit  etwa  150  Arbeitern.  1  Schmiede.
Dampfschneidemühle.
1  Ziegelei.  Ziemlich  viel  Holzungen.  Mühle.
Die  ausgedelmten  Waldungen  gehören  zur  Herrschaft
Baruth.
1  Windmühle.  1  Ziegelei.  1  Vorwerk.  Feldsteinlager. ­

2  Windmühlen.  1  Ziegelei.  Ziemlich  viel  Holzungen.
1  Windmühle.  Viehhandel.  Waldungen.  Feldsteinlager. ­

1  Windmühle.  Ziemlich  viel  Holzungen.  Vorwerk.
Feldsteinlager.
1  Rittergut.
1  Rittergut.  1  Windmühle.  Waldbau  mit  Holzhandel. ­
  Brennerei.
1  Rittergut.  1  Vorwerk.  1  Windmühle.  1  Dampfmühle ­
  mit  Mehlhandel.  Spiritus.  Torf.
1  Wasser-,  1  Windmühle.  1  Ziegelei.
1  Rittergut.  1  Windmühle.  1  Ziegelei.  Waldbau
mit  Holzhandel.
Ziegelei.
1  Windmühle.  Getreidehandel.
1  do.  do.  1  Gut.
1  do.  do.
1  do.
5  Brauereien.  Mehrere  Tuchmacher.  9  Schmiede.
3  Zeugschmiede.  1  Eisenwaarenhandlung.  4  Gerbereien. ­
  1  Mühlenbauer.  1  Kupferschmied.  Stadtforst. ­
  Holzhandel.  Cigarrenfabrikation.  3  Dampfmühlen. ­
  13  Windmühlen.  Schuhmacherei.
Domainenvorwerk.  10  Windmühlen.  3  Dampfmühlen.
Mehl-  und  Bretterhandel.
1  Windmühle.  Getreidehandel.  Kalkmergel.
1  Windmühle.  Getreidehandel.  Waldungen.
Domaine,  fiskalisch,  gehört  zum  Domainenvorwerk
Dahme  Amt,  fiskalischer  Forstbezirk.

Dieser  Kreis  wird  in  seinem  östlichen  Theile
in  der  Richtung  Baruth-Dahme  (jedoch  getrennt
durch  einen  nach  Westen  vorspringenden  Bezirk
des  Kreises  Luckau)  von  dem  Canal  berührt.  In
Frage  kommen  hiervon  35  Ortschaften  —  darunter
die  Städte  Baruth  und  Dahme  —  mit  1752  bewohnten ­
  Häusern  und  15  515  Ew.  —  Seit  1875
bis  zur  letzten  Zählung  vom  1.  Decbr.  1880  betrug ­
  die  Vermehrung  der  Häuser  5,5  %,  die  der
Bewohner  9,i  %.
Gezählt  wurden  13  Rittergüter  und  Vorwerke
zum  Theil  mit  Brennereien,  in  13  Ortschaften
namhafter  Waldbau,  5  Torfgräbereien,  mehrere
Feldsteinlager,  die  bei  dem  Mangel  an  Steinbrüchen ­
  mit  bis  zu  160  000  Ctr.  pro  Jahr  schon  jetzt
guten  Absatz  finden,  Kallouergellager,  grosse
Wiesen  im  Dahmegebiet.
Die  Qualität  des  Bodens  ist  namentlich  im
südlichen  Theile  des  Bezirks  (in  der  Nähe  von
Dahme)  besser,  als  in  den  bereits  besprochenen
Bezirken,  und  was  die  Beschaffenheit  des  Grund
und  Bodens  noch  vermissen  lassen  sollte,  wird
hier  (ebenso  in  einem  Theile  des  angrenzenden
Kreises  Luckau)  ersetzt  durch  die  intelligente  und
capitalkräftige  Verwaltung  der  landwirthschaftlichen
  Güter.  —  Als  hervorragende  Frachtobjecte
des  Landbaues  sind  Getreide  aller  Art,  Heu,
Kartoffeln,  Spiritus,  Wolle,  Schlachtvieh,  Düngemittel, ­
  namentlich  auch  Holz,  anzuführen.
An  industriellen  Anlagen  kommen  in  Betracht:
5  Brauereien,  19  Wassermühlen,  darunter  mehrere
grosse  Dampf-  und  Handelsmühlen,  ausserdem
44  Windmühlen,  11  Ziegeleien,  die  ansehnliche
Glashütte  in  Baruth  u.  A.,  bedeutender  Getreide-,
Holz-  und  Bretterhandel.
Den  Verkehrsmittelpunkt  dieses  Bezirks  bildet
die  dem  projectirten  Canal  naheliegende  Stadt
Dahme,  deren  Unternehmungsgeist  und  Capitalien
die  neue  Wasserstrasse  sicher  nicht  unbenutzt
lassen  werden.
Bei  Baruth  schneidet  der  Canal  die  Berlin-Dresdener
  Balm.  Obgleich  beide  Verkehrswege
von  hier  ab  nach  dem  Königreich  Sachsen  zu
dieselbe  Richtung  verfolgen  und  in  einer  Entfernung ­
  von  Yi  und  2I§  Meilen  neben  einander
herlaufen,  glaubt  man  doch  in  dortiger  Gegend
für  die  Massengüter  der  billigeren  Canalfracht
die  folgenden  Quantitäten  annehmen  zu  können:
Landwirthschaftliche  Producte  .  Ton.  42  500

Nutzholz,  Brennstoffe  „  27  500
Baumaterialien,  Düngemittel...  „  31500
Rohstoffe  der  Industrie  12  500
Versand  der  Industrie  .....  „  9  000

1  Rittergut.  1  Wassermühle.

Summa  Ton.  123  000

1  Rittergut.  1  Vorwerk.  1  Windmühle.
        <pb n="23" />
        22

Ortschaften
bis  1  Meile  westlich  und  östlich
vom  Canal.

Zählung
vom  1.  December  1875

Zählung
vom  1.  December  1880

bewohnte
Häuser

Einwohner

hewolmte
Häuser

Einwohner

107.
108.
109.

110.

114.

121.
122.
123.
124.

127.
128.
129.
130.

131.
132.

135.
136.
137.

Kreis  Luckau.
Prievo
Alt-Golssen
Golssen,  Stadt

Sellendorf

Landwehr  mit  Gut
Gersdorf  mit  Gut
Schenkendorf  mit  Gut
Hohendorf  mit  Gut
Sagritz  mit  Gut
Zützen  mit  Gut

Schäcksdorf  mit  Gut
Falkenhein  mit  Gut
Jetzsch  mit  Gut
Krossen  mit  Gut
Drahnsdorf  mit  Gut
Liedekahle
Wentdorf
Wildau,  im  Kreise  Jüterbog-Luckenwalde

Kümmeritz  mit  Gut
Pitschen  mit  Gut
Pickel  mit  Gut
Falkenberg  mit  Gut
Kemlitz  mit  Gut
Luckau,  Stadt
(22/5  Meilen  vom  Canal  entfernt)
Dübeichen
Trebbus
Arenzhagen
Sonnenwalde,  Stadt
(2)^  Meilen  vom  Canal  entfernt)
Priessen  ,
Buckowien
Nexdorf

30

21

21

32

44

174
227
1347

308

205
109
168
143
189
343
117
251
195
272
269
173
155
211
169
242
113
190
260
4803

231
431
332
1160
367
459
236

38

24

21

35

44

171
312
1543

313

184
121
154
156
211
362
117
279
224
256
291
177
163
192
168
241
130
201
284
4  676

243
446

378
452
241
        <pb n="24" />
        23

Für  Canalfracht  kommen  vorzugsweise

Charakteristik  des  Verkehrs
und

in  Betracht.

geschätztes  Frachtquantum.

1  Gut.  Waldungen.  Heuhandel.
1  Rittergut.  I  Windmühle.  1  Schmied.  1  Wagner.
3  Brauereien.  3  Wagner.  2  Schmiede.  4  Windmühlen. ­
  1  Wassermühle.  1  Rittergut  mit  bedeutenden ­
  Waldungen,  die  vornehmlich  gutes
Nutzholz  liefern.  Grosses  Torflager.
1  Rittergut.  1  Windmühle.  1  Brennerei.  1  Vorwerk. ­
  1  Ziegelei.  1  Wagner.  1  Schmied.  Versand ­
  von  Feldsteinen.  1  Dampfschneidemühle.
Holzhandel.
1  Schmied.  Fischerei.
1  Vorwerk.  Wald  mit  Nutzhölzern.
1  Rittergut.  1  Brennerei.  1  Windmühle.  Ausgedehnte ­
  Waldungen.
1  Rittergut.  1  Ziegelei.  1  Schmied.  1  Wagner.
Brennerei.

1  Rittergut.  1  Wasser-  und  1  Windmühle.
1  Rittergut.  1  Wagner.  1  Schmied.  1  Brennerei.
Viehhandel.  1  Windmühle.  Waldungen,  namentlich ­
  Lauhhölzer.

1  Rittergut.  1  Schmiede.  Holzungen.  Ziegelei.  Torf.
1  Rittergut.  1  Schmiede.  1  Brennerei.  1  Windmühle.
1  Rittergut.  1  Schmiede.  1  Brennerei.  1  Windmühle.
1  Rittergut.  1  Ziegelei.  2  Wasser-,  1  Windmühle,
1  Schmied.  Fischerei.
1  Rittergut.  1  Wassermühle.  1  Schmied.  Viehhandel.
1  Ziegelei.  2  Wassermühlen.  1  Schmied.  1  Wagner.
Feldsteinlager.

/  1  Dampfmühle
\  1  Schmied.  Mühle

4  Mühlen.
'\  /l  Rittergut.  1  Ziegelei.  1  Schmied.  1  Wagner
Brennerei.
1  Rittergut.  1  Brennerei.  1  Schmied.  1  Windmühle. ­
  Waldungen.
1  Vorwerk.

1  Rittergut.  1  Windmühle.  Brennerei.  Torf.
1  Rittergut.  1  Windmühle.  1  Brennerei.  1  Schmiede.
3  Brauereien.  5  Windmühlen.  2  Ziegeleien.  6
Wagner.  11  Schmiede.  2  Steinmetze.  Gasanstalt.
Goldleisten-,  Teppich-,  Spritfabriken.  Holz-,  Oelund
  Lohmühlen.

1  Ziegelei.  1  Windmühle.
2  Windmühlen.  1  Stellmacher.  1  Schmied.  1
Ziegelei.  Heuhandel.
2  Ziegeleien.  1  Wasser-,  1  Windmühle.  1  Schmied.
Viehhandel.
2  Brauereien  mit  bedeutendem  Bierversand  nach
ausserhalb.  5  Wagner.  6  Schmiede.  1  Dampfund
  Schneidemühle.  4  Windmühlen.  1  Rittergut.
Töpferei.  Ziegelei.
4  Ziegeleien.  1  Schmied.  1  Windmühle.  1  Vorwerk.
6  Ziegeleien.  1  Brauerei.  1  Wasser-  und  1  Windmühle. ­
  2  Schmiede.  Bedeutender  Holzhandel.
Versand  von  Feldsteinen.

Der  Luckauer  Kreis  wird  von  dem  projectirten
Canal  nur  in  seinem  nordwestlichen  Theile  auf
circa  1}4  Meilen  Länge,  und  in  seinem  Südwesten
in  einer  etwa  Meile  langen  Strecke  berührt,
doch  kommt  der  Canal,  während  er  den  Kreis
Schweinitz  durchläuft,  der  ganzen  westlichen
Grenze  des  Luckauer  Kreises  so  nahe,  dass
aus  Letzterem  40  Ortschaften  mit  3251  Wohngebäuden ­
  und  28  677  Ew.  dem  Verkehrsgebiet
der  neuen  Wasserstrasse  zugerechnet  werden
können.  In  diesen  Ortschaften  hat  seit  1875  die
Zunahme  der  Gebäude  4,6  %,  die  der  Bewohner
4,5  %  betragen.
Angegeben  werden  für  den  Bereich  der  Landwirthschaft:
  20  Rittergüter  und  Vorwerke,  11
Brennereien,  ausgedehnte  Waldungen,  lebhafter
Vieh-,  Heu-  und  Holzhandel,  ausserdem  3  Torfgräbereien
  und  Versand  von  Feldsteinen;
an  industriellen  Anlagen:  sehr  ansehnlicher
Abbau  einer  Braunkohle  von  zwar  nur  mittlerem
Werth,  die  indessen,  da  einige  Gruben  (Tröbitz
und  Schönborn)  nahe  am  Canal  liegen,  ein  dankbares ­
  Frachtquantum  zu  werden  verspricht,  15
Brauereien,  1  chemische  Fabrik,  2  Dampfschneidemühlen,
  1  Gasanstalt,  grosse  Gerbereien,  1  Goldleistenfabrik, ­
  3  Leimfabriken,  Knochenmehlfabrikation, ­
  2  Maschinenbauanstalten,  33  Wassermühlen, ­
  darunter  mehrere  durch  Dampfkraft
verstärkt,  79  Schmiede,  Spritfabriken,  bedeutende
Tuchmacherei,  Töpferei,  32  Wagner  und  Stellmacher, ­
  53  Windmühlen,  35  Ziegeleien.
Landwirthschaftlich  hochentwickelt  ist  der  nördliche ­
  Theil  des  vom  Canal  durchschnittenen  oder
begrenzten  Kreisgebietes,  die  Bezirke  von  Golssen
bis  Luckau,  und  von  Luckau  in  der  Richtung
nach  Dahme,  für  deren  Versand  an  Getreide,
Vieh,  Spiritus,  Wolle  etc.  der  Canal  ebenso  reiche
Verwendung  finden  dürfte,  wie  für  den  Bezug  von
Düngstoften  und  landwirthschaftlichen  Bedarfsartikeln. ­

Nach  Sonnewalde  zu  und  in  noch  höherem
Grade  bei  Kirchhayn  und  Dobrilugk  werden  die
Producte  des  Landbaues  durch  die  grossen  Massenfrachten ­
  der  Waldwirthschaft  und  des  Wiesenbaues, ­
  der  Torfgräbereien,  der  Braimkohlengrubeu,
nicht  minder  auch  durch  die  Frachtobjecte  der
Industrie  in  den  Städten  Kirchhayn  und  Dobrilugk
event.  Finsterwalde  in  den  Hinteigrund  gedrängt.
In  der  Nähe  von  Tröbitz  schneidet  der  Canal
die  Halle-Sorauer  Bahn,  die  sich  in  Dobrilugk
mit  der  Berlin-Dresdener  Linie  kreuzt.  Hierdurch
wird  sich  rechtfertigen  lassen,  warum  auch  der
ansehnliche  Fabrikort  Finsterwalde,  trotz  einer
Entfernung  von  21^  Meilen  vom  Kanal,  mit  wenn
auch  erheblich  reducirten  Frachtquantitäten  für
den  Localverkehr  des  Canals  in  Rechnung  gezogen

2  Ziegeleien.  1  Wassermühle.  1  Schmied.

worden  ist.
        <pb n="25" />
        24

Ortschaften
bis  1  Meile  westlich  und  östlich
vom  Canal.

Zählung
vom  1.December  1875

Zählung
vom  1,  December  1880

Laufende ­



bewohnte
Häuser

No.

bewohnte
Häuser

Einwohner

Einwohner

3  409

393

378

3109

Kirchhayn,  Stadt
(1%  Meilen  entfernt)

138

7  299

510

6  862

527

Finsterwalde,  Stadt
(214  Meilen  entfernt)

139.

173

1452

1439

168

Dobrilugk,  Stadt
(114  Meilen  entfernt)

140.

364

56

52

320

Schilda
Tröbitz
Schönborn

141

298

48

273

53

142

723

661

118

96

143.

44

251

257

42

Gruhnow
Schadewitz
Friedersdorf  bei  Dobrilugk

144.

36

217

38

213

145

75

446

68

472

146.

28  677

3251

27  455

3109

Sa

Kreis  Schweinitz
Knippelsdorf
Colpien
Freiwalde
Schöna

50

359

61

326

147.

28

196

30

193

148.

17

117

119

17

149.

367

336

59

59

150.

12

53
269

53
268

11

Alt-Sorgenfeld
Wendisch-Wiepersdorf

151.
152.

4o

45

319

45

290

44

Körb  a

153.

331
251

354
237

58

52

Wildenau
Werchau

154.
155.

36

34

568

86

536

82

Lebuse
Striessa

156

82

116

16

19

157.

560
126
553

531

81

80

Dubro
Krassig
Hohenbucko

158.
159.
160.

117

18

29

577

88

67

406
46
153

407
35
149

80

70

Jessnigk
Weissenburg
Berga

161.
162.
163.

25

25
        <pb n="26" />
        25

'  r

Für  Canalfracht  kommen  vorzugsweise

Charakteristik  des  Verkehrs
und

in  Betracht.

geschätztes  Frachtquantum.

87  Gerbereien  mit  durchschnittl.  je  3  Gehülfen.  2
Brauereien.  11  Schmiede.  2  Wagner.  8  Kürschner.
2  Färber.  5  Windmüller.  1  chemische  Fabrik.
Sehr  bedeutender  Handel  mit  Fellen.  Tuchfabrikation. ­
  15  Tuchmachermeister  mit  durchschnittl.
je  2  Gehülfen.  Knochenmühle.  Leimsiederei.
Fabrikstadt.  Sehr  bedeutende  Tuchfabrikation,  ca.
100  Tuchfabrikanten,  darunter  Besitzer  sehr  grosser
Fabriken,  beschäftigen  durchschnittlich  600—700
Gesellen.  Ferner  sehr  bedeutende  Cigarrenfabrikation. ­
  15  Schmiede.  5  Wagner.  1  Ziegelei.
2  Brauereien.  11  Windmüller.  1  Steinmetz.  2  Maschinenfabriken. ­

Braunkohlengruben.  Bedeutende  Waldun^n.  Holz-,
Vieh-,  besonders  Pferdehandel.  2  Brauereien.
1  Wind-,  6  Wassermühlen.  4  Schmiede.  2  Wagner.
Handel  mit  rohen  Fellen,  Tuch-  und  Tabakfabriken.
1  Wasser-,  2  Windmühlen.  3  Ziegeleien.  2  Schmiede.
Holzhandel.
2  Ziegeleien.  1  Windmühle.  1  Schmied.  Braunkohlengrube. ­

3  Ziegeleien.  1  Wind-,  3  Wassermühlen.  3  Schmiede.
2  Wagner.  Holz-  und  Viehhandel.  1  Braunkohlengrube. ­
  Töpfereien.

Nach  den  erlangten  Angaben  berechnet  sich
für  den  hier  in  Frage  kommenden  Theil  des
Kreises  Luckau  folgender  Gesammtverkehr  :
Landwirthschaftliche  Producte  .  Ton.  65  000

Nutzholz,  Brennstoffe  „  77  500
Baumaterialien,  Düngemittel...»  39  000
Rohstoffe  der  Industrie  „  32500
Versand  „  „  „  12000

Sa.  Ton.  226  000

1  Wassermühle.  1  Schmied.  Heuhandel.
1  Wasser-,  1  Windmühle.  1  Schmied.  Ziegelei.
1  Wasser-,  1  Windmühle.  Waldungen.

1  Rittergut.  2  Schmiede.  Kartoffel-  und  Getreideverkauf. ­
  1  Windmühle.  Torfstiche.
1  Windmühle.  1  Ziegelei.  1  Schmied.  Braunkohlenlager. ­

1  Rittergut.  1  Windmühle.  1  Schmied.  Verkauf
von  Feldsteinen.  Torfstiche.
3  Ziegeleien,  darunter  1  Ringofen.  1  Windmühle.
2  Schmiede.  Forst.
1  Vorwerk.  Waldungen.  Pechhütte.
1  Windmühle.  1  Schmiede.  Verkauf  von  Feldsteinen. ­
  Torfstiche.
5  Ziegeleien,  darunter  1  Ringofen.  1  Wind-,  1
Wassermühle.  1  Schmiede.  Karpfenteiche.
1  Rittergut.  1  Ziegelei.  1  Windmühle.  1  Schmied.
1  Rittergut.  1  Brennerei.  1  Windmühle.  1  Schmied.
Waldungen.
1  Rittergut.  1  Ziegelei.  2  Wind-,  1  Wassermühle.
1  Brennerei.  Karpfenteiche.  Waldungen.
1  Rittergut.  1  Windmühle.  1  Schmied.  Karpfenteiche. ­

2  Windmühlen.  6  Ziegeleien.  1  Schmied.
Waldbau  mit  Holzhandel.
Königl.  Oberförsterei.  1  Pechbrennerei.  3  Ziegeleien.
2  Wind-,  1  Wassermühle.  1  Schmied.
1  Windmühle.  1  Schmied.
1  Gut.  1  Ziegelei.
1  Windmühle.  1  Schmied.

Die  politische  Eintheilung  des  Landes  nach
den  Kreisen  veranlasst  uns,  nach  dem  Kreise
Schweinitz  zurückzukehren,  in  dem  der  Höhenzug
der  Colpiener  Berge  den  Techniker  zwingt,  mit
dem  Canal  den  Ort  Schlieben  von  Dahme  aus
durch  eine  grössere  Curve  zu  erreichen.  Zu
notiren  sind  hier  36  Ortschaften  mit  2110  bewohnten ­
  Häusern  und  15  560  Ew.,  sowie  19  Rittergüter ­
  und  Vorwerke  mit  2  (?)  Brennereien,  ausf
 edehnte  Waldungen  mit  Pechbrennerei,  grosse
'orfstiche,  Wiesenbau  mit  Heuausfuhr,  Flachsbau, ­
  Getreide-,  Vieh-  und  Holzhandel,  Fischerei,
vorwiegend  auf  Karpfenzucht  berechnet,  Kiesund
  Feldsteinlager,  in  denen  schon  jetzt  Versand,
wenn  auch  nur  für  die  Umgegend,  stattfindet.  —
Industriell  ist  dagegen  dieser  Theil  des  Kreises
nur  schwach  entwickelt.  Angegeben  sind  zwar
37  Ziegeleien,  35  Windmühlen,  43  Schmiede,
6  Brauereien,  10  Wassermühlen:  für  den  Export
dürften  augenblicklich  aber  nur  3  Dampfschneidemühlen, ­
  1  Leimfabrik  und  eine  Stärkefabrik  in
Frage  kommen,  und  wird  abzuwarten  sein,  ob
und  wie  weit  der  neue  Verkehrsweg  die  bereits
bestehende  Industrie  zu  grösserer  Entfaltung  veranlassen ­
  und  neue  Branchen  entstehen  lassen  wird.
Bei  Colpien,  dessen  Fluren  der  Canal  tangiren
soll,  sind  Braunkohlenlager  erschlossen,  weil  aber
bis  jetzt  Absatzwege  fehlten,  ernstlich  noch  nicht
in  Abbau  genommen  worden.

t
I
i;
        <pb n="27" />
        26

Laufende ­

No.

Ortschaften
bis  1  Meile  westlich  und  östlich
vom  Canal.

Zählung
vom  1.  December  1875

bewohnte
Häuser

Einwohner

Zählung
vom  1.  December  1880

bewohnte
Häuser

Einwohner

164.
165.
166.
167.
168.
169.
170.
171.
172.
173.
174.
175.
176.
177.
178.
179.
180.
181.
182.

183.
184.
185.
186.
187.
188.
189.
190.
191.

Staundorf
Prossmarke
Collochau
Schlieben,  Stadt
Polzen
Werchluga
Malitzschkendorf
Hilmersdorf
Frankenhain

Stechau
Jagsall
Olsig
Osterode
Redlin
Friedrichsluga
Klein-Rössen
Bahnsdorf
Neudeck

Herzberg,  Stadt
(12/5  Meilen  entfernt)

Sa.

Kreis  Liebenwerda.
Wiederau
Drasda
Bomsdorf
München
Langen-Naundorf
Uebigau,  Stadt
Wildgrube
Beutersitz
Domsdorf

54
39
70
224
64
58
41
59
42
74
23
52
28
17
21
19
27
17
413

2  070

75
43
20
7
57
166
30
27
46

353
293
455
1907
394
380
218
386
275
424
139
324
190
100
119
95
153
118
4008

15002

485
247
100
36
291
1429
160
192
249

46
48
82
205
65
65
42
60
39
68
28
52
29
17
22
18
30
17
428

2110

83
45
16
7
58
175
27
27
44

366
303
500
1858
392
389
250
386
304
417
168
325
192
98
129
91
167
122
4  474

15660

513
261
104
40
323
1438
163
212
309
        <pb n="28" />
        Für  Canalfracht  kommen  vorzugsweise

Charakteristik  des  Verkehrs
und

in  Betracht.

geschätztes  Frachtquantum.

1  Ziegelei.  1  Wind-,  1  Wassermühle.  1  Schmied
Torfstiche.  Hopfen-  und  Flachsbau.
2  Windmühlen,  1  Schmied.  Rittergut.  Fischerei.
Waldungen.
2  Rittergüter.  2  Ziegeleien.  1  Windmühle.  1  Schmied.
Wiesenbau.  Viehhandel.
1  Wassermühle.  4  Windmühlen.
1  Rossmühle.  4  Schmiede.  Vieh-Brauereien


1  Ziegelei,
handel.
1  Rittergut.  1  Ziegelei.  1  Windmühle.  1  Schmied.
Wiesenbau.  Kieslager.
2  Ziegeleien.  1  Windmühle. ­
  1  Schmied.  Torfstiche. ­

I  Windmühle.  1  Schmied.
3  Ziegeleien.  1  Windmühle. ­
  1  Schmied.  Torfstiche. ­

1  Wassermühle.  1  Schmied.
Torfstiche.  Ziegelei.  Heuhandel. ­

1  Rittergut.  1  Ziegelei.  2  Windmühlen.  1  Dampfschneidemühle. ­
  1  Schmied.  Waldungen.

1  Innerhalb  der  Fluren  von
Werchluga,  Frankenhain,
I  Stechau  und  Hilmersdorf
'  liogt  ein  3  —  4000  Morgen
grosser  Torfstich  mit  vor-,
  zUglichem  unergründlichen
)  Torf.  Auf  dem  zum  Torfstich ­
  noch  nicht  verwendeten ­
  Terrain  wird  der
üppigste  Flachs-,  Hafer-,
Kartoffel-  und  Wiesenbau
betrieben,  fast  lediglich  zum
Versand.

1  Wassermühle.  1  Schmied.
1  Wassermühle.  1  Ziegelei.  1  Windmühle.  1
Schmied.  Torfstiche.

Von  Herzberg  ab  nähert  sich  der  projectirte
Canal  dem  engeren  Verkehrsgebiet  der  Berlin-Anhalter
  Bahn  (Berlin  —  Jüterbogk  —  Röderau  —
Dresden),  doch  bleibt  diese  Linie  bis  zur  sächsischen
Grenze  2  Meilen  und  darüber  von  dem  Canal  entfernt, ­
  so  dass  es  gilt,  diesen  Theil  des  Schweinitzer
  Kreises  dem  Verkehr  in  die  Ferne  erst  zu
erschliessen,  und  da  es  sich  hier  vorwiegend  uni
Artikel  handelt,  die  recht  eigentlich  der  Wasserfracht ­
  zu  überweisen  sind,  wird  voraussichtlich
gerade  in  diesem  Bezirke  die  Ausführung  des
Canalprojects  von  recht  sichtbarem  Erfolg  begleitet ­
  sein.
Das  Frachtquantum  wird  in  Rechnung  gestellt
mit:
Landwirthschaftliche  Producte  .  .  Ton.  55  000

Nutzholz  „  37  500
Brennstoffe  „  11000
Baumaterialien  ,,  17  500
Düngemittel  „  3  750
Industrie-Rohstoffe  „  4  500
Industrie-Versand  „  2  250

Sa.  Ton.  131  500

1  Rittergut.  1  Schmied.
1  do.  1  do.  1  Ziegelei.
1  Vorwerk.

1  Rittergut.
1  Windmühle.  1  Schmied.
1  Rittergut.  1  Wassermühle  mit  Handelsmüllerei.
1  Schmied.
1  Wassermühle.  1  Windmühle.  3  Brauereien.
2  Dampfschneidemühlen.  2  Gerbereien.  1  Weissgerberei. ­
  1  Leimsiederei.  8  Schmiede.  Schuhmacherindustrie. ­
  Getreide-  und  Kartoffelverkauf.
1  im  Bau  begriffene  Kartoffelstärkefabrik.

1  Rittergut,  nicht  unbedeutende  Waldung.  1  Schmied.
1  Windmühle.  Absatz  von  Getreide,  Vieh-  und
Kartoffeln.
Vieh-  und  Getreidehandel.  1  Windmühle.  1  Schmied.
Ziegelei.
Nicht  bedeutender  Vieh-  und  Getreidehandel.
Desgl.  1  Wassermühle.
1  Bockwindmühle.  1  Schmied.
1  Rittergut.  1  Brauerei.  1  Wind-,  1  Wassermühle.
1  Schmied.  2  Stellmacher.  Holz-  u.  Getreidehandel.
1  Schmied.
Station  d.Halle-Sorau-Gubener  Eisenbahn.  1  Schmied.
Braunkohlengruben  und  Verbindungsbahn  mit  der
Bahnstation  Beutersitz.  1  Schmied.  1  Windmühle.
Bedeutender  Absatz  von  Braunkohlen.

Aus  dem  Kr.  Liebenwerda  kommen  49  Ortsch.
mit  3311  bew.  Geb.  und  21  896  Ew.  in  Betracht.
Als  Frachtobjecte  des  Wassertransports  werden
aus  dem  Kreise  angeführt:  die  Nutzhölzer  aus
den  grossen  Staats-  und  Privatforsten,  theils  roh,
theils  in  Pfosten  und  Bretter  geschnitten,  Braunkohlen ­
  von  Domsdorf,  Steine  von  Rothstein  (der
Canal  berührt  die  Fluren  von  Domsdorf  und  Rothstein), ­
  Thon  aus  den  Gruben  von  Hohenleipisch,
Düllingen  (in  letzterem  Orte  gleichfalls  erschlossene
Braimkohlenlager),  die  Töpferwaaren  von  Hohenleipisch ­
  und  Elsterwerda,  sodann  die  Producte
der  Landwirthschaft,  für  die  ein  lebhafter  Handel
in  Getreide,  Vieh,  Heu  (von  den  grösseren  Wiesenflächen ­
  der  schwarzen  Elster  und  deren  Nebenflüsse) ­
  jetzt  schon  besteht.
        <pb n="29" />
        28

m

Lau-Ortschaften



fende  bis  1  Meile  westlich  und  östlich
No.  vom  Canal.

Zählung
vom  1.  December  1875

Zählung
vom  1.  December  1880

bewohnte
Häuser

Einwohner

bewohnte
Häuser

Einwohner

192.  Neumühl
193.  Rothstein

3
33

15
193

2  20
32  196

194.

Wahrenbrück,  Stadt

118

711

122

/  690

195.
196.
197.
198.
199.

Zinsdorf
Winkel
Prestewitz
Thalberg
Theisa

38
39
63
43
63

198
197
380
284
370

36
37
68
39
63

219
206
356
253
361

200.
201.
202.

Maasdorf
Weinberge
Liebenwerda,  Stadt

42
49
254

631
297
3028

109
40
328

649
244
3  034

203.  Lausitz
204.  Dobra

65  340
61  333

67  349
62  381

205.
206.
207.
208.
209.

Zobersdorf
Zeischa
Prieschka
Kraupa
Hohenleipisch

57
28
31
61
196

305
176
207
353
1310

56
29
28
57
189

322
182
225
352
1396

210.  Dreska
211.  Döllingen

65  282
59  409

50  277
70  445

212.
213.
214.
215.

Oschätzchen
Würdenhain
Haida
Biehla

64
29
34
86

292
143
174
415

52
31
32
82

285
141
185
461

216.  Kahla
217.  Saathain  mit  Cut

218.
219.
220.

Neu-Saathain
Reichenhain
Elsterwerda,  Stadt

42  228
62  347

17
42
215

129
254
1780

46  236
74  503

44  270
214  2  021

221.
222.
223.
224.
225.
226.
227.

Krauschütz
Kotzschka
Cröbeln-Grimmers-  u.  Mitteldorf
Cröbeln-Mühldorf
Blumengehege
Stolzenhain
Prosen

66
45
67
43
3
76
104

372
200
318
211
18
329
671

70
43
61
43

386
216
313
248

bei  No.  217/18  enthalten.

59
126

326
761
        <pb n="30" />
        29

Für  Canalfraclit  kommen  vorzugsweise
in  Betracht.

Freigut.  1  Wassermühle.  Vorwerk.
Steiiibruch,  dessen  Material  zum  Strassenbau  Verwendung ­
  und  deshalb  Absatz  nach  ausserhalb
findet.  1  Windmühle.
1  Brauerei.  2  Wassermühlen.  1  Schmied.  1  Stellmacher. ­
  Landwirthschaft.

1  Rittergut.  Grössere  Waldungen.
Handel  mit  Korbflechtwaaren.
Torfstiche.  Wald.  1  Windmühle.  1  Schmied.  1  Rittergut. ­
  1  Ziegelei.
1  Wasser-,  1  Windmühle.  Fischzucht.  Ziegelei.
Fischzucht.  •  Obstbau.  Wald.  Mühle.
Station  der  Oberlausitzer  Eisenbahn.  Oberförsterei.
Wasser-  und  Dampfschneidemühle.  4  Schmiede.
4  Stellmacher.  An  der  schwarzen  Elster  belegen
1  Oel-,  Mahl-  und  Walkmühle.  1  Maschinenbauanstalt. ­

1  Windmühle.
2  Wasser-,  1  Windmühle.  Maschinenfabrik.  Ziegelei.
Heuhandel.
1  Windmühle.
Waldungen.  Mühle.
1  Rittergut.  Brennerei.  Wassermühle.
Fabrikation  von  Korbflechtwaaren.  Wald.  Mühlen,
neuhandel.
Töpfereien.  Schmiede.  Windmühlen.  Anhaltepunkt
der  Berlin-Dresdener  Eisenbahn.  Lebhafter  Viehluid
  Getreidehandel.  Mehrere  Ziegeleien.  Thonund
  Braunkohlengruben.  Brennerei.
1  Ziegelei.  Mühle.
1  Rittergut.  Dampfziegelei  und  Braunkohlengrube.
Dampfschneidemühle.  Thongruben.
1  Schmied.  1  Windmühle.
1  Schmied.  1  Windmühle.  Waldungen.
Waldungen.
Bahnhof  der  Oberlausitzer  Eisenbahn  mit  dem  Namen
Elsterwerda.  Braunkohlengrube  u.  Dampfziegelei.
3  Wassermühlen.
Thongruben.
Rittergut.  Brennerei.  Wind-  und  Wassermühle.
1  Schmied.  Fischzucht.
Ziegelei.
Wald.  Windmühle.  Brennerei  mit  Vorwerk.
Königl.  Domaine.  Oberförsterei.  Station  der  Berlin-Dresdener
  und  Elsterwerda-Riesaer  Eisenbahn.
Dampfschneidemühle.  Wasser-  und  Windmühlen.
1  Brauerei.  Töpferei.
1  Windmühle.  1  Schmied.  Rittergut,  Domaine.
1  Windmühle.  1  Schmied.
1  Schmied.  2  Windmühlen.

Charakteristik  des  Verkehrs
und
geschätztes  Frachtquantum.

Vorhanden  sind  14  Rittergüter  und  Vorwerke
mit  5  (?)  Brennereien,  11  Ziegeleien,  27  Wasserund
  28  Windmühlen,  4  Brauereien,  3  Dampfschneidemühlen, ­
  sehr  entwickelte  Töpferei  mit
starkem  Absatz  nach  Auswärts,  Korbflechtindustrie,
2  Maschinenbau-Anstalten,  aussichtsreiche  Fischzucht, ­
  Zwiebelbau,  Obst-  und  Gemüsezucht.  Für
die  Wasserfracht  liegt  jedoch  der  Schwerpunkt
in  den  hier  vorhandenen  grossen  Waldungen  wie
in  den  ausgedehnten  Lagern  einer  Braunkohle
mittlerer  Qualität,  die  nur  bei  möglichst  billiger
Fracht  zum  Abbau  und  zum  Versand  gelangen
kann.
Zwischen  Liebenwerda  und  Elsterwerda  schneidet ­
  der  Canal  die  Oberlausitzer  Bahn  Kohlfurth-Falkenberg-Rosslau,
  welche  ebenso  wie  die  Linie
Halle-Sorau  dem  Wasserverkehr  die  vom  Osten
und  Westen  ankommenden  Güter  überliefern,  die
dahin  abgehenden  übernehmen  wird.  Dieser
günstige  Umstand  mag  dafür  schadlos  halten,  dass
in  diesem  Kreise  von  Osten  die  Berlin-Dresdener
und  von  Westen  nunmehr  auch  die  Berlin-Anhalter ­
  Bahn  dem  Canal  je  bis  auf  1]^—2  Meilen
näher  rücken  und  eine  Concurrenz  in  Aussicht
steht,  die  dem  Verfrachter  zwar  sehr  angenehm
sein  kann,  für  die  Rentabilität  jedoch  weniger
günstig  sein  möchte.  Voraussichtlich  wird  die
Wasserstrasse  am  wenigsten  darunter  leiden,  da
sie  die  niedrigsten  Forderungen  zu  stellen  vermag ­
  und  der  Verkehr  dieses  Bezirks  vorzugsweise
Artikel  der  Wasserfracht  aufweist.
Als  Frachtquantitäten  sind  zusammen  zu  stellen  ;
Landwirthschaftliche  Producte  .  .  Ton.  47  500
Nutzholz  „  60000
Braunkohlen  „  50  000
Baumaterialien  „  22  500
Düngemittel,  Thon  „  5000
Industi'ie-Rohstoife  „  4000
Industrie-Versand  „  3000
Sa.  Ton.  192000

1  Windmühle.  1  Schmied.
Vorwerk  zum  Rittergut  Saathain.
1  Windmühle.  1  Schmied.
        <pb n="31" />
        30

Laufende ­

No.

Ortschaften
bis  1  Meile  westlich  und  östlich
vom  Canal.

Zählung
vom  1.  December  1875

bewohnte
Häuser

Einwohner

Zählung
vom  1.  December  1880

bewohnte
Häuser

Einwohner

228.
229.
230.
231.

232.
233.
234.
235.
236.
237.
238.
239.
240.
241.
242.

243.
244.
245.
246.
247.
248.
249.

250.
251.
252.
253.

Weinsdorf
Merzdorf
Seififertsmühl
Groden

Sa.

Königreich  Sachsen.
Amtshauptmannschaft  Grossenhain.
Gröditz,  Eisenwerk
Gröditz,  Dorf
Schweinfurth
Nauwalde
Keppis
Spansberg
Nieska
Vorw.  Gohrisch
Tiefenau
Lichtensee
Frauenhayn

Pulsen
Koselitz
Raden
Görzig
Treugeböhler
Zabeltitz
Wülknitz

Streumen
Zeithayn
Glaubitz
Röderau

59
86
35
190

3204

14
46

18
63
30
54
41
6
19
69
124

20
59
41
46
51
99
42

101
85
40

201
457
197
1042

20986

214
388
123
376
209
310
208
41
179
364
897

133
377
211
224
321
636
287

234
741
532
399

62
76
36
194

3311

14
58

22
72
40
60
41
7
21
77
144

21
68
53
48
51
104
49

43
127
89
57

232
474
208
1110

21896

259
479
119
397
206
341
206
48
182
394
939

129
415
222
220
323
622
299

254
1159
574
461
        <pb n="32" />
        31

Für  Canalfracht  kommen  vorzugsweise
in  Betracht.

Heuhandel.
1  Rittergut.  1  Vorwerk.  Starker  Zwiebelbau.  Wald.
1  Schmied.  Mühle.
Zwiebelhau.  1  Schmied.  Wald.  Mühle.
3  Windmühlen.  1  Schmied.  Brauerei.

Charakteristik  des  Verkehrs
und
geschätztes  Frachtquantum.

Beschäftigt  520  Arbeiter;  verfrachtete  im  Geschäftsjahr ­
  1879/80  18  715  000  Klgr.
Consumverein.  Umsatz  87  888  Klgr.  1  Windmühle.
1  Brenn-  u.  Bauholz-  u.  Kohlenniederlage.  1  Schmied.
1  Bäcker,  2  Kramer.
1  Windmühle.  1  Schmied.  1  Kramer.
1  Wassermahl-  und  Schneidemühle,  Heu-  und  Getreidehandel. ­
  1  Schmied.  1  Stellmacher.  1  Tischler.
1  Windmühle.  1  Schmied.  Viel  Holzhandel.
Grosse  Waldung.
1  Rittergut.  1  Brennerei.  Waldung.  Käserei.  1  Wagner.
1  Schmied.
2  Windmühlen.  1  Schmied.  2  Bäcker.  1  Schnitthändler. ­
  1  Kramer.  Holzhandel.
1  Rittergut.  1  Brennerei.  Station  der  Berl.-Dresdener
  Eisenb.,  Kohlen-,  Getreide-  und  Düngmittel-Niederlage.
  Waldung.  Fischerei.  Heuliandel.
2  Schmiede.  1  Wagner.  1  Bäcker.  4  Kramer.
1  Schnitt-  und  1  Destillationsgeschäft.
Maschinenfabrik.  Fabrik  von  Holzi)antoiFeln.
1  Rittergut.  1  Brennerei.  Waldung.  Heuhandel.
1  Wassermühle.  1  Schmied.  1  Kramer.
1  Wassermahl-  und  Schneidemühle.  1  Wagner.
1  Vorwerk.  1  Mahl-  und  Sclmeidemühle.  Heuhandel. ­
  1  Schmied.  1  Wagner.  1  Kramer.
1  Rittergut.  1  Brennerei.  Waldung.  1  Wassermühle. ­

Station  der  Riesa-Elsterwerd.-Eisenb.  Kohlen-  und
Baumaterial-Niederl.  Heu-  und  Getreidehandel,
Brennerei.  Ziegelei.  Käserei.  1  Schmied.  1
Wagner.  1  Bäcker.  1  Kramer.  1  Grützfahrikant.
1  Rittergut.  2  Brennereien.  Getreide-  und  Kartoifelhandel.
  (125  —  150  000  Klgr.)  1  Schmied.  1
Wagner.  1  Kramer.
1  Vorwerk.  4  Windmühlen.  1  Ziegelei.  Getreidehandel. ­
  3  Kramer.  2  Bäcker.  2  Schmiede.  1
Wagner.  Barackenlager  und  Artillerie-Schiessplatz.
1  Rittergut.  1  Brennerei.  Waldung.  1  Wasser-,
2  Windmühlen.  Maschinenfabrik.  Steinbruch.
4  Kramer.  3  Schmiede.  2  Bäcker.  2  Böttcher.
1  Wagner.
Station  der  Berlin-Anhalt.  Eisenh.  2  Brennereien.
1  Brauerei.  1  Maschinenfabrik.  Getreidehandel.
1  Schmied.  1  Wagner.  2  Kramer.

Der  Canal  tritt  in  Sachsen  ein,  erreicht
zwischen  Tiefenau  und  Coselitz  den  Grödel-Elsterwerdaer
  Flossgraben  und  verbleibt  in  demselben ­
  bis  zu  seiner  Einmündung  in  die  Elbe
bei  Grödel.
Von  der  Amtshauptmannschaft  Grossenhain
sind  27  Ortschaften  mit  2715  Häusern  und
26  713  Bewohnern  als  dem  Local  verkehr  des
Canals  zunächst  zufallend  anzunehmen.  Seit  der
Zählung  von  1875  haben  sich  die  Wohnhäuser
um  10,7  %i  die  Ew.  um  7,o  %  vermehrt.
Für  die  Canalfracht  kommen  in  Frage  Seitens
der  Landwirthschaft  bei  einer  Bodenqualität,  die
noch  nicht  zu  der  vorzüglichsten  Sachsens  gehört, ­
  jedoch  weit  besser  ist,  als  in  allen  anderen
vom  Canal  berührten  Districten;  10  Rittergüter,
12  Brennereien,  lebhafter  Handel  in  Getreide,
Oelsaaten,  Hülsenfrüchten,  Heu,  Kartoffeln,  Handelsgewächsen, ­
  starker  Bedarf  an  Bausteinen,
Düngemitteln,  dagegen  nur  geringer  Versand  an
Waldbau-Producten.  Die  Industrie  ist  auf  dem
platten  Lande  mit  12  Ziegeleien,  10  Wasser-  und
12  Windmühlen,  einigen  Maschinenbau-Anstalten,
Fabrikation  von  Holzpantoffeln  etc.  nicht  stark
entwickelt.  Reicher  Ersatz  wird  jedoch  durch
das  Eisenwerk  Gröditz  und  die  sehr  bedeutende
Industrie  der  Städte  Grossenhain  und  Riesa  geboten, ­
  wobei  zu  beachten  ist,  dass  Riesa  dem
Einmündungspunkte  des  Canals  in  die  Elbe
schräg  gegenüber  liegt  und  Grossenhain  durch
den  nahe  an  dieser  Elhmündung  gelegenen
Kreuzungspunkt  Langenberg  (Station  der  Leipzig-Dresdener
  Bahn)  leicht  zu  erreichen  ist.
Nicht  blos  für  den  hier  besprochenen  Localverkehr, ­
  sondern  in  ungleich  stärkerer  Weise  für
den  grossen  Durchgangsverkehr  des  Canals  wird
die  Station  Langenherg,  direct  an  dem  Elbhafen
des  Canals  gelegen,  berufen  sein,  den  Uehergangspunkt
  für  alle  die  Güter  zu  bilden,  welche  von
der  Leipzig  -  Dresdener  Bahn,  sowohl  von  der
Richtung  Leipzig  -  Riesa,  als  auch  von  Dresden
aus,  sodann  über  Riesa  durch  die  Bahnen  Chemnitz-Riesa ­
  und  Nossen  -  Lommatzsch  -  Riesa  dem
Canal  zugeführt,  hez.  von  Letzterem  an  Jene  ab-I
  gegeben  werden.
        <pb n="33" />
        32

33

3

Zählung
vom  1.  December  1880

Zählung
vom  1.  December  1875

Ortschaften
bis  1  Meile  westhch  und  östlich
vom  Canal.

Laufende ­



bewohnte
Häuser

No.

bewohnte
Häuser

Einwohner

Einwohner

275
393
189

44

43

270
409
183

Sageritz
Langenberg
Roda

254.
255.
256.

55

50

39

36

303

28

29

306

Grödel

257.

11046

800

769

10  686

Grossenhain,  Stadt
(IKt  Meilen  vom  Kanal)

258.

5  707

6  259

483

425

Riesa,  Stadt

259.

2  715

26  713

24  965

Sa.

2  453

Wieder

2  879
928
1661
3109
2  070
3  204
2  453

31  615
7  542
14  220
27  455
15002
20  986
24  965

3104
1007
1752
3251
2110
3311
2  715

34  204
7  646
15  515
28  677
15  660
21  896
26  713

Kreis  Teltow
Kreis  Beeskow-Storkow
Kreis  Jüterbog-Luckenwalde
Kreis  Luckau
Kreis  Schweinitz
Kreis  Liebenwerda
Königreich  Sachsen

150  311

Sa.

141  785

17  250

16304

6,01  Vo)

(Procentale  Zunahme  gegen  Zählung  von  187o

0)8  /o

Für  Canalfracht  kommen  vorzugsweise
in  Betracht.

Charakteristik  des  Verkehrs
und
geschätztes  Frachtquantum.

1  Dampfmühle.  1  Ziegelei.
1  Rittergut.  1  Brennerei.  Steinbruch.  1  Windmühle. ­
  1  Schmied.  1  Wagner.  1  Kramer.
1  Rittergut.  1  Brennerei.  1  Brauerei.  2  Bäckereien.
2  Windmühlen.  Getreidehandel.  Baumaterial-  und
Kohlenniederlage.
Kreuzungspunkt  der  Berlin-Dresdener  und  Cottbus-Grossenhainer
  Eisenbahn.  Garnison.  Grosse  Tuchfabrikation. ­
  Strickgarn-,  Woll-  und  Jutespinnerei.
Kattundruckerei.  Webstuhlmaschinen  -  Fabrik.
Wachstuchfabrik.  4  Baugeschäfte.  1  Dampfsägemühle. ­
  3  Spediteure.  3  Steinbrüche.  Baumaterialund
  Dungmittelniederlage.  Export  von  Gartenfrüchten. ­

Kreuzungspunkt  der  Leipzig-Dresdener,  Chemnitz-Riesaer
  u.  Riesa-Elsterwerd.  Eisenbahn.  Eisenbahnnach
  Freiberg,  Nossen  und  Röderau.  Elbquaibahn,
1  Eisenwerk.  2  Dampfsägemühlen.  1  Oelmühle.
Wagen-,  Bleiweiss-,  Cigarrenfabrikation.  Schiffsbau.
Spediteure.  Sandstein-  u.  Holzhandel.  Bildhauerei.
Garnison.

Als  Localverkehr  der  nebenstehend  verzeichneten
  27  Ortschaften  werden  bezeichnet:
Landwirthschaftliche  Producte  .  .  Ton.  37  500
Nutzholz,  Brennstoffe  „  25000
Baumaterialien,  Düngemittel  ...  „  30000
Rohstoffe  der  Industrie  „  42  500
Versand  der  Industrie  „  17  500
Summa  Ton.  152  500

h  o  1  u  n  g.
Gesammt-Frachtquantum.
Ton  181  000
„  ....  33500
„  ....  123000
„  ....  226000
„  ....  131500
„  ....  192000
„  ....  152500
Sa.  Ton  1  039  500
        <pb n="34" />
        34

Das  für  den  Localverkehr  des  Elb-Spree-Canals,  d.  h.  für  den  Empfang  und
Versand  der  Ortschaften  zwischen  Cöpenick  und  Grödel  (Riesa)  berechnete  Quantum
von  1039  500  Ton.  beruht,  wie  bereits  bemerkt,  in  der  Hauptsache  auf  der  sachverständlichen
  Ermittelung  solcher  Vertrauenspersonen  längs  der  projectirten  Canallinie,
in  deren  Berechnungen  und  Schätzungen  von  vornherein  ein  Zweifel  nicht  gesetzt  zu
werden  brauchte.  Es  möchte  daher,  abgesehen  von  den  kleineren  Unrichtigkeiten,  die  bei
einer  derartigen  Aufstellung  unvermeidlich  sind,  wohl  nicht  zu  bezweifeln  sein,  dass  für  den
localen  Verkehr  des  Canals  von  Cöpenick  bis  Grödel  in  den  Ortschaften  bis  zu  1  Meile
Entfernung  von  der  neu  projectirten  Wasserstrasse  ein  Transportquantum  von  20  bis
21  Millionen  Centnern  zur  Verfügung  steht,  wobei  allerdings  die  durch  die  billigere
Fracht  zu  erwartende  Verkehrssteigerung,  wenn  auch  in  bescheidener  Weise,  hier  und
da  mit  in  Rechnung  gezogen  worden  sein  mag.
Obiges  Quantum  als  im  Allgemeinen  richtig  angenommen,  ist  jedoch  nicht  zu
übersehen,  dass  in  manchen  Ortschaften  Güter  als  Versand  notirt  sind,  die  ein  anderer
Ort  als  Empfang  gleichfalls  berechnet  hat,  während  das  betr.  Frachtgut  nur  einmal
zur  Verfrachtung  gelangt  und  die  Canalgebühr  auch  nur  einmal  bezahlt  wird.
Dies  wird  nur  von  einem  (leider  unbekannten)  Theil  der  Güter  gelten,  keineswegs ­
  von  allen.  Um  jedoch  recht  sicher  zu  gehen  und  gleichzeitig  dem  Einwand  zu
begegnen,  dass  die  berechneten  Frachtquantitäten  sich  dem  Canal  nicht  sofort  (unmittelbar ­
  nach  dessen  Ausbau),  sondern  erst  nach  und  nach  zuwenden  würden,  schlägt
der  Verfasser  vor,  das  ermittelte  Frachtquantum  des  Localverkehrs  von  1  039  500  Ton.
auf  die  Hälfte  und  zwar  auf  519  750  Ton.  zu  reduciren.
Aus  den  erhaltenen  Angaben  ist  ferner  nicht  ersichtlich,  welche  grössere  oder
kleinere  Strecken  des  Canals  jedes  aufgegebene  Frachtgut  zu  durchlaufen  haben
wird.  Wird  man  auch  anzunehmen  haben,  dass  die  grossen  Massen-Artikel  der
erwähnten  Bezirke  an  Holz,  Getreide,  Torf,  Braunkohlen,  Baumaterialien,  Düngemitteln ­
  u.  s.  w.  weniger  zwischen  den  einzelnen  Bezirken  ausgetauscht,  sondern
darüber  hinaus  versandt  oder  aus  grösseren  Fernen  bezogen  werden,  und  wird  man
ferner  voraussetzen  dürfen,  dass  auch  die  Industrie  mit  ihrem  Versand  wie  Bezug  in
den  meisten  Fällen  über  das  Gebiet  des  localen  Verkehrs  hinaus  gehen  wird,  so  lässt
sich  doch  die  für  die  Rentabilitäts-Berechnung  nothwendige  Umrechnung  sämmtlicher
Güter  des  Localverkehrs  in  Güter  des  Durchgangverkehrs,  also  in  solche,  welche  die
ganze  Canallänge  passiren,  nur  durch  eine  abermalige  Reduction,  und  zwar,  wie
der  Verfasser  nach  sorgfältigster  Erwägung  vorschlägt,  durch  eine  abermalige  Halbirung
obiger  519  750  Ton.,  also
519  750  Ton.  =  259  875  Ton.,  rund  250  000  Tonnen
—2
erreichen.
Darnach  würde  der  Localverkehr  des  Canals  zu  250  000  Tonnen
Durchgangsgut,  d.  h.  die  ganze  Canallinie  passirender  Güter,  anzunehmen ­
  sein.
Directer  oder  Durchgangs-Verkehr  des  Elb-Spree-Canals.
Weit  schwieriger  ist  die  Berechnung  des  Durchgangsverkehrs.  Hierbei
ist  zuvörderst  zu  unterscheiden  zwischen  dem  Theil  des  bereits  vorhandenen
Durchgangsverkehrs,  den  der  projectirte  Canal  seiner  billigeren  Fracht
wegen  den  zwischen  Berlin  und  Böhmen-Sachsen  laufenden  Bahnen,  nicht
        <pb n="35" />
        35

Tabelle  B.

Eisenbahnverkehr

von

für  den  Wassertransport
geeigneten  Gütern
in  der
Richtung
des  projectirten  Elb-Spree-Canals.

Es  wurden  in  1877  befördert:

via  Dresden

via  (irossenhain

via  Elsterwerda

via  Röderan

in  der  Riehtung

von  Sachsen

nach  Sachsen

von  Sachsen

nach  Sachsen

von  Sachsen

nach  Sachsen

von  Sachsen

nach  Sachsen

n  a  eil

Classentarif.


Specialtarif. ­


Ausnahme ­
 ­


Classentarif.


Specialtarif. ­


Classen-^tarif.


Specialtarif. ­


Ausnahme ­
 ­


Classentarif.


Specialtarif. ­


Ausnahme ­
 ­


Classentarif.


Specialtarif. ­


Ausnahme ­
 ­


Classentarif.


Specialtarif. ­


Classentarif.


Specialtarif. ­


Ausnahme ­
 ­


Classentarif.


Specialtarif. ­


Ausnahme ­
 ­


Kilogram  m.

a)  director  Verkehr  mit  Sächsischen
Staatshahnen
im  Sächsisch-Ostdeutschen  Verbände
im  Stettin-Sächsischen  Verbände  .  ,
mit  Frankfurt  a./O
mit  der  Berlin-Dresdener  Bahn.  .  .
im  Berlin-Dresden-Sächsischen  Verbände
mit  Hamburg,  Lübeck,  Berlin,  Stettin  etc
im  Sächsisch-Polnischen  Verbände  .
im  Berlin-Anhaltisch-Sächsisch.Verbande
mit  der  Berlin  -  Potsdam  -  Magdeburgei
Bahn  .  ,  .  ,  .
im  Magdeburg-Sächsischen  Verbände
b)  im  Durchgangsverkehre  über  Sächsische ­
  Staatsbahnen
im  Hannoverisch  -  Magdeburg  -  Oesterreichisch-Ungarischen
  Verbände  .  .
im  Norddeutsch  -  Sächsisch  -  Oesterreichischen
  Verbände  .
im  Deutsch-Üesterreichisch-Ungarischen
Verbände
zwischen  Oesterr.  Bahnen  und  Berlin-Anhaltischer,
  Berlin-Dresdener  Bahn  .  .
zwischen  Oesterr.  Bahnen  und  Berlin-Anhaltischer,
  Berlin-Dresdener  Bahn  .  .
zwischen  Nordseehäfen  und  Oesterreich
zwischen  Nordseehäfen  und  Böhmisch-Mährischen
  Stationen
zwischen  Stettin,  Berlin  und  Kaiser  Fr.-Jos.,
  Böhmischer  Westbahn  ....
zwischen  Hamburg,  Harburg,  Lüneburg,
Bremen  etc.  und  Böhm.  Nordbahn
zwischen  Hamburg,  Lüneburg,  Lübeck,
Berlin,  Stettin  u.  Böhmischer  Nordbahn
zwischen  Hamburg,  Lübeck,  Berlin,  Stettin
und  Böhmisch-Mährischen  Stationen  .
im  N  orddeutsch-0  österreichisch.  Verbände
zwischen  Berlin  u.Bayerisch.  Staatsbahnen
zwischen  Berlin  -  Dresdener  Bahn-  und
Bayerischen  Staatsbaimen  etc.  .  .  .
zwischen  Berlin  -  Dresdener  Bahn  und
Muldenthalbahn
zwischen  Berlin  etc.  u.  Muldenthalbahn
zwischen  Berlin  und  Württembergischen
Staatsbahnen
zwischen  Stettin,  Berlin  etc.  und  Buschtehrader ­
  Bahn
zwischen  Hamburg,  Lübeck  und  Kleinmünchen, ­
  Linz
Sa.

87  500
597  400
5100

20100
3905  800
45000
92000

8010

20000

46  200

306  000

30000

6  300
10000

178140
1470300
89890
1845370

265000
128  300
250390
1940  800

3  454800
5267  390
262400
74400
6  300
17  400
426000
2  072  650
5  600

1460850
2413030
131  500
15  500
6000
2  803380

204300
26  970
324900
65  150
95600
97  300

195800
90000
51700
1023  460
142  500

719  790
1342  180
14300
5000
10000
504800
433300

370110
656410
1044600
66  500
653  520

6  617  000
7  988  900

271500
10300
311  000

1556600

801300
60  600

1090  390
723470
60  600
30000
188  100
129  100

31000

520  500
87  500

44000

240  500
1117  600
109  250
144400

81400

1070  400
982  400
173  940
71000

326  200
2  168  140
22800
85  620

43800
274  880
150000

479  460
1151500
60000
458  100

2492800
2  495  200
2215120
255900

40800

178  500
256  400
64200

465  000
131000
10150

10  900
328120

1112830
7  859  240
40  730

19  500
362  600
2  611850
70  300
10  200
42200
2  755  100
1356  520
2941  980
10000
123400
60100
5  700

37  700
1  625  800

2  987  520
22250590
90400
1428  100
3  097  200
15661100
32000
10000
146  900
10  900
50000
98  700
9  196  100
112  680
70000
10100
46  300
35  700

15  900
10000

170000
40300
90000

5100
921510

3  121  790
5  600
6  533  580
37  500
355220

1460000
7  599  890
19200

3846410
17  866  870
140  320

10  000

2118300
3  323  680
5300
17000
34  900
17  600
509  500
1784910
5100
721110

73  210
56  500
111800
44400

10  000

3801280
1337400

90900
52  700
6  200
1244100
1386  230
240  210
30  000

764  210|4  885  200|  30  00(¡!15170  64ol9  414  75o|3  843  59o|l7  665  96o|592  8001^  684  04o|2  911060  44  000|4  214  510|2  766  420  40  80(^^  648160¡8  065170  19  721270  56  997  790  336  200  ||l9  803  610|89121710|l0  000

Klassentarif  ,
Specialtarif  .
Ausnahmetarif

Sa.  69  850  030  Kg
„  141328060  „
»  1053  800
Sa.  212  231890  Kg.  =  212  232  To.
        <pb n="36" />
        36

Tabelle  C.
Directer  Güterverkehr  zwischen  Berlin  und  Böhmisch-Mährischen  Stationen  im  Jahre  1877

Gewichtsangabe  in  Kilogrammen

der

Empfang  der  Oesterreicl

lischen  Bahnen.

Spec.-Tar.
  II.

Ausn.-Tar.
  2.

Getreide.

Summa.

Eilgut.

I.

II.

A.

B.

C.

D.

k.  k.  priv.  Aussig-Teplitzer  Eisenbahn
k.  k.  priv.  Dux-Bodenbacher  Eisenbahn
a.  priv.  Kaiser  Ferdinands-Nordbahn
k.  k.  priv.  österr.  Staatseisenbalm
Pilsen  -  Priesener  Eisenbahn
Prag-Duxer  Eisenbahn
k.  k.  priv.  böhm.  Nordbahn
a.  pr.  Buschtehrader  Eisenbahn

(  114570

406  570

230580

310820

110800

652  340  '

5000

560900

131200

483560

3006340

65000

520

—

211690

2  590

26910

32540

10030

—

—

74100

29  500

—  ’

—

—

29500

Summa

117160

433480

292620

320850  1  110  ÖUU

652  340

79100

625  900

131720

483  560

3  247  530

der  Oesterreichischen  Bahnen.

der

Versand

Eilgut.

I.

II.

A.

B.

C.

D.

Sp.-T.
II.

S])'.-T.
III.

Ausn.-Tar.
  2.

Getreide.

Borke.

Kohle.

Summa.

k.  k.  priv.  Aussig-Teplitzer  Eisenbahn
k.  k.  priv.  Dux-Bodenbacher  Eisenbahn
a.  priv.  Kaiser  Ferdinands-Nordbahn
k.  k.  priv.  österr.  Staatseisenbahn
Pilsen-Priesener  Eisenbahn
Prag-  Duxer  Eisenbahn
k.  k.  priv.  böhm.  Nordbahn
a.  pr.  Buschtehrader  Eisenbahn  ....

1
1  60  880

252800

536800

630320

916  700

150920

113200

10000

40400

28900

3932200

1297  800

175029  000

182999  920

"63#

—

—

—

189  760

4  760

13830

11860

290

82  400

5000

7  800

30

10000

83000

73  000

—

—

—

—

Summa.  .  .  .

65640

2666301621660

630610:999  100

155920

121OOÖ

10030

404001

o  9o2  2UU

1297  800

1(5  Uo9  000

183  272  680

Empfang  Kil.  3  247  530
Versand  183272  680

Sa.  Kil.  186  520210  =  Tonnen  186  520
        <pb n="37" />
        3*

37

minder  der  Elbe,  entziehen  dürfte  und  dem  durchgehenden  Verkehr,  den
sich  die  neue  Wasserstrasse  selbst  erst  schaffen  und  grossziehen  wird.
In  Bezug  auf  den  schon  vorhandenen  Gütertransport  ist  auf  die  beigefügte
Tabelle  B.  über  den  Eisenbahn-Verkehr  aus  dem  Jahre  1877  für  den  Verkehr  via
Dresden  von  Sachsen  nach  Berlin  und  umgekehrt,  also  in  der  Richtung,  welche  der
Elb-Spree-Canal  einschlägt,  sodann  via  Grossenhain,  via  Elsterwera,  via  Röderau  zu
verweisen.
Dieser  Verkehr  beläuft  sich  auf  212  231  890  Kgr.  oder  212  232  Tonnen.  Nun
ist  gar  nicht  zu  bezweifeln,  dass  von  diesem  Eisenbahn-Verkehr,  sobald  der  Elb-Spree-Canal
  gebaut  sein  wird,  ein  sehr  erheblicher  Theil  der  viel  billigeren  Wasserfracht
zufallen  wird,  und  da  in  der  Zusammenstellung  nur  Güter  aufgeführt  sind,  welche
sich  vorzugsweise  für  die  Wasserstrasse  eignen,  also  die  Güter  der  Wagenladungs-Classen,
der  Special-  und  Ausnahme-Tarife,  hat  man  angenommen,  dass  von  diesen  212  232  Tonnen
des  Eisenbahn-Verkehrs,  die  sich  in  der  Richtung  des  Canals  bewegen,  mindestens  der
vierte  Theil,  also  rund  50000  Tonnen  sofort  auf  den  Elb-Spree-Canal  übergehen  werden.
Der  Controle  wegen  ist  auch  der  directe  Güterverkehr  zwischen  Berlin  und
den  Böhmisch-Mährischen  Stationen  gleichfalls  aus  dem  Jahre  1877  zusammengestellt
worden.  Derselbe  betrug,  wie  aus  Tabelle  C.  ersichtlich  ist,  in  1877  186  520  Tonnen.
Unter  diesen  186  520  Tonnen  finden  sich  allerdings  auch  solche  Frachtgüter,
welche  (wie  beispielsweise  Eilgut)  die  Wasserfracht  nicht  benutzen  werden;  auch
kommt  für  das  obige  Frachtquantum  zum  Theil  der  Verkehr  in  Betracht,  der  von
den  Mährischen  Stationen  aus  den  Weg  über  die  Schlesischen  Bahnen  einschlägt  und
den  Elb-Spree-Canal  wahrscheinlich  nur  ausnahmsweise  benutzen  dürfte.  Die  Richtigkeit
der  Annahme,  dass  von  dem  directen  Eisenbahnverkehr  in  der  Richtung  des  Elb-Spree-Canals,
  wie  dieser  Verkehr  heute  besteht,  50  000  Tonnen  die  neue  kürzere
Wasserfrachtlinie  benutzen  werden,  dürfte  sich  jedoch  aus  der  controlirenden  Zusammenstellung ­
  ergeben.
Dies  wäre  —  wie  der  Verfasser  glaubt  annehmen  zu  dürfen  —  zu  minimalen
Sätzen  der  bereits  vorhandene  Verkehr.  Nun  schafft  sich  aber  jeder  neue  Transportweg ­
  seinen  eigenen  neuen  Verkehr,  und  gerade  für  den  vorliegenden  Fall
wird  dies  in  um  so  höherem  Grade  der  Fall  sein,  als  der  Elb-Spree-Canal  ebensowohl
durch  bedeutende  Abkürzung  des  Wasserwegs,  als  auch  durch  die  Einführung  des
Wasser-Transports  an  Stelle  der  Bahnfracht  den  Verkehr  ausserordentlich  heben,  für
viele  Artikel  den  Absatz  sehr  verstärken  und  erweitern,  manchen  derselben  ganz  neue
Absatz-  und  Bezugsgebiete  erschliessen  wird.
In  erster  Linie  ist  auf  den  lebhaften  Güteraustausch  an  Producten  der
Land-  und  Forstwirthschaft,  auf  Getreide,  Hülsenfrüchte,  Oelsaaten,
Obst,  Kartoffeln,  Heu,  Stroh,  sowie  auf  Bau-  und  Nutzholz,  roh  und  geschnitten ­
  zu  verweisen,  die  von  Böhmen  und  Sachsen  aus  nach  Berlin  und  den
norddeutschen  Bezirken  und  vice  versa  von  hier  aus  nach  Sachsen  und  Böhmen  als  sehr
dankenswerthe  Objecte  der  Canalfracht  in  Aussicht  zu  nehmen  sind.  Wenn  der  Verkehr
an  landwirthschaftlichen  Producten  aller  Art  zu  160  000  Tonnen,
„  forstwirthschaftlichen  „  „  „  „  140  000  „
veranschlagt  worden  ist,  so  ist  darauf  Bedacht  zu  nehmen,  dass  dieser  Güteraustausch
zwischen  dem  Gebiet  der  Oberelbe  und  dem  Norden,  ebenso  dem  Nordosten  Deutschlands ­
  bisher  fast  ausschliesslich  auf  die  theuere  Eisenbahnfracht  angewiesen  war  und
sich  erst  unter  der  wohlthätigen  Einwirkung  eines  geregelten  Wassertransports  mit
billigen  Frachtsätzen  zu  namhafter  Bedeutung  erheben  wird.

#9

mm

-
        <pb n="38" />
        gw

38

Von  den  industriellen  Erwerbsbranchen  in  Böhmen  und  Sachsen,
die  mit  ihrem  Bezug  wie  Versand  —  die  Eine  mehr,  die  Andere  weniger  —  die  neue
Wasserstrasse  benutzen  werden,  kommen  vorzugsweise  in  Betracht  die  Werke  an  den
Orten  in:

Böhmen.

Sachsen.

Braunkohlen.

Sämmtliche  54  Grubenanlagen  des
Teplitz  -  Brüx  -  Kommotauer  Bezirks.  —  Production ­
  5  000  000  Tonnen.  —

(Die  Braunkohlen  der  Sächsischen  Oberlausitz ­
  und  bei  Grimma  kommen  für  den
Canal  kaum  in  Frage.)

Steinkohlen.

(25  Werke,  deren  Kohlen  jedoch  bis
über  die  sächsisch-böhmische  Grenze  nur
ausnahmsweise  hinausgehen.)

58  Werke  im  Zwickau-Lugau-Oelsnitzer
  Steinkohlenbecken.  —  Production  ca.
3  000  000  Tonnen.  —  Plauenscher  Grund.

Kalk-  und  Marinorhrüche.

Slichow,  Podol,  Pankrac,  Branik,  Nerestec,
  Mühlhausen,  Moldauthim,  Woselno,
Suchemast,  Slivence.

Maxen,  Nenntmannsdorf,  Weinböhla,
Miltitz,  Munzig,  Ostrau  und  Umgebung,
Hohnstein  b.  Stolpen,  Frauenstein.

Eisenerzgruben.

Kladnow,  Scarow,  Nucic,  Wokoric,
Jinocan,  Dobuc,  Baba,  Mnisec,  St.  Prokop,
Jinonic,  Slichow,  Wojno,  Lasko,  Badetic,
Brechow,  Brernic,  Sudomoric,  Borkowic,
Zahaj,  Kida,  Libuco.

Berggiesshübel,  Schmiedeberg,  Schwarzenberg. ­


Sandsteinbrüche.

Elbekostelec,  Königsdorf,  Zap,  Chwala,
Bodenbach  —  Aussig  bis  zur  sächsischen
Grenze.

Die  Sandsteinbrüche  der  sächsischen
Schweiz  im  Elbthale  und  den  angrenzenden
Bezirken  von  der  sächsisch-böhmischen  Grenze
bis  Pirna.  —  Production  6  500  000  Kubikfuss
=  350  000  Tonnen.

Steinbrüche  in  Granit,  Granulit,  Syenit,  Porphyr,  Basalt.

Kamaik,  Skalsko,  Wostrow,  Wrancic,
Milin  —  für  Basalt-  und  Basaltschotter:
das  Elbthal  von  Lobositz  bis  Bodenbach-Tetschen.


Die  Granite  von  Sebnitz  und  Neustadt-Stolpen,
  die  Granite  und  Porphyre  des
Plauenschen  Grundes,  des  Triebischthales
bei  Meissen,  besonders  des  Elbthales  von
Meissen  bis  Seusslitz,  die  Granulite  bei
Brandis  und  Dornreichenbach.  (Aus  den
Steinbrüchen  des  Elbthals  bei  Meissen  werden ­
  jährlich  über  60  000  Tonnen  Granitsteine
elbabwärts  verschifft).

Thon-  und  Porzellanerde.

Hartowic,  Smichow,  Teinic,  Budweis.

Die  ausgedehnten  Kaolingruben  der
Amtshauptmannschaft  Meissen  in  Seilitz  und
Umgebung.  —■  Production  ca.  600  000  Ctr.

##
        <pb n="39" />
        39

Böhmen.

Sachsen.

Erzbergbau  und  Hüttenbetrieb  auf  Silber,  Blei,  Zinn,  Zink  u.  A.

Joachimsthal,  Kupierberg,  Pribram,
Bohutin,  Lisnic,  Adamsthal,  Hadomic.

Altenberg,  die  Erzgruben  des  Freiberger
Bergamtes,  Scharfenberg  b.  Meissen,  die
fiscalischen  Hüttenanlagen  von  Muldenbütten
und  Halsbrücke.

Hüttenbetrieb  auf  Eisen  (Hohöfen).

Kladno,  Karlshütte,  Althütten,  Zbirow.

Pirna—  Berggiesshübel,  Schmiedeberg,
Gröditz.

Eisenwalzwerke,  Giessereien  und  Stahlhütten.

Kladno,  Zbirow,  Bubna,  Altbütten,
Piseck,  Smichow,  Teplitz.

Döhlen,  Riesa,  Gröditz,  Radeberg,
Dresden,  Berggiesshübel,  Potschappel,
Deuben,  Meissen.

Maschinenbau  -  Anstalten.

Prag,  Leitmeritz,  Holesowic,  Karolinenthal, ­
  Smichow,  Budweis,  Aussig,  Lieben,
Budin,  Altenhütten,  Vran,  Kl.  Bubna.

Dresden,  Meissen,  Döhlen,  Königstein,
Gittersee,  Freiberg,  Löbtau,  Radeberg,
Schlottwitz,  Plauen  b.  Dresden,  Zauckerode,
Grossenhain;  sodann  der  Maschinenbau  in
Chemnitz.

Eisenwaaren  (Blecbwaaren,  Nägel,  Schrauben,  Scblosserwaaren,  Messer,  Waffen,
Sensen  und  dergl.)

Prag,  Peiperz,  Budweis,  Dobris,  Karolinentbal,
  Pisek,  Leitmeritz.

Dresden,  Sebnitz,  Neustadt  b.  Stolpen,
Stolpen,  Pirna,  Radeberg,  Riesa.

Glockeiigiosserei.
Prag.  j  Dresden.
Kupforwalzwerko  und  Fabrikation  von  Kupferwaaren.

Lieben,  Hamenic,  Zabeblic,  Prag,  Karolinenthal. ­


Dresden,  Oschatz,  Grossenhain.

Ziegolbrenneroi.

Leitmeritz,  Berkowic,  Melnik,  Welwarn,
Lesan,  Scblan,  Beraun,  Libsic,  Pocernic,
Unbost,  Orino  wes,  Branik,  Eule,  Dobris,
Pribram.

Pirna,  Laubegast,  Blasewitz,  Gruña,
Dresden,  Striessen,  Briesnitz,  Meissen,  Riesa;
ausserdem  zahlreiche  kleinere  Ziegeleien.

Cement-  und  Chamottefabriken.

Beraun,  Podol,  Radotin,  Aussig,  Kladno,
Lieben,  Vord,  üwenec,  Smichow.

Dresden,  Meissen.

Steinmetzarbeiten.

Vehlovic,  Mlasic,  Slatin,  Zemek,  Alt-Bunzlau,
  Königsdorf,  Zap,  Tousim,  Smichow,
Sochkov,  Pohor,  Kreuz,  Kostelec,  Suchomast,
Karolinentbal.

Schandau,  Königstein,  Pirna,  Dresden,
Meissen,  Riesa,  sowie  in  vielen  Brüchen  der
sächsischen  Schweiz.
        <pb n="40" />
        40

Böhmen.

Sachsen.

Thonwaareu.  Siderolith.
Obergrund,  Bodenbach,  Vysocan,  Lieben,  Wehlen,  Pirna,  Dresden,  Döhlen,  Meissen,
Ovenec,  Prag,  Zabehlic,  Königsaal,  Modran,  Cölln,  Karcha.
Daria,  Hradisko,  Stechovic,  Budweis.

Steingut.  Porzellan.
Brodec,  Teinic,  Budweis,  Smichow.  |  Dresden,  Meissen,  Cölln,  Döhlen.
Glashütten.
Vostrowec,  Prag,  Aussig,  sodann  die  Dresden,  Pirna,  Radeberg,  Ottendorf,
(freilich  entfernteren)  Werke  des  Heidaer  Döhlen.
Bezirks.

Chemische  Fabriken.

letschen,  Dobern,  Aussig,  Welwarn,
Kralup,  Libsic,  Sukdol,  Vysocan,  Lieben,
Holesovic,  Karolinenthal,  Prag,  Stresowic,
Lhotka,  Dobris,  Budweis.

Mügeln  b.  Pirna,  Dresden,  Döhlen,
Freiberg,  Muldenhütten,  Halsbrücke,  Niederau, ­
  Neudorf,  Pieschen,  Niederau.

Gasanstalten.
Bodenbach,  Letschen,  Aussig,  Schlau,  Dresden,  Pirna,  Meissen,  Riesa,  Burgk,
Karolinenthal—Prag,  Smichow,  Weinberg,  Döhlen,  Hainsberg,  Gröditz.
Budweis.

Knochenmehl.
Sukdol,  Vysocan,  Lieben,  Roztok.

Spodium.  Düngemittel.
Strehla,  Freiberg,  Hilbersdorf,  Dresden,
Meissen,  Pieschen,  Mügeln;  kleinere  Knochenmühlen ­
  an  der  Wesenitz,  Sebnitzbach,
Biela  u.  A.

Oelfabriken.
Zalesl,  Notis,  Podol,  Ronsowic,  Skuhro,  1  Dresden,  Plauen  b.  Dresden,  Riesa,
Vojkowic,  Hamaik,  Zlonic,  Schlau,  Prag,  ausserdem  mehrere  kleinere  Oelmühlen.
Weinberg,  Voduan.  |

Züudwaaren.

Vysocan,  Lieben,  Karolinenthal,  Smichow,
Weinberg,  Budweis.

Potschappel,  Meissen,  Kölln,  Freiberg.

Spinnereien  für  Baumwolle,  Flachs,  Wolle,  Rosshaar.

Johnsbach,  Bodenbach,  Tetschen,  Eulau,
Aussig,  Dobern,  Bensen,  Höflitz,  Wöhlen,
Elisenthal,  Josephswille,  Algersdorf,  Franzenthal.
  Scharfenstein,  Mertendorf,  Schlau,
Lodenic,  St.  Johann,  Beraun,  Smichow,
Bünaburg,  Leitmeritz.

Dresden,  Freiberg,  Grossenhain,  Oschatz,
Lichtenberg,  Muida,  Dippoldiswalde,  Laubegast, ­
  Ottendorf,  Meissen,  sodann  die  allerdings ­
  entfernter  liegenden  vielen  Spinnereien
bei  Chemnitz.

Bleicherei,  Färberei,  Druckerei.

Leitmeritz,  Auscha,  Wernstadtl,  Karolinenthal, ­
  Smichow,  Holesowice.

Sebnitz,  Hertigswalde,  Saupsdorf,  Hütten
b.  Königsstein,  Dresden,  Hainsberg,  Grossenhain, ­
  Oschatz,  Pirna,  Radeberg,  Deuben.
        <pb n="41" />
        41

Böhmen.

Sachsen.

Leder  und  Lederwaaren.

Aussig,  Kladno,  Beraun,  Vorei,  Ovenez,
Prag,  Vran,  Auscha,  Budín,  Baudnitz,  Lieben,
Smichow,  Holesovic,  Voduan.

Dresden,  Königsstein,  Pirna,  Dippoldiswalde, ­
  Meissen,  Freiberg,  Lommatzsch,  Radeburg, ­
  Oschatz.

Dampf  -  Schneidemühlen.

Leitmeritz,  Kostenblatt,  Baudnitz,  Wegstädtl,
  Kralup,  Unbost,  Slichow,  Holesovic,
Prag,  Weinberg,  Podol,  Zdakow.

Schandau,  Königstein,  Dresden,  Radeberg, ­
  Riesa,  Zehren,  Pirna,  Laubegast,
Meissen.

Holzwaaren,  Meubles,  Goldleisten,  Holzstifte,  Tischler-  und  Böttcherarbeiten.

Prag,  Budweis,  Bubenc.

Rabenau,  Dresden,  Niederspaar,  Radeberg, ­
  Schandau,  Königstein,  Plauen,  Meissen.

Holzstoff  -  Fabriken.

Lieben,  Bubenc,  Karolinenthal.

Königstein,  Bärenstein,  Glashütte,
Rabenau,  Radeberg.

Papier  -  Fabriken.

Tetschen,  Bensen,  Birkigt,  Gastorf,
Bubenc,  Vran,  Renick,  Vras,  Jistec,  Piseck.

Dresden,  Hainsberg,  Sebnitz,  Freiberg,
Weissenborn,  Köttwitz,  Nossen,  Kleinzschachwitz, ­
  Lockwitz,  Wesenstein,  Helfenberger
Grund,  Lockwitzgrund,  Keilbuscb,  Robschütz,
Radeberg.

Dampf
Bodenbacb,  Lobositz,  Leitmeritz,  Theresienstadt, ­
  Raudnitz,  Berkowic,  Vojkowic,
Kralup,  Nuraevic,  Dejvic,  Konopict,  Rotliliradek,
  Pisek,  Budweis,
ausserdem  33  kleinere  Brauereien,  1  bis
2  Meilen  östlich  und  westlich  der  schiffbaren ­
  Elbe  und  Moldau.

■  Bierbrauereien.
Waldschlösschen,  Feldschlösschen,  Felsenkeller, ­
  Reisewitz,  Bayrisches  Brauhaus,
Gambrinus,  Hof  brauhaus,  Plauenscher  Lagerkeller ­
  —  sämmtlich  in  und  bei  Dresden  —
Radeberg,  Meissen,
ausserdem  52  kleinere  Brauereien  in
den  Steuerbezirken  von  Schandau,  Pirna,
Dresden,  Meissen  und  Riesa.

Malzfabriken.
Aussig,  Leitmeritz.  |  Dresden,  Cotta.
Spiritus  -  Fabrikation.

Priessnitz,  Auscha,  Trebnitz,  Doxan,
Budin,  Jenoves,  Schnedowitz,  Liboch,  Citov,
Schopka,  Auzic,  Mühlhausen,  Alt-Bunzlau,
Brandeis  a.  E.,  Klican,  Gr.-Cakovic,  Vysocan,
  Mseno,  Lieben,  Prag,  Litten,  Cisovic,
Gr.-Vosov,  Slaup,  Pisely,  Ourinoves,  Konopist,
  Benesov,  Pribram,  Krchleb,  Hodelic,
Petrovic,  Rothhradek,  Hoch-Chlumec,  Mühlhausen, ­
  Veselicko,  Rataj,  Slavonov,  Vlksic,
Drazic,  Bechyn,  Kalladey,  Hohenhradek,
Rabin,  Nemcic,  Budweis.

Vorhanden  sind  in  den  Steuerbezirken:
Schandau  ...  25  Brennereien,
Pirna  ....  28  „
Dresden.  ...  51  „
Meissen  ....  117  „
Riesa  ....  _8  „
Sa.  229  Brennereien.
Spritfabriken  in  Dresden,  Pirna,  Freiberg, ­
  Neustadt-Stolpen,  Strehla.
        <pb n="42" />
        42

Böhmen.

Sachsen.

Zuckerfabriken.
Lobositz,  Theresienstadt,  Bausovic,
Sullowitz,  Doxan,  Zidovic,  Randnitz,  Unt.-Berkovic,
  Lnzec,  Rousovic,  Bisic,  Auzic,
Hosposin,  Weiwarn,  Svolenoves,  Kralup,
Horomeric,  Vodolka,  Elbekostelec,  Libeznic,
Mratin,  Gr.-Cakovic,  Vinar,  Ourinovcs,
Vysocan,  Libahovic,  Hostivic,  Mseno,  Zlonic,
Schlan,  Studnoves,  Beraun,  Touxiin,  Lieben,
Prag,  Gr.-Vosov,  Königssaal,  Radotin,  Medran, ­
  Konopist,  Protivin,  Budweis.

Vacat.

Hantlelsinülilen.

Tetscben,  Prosnik,  Podlusk,  Lipkovic,
Straskov,  Mseno,  Zlonic,  Kralovic,  Knobis,
Hnidous,  Kladno,  Unhost,  Studnoves,  Ilostovic,
  Unt.-Pocernic,  Smichov,  Sarka,  Relienice,
Malesin,  Dubec,  Mühlhausen,  Pisek.

Schandau,  Wendischfähre,  Dresden,
Plauen  bei  Dresden,  Plauenscher  Grund,
Meissen,  Nossen,  Wurzen,  ausserdem  zahlreiche ­
  kleinere  Mühlen  an  den  Nebenflüssen
der  Elbe.

Chocolade-  und  Cicliorienfabriken.
Bodenbach,  Lobositz  (siehe  auch  Zucker-1  Dresden,  Meissen,  Sobrigau,
fabriken).  i
Wie  für  Böhmen  und  Sachsen,  sind  dieselben  statistischen  Zusammenstellungen
auch  für  das  Verkehrsgebiet  des  Canals  im  Norden  und  zwar  für  Berlin,  für  die
Spree  und  Havel,  die  Wasserwege  von  Berlin  nach  der  Oder,  überhaupt  für
den  Verkehr  per  Bahn  wie  per  Schiff,  welcher  aus  dem  nördlichen  Theil  der  Mark,
aus  Mecklenburg,  Pommern,  namentlich  aber  aus  dem  Verkehrs-Gebiete  der
Oder  mit  den  wichtigen  Seehandelsplätzen  Stettin  und  Swinemünde  dem  Elb-Spree-Canal
  erwachsen  dürfte,  bearbeitet,  mindestens  zu  bearbeiten  versucht  worden.
Wie  bereits  erwähnt,  ist  der  directe  Wasserverkehr  zwischen  Sachsen-Böhmen
einerseits,  der  Oder  und  Ostsee  andererseits  zur  Zeit  nur  schwach  entwickelt.  Sobald
indessen  der  Wasserweg  Riesa-Berlin  durch  den  Elb-Spree-Canal  um  nahezu  %  abgekürzt ­
  sein  wird,  lässt  sich  mit  grosser  Sicherheit  eine  recht  bedeutende  Steigerung  der
directen  Wassertransporte  zwischen  der  Oder  und  der  Ober-Elbe  erwarten,  namentlich
nachdem  die  als  Verkehrsstrassen  den  Anforderungen  der  Zeit  nicht  mehr  entsprechenden ­
  Canal-Verbindungen  des  Friedrich  Wilhelm-  und  des  Finow-Canals  durch  den
bereits  bearbeiteten  directen  Oder-Spree-Canal  ersetzt,  eventuell  nachdem  auch
der  Berlin-Rostocker  Canal  ausgeführt  sein  wird.
Solange  diese  Voraussetzungen  nicht  erfüllt  sind,  kann,  um  möglichst  sicher
zu  gehen,  nur  im  Allgemeinen  auf  die  wachsende  Bedeutung  der  Seehäfen  Stettin,
Swinemünde,  Stralsund,  Greifswalde,  Rostock,  namentlich  im  Waaren-Austausch
  mit  Dänemark,  Schweden  und  den  russischen  Ostseeprovinzen,  sowie
auf  den  steigenden  Schiffahrtsverkehr  der  Havel,  Oder,  Warthe  und  Weichsel
mit  ihrer  Zufuhr  der  land-  und  forstwirthschaftlichen  Producto  aus  dem  nördlichen
Theil  der  Mark  Brandenburg,  aus  Mecklenburg,  Pommern,  Posen,  Ost-  und
Westpreussen  verwiesen  werden.
        <pb n="43" />
        43

Auch  die  Industrie  ist  in  den  genannten  Provinzen  nördlich  und  östlich  von
Berlin  an  manchen  Orten,  z.  B.  Stettin,  Frankfurt  a.  0.,  Landsberg,  Neustadt-Eberswalde,
  Greifswalde,  Rostock  u.  A.  m.  in  erfreulicher  Weise  vertreten,  doch  wird  aus
den  schon  erörterten  Gründen  sich  schwer  zur  Ziffer  bringen  lassen,  welche  Frachtquantitäten ­
  des  industriellen  Verkehrs  dem  Elb  -  Spree  -  Canal  sofort  nach  dessen
Eröffnung  zufliessen  werden.  Der  Verfasser  sieht  deshalb  davon  ab,  aus  diesen  Provinzen
ein  Verzeichniss  der  industriellen  Anlagen,  welche  dem  Elb-Spree-Canal  Frachten  zuführen ­
  könnten,  einzufügen,  umsomehr  da  der  etwaige  Ausfall  an  den  Artikeln  des
industriellen  Bezugs  und  Versands  reichlich  ersetzt  werden  dürfte  durch  den  Verkehr
des  grössten  Industrieplatzes  des  Reichs,  und  zwar  von  Berlin,  das,  fast
unmittelbar  am  Ausgangspunkt  des  Canals  gelegen,  ohne  erhebliche  Bedenken  als  dem
Localverkehr  zugehörig  hätte  betrachtet  werden  können.

Für  Berlin  und  dessen  Umgebung  —  1  bis  2  Meilen  von  den  Grenzen
der  Stadt  entfernt  —  kommen  bei  einer  Bevölkerung  von  ca.  1  300  000  Einwohnern  für
die  Canalfracht  folgende  (theils  grössere,  theils  kleinere)  gewerbliche  Anlagen  in  Frage:

48  Etablissements  für  Bierbrauerei,
23  „  „  Spritfabrikation,
19  „  „  Mühlenfabrikate,
18  „  „  Oelproduction,
12  „  „  Fabrikation  von  Düngemitteln,

56  Eisengiessereien,
78  Etablissements  für

28
29

n

»

»

))

18
25
37
9
6
42
21
16
13
8
23
7
23
11
13
14
31
57

n
n
V
9)
5Î
V
n
n
??

n
5Î
n
99
99
99
77
99
99
99
99
77
99
99
99
99
77
77

17
26

99

99

99

99

12

5?

Maschinenbau,  Werkzeug-  und  Nähmaschinen,
Geldschränke,
Eisenwaaren  (Drahtwaaren,  Drahtseile,  Hufeisen,
Nägel,  Blechspielwaaren,  Blitzableiter  etc.),
Telegraphenbedarf,
Kunstguss,
Kupfer-  und  Messingwaaren,
Zinkguss-  und  Zinkwaaren,
Bleirohre  und  Bleiwaaren,
chemische  Producte,
Farbwaaren,
Cement  und  Cementwaaren,
Chamottemörtel  und  Chamottewaaren,
Knochen  und  Presskohle,
Porzellan,  Steingut,  Oefen,  Thonröhren,
Alabasterwaaren,
Asphalt-  und  Asbestwaaren,
Bautischlerei,
Schiffsbau,
Parquette,
Pianofortebau,
Möbelfabrikation  und  Holzwaaren  aller  Art
(Goldleisten,  Kisten),
Wagenbau,
Fabrikation  von  Billards,  Billardqueues,  Billardbällen, ­

Fabrikation  von  Leim,
        <pb n="44" />
        44

6  Etablissements  für  Fabrikation  künstlicher  Mineralwässer,
21  „  „  „  von  Seife,
10  „  „  „  von  Chocolade,  Zuckerwaaren  und
Cichorien,
7  „  ,,  Zündwaaren,
5  Spinnereien,
45  Appretur-Anstalten  und  Färbereien  und  -
die  grossen  Kalkwerke  von  Rüdersdorf,
Bei  dieser  Zusammenstellung  ist  die  hochentwickelte  Web  in  dus  trie  Berlins
in  Baumwolle,  Wolle,  Seide  und  Halbseide,  die  sehr  ausgedehnte  Production
von  Wäsche  und  Confectionsartikeln,  von  Kleidungsstücken,  Lederwaaren,
Luxusartikeln  u.  A.  m.,  die  der  Wasserfracht  nur  wenig  Frachtobjecte  liefern
werden,  unberücksichtigt  geblieben,  vielmelm  sind  nur  alle  solche  gewerblichen  Branchen
aufgenommen  worden,  deren  Rohstoffe,  Halb  -  und  Ganzfabrikate  bedeutend  in  s
Gewicht  fallen  und  deshalb  den  Wassertransport  gern  benutzen.

In  wie  weit  ferner  der  Bezug  von  Nahrungsmitteln  aller  Art  durch
leistungsfähige  Wasserstrassen  erleichtert  wird,  beweist  die  Versorgung  von  Paris  durch
dessen  Canäle  unmittelbar  vor  der  Einschliessung  der  Stadt  durch  die  deutschen
Heere  im  Jahre  1870.  Nach  dieser  Richtung  hin  kann  und  wird  der  Elb-Spree-Canal
für  die  Versorgung  Berlins  mit  den  Consumtions-Artikeln  der  Haushaltungen  an  Heizmaterialien, ­
  Getreide,  Gemüse,  Fleisch  u.  s.  w.  sehr  wohlthätig  einwirken.

Besondere  Erwähnung  verdient  noch  der  wichtige  Artikel:  böhmische
Braunkohlen.  Die  Production  der  böhmischen  Braunkohle*)  am  südlichen  Abfall  des
Erzgebirges  betrug  im  Jahre  1860  nur  erst  341638  Tonnen,  1870  bereits  1795  526

Tonnen  und  stieg

1874  „  606  247
1875  „  611731
1876  „  533  654
1877  „  552  005
1878  „  563  764
1879  „  592  292

Teplitz-Dux-Komotau-Beckeii
2  699  825  Tonnen
3  566  763  „
3  951  953
4  251908  „
4  411446  „
4  554  022  „
5  109  363  „

Elbogen-Falkenauer  Becken
im  Jahre  1873  auf  448  817  Tonnen
11
11
11
11

Zusammen
3  148  642  Tonnen
4163  010
4  563  684
4  785  572  „
4  963  451
5  117  786  „
5  701  655  „

Das  Absatzgebiet  der  Duxer  Braunkohle  erstreckt  sich  bereits  bis:

Wien,
Innsbruck,
München,
Lindau,
Winterthur,
Zürich,

Gonstanz,
Stuttgart,
Mülhausen  i.  E.,
Colmar,
Marburg  i.  H.,
Cassel,

Hannover,
Braunschweig,
Hamburg,
Lübeck,
Rostock,
Stralsund,

Stettin,
Posen,
Liegnitz,
Hirschberg  i.  S.,
Brünn,
Pressburg,

während  die  böhmische  Braunkohle  vor  10  Jahren  kaum  über  Erfurt,  Nordhausen,
Magdeburg,  Berlin,  Cottbus,  Löbau,  Zittau  und  selbst  in  Böhmen  über  Jungbunzlau
und  Pardubitz  hinaus  gekannt  war.

*)  Anmerk.  Pechar,  Kohlen  und  Eisen  (Berlin,  Jul.  Springer  1878).  —  Pechar,  Studien  über
Auslandstarife  (Prag,  Dominicus  1878).  —  Statistik  des  Böhmischen  Braunkohlen-Verkehrs  (Dresden,
George  Gilbers).
        <pb n="45" />
        45

Was  die  Quantitäten  betrifít,  die  in  den  einzelnen  Städten  zum  Consum
gelangten,  so  bedarf  es  nur  der  Hinweisung  auf  die  nachfolgende  Zusammenstellung,
um  die  ausserordentliche  Zunahme  des  Consums  klar  zu  legen.  Es  wurden  an
böhmischen,  speciell  an  Duxer  Braunkohle  bezogen  von:

Jahr

Dresden

Magdeburg

Berlin

Leipzig

Hamburg

Metrische  Tonnen

1867
1868
1869
1870
1871
1872
1873
1874
1875
1876
■  1877
1878
1879
1880

?
92  015
97  445
109  482
127  245
113  525
140  033
181  607
214  114
213483
207  701
285347
226  311
238  016

?
106  348
131  242
139  872
130  682
188  561
117  721
156  006
185  366
163  614
156  063
185  022
222  202
265856

21  320
49  764
40  400
50  563
58  740
99  946
111503
122  637
163  376
178  976
187  748
180  922
190  611
188039

19  030
20  450
22  910
30  240
42  030
45  297
59  280
73  690
87  319
79  092
85305
81071
90  879
83935

?
?
1947
2  010
2  465
2178
22  310
18  907
22  049
9  442
15  760
12  204
19  938
25  041

Zu  Wasser  wurden  böhmische  Braunkohlen  befördert  u.  A.

in  1877

in  1880

nach
11
1)
71
11
11
17
11
11
11
11

11
77
11
11
77

Berlin
Brandenburg
Burg
Dessau
Dresden
Hamburg
Havelberg
Königstein
Magdeburg
Meissen
Mühlberg
Pirna
Potsdam
Riesa
Schandau
Schöneheck
Tangermünde
Torgau
Westerhüsen
Wittenberg
Wittenberge

11  448  Tonnen,

22  716
6889
8088
35  542
15  740
7  930
1979
126  037
17  334
7  831
6  724
1590
9  531
6  812
29  379
8  896
16  598
10  254
19  636
10  760

V

V

7  585  Tonnen

36  245
15  239
25  934
61  084
25  016
11480
3  160
259  621
38  095
16  755
15  869
13  905
21434
5890
56  184
18  060
2  271
16  980
30  624
30  202

V

Sa.  361  714  Tonnen.  731  433  Tonnen.
        <pb n="46" />
        46

Nach  diesen  21  Orten  ist  binnen  3  Jahren  die  Zufuhr  böhmischer  Braunkohlen  per
Wasser  um  das  Doppelte  gestiegen,  und'  nur  Berlin  ist  fast  die  einzige  Stadt,  die
darin  keine  Zunahme  aufzuweisen  hat,  während  andere  Plätze  des  Wasserverkehrs,
selbst  das  viel  weiter  entfernte  Hambimg,  ihren  Bezug  gesteigert  haben.  Zum  Vortheil
der  Consumenten  wird  der  Elb-Spree-Canal  gerade  hier  berufen  sein,  der  Wasserstrasse
zu  ihrem  Recht  zu  verhelfen.
Nach  einer  Zusammenstellung  des  statistischen  Bureaus  der  Niederschlesisch-Märkischen
  Eisenbahn  gelangten  nämlich  in  1879  nach  Berlin
Steinkohlen  Braunkohlen
per  Eisenbahn  858  106  Tonnen  347  484  Tonnen
„  Wasser  95  025  „  9  604  „
953  131  Tonnen  357  088  Tonnen
in  Summa  1  310  229  Tonnen.

Von  diesem  Quantum  sind  55  547  Tonnen  Stein-  und  66  236  Tonnen  Braunkohle ­
  aus  Berlin  wieder  aus-  bezw.  durch  Berlin  durchgeführt  worden,  so  dass  auf
den  Jahresconsum  der  Stadt  entfallen:
897  584  Tonnen  Steinkohlen
288  852  „  Braunkohlen
Sa.  1  186  436  Tonnen.

Man  wird  der  Wirklichkeit  ziemlich  nahe  kommen,  wenn  man  den  Werth  der
im  Jahre  1879  in  Berlin  verbrannten  Kohlen  auf  20  Millionen  Mark  beziffert.  Den
weitaus  grössten  Th  eil  des  Berliner  Steinkohlenbedarfs  von  1879  lieferte

Oberschlesien,  mit
England  lieferte
Niederschlesien
das  Ruhr-Revier
das  Zwickauer  Revier
während  von  den  Braunkohlen  etwa
Sprungs  waren.

635  360  Tonnen  =  70,78  %.
92  077  „  =  10,26%,
91185  „  =  10,16%,
70  387  „  =  7,90  Vü?
8  075  „  =  0,90  Vo,
%  Böhmischen  und  40  Vo  Preussischen  Ur-Per

  Eisenbahn  sind  also  im  Jahre  1879  858  106  Tonnen  Steinkohlen  nach
Berlin  gekommen,  zu  Wasser  nur  95  025  Tonnen,  von  Braunkohlen  per  Eisenbahn
347  484,  per  Wasser  nur  —  9604  Tonnen,  Hierbei  muss  überraschen,  wie  wenig
Braunkohlen  zu  Wasser  nach  Berlin  kommen.  Die  Erklärung  liegt  darin,  dass  der
Umweg  per  Wasser  zu  gross  ist.  Die  Braunkohlen-Fracht  beträgt  per  Bahn  aus  Böhmen
nach  Berlin  95  Mark;  per  Wasser  (Elbe,  Havel,  Spree)  sinkt  sie  zwar  auf  70  Mark  herab,
wird  sich  aber,  wenn  der  Canal  fertig  ist,  auf  nur  55  Mark  stellen.  Nun  gehen
böhmische  Braunkohlen  per  Wasser,  meist  jedoch  per  Bahn  bereits  weit  über  Berlin
hinaus  bis  Hamburg,  Lübeck,  Kiel,  Rostock,  Stettin,  bis  weit  nach  dem  Osten  Pommerns
hinein,  östlich  nicht  blos  in  das  Odergebiet,  sondern  bis  in  das  der  Warthe,  nahezu
bis  zur  Weichsel.  Der  Absatz  ist  im  Norden  Deutschlands,  besonders  in  der  Richtung
des  Elb-Spree-Canals,  mit  jedem  Jahre  gestiegen,  immer  weitere  Kreise  sind  dem  Verbrauch ­
  böhmischer  Braunkohlen  erschlossen  worden.  Gelangen  diese  Brennstoffe  zu
ermässigten  Frachtsätzen  per  Wasser  nach  Berlin,  so  eröffnen  sich  von  hier  aus  der
Wasserverbindung  weitere  Wege  und  zwar  um  so  mehr,  wenn  die  längst  geplanten
Canäle  von  Berlin  nach  der  Oder  und  von  Berlin  nach  Rostock  zur  Ausführung  gelangt
sein  werden.  Wenn  in  1880  auf  der  Elbe  950  000  Tonnen  Braunkohlen  zumeist  für
die  Elb-Häfen  bis  Hamburg  transportirt  worden  sind,  so  wird  ein
auf  550  000  Tonnen  geschätztes  Quantum  böhmischer  Braunkohlen
        <pb n="47" />
        47

als  Fracht  per  Canal,  bestimmt  für  Berlin,  Havel  abwärts  bis  etwa  Brandenburg  und
Havelberg,  ost-  und  nordwärts  bis  in  das  Verkehrsgebiet  der  Oder,  Warthe  und  \feichsel,
eventuell  bis  nach  Mecklenburg  nicht  als  zu  hoch  berechnet  anzusehen  sein.
Unter  Berücksichtigung  der  Fracht-Ermässigungen,  welche  der  Canal  bieten
wird,  sowie  unter  sorgfältiger  Erwägung  des  Bedarfs  an  den  Orten  und  in  den  Bezirken,
bis  zu  welchen  die  einzelnen  Artikel  noch  mit  Vortheil  versendet,  bez.  bezogen  werden
können,  sind  für  den  Gesammt-Verkehr  des  Elb-Spree-Canals  —  vorwiegend
•freilich  nach  Schätzung  —  die  folgenden  Hauptposten  anzunehmen.

Localverkehr  (Köpenick  bis  Grödel-Riesa)  Tonnen
Vom  directen  Eisenbahnverkehr  (Richtung  des  Canals)  „
Böhmische  Braunkohlen  für  Berlin,  havelabwärts  bis  etwa  Brandenburg ­
  und  Havelberg,  ost-  und  nordwärts  bis  in  das  Verkehrsgebiet ­
  der  Oder  und  Warthe  „
Steinkohlen  von  Zwickau  und  Lugau-Oelsnitz  bis  Riesa-Langenberg
  mit  Chemnitz-Riesaer  Bahn  „
Sandsteine  der  Sächsischen  Schweiz,  Bau-  und  Pflastersteine,
Granit  von  Sebnitz  und  Neustadt,  Granit  und  Porphyr  des
Plauenschen  Grundes  bei  Dresden  und  des  Elbthals  von  Meissen
bis  Seusslitz,  Granulit  von  Dornreichenbach  bei  Wurzen  (mit
Leipzig-Dresdner  Bahn  bis  Riesa),  Basalt  und  Basaltschotter
als  Strassenbau-Material  aus  Böhmen,  Ziegelsteine,  Schiefer  .  „
Kalk  aus  Maxen  bei  Dresden,  Miltitz  bei  Meissen,  Weinböhla  an
der  Leipzig-Dresdener  Bahn,  Ostrau  an  der  Chemnitz-Riesaer
Bahn  in  der  Richtung  nach  Berlin,  sowie  Rüdersdorfer  Kalk
in  der  Richtung  nach  Sachsen  „
Landwirthschaftliche  Producto:  Getreide,  Hülsenfrüchte,  Oelsaaten,
  Sämereien,  Mühlenfabrikate,  Obst,  Kartoffeln,  Heu,
Stroh,  Düngemittel  „
Bau-  und  Nutzholz  aller  Art,  roh  und  geschnitten  aus  Böhmen
und  Sachsen  in  der  Richtung  Berlin.  Kieferne  Hölzer  in  der
Richtung  nach  Sachsen  über  Berlin.  Ausländische  Holzarten  „
Anderweite  Rohstoffe  der  Industrie  als  Wolle,  Flachs,  Baumwolle, ­
  Chemikalien,  Häute,  Thon,  Erden,  Roheisen,  andere
Metalle,  Cement,  Salz,  Zucker,  Petroleum,  Oel,  Thran,  Harze,
Säuren,  Colonialwaaren,  Halbfabrikate  der  Industrie,
billige  Industrieproducte  und  zwar:
Zuwachs  des  bisherigen  Verkehrs  aus  Böhmen  per  Elbe
und  Bahnen,  durch  die  sächsischen  Bahnen,  welche  in
Schandau,  Pirna,  Dresden,  Meissen,  Langenberg  und  Riesa
einmünden,  durch  die  Oberlausitzer,  Halle-Sorauer,  eventuell ­
  Berlin-Anhalter,  Berlin-Görlitzer  und  Berlin-Dresdener ­
  Bahn,  sowie  durch  die  anderen  in  Berlin  einmündenden ­
  Bahnen  und  Wasserstrassen  „

250  000
50  000
550  000
50  000

250  000

30  000
160  000
140  000

170  000

Gesammtverkehr  ...  Sa.  Tonnen  1650  000
        <pb n="48" />
        48

Diese  Ziffer  von  1650  000  Tonnen  wird  kaum  überraschen,  denn  nach
Bellingrath*)  transportirten  pro  Meile  1873
der  Canal  latéral  à  l’Oise  .  .
„  „  de  Manicamp  .  .  .
„  „  de  St.  Quentin  .  .
die  canalisirte  Schelde  .  .  .
die  canalisirte  Oise
der  Erie-Canal
die  Elbe  bei  Schandau  1879  .
die  Ober-Elbe  bei  Hamburg  1879
Nun  sind  die  französischen  bez.  auch  die  belgischen  Canäle  durchaus  nicht  entsprechend ­
  den  Dimensionen,  welche  für  den  Elb-Spree-Canal  geplant  sind,  also  keineswegs ­
  gleich  leistungsfähig,  so  dass  es  durchaus  nicht  befremden  dürfte,  wenn  für  den
Elb  -  Spree  -  Canal  ein  höheres  Quantum  angenommen  würde,  weil  die  Transport-Verhältnisse
  günstiger  sein  werden,  als  bei  den  meisten  iremden  Canälen.
Y.
Nachdem  der  Gesammtverkehr  des  Elb-Spree-Canals  zu
1  650  000  Tonnen,  welche  die  ganze  Canalstrecke  passiren,
festgestellt  bez.  angenommen  worden  ist,  kann  in  die  eigentliche  Rentabilitäts-Berechnung
  eingetreten  werden.
Um  dieselbe  zu  vereinfachen,  ist  es  wünschenswerth,  dass  in  derselben  Weise,
wie  die  Güter  des  Localverkehrs  in  Durchgangsgut,  das  die  ganze  Canalstrecke  passirt,
umgerechnet  bez.  reducirt  worden  sind,  für  die  neue  Wasserstrasse  von  der  Elbe
(Grödel-Riesa)  bis  zu  dem  Hauptverkehrsplatze  Berlin  die  Zahl  der  zu  berechnenden
(vom  Schiffer  zu  zahlenden)  Tarif-  oder  Nutzmeilen,  also  die  Tariflänge  des
neuen  Wasserwegs  einheitlich  festgestellt  werde.
Der  eigentliche  Canal  von  Grödel  bis  Königs-Wusterhausen  ist  134,4  Kilometer ­
  lang;  von  Königs-Wusterhausen  bis  Berlin  beträgt  die  Entfernung  auf  Dahme
und  Spree  noch  30,o  Kilometer,  sodass  der  gesammte  neue  Canalweg  von  der  sächsischen
Elbe  bis  Berlin  sich  auf
164,4  Kilometer  =  21,92  Meilen,  rund  22,oo  Meilen.
beläuft.
Mit  Rücksicht  darauf,  dass  der  Schiffer  auf  der  18  Meilen  langen  Strecke
Gröditz  —Königs-Wusterhausen  Canalgebühren  und  (bei  Tauereibetrieb)  die  Kosten  der
Fortbewegung,  auf  der  4  Meilen  langen  Route  der  Dahme  und  Spree  nur  den  Aufwand
für  den  Transport  seines  Schiffes  (also  ohne  Canalgebühren)  zu  entrichten  haben  wird,
soll  die  ganze  Wasserstrasse  Gröditz—Berlin  zu
20  Tarif-  oder  Nutzmeilen  ==  150  Tarifkilometer
angenommen  werden.

1  694  097  Tonnen
1  662  153
1  480  696
1  018  864
1  220  505
3  500  000  „
1  593  460  „
1344  345  „

*)  Bellingrath,  Studien  über  Bau-  und  Betriebsweise  eines  deutschen  Canalnetzes  (Berlin,
Ernst  und  Korn  1879).
        <pb n="49" />
        49

Für  die  Rentabilitäts-Berechnung  sind  daher  die  folgenden  Zahlen  einzusetzen  :
40  000  000  Mark  Baucapital,
1  650  000  Tonnen  Gesammtfracht,
20  Tarifmeilen  =  150  Tarif-Kilometer.

Man  kann  nun  zuerst  fragen:
Welche  Transportquantitäten  sind  für  einen  Canal  erforderlich, ­
  wenn  das  Anlage-Capital  nach  Abzug  der  Kosten
des  Betriebes  und  der  Unterhaltung,  der  Amortisation,  der
Verwaltung  u.  s.  w.  4%  oder  5%  ergeben  soll?

M.  Krantz  berechnet  nach  A.  Gobert  (La  question  des  canaux,  Paris  1881)
die  Gesammt-Transportkosten  der  Fracht  auf  den  französischen  Canälen  für
180  000  Fres.  Baukosten  pro  Kilometer  und  unter  der  Annahme  einer  Verzinsung  des
Anlage-Capitals  inch  Amortisation  von  5,65%  pro  Tonnen-Kilometer:

bei  50  000  Ton.  Gesammtfracht  auf  24,74  cent.

100  000  „
200  000  „
300  000  „
600  000  „
900  000  „
1  000  000  „
2000000  _

,,  13,12
r  7,30
„  5,37
„  3,44
„  2,79
„  2,66
»  2,08

Für  die  belgischen  Canäle  berechnet  Gobert  nach  derselben  Methode,
jedoch  nur  mit  4%  Verzinsung  pro  Tonnen  -  Kilometer  an  Frachtkosten:

bei

50  000  Ton.  Gesammtfracht  auf  18,46  cent.

100  000  „
200  000  „
300  000  „
400  000  „
500  000  „
600000  „
700  000  „
800  000  „
900  000  „
1000000  „
1  500  000  „
2  000  000  „

n  9,81  „
„  5,48  „
„  4,04  „
„  3,32  ,
„  2,89  „
„  2,61  „
„  2,39  „
„  2,24  „
„  2,12  „
„  2,02  „
M  i,74  „
„  1,59  „

Für  den  Elb  -  Spree  -  Canal  stehen  nach  unserer  Aufstellung  1  650  000  Tonnen
zur  Verfügung.  Nach  den  Berechnungen  von  Krantz  würde  pro  Tonnen  -  Kilometer
ein  Frachtsatz  von  etwa  2,40  cents  =  1,92  Pfr,  nach  den  Aufstellungen  von  Gobert
mit  allerdings  nur  4  %  Verzinsung  ein  Frachtsatz  von  1,74  cents  =  1,39  Pf.  nothwendig
  sein.  Es  entspricht  dies  nach  der  Berechnung  von  Krantz  0,72  Pf.  pro
Centnermeile,  nach  denen  von  Gobert  0,52  Pf.  pro  Centnermeile.  Dabei  ist  aber  der
sehr  ins  Gewicht  fallende  Umstand  noch  nicht  in  Betracht  gezogen,  dass  die  Baukosten
des  Elb-Spree-Canals  pro  Kilometer  nicht  180  000  Fres.,  sondern  erheblich  mehr
betragen  werden,  während  wiederum  die  grösseren  Dimensionen  des  projectirten  Canals
zu  dessen  Gunsten  sprechen.
        <pb n="50" />
        50

Gleichfalls  wenig  günstig  für  den  vorliegenden  Fall  ist  eine  Aufstellung  des
Herrn  Geheimrath  Meitzen.  In  seinen  „Topographischen  Erwägungen  für  den  Bau
von  Canälen  (S.  23)  giebt  Meitzen  folgende  Verhältnisszahlen  an:

wenn  der  Canal  auf  die  Meile  seines  Laufes

Es  erfordert  ein

durchschnittlich  kostet  an  Anlagekosten

Canal-Gebühren-Tarif
  für  Ctr.
und  Meile  von

300  000  Thlr.  |  200  000  Thlr.  |  150  000  Tlilr.
(bei  5  7o  Verzinsung  und  l'/^  7o  Unterhaltung
und  Verwaltung)

0,150  Pf.
0,200  „
0,250  „

45  000  000  Ctr.
33  750  000  „
27  000  000  „

30  000  000  Ctr.
22  500  000  „
18  000  000  „

22  500  000  Ctr.
IG  875  000  „
13  500  000  „

Um  5%  Verzinsung  und  VU%  des  Capitals  für  Unterhaltung  und  Verwaltung
zu  erlangen,  würde  hiernach  bei  300  000  Thlr.  Baukosten  pro  Meile  und  hei
27  000  000  Ctr.  Fracht  eine  Canalgebühr  von  0,25  Pf.  pro  Centner  und  Meile  (0,66  Pf.
pro  Tonnen-Kilometer)  erforderlich  sein.  Nun  hat  zwar  der  Elb-Spree-Canal  voraussichtlich ­
  eine  höhere  Fracht  als  nur  27  000  000  Ctr.,  dies  wird  aber  mehr  als  reichlich ­
  dadurch  aufgewogen,  dass  die  Baukosten  pro  Meile  aut  über  700  000  Thlr.  zu
stehen  kommen.  Darnach  würde  der  Elb-Spree-Canal  zu  den  von  Meitzen  angenommenen ­
  Canalgebühren  sich  kaum  rentiren.  Doch  ist  nicht  zu  übersehen,  dass  für
den  Elb-Spree-Canal  der  Betrieb  durch  Tauerei  angenommen  ist,  während  Meitzen
—  und  ganz  dasselbe  gilt  auch  für  die  Aufstellungen  von  Krantz  und  Gobert  —
bei  der  Berechnung  voraussetzt,  dass  der  Schiffer  für  sein  eigenes  Fortkommen
sorgt,  mag  dies  nun  durch  Segel,  Pferdebetrieb  oder  Menschenkraft  geschehen.
Mit  Rücksicht  darauf,  dass  der  oder  die  Unternehmer  des  Canals  (wobei  es
vorläufig  gleichgiltig  ist,  ob  dies  der  Staat  oder  eine  Actien-Gesellschaft  sein  wird)
durch  Anlage  von  Tauerei  auch  für  die  Fortbewegung  der  Schiffe  sorgen  werden,  hat
Herr  Director  Bellingrath  in  seinem  verdienstlichen  Werke:  „Studien  über  den  Bau
und  die  Betriebsweise  des  deutschen  Canalnetzes“  sehr  sorgfältige  Rentabilitäts-Berechnungen ­
  der  Canäle  aufgestellt.  Unter  der  Voraussetzung,  dass  ein  Canal  für  Schiffe
von  7000  Ctr.  Tragkraft  eingerichtet  ist,  welche  Voraussetzung  hier  zutrifft,  ergiebt  nach
Bellingrath  ein  solcher  Canal  bei  20  000  000  Ctr.  Fracht  5%,  bei  25  000  000  Ctr.
6,3%,  bei  30  000  000  Ctr.  7%  Reinertrag.  Freilich  setzt  Bellingrath  voraus,  dass
die  Baukosten  pro  Meile  nur  1800  000  M.  erreichen.  Da  nun  der  Elb-Spree-Canal
2  200  000  M.  Baukosten  pro  Meile  verlangt,  so  würde  nach  diesen  theoretischen
Erörterungen  bei  33  000  000  Ctr.  Totalverkehr  die  Rente  circa  6%  betragen.
Anstatt  sich  auf  diese  vorwiegend  theoretischen  Methoden  zu  verlassen,  kann
man  auf  einem  andern  und  zwar  dem  empirisch-practischen  Wege  zu  einer
Rentabilitäts-Berechnung  gelangen,  sobald  man  zuerst  erwägt,  welche  Fracht-Forderung
  noch  zulässig  sein  dürfte,  richtiger  vielleicht,  welche  Fracht
der  Schiffer  ohne  zu  grosse  Belastung  zu  zahlen  im  Stande  ist,  und  darnach
unter  Zugrundelegung  des  zu  erwartenden  Gesammtverkehrs  die  Einnahmen ­
  aus  den  Canalgebühren  berechnet.
Nach  dem  Geschäftsbericht  der  Ketten  -  Schleppschiffahrts  -  Gesellschaft  der
Oberelbe  zu  Dresden  für  1880  betrugen  die  durchschnittlichen  Frachtpreise  für  die
wichtigsten  Elbschiffahrtsgüter
        <pb n="51" />
        #

e

4

51

pro  Kilometer-Tonne  in  Pfennigen
a)  bergwärts

Kilom.

1877

1878

Baumwolle
Düngemittel
Eisen,  roh
Farbhölzer  in  Stücken
Getreide
Harz,  ordinär
Kaffee
Petroleum
Schiefer
Stückgüter

Hamburg-Dresden
desgl.
desgl.
desgl.
desgl.
desgl.
desgl.
desgl.
desgl.
desgl.

581
581
581
581
581
581
581
581
581
581

P,80
1,46
1,40
1,67
1,72
1,72
E89
2,06
1,54
1^9

1,67
1,37
1,37
1,54
1,46
1,54
1,80
1,72
1,37
1,80

Braunkohlen
desgl.
Getreide  .  .  .
Rohzucker  .  .
desgl.  .  .

b)  thalwärts

Aussig-Magdeburg
Aussig-Hamburg
Dresden-Hamburg
Aussig-Hamburg
Dresden-Hamburg

371
671
581
671
581

1,46
0,67
1,03
1,12
1,09

1,21
0,61
0,90
1,17
0,90

1879

1880

1,46
1,25
1,23
1,46
1,20
1,37
1,72
1,54
1,29
1,72

1,67
1,27
1,27
1,54
1,37
1,54
1,89
1,80
1,37
1,80

1,11
0,56
0,90
1,00
0,83

1,05
0,56
0,90  ■
0,78  —
0,79

Nach  der  vorstehenden  Tabelle  betrugen  die  Frachtpreise  pro  Kilometer-Tonne
  in  1880  bergwärts  von  1,27  bis  1,89  Pf.,  thalwärts  für  besonders  bevorzugte
Massen-Artikel  von  0,78  bis  1,05  Pf.

Der  Canal  ist  150  Tarif-Kilometer  lang.  Nimmt  man  1  Pf,  Canalgebühren
pro  Tonnen-Kilometer,  was  %  Pf.  =  0,375  Pf.  pro  Centner-Meile  entsprechen  würde,  in
Aussicht,  so  erhält  man:

1  650  000  Tonnen  X  150  Km  X  1  Pf.
=  M.  2475000  Einnahme,

d.  h.  eine  Verzinsung  des  Anlagecapitals  zu  6,18%  jedoch  noch  ohne  Amortisation, ­
  ohne  Deckung  der  Verwaltungs-  und  Betriebskosten,  dagegen  unter  der  Voraussetzung, ­
  dass  der  Schiffer  für  sein  Fortkommen  durch  Segel,  Pferdezug  oder  Menschenkraft ­
  selbst  sorgt.  Nun  ist  aber  für  den  Canal  ein  schnellerer  Betrieb  gedacht.  Durch
die  Tauerei  sorgt  die  Canal-Gesellschaft  für  das  Fortkommen  des  Schiffers,  wie  sie  gleichfalls ­
  übernehmen  muss,  über  die  in  der  Canalstrecke  vorhandenen  2  geneigten  Ebenen
den  Transport  mittelst  Eisenbahn  zu  bewirken.  Sowohl  mit  Rücksicht  hierauf,  als  auch
unter  der  Erwägung,  dass  der  Canal  den  Wasserweg  um  nahezu  %  der  gegenwärtigen
Länge  abkürzt,  kann  nach  Ansicht  des  Verfassers  eine  höhere  Canalgebühr,  als  1  Pf.
per  Tonnen-Kilometer  in  Ansatz  gebracht  werden.
Rechnet  man  im  Durchschnitt  Pf.  Canalgebühr  inch  Schlepp-Lohn  pro
Tonnen-Kilometer,  wobei  nicht  ausser  Acht  zu  lassen  ist,  dass  die  grossen  Massen-Artikel,
  wie  Kohlen,  Steine,  Holz  etc.  billiger,  die  höherwerthigen  Artikel  und
namentlich  die  Stückgüter  etwas  theurer  zu  fahren  sein  werden,  so  ergiebt  sich
folgende  Berechnung:
1650000  Tonnen  X  150  Km.  X  Pf.
=  3  712  500  M.  Einnahme.

Um  den  Betrag  von  Pf.  per  Tonne  und  Km.  in  den  etwas  gangbareren  Begriff
der  Berechnung  nach  Ctr.-Meilen  umzusetzen,  sei  bemerkt,  dass  Há  Pf.  per  Ton.-Km.
entsprechen  ®/i6  Ph  =  0,563  Pf.  per  Ctr.-Meile.
        <pb n="52" />
        Von  jener  Einnahme  sind  aber  die  Kosten  der  Unterhaltung  und  des  Betriebs,
der  Verwaltung  und  der  Amortisation  noch  abzuziehen.  Diesen  soeben  bezeichneten
jährlich  zu  deckenden  Aufwand  berechnet  Director  Bellingrath,  *)  den  wir  als  höchst
competenten  Beurtheiler  in  dieser  Angelegenheit  anzusehen  haben,  zu  jährlich
1065  000  Mark  für  18  Meilen,  für  22  Meilen  demnach  zu  rund  1  300  000  Mark.
Die  berechneten  Einnahmen  betrugen  .  Mark  3  712  500.  —,
der  jährlich  zu  deckende  Aufwand.  .  .  „  1300  000.  —,
es  ergiebt  sich  somit  Ueberschuss  Mark  2  412  500.  —.
=  6,03  des  Anlage-Capitals.
Bis  jetzt  ist  die  Berechnung  so  angestellt  worden,  als  ob  jeder  Schiffer  den
Canal  mit  vollbeladenem  Schiffe  passirte.  Das  ist  keineswegs  immer  der  Fall;  es  wird
vielmehr  verkommen,  dass  der  Schiffer,  weil  die  Rückfracht  fehlt,  den  Canal  mit
leerem  Schiffe  befährt,  selbstverständlich  aber  auch  in  diesem  Falle  eine,  wenn  auch
sehr  niedrige  Canalgebühr  zu  entrichten  hat.
Eine  andere  controlirende  Berechnungs-Methode  würde  daher  von  der  Untersuchung ­
  auszugehen  haben,
in  welcher  Weise  sich  die  berechnete  Cesammt-Fracht  auf
die  Schiffe,  deren  verschiedene  Ladungsfähigkeit  und  deren
abweichende  jedesmalige  Belastung  vertheilt.
In  seinem  schon  erwähnten  Bericht  von  1872  nimmt  Director  Bellingrath  für
den  Elb-Spree-Canal  einen  Verkehr  von  5000  Fahrzeugen  mit  einer  Gesammt-Fracht
von  30  250  000  Ctr.  =  1512  500  Tonnen  an.  Vorausgesetzt  wird  weiter,  dass  die
Schiffe  mit  voller  Ladung  zu  Thal  und  nur  mit  durchschnittlich  Vio  Ladung  zu  Berg
gehen,  und  dass  sich  die  Fahrzeuge  in  folgender  Weise  vertheilen:

*)  Anmerkung.  In  seinem  Bericht  an  die  Jahresversammlung  des  Central-Vereins
  für  Hebung  der  deutschen  Fluss-  und  Canalschiffahrt  (Dresden  1872)  berechnet
Bellingrath  die  jährlichen  Ausgaben  für  den  Elb-Spree-Canal  —  und  zwar  nur  für
den  18  Meilen  langen  Canal,  nicht  mit  für  den  Tauereibetrieb  auf  der  4  Meilen  langen
Strecke  der  Dahme  und  Spree  —  in  folgender  Weise:

1.  Unterhaltung  des  Canals  Thlr.  20  000
2.  „  und  Betrieb  der  geneigten  Ebenen  „  9  000
3.  „  „  „  „  Transportwagen  „  11  000
4.  „  „  „  „  Locomotiven  .  .  „  49  000
5.  „  „  „  „  Tauschiffährt  .  „  150  000
6.  Allgemeine  Verwaltung  .,  25  000
Thlr.  264  000
Zu  den  jährlichen  Ausgaben  tritt  eine  Amortisation  der  maschinellen  Einrichtungen ­
  im  Werthe
von  Thlr.  1340  000  à  5%  Thlr.  67  000
des  Stahldrahtseiles  im  Werthe  von
Thlr.  192  000  à  1216%  24  000
Thlr.  91000
so  dass  der  gesammte  jährlich  zu  deckende  Aufwand
264  000  -f  91  000  =  Thlr.  355  000

beträgt.
        <pb n="53" />
        Zahl  der  Mit
Fahrzeuge.  Ladungsfáhigkeit.

700
800
1000
1000
800
700
5000

3000  Ctr.
4000  ^
5000  „
6000  „
7000  „
80(^  «

Ladung  zu
Berg.
2  100  000  Ctr.
3  200  000  „
5  000  000  „
6  000  000  „
5  600  000  „
5  600  000  ^
27  500  000  Ctr.

Ladung  zu
Thal.
210000  Ctr.
320  000  „
500  000  „
600  000  „
560  000  „
560  000  „
2  750  000  Ctr.

Demnach  ergieht  sich  eine  Gesammtleistung  von
30  250  000  Centner.
In  seinen  Berechnungen  fährt  sodann  Bellingrath  fort:
Der  Schlepplohn  für  leere  Fahrzeuge  beträgt  auf  der  Elbe  für  Fahrzeuge  von
Ladungsfähigkeit
3000  4000  5000  6000  7000
pro  Meile  5,00  5,80  6,60  7,40  8,20
Der  Canalzoll  inch  Schlepplohn  betrage  4,00  5,00  6,00  7,00  8,00
Für  die  doppelte  Canallänge  ergieht  dies  eine  Einnahme  von
700  Fahrzeuge  auf  40  Meilen  à  Mark  4  Mark  112  000
8W  ^  ^  ^  ^  5  ^  1600^
^  .  »  n  6  ^  21400^
1^^  n  ^  »  7  »  S!80Œ^
Sm  ,,  ^  ^  ,  8  ^  2^60^
700  „  „  „  „  „  „  9  „  252  000

8000  Ctr.
9,00  Mark.
9,00  „

Mark  1  300  000

Der  Schlepplohn  für  die  Ladung  beträgt  auf
der  Elbe  pro  100  Centner  und  Meile  30  Pf.
Der  Canalzoll  inch  Schlepplohn  betrage  37,5  Pf.,
so  ergieht  dies  für  30  250  000  Centner  auf  20  Meilen  .  Mark  2  268  750
Summa  der  Einnahme  Mark  3  568  750
Wird  hiervon  der  Jahresaufwand  mit  obigen  .  „  1  300  000
abgezogen,  so  bleiben  zur  Verzinsung  Mark  2  268  750
oder  5,67%  von  Mark  40000000  Baukapital,
hei  einem  Frachtquantum  von  nicht  hlos  30  250  000  Ctr.,  sondern  von  33  000  000  Ctr.
=  1650  000  Tonnen  dagegen  eine  Verzinsung,  die  dem  schon  auf  andere  Weise
berechneten
Reinerträge  von  ca.  6  %
sehr  nahe  steht.

VI.
Bei  diesen  Berechnungen,  die  zwar  auf  absolute  Richtigkeit  keinen  Anspruch
machen,  schon  deshalb,  weil  der  Schätzung  und  Wahrscheinlichkeits-Annahme  ein  weiter
Spielraum  gelassen  werden  musste,  die  jedoch  als  annähernd  zutreffend  anzusehen  sein
möchten,  sind  einige  nicht  unwichtige  Factoren  bis  jetzt  noch  gar  nicht  in  Betracht
gezogen  worden.
        <pb n="54" />
        54

Gewisse,  von  vornherein  nicht  oder  nur  sehr  unsicher  zu  bemessende,  Einnahmen ­
  werden  sich  erzielen  lassen;
aus  dem  Reingewinn,  den  die  Canal-Unternehmer  eventuell
mit  ihren  eignen  Frachtschiffen  verdienen;
durch  Landverpachtung  an  beiden  Seiten  des  Canals;
durch  Ein-  und  Ausladegebühren  (Krahngelder);
durch  Fischerei-  und  Weiden-Nutzung;
durch  Gebühren  für  die  in  den  Canal  geleiteten  Zubringerund
  Stichcanäle;
durch  Abgaben  für  Wasserbenutzung  mancher  in  der  Nähe
des  Canals  liegenden  gewerblichen  Etablissements.
Alle  diese  Einnahmen  sollen  indessen  zur  Deckung  für  etwaige  Betriebs-Ausfälle
in  Reserve  gestellt  werden.
Weit  mehr  ins  Gewicht  fällt  dagegen  für  die  Aufstellung  der  Rentabilitäts-Berechnung
  die  vielfach  ausgesprochene  Erwartung,
dass  die  für  den  projectirten  Canal  interessirten  Gemeinden,
Kreise  und  Provinzen,  schliesslich  die  Regierungen  und
Landes-Vertretungen  der  Königreiche  Preussenund  Sachsen,
falls  der  Canal  nicht  durch  den  Staat  selbst,  sondern  durch
Privatunternehmer  gebaut  wird,  entweder  einen  entsprechenden ­
  Zuschuss  zum  Bau-Capital  leisten  oder  einen
Theil  der  Zinsen  garantirem
Eine  derartige  ausserordentlich  förderliche  Unterstützung  des  Unternehmens
würde  an  der  berechneten  Rentabilität  einem  Bau-Capital  von  40  Millionen  Mark
gegenüber  nur  dann  eine  Aenderung  ergeben,  wenn  etwa  ein  Zuschuss  à  fond  perdu
geleistet  und  damit  das  zu  verzinsende  Anlage-Capital  vermindert  würde.  Sollte  die
Unterstützung  in  Form  einer  Zinsgarantie  oder  in  anderer  Weise  erfolgen,  so  würde
mindestens  der  Beschaffung  des  Actien-Capitals  aus  Privatmitteln  eine  sehr  anerkennenswerthe
  Erleichterung  zu  Theil  werden.
Die  namhaften  Vortheile,  welche  der  projectirte  Canal  dem  Verkehr  zu  bieten  verspricht, ­
  kommen  in  erster  Linie  den  Interessenten  und  Adjacenten  zu  Gute.  Hierbei  sind
bis  jetzt  die  von  dem  Elb-Spree-Canal  zu  erwartenden  Meliorationen  für  Grund  und
Boden,  die  sehr  bedeutend  ins  Gewicht  fallen  können,  noch  nicht  erwähnt.  Nach  den
Berechnungen  des  Herrn  Wasserbau-Director  Hess  betragen  bei  dem  Berlin-Rostocker
Canal  für  Mecklenburg  allein  die  capitalisirten  Meliorationen  des  Grund  und  Bodens
2%  Millionen  Mark,  die  gleichfalls  capitalisirten  VerkehrseiTeichterungen  7,7  Millionen,
also  für  die  Mecklenburgische  Strecke  des  Berlin-Rostocker  Canals  10)4  Millionen  Mark,
d.  h.  nahezu  soviel,  als  der  Canal  zu  seiner  Ausführung  Capital  beansprucht.  Wie
hoch  diese  Posten  für  den  Elb  -  Spree  -  Canal  sich  belaufen  werden,  ist  zur  Zeit  noch
unbekannt,  aber  immerhin  werden  diese  Verbesserungen  bei  der  Berechnung  der
Rentabilität  nicht  ausser  Betracht  gelassen  werden  dürfen.
Endlich  ist  bei  der  financiellen  Betheiligung  der  Adjacenten,  der  Gemeinden
und  Kreise  noch  darauf  zu  achten,  dass  überall  da,  wo  eine  neue  Verkehrsstrasse
beschafft  wird,  der  Grund  und  Boden  sofort  im  Preise  steigt,  was  ja  zum
grössten  Theil  auf  jene  Verkehrserleichterungen  zurückzuführen  sein  wird.
        <pb n="55" />
        55

Der  projectirte  Canal  ist  18  Meilen  lang.  Zwei  Linien,  östlich  und  westlich  je
1  Meile  vom  Canal  entfernt  gedacht,  schliessen  ein  Gebiet  von  36  □  Meilen  ein,  das
als  das  Gebiet  des  Local-Verkehrs  des  Canals  aufgefasst  worden  ist.  Sobald  der  Canal
fertig  gebaut  ist,  ja  sogar  schon  von  dem  Zeitpunkt  ab,  in  dem  seine  Ausführung  gesichert
ist,  steigt  in  diesem,  Gebiet  in  Folge  der  neu  zu  erlangenden  Verkehrsstrasse  der
Preis  des  Grund  und  Bodens,  wie  der  der  Häuser,  überhaupt  aller  Immobilien.  Um
wie  viel  ist  allerdings  sehr  fraglich.  Man  wird  sich  aber  von  der  Wahrheit  kaum
sehr  weit  entfernen,  wenn  man  annimmt,  dass  in  unmittelbarer  Nähe  des  Canals
der  Grund  und  Boden  von  5  bis  zu  10  %  im  Werthe  steigen  wird,  und  fehlt  es  hierfür
durchaus  nicht  an  analogen  Beispielen,  während  allerdings  die  Werthsteigerung
der  Immobilien  ,  %  oder  gar  1  Meile  vom  Canal  vielleicht  nur  1  —27o  beträgt,
möglicher  Weise  nicht  einmal  sofort  zur  Erscheinung  gelangt.  Für  ein  räumlich  so
ausgedehntes  Gebiet  von  36  □  Meilen  werden  sich  diese  Werthsteigerungen  sicher  zu
mehreren  Millionen  Mark  berechnen,  und  dieselben  würden  für  die  betreffenden  Bezirke
geradezu  als  reines  Geschenk  anzusehen  sein,  wenn  die  Gemeinden,  die  Kreise,  die
Provinzen,  der  Staat  sich  in  keiner  Weise  financiell  bei  dem  ebenso  nützlichen,  wie
voraussichtlich  angemessen  rentirenden  Canal-Unternehmen  betheiligen  sollten.

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