Besondere Vorschriften. Branntweinsteuer. 135 Ländern Norddentschlands eine Steuergemeinschaft nicht nur im Interesse der Finanzen, der Landwirthschaft und Industrie, sondern auch in dem des freien Verkehrs anzubahnen. Das Resultat dieser Bestrebungen waren damals die deßfallsigen Verträge zwischen Preußen und dem Königreiche Sachsen vom 30. März 1833 ») und Zwischen diesen beiden und dem, dllrch Vertrag vom 10. Mai 1833 gegrün deten, Thüringischen Zoll- und Handelsverein vom 11. Mai 1833/) wodurch Dom 1. Januar 1834 an eine gleiche Besteuerung der Branntweinfabrikation nach den Preußischen Gesetzen nub eine Gemeinschaftlichkeit des Ertrages dieser Steuer, zugleich aber ein freier Verkehr mit Branntwein zwischen diesen Ländern eingeführt wurde/) Im Jahre 1838 trat durch eine Preußische Kabinetsordre vom 16. Juni eine Aenderung in der Gesetzgebung insofern ein, als die Steuer für die ländlichen Brennereien von 16 Pf. ans 1 Sgr. 8 Pf. und für die übrigen von 1 L>gr. 6 Ps. auf 2 Sgr. erhöht, und durch eine weitere Kabinetsordre vom 10. August 1838 für die ländlichen Brennereien die Betriebsfrist vom 1. Mai auf den 16. Mai verlängert wurde. Nachdem durch die Verträge vom 8. Mai 1841Z und 4. Avril 1853 °) zwischen Preußen, Sachsen und dem Thüringischen Handels- und Zollvereine die Vertragsbestimmungen aus dem Jahre 1833 erneuert, durch "die Ueber- einknnft vom 19. Oktober 1841") und durch den Vertrag vom 4. April 1858 ?) das Herzogthum Braunschweig, durch den Vertrag vom 18. Oktober 1841 das Fürstenthum Lippe/) durch die Verträge vom 7. September 1851 9 ) und 4. April 1853'") das ehemalige Königreich Hannover und durch Vertrag vom 1. März 1852 u ) das Großherzogthnm Oldenburg dieser Steuergemeinschast beigetreten waren, wurde durch ein Prenß. Gesetz vom 19. Aug. 1854") vom 1. August 1854 bis 31. Juli 1855 die Steuer für die landwirthschaftlichen Brennereien auf 2 Sgr. 3 Pf., für die übrigen auf 2'/, Sgr., vom 1. August 1855 auf 2»/ s Sgr. resp. 3 Sgr. erhöht, wie dieselbe zur Zeit noch besteht/ 9 ) Durch eine Verordiinng vom 11. Mai 1867 wurde die Besteuerung des Branntweins nach beit bereits in Preußen bestehenden Bestinimnngcn in den annektirten Ländern Hannover, Hessen, Nassau und Schleswig-Holstein ein geführt und denselben eine Instruktion für die Erhebung und Kon - trolirung derselben nebst Anleitung zur Buchführung'beigegeben.") ’) Bd. I der Verträge S. 112 ff., s. das Nähere über die Besteuerung des Brannt- wenls im Königreich Sachsen. Wahl, die Besteuerung des Branntweins in Dresden 1870. *) Bd. I der Verträge S. 171. ') Scparatartikel zum Vertrage vom 11. Mai 1833 und Schluffprotokoll: Bd I der Vertr. S. 174 und 175. 4 ) Bd. III der Verträge S. 148 ff. 5 ) Bd. IV der Verträge S. 62 ff. ") Bd. III der Verträge S. 270. 7 ) Bd. IV der Verträge S. 67. Bd. III der Verträge S. 199. ®) Bd. III der Verträge S. 409 Art. 3. ,0 ) Bd. IV der Verträge S. 1. ") Bd. III der Vertrüge S. 428. '*) Durch Preuff. Ministerialerlaff vom 15. Oft. 1851 war für 20 Quart einqemaischten Runkelrübcusyrup eine Steuer von 2 Sgr. festgesetzt worden. ") Buudesgesetz vom 8. Juli 1868'§ 3; Bundesgesetzblatt v. 1868 S. 384 ff. ") Zeutralblatt 1867 S. 103. 129. 150. Die letzteren beiden gelten noch jetzt (Zentralblatt 1870 S. 245). ö ^ 1 *