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        <title>Die österreichisch-rumänische Zollfrage</title>
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            <surname>Adler</surname>
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Rumänien  seine  eigenen  Grenzen  nicht  Russland  gegenüber
schliesst,  so  lange  können  und  dürfen  auch  wir  die  Grenze
Oesterreich-Ungarns  von  rumänischen  Viehtransporten  nicht
überschreiten  lassen.
Wir  sind  durch  zu  grossen  Schaden  zu  dieser  Haltung
gezwungen  worden.  Fast  immer  trat  die  Rinderpest  bei  uns
in  den  östlichen  Grenzländern  der  Monarchie  auf,  oder  das
Schlachtvieh,  das  unbehelligt  die  dortigen  Contumazanstalten
verlassen  hatte  und  hierauf  in  die  Contumazabtheilung  des
Wiener  Centralviehmarktes  gebracht  worden  war,  verpflanzte
sie  uns  auf  dem  kürzesten  und  raschesten  Wege  in  das
Herz  der  Monarchie.
Ein  anderes  Mittel,  die  Forderung  Rumäniens  zu  befriedigen, ­
  läge  vielleicht  in  der  Reconstitution  der  aufgelösten ­
  Contumazanstalten.  Mit  ihrer  Wiedererrichtung
wäre  ja  der  Schutz  vor  der  Rinderpestinvasion  der  Hand
Rumäniens  nicht  mehr  anvertraut  und  den  österreichischungarischen ­
  Veterinärorganen,  zu  denen  wir  gewiss  mehr
Vertrauen  haben,  übertragen.
Doch  haben  sich  diese  Contumazanstalten,  wie  die
Ergebnisse  gerade  der  letzten  Jahre  vor  Schliessung  der
Grenze  zeigen,  keineswegs  bewährt.  Ihr  unzureichendes
Functioniren  war  ja  gerade  der  Grund  für  ihre  Schliessung,
nicht  etwa  irgend  eine  schutzzÖllnerische  Anwandlung  agrarischen ­
  Charakters!  Der  Veterinärbericht  Roll’s  pro  1883
äussert  sich  diesbezüglich  (Seite  114)  folgendermassen  :
„Während  vor  der  Einführung  der  Grenzsperre
gegen  Russland  und  Rumänien  (also  während  des  Bestandes ­
  der  Contumazanstalten!)  durchschnittlich  im  Jahre
1118  Rinder  an  der  Pest  erkrankten  und  der  in  Folge
dieser  Seuche  eingetretene  Verlust  an  Rindern  sich  durchschnittlich ­
  mit  2703  Stück  jährlich  bezifferte,  stellte  sich
während  der  Jahre  1882  und  1883  (also  nach  Schliessung
der  Grenze!)  die  Zahl  der  durchschnittlichen  Erkrankung
mit  8  5,  jene  des  jährlichen  Verlustes  mit  27  Rindern
heraus.”</div>
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