19 zungskolonien (Plantagenkolonien), welche fast ausschließlich auf die tropischen Gegenden beschränkt sind. Die Pflanzungs- kolonien bezwecken den Anbau von Gewächsen, die der heimische Boden nicht zu erzeugen vermag, welche jedoch dem Volke un entbehrliche Artikel liefern, seien diese nun Nahrungs-, Heil- und Genußmittel oder Rohprodukte für die Industrie. Tie Pflanzungskolonicn unterscheiden sich von den Ackerbaukolonien wesentlich dadurch, daß in ihnen lediglich die Grundbesitzer und die Leiter der landwirthschaftlichen Arbeiten der Mutternation angehören, während aus klimatischen Gründen die ungeheure Mehrzahl der Arbeiter fremden, gewöhnlich eingeborenen Völker schaften entnommen werden muß. Die Pflanzungskolonien erscheinen demnach unfähig, sich zu neuen rein nationalen Ge meinwesen zu entwickeln. Nichtsdestoweniger sind sie von großer wirthschaftlicher und demnach auch nationaler Bedeutung, indem sie sowohl verhindern, daß das für tropische Erzeugnisse vom Volke verausgabte Geld allein dem Auslande zu Gute kommt, als auch einer oft sehr bedeutenden Zahl von Angehörigen der Nation Gelegenheit zu lohnender Beschäftigung verschaffen. Von welchem gewaltigen Nutzen Handels- und Pflanzungskolonien für ein Volk werden können, zeigt hinlänglich das Beispiel der Engländer und Holländer, welche den größten Theil ihres sprüchwörtlich gewor- denen großen Reichthums allein den indischen Besitzungen verdanken. Von sonstigen Arten von Kolonien seien noch die Bergbau, k o l o n i e n genannt, welche die Unterirdischen mineralischen Schätze eines Landes zu heben bezwecken. Ihre Bedeutung richtet sich offen- dar nach dem Werthe und der Art der Verwerthung dieser minerali schen Schätze, sowie nach der Reichhaltigkeit derselben. Siegehen dàttfig in Ackerbau- oder Pflanzungskolonien über, je nach dem Charakter des Bodens und Klimas in der betreffenden Gegend. 2*