75 bei Steigerung der Ausgaben doch weg fallen muß? Ist es da nicht humaner, durch gesetzliches Verbot der Fabrikarbeit der nengegründeten Arbeiter-Familie klar zum Bewußtsein zu bringen, daß der Mann ^ Familie ernähren muß und daß, wo dieses nicht möglich, die Ehe ^ue unglückliche werden muß? Wenn das Verdienst der Frau in den besten Jahren der Ehe gespart, zurückgelegt würde für die spätern basire, wo die Kinder anwachsen, die Ausgaben steigen: dann könnte "'an in der That noch mit einer beschränkten Fabrikbeschäftigung, etwa ļlls zum ersten Wochenbett — abg eschen von den großen sittlichen Bedenken — sich versöhnen: aber wie oft ist dies der Fall? Im ästigsten Falle werden die bei Eingehung der Ehe gemachten Schul au bezahlt; im Uebrigen wird alles, der Verdienst des Mannes wie ^r Fran, verbraucht. Für die Gründung der Ehe aber sollte im Voraus gespart werden. — In der That, wenn die Befürworter der Frauen arbeit sich zu dieser Consequenz bekännten: daß der Lohn der verhei- ^atheten Frau in eine Sparkasse eingelegt würde und in der Regel z. B. im zehnten Jahre der Ehe ausbezahlt werden dürfte, dann würden ihre Argumentationen mehr Eindruck auf uns machen. Wir haben früher als das entscheidende Problem der Arbeiterfrage hingestellt: einerseits dem Arbeiter die „durchschnittliche", gewohnheits mäßige Lebensnothdurft in allen Lebenslagen zu sichern, anderseits die ìîrchschnittliche und „gewohnheitsmäßige" Lebensnothdurft, die Materielle und sittliche Lebenshaltung zu heben. Die ma- ^rielle Lebenshaltung hat sich auch in der That erhöht. Die Löhne sind seit 40 Jahren bedeutend gestiegen, während die Preise der lndustriellen Producte gefallen, die der landwirthschaftlichen Pro zìe wenigstens bei weitem nicht in dem Maße gestiegen sind. Nur _ļ e Wohnungen sind theuerer geworden. Für Kleidung, Nahrung, ^knnßmittel, Luxus und Vergnügungen wird viel mehr aus- Mhkben wie früher. Mit einem gewissen Recht weisen die Indu rì elle n darauf hin und sie sind höchst ungehalten, wenn behauptet MM boß die technischen, maschinellen und commerciellen Fort- dritte nur dem Capital zu gute gekommen seien. Auch die in- bļleetuelle Bildung ist im Durchschnitt, Dank dem allgemeinen chulzwang, der politischen Entwickelung (Presse) und dem gesteigerten M^hr, gestiegen. Aber wenn wir uns fragen: ob die sittliche Kraft ņseres Volkes gewachsen ist, ob Zufriedenheit und Familienglück ^ühen, mehr wie früher, dann müssen wir mit Trauer constatiren, daß m dieser Beziehung sogar abwärts geht. Die Industrie bietet große fahren für Sittlichkeit und Familienleben und meistens steht das sitt- lC ^ e Bolksleben im umgekehrten Verhältniß zur industriellen