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        <title>Das Unternehmen und der Unternehmergewinn vom historischen, theoretischen und praktischen Standpunkte</title>
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            <forname>Eduard August</forname>
            <surname>Schroeder</surname>
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Funktionen erheischen, und 3. durch die von ihm zu tragende Ge 
fahr.« /u Punkt 1. gehöre Kapital oder Kredit, zu 2. Beurteilungs 
kraft, Beharrlichkeit, Menschen- und Sachkenntnis, zu 3. die Ge 
fahr des Unternehmers nicht nur sein Vermögen, sondern auch 
seine Ehre*) zu verlieren. — Sav ist übrigens der erste, welcher 
dem Unternehmer unter den produzierenden Personen die erste 
Stelle einräumt, er stellt ihn, wie später Koscher und Schäffle, über 
den Kapitalisten und Arbeiter. ^Gerade in dieser Klasse (der Un 
ternehmer) wird fast alles große Vermögen erworben«, weil der Un 
ternehmer der Vermittler «zwischen Grundeigentümer und Kapita 
listen, zwischen dem Gelehrten und Handarbeiter, zwischen allen 
Klassen von Produzenten und zwischen letzteren und den Konsu 
menten« ist; «er profitiert von dem, was andere wissen und nicht 
wissen, und von jedem zufälligen Vorteile der Produktion.« 
Says Nachfolger wurden wie in manch anderer Kichtung auch 
in der Lehre vom Unternehmergewinne unter den Franzosen: Du- 
noyer in seinem Buche «De la liberté du travail« (1845, 3 Teile) 
und Joseph Garnier in seinen «Elements de l’économie politioue« 
Weit voraus der historischen Schule deutscher Nationalökono 
men eilt Hufeland®). Die Ergebnisse seiner Erwägungen sind in 
Bezug auf die Theorie über den Unternehmergewinn dieselben, welche 
die deutschen Gelehrten erst vierzig Jahre später erreicht haben. 
Er ist ein durchaus origineller Denker und hat Smith und Say in 
unserem Thema überflügelt. «Ganz genau betrachtet«, sagt er, «ist 
der Gewinn des Unternehmers, wenn man abzieht 1. den Arbeits 
lohn mit Gewinn, 2. den Ersatz des Kapitals, 3. den Ersatz für die 
Gefahr, den möglichen Schaden, eigentlich außer dem Gewinne, 
den jeder Kapitalist, der auch sein Kapital nicht selbst verwendet, 
zieht, teils Gewinn, den er wegen der größeren Gefahr zieht, die er 
als eigener Anwender des Kapitals trägt, teils eine Rente seiner 
Talente und sonstigen Eigenschaften.« 
Ganz auf dem Standpunkte Says und nicht wie Mangoldt au- 
nimmt, sich der Smithschen Schule nähernd, weil diese Schriftsteller 
gerade so wie Say die geistige Kraft und Fähigkeit des Unter 
nehmers als Kapital ansehen, nur eine andere aus sozialistischer 
*) Siehe Koscher. 
*) Eine Ausgabe von 1860 unter dem Titel: „Traité de l’économie 
politique.« 
*) Neue Grundlage der Staatswirtschaftskunst. Kd. I (Gießen 1807).</div>
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