<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<TEI xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0">
  <teiHeader>
    <fileDesc>
      <titleStmt>
        <title>Die Regelung der Zuckerbesteuerung auf statistischen Grundlagen</title>
        <author>
          <persName>
            <forname>Conrad</forname>
            <surname>Wilbrandt</surname>
          </persName>
        </author>
      </titleStmt>
      <publicationStmt />
      <sourceDesc>
        <bibl>
          <msIdentifier>
            <idno>829741798</idno>
          </msIdentifier>
        </bibl>
      </sourceDesc>
    </fileDesc>
  </teiHeader>
  <text>
    <body>
      <div>
        <pb n="1" />
        ZBW 
Deutsche Zentralbibliothek 
für Wirtschaftswissenschaften 
Leibniz-Informationszentrum Wirtschaft 
www.zbw.eu 
Signatur 
B15891
        <pb n="2" />
        B 15891
        <pb n="3" />
        T 
7? 
A 
m 
œ 
vT 
ït 
vv/v 
Regelung der Iuàerbesteuerung 
¿B* 
aus 
ÑatiÑischen Grundlagen. 
m 
i 
ik 
(Lin Versuch zur Klarstellung 
von 
L. Mlbrandt )u Pilede. 
Preis 50 Pfennig. 
*4 
I 
^Sismar 1883. 
Hinstorff'fchc Hofbuchhandlung Berlagsconto 
kS
        <pb n="4" />
        -
        <pb n="5" />
        % à 
Das; die Jntcreffen des Reichs wie der steuerzahlenden Con- 
sumentcn eine Regelung der Zuckerbestcueruug erfordern, scheint 
kaum mehr einen Widerspruch zu finden, seitdem der Rückgang 
der Netto-Aufkünfte des Staats so unverkennbar vor Augen 
liegt. Das; diese Regelung eine möglichst boucrnbc werde und 
sür keine Theile ernste Schädigungen in; Gefolge habe, verlangt 
das Interesse einer Industrie, die, eine schönste Frucht des 
deutschen Geistes und deutscher Kraft, auf so manche Zweige des 
Erwerbslebens einen segensreichen Einfluß ausübt. 
Wenn nach dein Abgänge der Rückvergütungen von den 
Eingängen der Rübensteuer in einer Reihe von Jahrgängen nicht 
mehr derjenige Betrag in der Staatskasse verblieben ist, durch 
den der inländische Zuckerconsum mit 10 Mk. pro Etr. versteuert 
sein würde, so ist ja der Schluß, das; die durchschnittliche Zucker 
ausbeute heute ei,le höhere sein müsse, als die der Steuer 
grundleglich gemachte, ein unbedingt gerechtfertigter. Allein ein 
weiterer Schluß geht aus dieser einfachen Thatsache noch nicht 
hervor. Sie läßt nicht erkennen, welche Aenderungen in der 
Technik diese einflußreiche Zunahme im Zuckergewinn hervor 
gerufen haben, noch weniger vermag sic auf das angemessene 
Heilmittel für die anormale Erscheinung hinzuweisen. 
Seit der Festsetzung der heutigen Rübensteuer im Jahre 
1809 hat die Zuckerindustrie in mehrfacher Beziehung sehr nam 
hafte Fortschritte ins Leben gerufen. Es ist ihr durch sorgfältige 
Zuchtwahl gelungen, sich edlere, zuckcrreichere Rübcnsortcn zu 
bilden, sie hat das so vortheilhafte Diffusionsverfahren zu allge 
meiner Einführung gebracht, und aus den, Rückstand der Fabri 
kation, der Melasse, hat sie die bis dahin nicht ertrahirbarcn 
Zuckertheile herauszuziehen gelernt. In welchem Betrage haben 
diese Hebel des Fortschritts an der nachtheiligen Einwirkung auf
        <pb n="6" />
        die Staatsaufküufte ihren Antheil genommen? Die Verhältnisse 
verlangen, daß diese Frage mit Sorgfalt beantwortet werde, denn 
mit der Entzuckerung der Melasse ist ein ganz neuer Betrieb in 
das Produktionsgebiet der Zuckerindustrie hineingcdrnngcn, der 
zum Theil gesondert voll der eigentlichen Rübeilzuckerfabrikation, 
zum Theil in Verbindung mit ihr zur Thätigkeit gelangt, in 
einer sehr großen Zahl von Fabrikeil aber überhaupt keinen 
Eingang gefunden hat. Wollte inan da in einem Universalmittel 
die Abhülfe suchen, sei dieses nun eine Erhöhung der Rüben 
steuer, oder eine Herabminderung der Erportbonisicationcn, so 
würde vlan damit dem Einen Theil für die Sünden der An 
deren eine Buße auferlegen, diese Anderen aber ebenfalls sehr 
ungleich treffen. Es siild aber ilicht alleiil Rücksichten der Ge 
rechtigkeit und Billigkeit, die zll gesonderter Prüfung dieser ver 
schiedenen Einwirkungen drängen, sondern alich die eigensten Intel- 
essen von Staat und Gesellschaft machen es zll einem gebiete- 
rischen Erforderniß. Bei der bcbciitcnbcn Höhe des Mancos 
würde eilte ausreichende Herabsetzung der Steuerrückvergütlingcn 
oder eine Erhöhullg der Rübensteuer eine so bedeutende sein 
müssen, daß eine große Zahl der Zuckerfabriken ben dadurch an 
sie herantretenden Anforderungen llicht zll genügen verinöchte iinb 
darum ihre befruchtende Thätigkeit einzustellen gezwuilgen wäre. 
In dieser gesonderten Prüfung liegt aber bei der Verworren 
heit der Verhältnisse eine besonders schwierige Aufgabe. Dell ver 
schiedenen Einfluß dieser Factoreil alls die Zlillahme des Zucker 
gewinns aus dell verarbeiteten Rüben zu ergrüildcil, bieten sich 
nur zwei Wege dar. Der Eine ist die Schätzung, drirch die man 
soivühl den heutigen Grad der Ausbeute durch Diffllsion, mie 
auch die Ergebnisse der Melasseentzllckeruilg festzustellen sucht, 
der Andere die Bercchnling aus ben Resultaten, wie sie in ver 
schiedenen Zeitabschnitten aus der Statistik der Zuckerbcstcueruilg 
hervorgehen. Der erstere Weg ist ein außerordentlich unzuverläs 
siger, weil bei der Verwickelung der Verhältniße, insofern ein Theil 
der Fabriken mit, ein anderer ohne Melaffeeiltzuckerung arbeitet, 
die Schätzung immer nur einzelne Theile, niemals die Gesammt 
heit, lind stets nur einen beschränkten Zeitraum zu ergreifen
        <pb n="7" />
        3 
vermöchte, darum aber leicht 511 einem Ergebniß gelangen könnte, 
das von dein durchschnittlichen bedeutend abweicht. Der zweite 
findet Schwierigkeiten mancher Art, weil zu keiner Zeit die Bc- 
wegung eine gleichmäßige gewesen ist, aber er bietet doch der 
Prüfung eine absolut sichere Grundlage dar lind gewährt damit 
dem Urtheil die Haltepunkte, an denen es sich bei aller Unregel 
mässigkeit der Erscheinungen die volle Klarheit zu erhalten ver 
mag. Auf diesem letzteren Wege die Klarstellung der Frage zu 
versuchen, ist der Zweck dieser Arbeit. 
Wirft man einen Blick auf die um steh eu de Zahlcugruppirung 
(Tabelle 1), so ersieht man, wenn man der miö den Zahlen der Eon- 
sumtion in Spalte 6 sich ergebenden Summe eine Rull anhängt, 
wodurch man ben Betrag erlangt, den der Staat hätte haben 
müssen, wenn jeder Ctr. des im Jnlande cousumirten Zuckers 
mit 10 Mk. versteuert wäre und die so erlangte Zahl vergleicht 
mit der Summe aus Spalte 9, den Netto-Aufkünften aus der 
Zlickerbcsteuerung, — daß während dieses 7jährigcn Zeitabschnittes 
der Zweck der Rübensteuer in vollster Weise erfüllt gewesen ist. 
Der Staat hatte bis auf einen kleinen, nicht bcachtcnüwerthen 
Betrag von 101 554 Mk. empfangen, was ihm gebührte. Greift 
matt aber die einzelnen Zahlen der Spalte 6 heraus und vergleicht 
sie nací) Anhängung einer Null mit den gegenüberstehenden der 
Spalte 9, so wird man beständige Differenzen finden, die bald 
dell Staat, bald die Stcuerverleger, die Zuckerfabrikanten, als 
Gewinner erscheinen lassen. Man wird iiid)t anders sagen können, 
als daß ein Jahrgang wie der von 1874—75, in welchem 
die Industrie durch die Einwirkung der Zuckerau übet, te auf die 
Rübensteuer einen Gewinn von nahezu 5 Millionen Mk. erlangte, 
eilt sehr günstiger für sie gewesen seilt nluß, andererseits aber and) 
wieder zugeben müssen, daß Vcrlüste, wie sic sic in den Jahrgängen 
1869, 1870 und 1873—74 erlitten, nämlich von resp. 
1 297 885 Mk., 1 912 989 Mk. und 1 062 789 Mk., nicht 
unempfindlich für sie gewesen sein können. Aber das liegt in der 
Natur der Sache. Wemt cs einmal dnrch den Grad der Zuckeraus- 
belitc bedingt ist, ob die Rctto-Aufkünste des Staates gleich- 
kommen deut Betrage voit 10 Mk. für jeden Ctr. des im Ju- 
1*
        <pb n="8" />
        4 
o (c 
-I 05 
US 
c= — 
or =. 
»-ş 5- ií. 
Z' «► 
s 
5 ^ 
- 
2. C 
-1 ^ 
E. te 
a: e 
-I &lt;0't 
? 
-I 05 
t i' 
OS § 
OC 05 
05 «O 
^ S' 
2. Ķ 
OS 
m oí 
se 
so 
o» 
L' 
OS 
~ 
X 
«O 
w&lt; 4* 
OC 05 
% 2, 
to to 
to « 
OC 
K 41 
Cr) 
os oc 
% 
oc 
OC 05 
os 
so 
so 
oc 
oc 
te 
co co 
— 
et 
I snsqvT
        <pb n="9" />
        lande confumirtcn Zuckers, oder ob die Zuckerindustrie in einem 
Aufschlage auf den Zuckcrpreis, der durch die Exportbonifikationen 
hervorgenlfcn wird, die von ihr verlegte Rübcnsteuer ganz nub 
voll zllrück erlangt, so muß der wechselnde Charakter der Wittc- 
rung bei seinem außerordentlichen Einflüsse auf den Zuckergehalt 
der Rüben nothwendig auch einen stetigen Wechsel in den Rein 
erträgen aus der Zuckcrbesteuerung hervorrufen. Aber bei den 
Jntraden einer Steuer, die, wie die Rübensteuer, nach einer 
Schätzung erhoben wird, kann nicht in den Zahlen, die sich für 
die einzelnen Jahrgänge berechnen, sondern in dein durchschnitt 
lichen Ergebniß, das aus einem längeren Zeitabschnitt gewonnen 
wird, die. Bedeutung gefunden werden, und dieses hat sich hier, 
wie wir gesehen haben, als ein den Intentionen des (Gesetzes 
angemesiencs erwiesen. 
Es würde aber doch ein arger Trugschluß sein, wenn man 
aus dieser Thatsache entnehmen wollte, daß auch die der Rüben 
steuer von 80 Pf. pro Ctr. und den Rückvergütungen von 
0,40 Mk. zu Grunde liegenden Annahmen, — wonach 12,50 
resp. 11,75 Ctr. Rüben zur Herstellung eines Ctrs. Zucker 
erfordert werden, — für diesen Zeitraum zutreffend gewesen 
wären. Im Gegentheil, schon der bloße Umstand, daß im Durch 
schnitt dieser Periode diese Uebereinstimnmng hervorgetreten ist, 
läßt mit großer Sicherheit erkennen, daß diese Annahmen von 
falschen Boranosctzmlgcn ausgegangen waren. Während dieses 
Zeitraums hat ja die Zuckcrindustric jene bedeutsamen Fortschritte 
zum Theil gemacht. Das Diffusionsverfahren gelangte zu allge- 
meiner Einführung, und auch jene oben erwähnten edleren Rüben 
sorten fanden ihren Eingang in die Praxis. Es mußte daher 
die Zuckcrausbcutc eine vom Anfang bis zum Schluß der Periode 
hin wachsende sein, so wenig dieses Wachsthum derselben bei der 
wechselnden Einwirkung der Witterung aus der Verfolgung der 
einzelnen Zahlen dem Auge bemerkbar wird, und wenn auft dem 
Durchschnitt der Jahre die Annahme sich als richtig erweist, so 
"rußte sic für den Ansang zu niedrig, für das Ende zu hoch ge 
griffen sein. In welchem Maße dies in Wirklichkeit stattgehabt 
hat, erkennen wir genau, wenn wir den 8jährigcn Zeitabschnitt
        <pb n="10" />
        6 
in zwei 4jährige zerlegen. Wir gelangen dann zu neben 
stehendem Bilde (s. S. 7, Tabelle II.). 
Hier tritt uns in den beiden Perioden eine ganz entgegen 
gesetzte Einwirkung der Rübensteuer auf die Staatskasse entgegen. 
Zieht man von der gesammten Netto - Einnahme der I. Periode 
von 176 978 886 Mk. 
die um das Zehnfache vermehrte Gesammt- 
consumtion ab mit 172 957 760 „ 
so ergiebt sich als Facit, daß die Auskunft 
aus der Zuckerbesteuerung um ... 4 021 126 Mk. 
hoher gewesen ist, als sie bei der Belastung des Consums mit 
10 Mk. pro Ctr. hätte sein sollen. Dagegen haben in der 
zweiten Periode, in der nach dem gesammten Consum hätten auf- 
kommeil müssen 226 579 060 Mk. 
die wirklichen Netto-Einnahmen von . . . 222 456 380 „ 
sich um 4 122 680 Mk. 
zu niedrig bclanfcn. Man sicht also, daß in der That in der 
ersten Hälfte des angezogenen Zeitabschnitts durchschnittlich eine 
größere Rübenmenge, als bei der Rormirung der Rübenstcucr 
und der Exportbonificationen angenommen war, zur Herstellung 
eines Centners Zucker gcdicut hatte, während in der zweiten 
Hälfte dasselbe Zuckerquantum aus einer geringeren Rübenmenge 
gewonnen war. Wie viele Ctr. Rüben in den beiden Perioden 
dnrchschnittlich verbraucht waren, erfährt man, wenn man die 
Zahlen der geernteten Rübenerträge dlirch die Zahlen der Rüben 
zucker-Produktion theilt. Man erhält dann folgende Ergebnisse 
(s. S. 8, Tabelle III.). 
Es zeigt sich also, in welchem Maße in der ersten Periode 
der Rübenverbrauch zur Herstellung von 1 Ctr. Zucker höher ge- 
weseu war, als man bei der Festsctzuilg der Rübcnsteuer von 
80 Pf. angenommen hatte, und wie weit in der zweiten Periode 
das erforderliche Rübenquantum noch unter die Annahme für 
die Steuerrückvergütungen hinuntergegangen, welchem Umstand ja 
das Manco von 4 122 680 Mk. seine Entstehung verdankt.
        <pb n="11" />
        — 
Tabelle IL 
X 
✓ 
^ I' S LO 
01 TI ^ 'J? 
lili 
x 
o 3 
— 
r. 
»T 
« - 
co co 
— 
g oc 
— X 
OC 
«e 
TI 
o o co x 
CO -* CO -* 
co sa 
w 
e» 
ya 
» e X 
io l-~ 
S !2 
A- *§ 
—. « - 
oc 
X CO I - ce 
i-ilOCO-f 
O K3 N ’s 
CO 01 IO to 
îi n î) h 
3 S K 8 
5 ^ ^ ^ 
01 01 
tr 
io CO 00 IO 
H X S ^ 
co ce io o 
x 12 3 ^ 
CO CO Tf IO 
I — 
!&gt;• 
e. 
IO 
Ili 
— 
IO 
o» 
or 
*&gt;• 
10 IO ce 
C» 
S 5 % s 
iC. ■ 
a n 
Ä 5 1 3 
X co -* X 
S S S ã 
■ .E 
IO I- I 
ói i- i- 
CO IO 
•/V 
.0 I 
£ 
« i- 
2 '/ 
Z s 
•S « 
OS co 
IO LO 
?' 3 S 5 
CO IO X "4 
Ol co Ol io 
H &gt;1 I- CI 
X I- 
•e .5 
3 3 
Ol 01 CO 
X io 
LO IO 1' LO 
« ¡K » 
Ol 77 
co I' 
co -r io ce 
X X X X 
e
        <pb n="12" />
        8 
Tabelle III. 
Jahrgang. 
1869 
1870 
1871— 72 
1872— 78 
I. Periode. 
Inländische 
Rübenzucker- 
produktion. 
Ctr. 
4 123 567 
4 135 154 
3 728 363 
5 251 021 
17 238 105 
Ertrag 
der 
Rübcncrntcn. 
Ctr. 
51 691 733 
61 012 912 
45 018 363 
63 631 015 
221 354 023 
Zu 1 Ctr. 
Zucker 
wäre» 
erforderlich 
Ctr. Rüben. 
12,53 
14,75 
12,07 
12,12 
n&amp;wT 
1873— 74 
1874— 75 
1875— 76 
1876— 77 
5 820 813 
5 128 247 
7 160 964 
5 788 453 
70 575 277 
55 134 902 
83 225 683 
71 000 731 
II. Periode 
23 898 477 
279 936 593 
12,12 
10,75 
11,62 
12,27 
11,71 
Dieses Manco, das an sich nicht eben bedeutend genannt werden 
kann, wenn man beachtet, daß es in einem Zeitraum von- 4 Jah 
ren entstanden war, in welchem überdies eine verhältnißmäßig 
sehr bedeutende Zuckermcnge importirt war, vermindert sich aber 
um eine Kleinigkeit, wenn man cs aus den vorliegenden Zahlen 
in demjenigen Betrage berechnet, in welchem cs der Rübcnsteuer 
allein zur Last gelegt werden kann. In die Berechnung nämlich 
sind die eingeführten Zuckermengen mit aufgenomincn, und 
diese sind deshalb von der Ausfuhr abzurechnen. Die Clesammt- 
auSfnhr beträgt 3 088 902 Ctr. 
die Einfuhr betrügt . . 1 848 331 „ 
und cs verbleibt daher als ausgeführter Rüben 
zucker 1 240 571 Ctr. 
für die an Steuerrückvergütungen (9,40 Mk.) 
gezahlt sind 11 661 367 Mk. 
Die Berechnung stellt sich danach folgendermaßen: 
Der Staat hat erheben wollen für die inländische Rübenzucker- 
produktion von 23 898 477 Ctr. an Steuer, 10 Mk. 
pro Ctr 238 984 770 Mk. 
oder nach Abzug der Exportbonisicationen . 11 601 367 „ 
227 323 403 #.
        <pb n="13" />
        9 
er hat an Rübensteuer aber nur erhoben 
für 270 936 593 Ctr. à 80 Pf. ^ : 223 949 274 Mk. 
und cö verbleibt somit ein Manco von . . 3 374 129 Mk. 
Dieses Manco würde nach der Natur dieser Periode durch eine 
Erhöhung der Rübensteuer um 1^4 Pf. pro Ctr. überreichlich 
ausgeglichen gewesen sein. 
Das Wichtigste an diesem Ergebniß ist jedoch, daß in einem 
Zeitraum, in welchem die Einführung der Diffusion sich größten- 
thcilü vollzogen hatte — beim es hatten im Jahrgang 1871-^72 
von 311 Fabriken noch 216 nach dem alten Preßvcrfahrcn ge 
arbeitet, während der Jahrgang 1876—77 nur noch 98 solcher 
Fabriken unter 328 aufweist — und zugleich in der Samcnzucht 
große Erfolge erzielt waren, die durchschnittliche Zuckcrausbcute 
nicht die bedeutende gewesen war, als welche sic im Allgemeinen 
angenommen zu werden pflegt. Verliert darum das erlangte 
Resultat an Glaubwürdigkeit, so daß man cs für die folgende 
Zeit nicht anwenden dürfte? Man könnte zunächst den Einwand 
erheben, daß die Größe der beiden Zeitabschnitte eine zu kurz 
bemessene sei, und daß darum das hier gewonnene Ergebniß nicht 
als ein allgemein gültiges zu betrachten wäre. Es muß freilich 
zugegeben werden, daß die Durchschnitte aus längeren Perioden 
im Ganzen einen zuverlässigeren Halt gewähren, sonst aber dürfte 
man, wenn man die Zahlen des Rübcnverbrauchs im Einzelnen 
betrachtet, im Hinblick auf die bedeutenden Schwankungen wohl 
zu der Ansicht hinneigen, daß gerade dieser 1jährige Zeitraum als 
ein sehr günstiger zur Beurtheilung der durchgängigen Zuckcr- 
auvbcutc zu betrachten ist. Wenigstens wird man nicht sagen 
können, daß cs den durchschnittlichen Rübenverbrauch als zu hoch 
erscheinen läßt. Die beiden Jahrgänge 1874—75 und 1875—76 
sind für das Endergebnis; von sehr bedeutendem Einfluß. Der 
erstere mit seinem Verbrauch zu 1 Ctr. Zucker von 10,75 Ctr. 
in Folge einer quantitativ sehr geringfügigen Ernte steht in 
seiner Art ganz einzig da und wird, wie man später sehen wird, 
in der nachfolgenden Periode der Melasse - Entzuckerung nur von 
einem einzigen Jahrgange um ein sehr geringes übertroffcn. 
Der letztere aber ist deshalb bedeutsam, weil hier eine über
        <pb n="14" />
        10 
ben Durchschnitt hinausgehende Zuckerausbeute mit der größten 
Rübenernte des Zeitraums zusammenfällt. Auch dürfte die 
bedeutende Differenz zwischen dem Zuckerverbranch der ersten und 
zweiten Periode in dieser Beziehung nicht ganz belanglos sein, 
denn auch in jener haben schon zahlreiche Fabriken mit Diffusionen 
gearbeitet. Man könnte ferner einwenden, das; am Schlüsse dieser 
Periode noch 08 Fabriken nach dem Preßverfahren gearbeitet 
haben, und das; man darum in der Folge, nachdem auch diese 
zum Diffusionsverfahreu übergegangen, eine größere Zucker 
ausbeute erwarten müsse. Allein dieser Einwand würde völlig 
hinfällig sein. Diese wenigen Zuckerfabriken, in denen im Jahre 
1870 noch das Preßverfahren in Thätigkeit war, zählen der 
überwiegenden Mehrzahl nach zu den kleineren und kleinsten 
Fabriken, und was sie an Zucker weniger erlangt haben mögen, 
als bei Anwendung der Diffusion gewonnen sein würde, dürfte 
kaum an die Zuckermengen hinanreichen, die schon damals in so 
manchen Fabriken durch Osmosiren der Melasse erarbeitet wurden. 
Es wiederholt sich hier eben nur, was auch auf andern 
Gebieten so häufig beobachtet wird, daß die Schätzungen nämlich 
immer weit über die Durchschnittsergebnisie hinauszugehen pflegen. 
Man beachtet die mehr ans Tageslicht hervortretenden günstigeren 
Resultate und vergißt dabei, wie wirksam die überwiegende 
Mehrheit der mehr in der Stille verharrenden ungünstigeren 
Erfolge auf das durchschnittliche Ergebniß sind. Es liegt auch 
gar kein Grund vor, den Erfolg des Diffusionsverfahrens und 
der Veredlung der Zuckerrüben höher zu veranschlagen, als hier 
aus dem Durchschnitt der beiden Perioden hervorgeht. Der 
wesentlichere Vorzug der Diffllsion beruht in der Vereinfachung 
und Verbesserung des Betriebs. Auf die Zuckerausbeute ist sie 
hauptsächlich dadurch wirksam, daß sie eine schnellere Verarbeitung 
der Rüben, also eine Abkürzung der Campagne ermöglicht, und 
hierdurch vermeidet sie die Zuckerverlüste, die früher bei dem 
längeren Aufbewahren der Rüben in den Monaten Februar und 
März zu entstehen pflegten. Ihre Einwirkung in dieser Beziehung 
erstreckte sich aber immer nur auf einen Theil der Rüben, und 
selbst dieser Vorzug wird nicht überall in ganzem Maße aus-
        <pb n="15" />
        11 
genutzt, denn manche Fabriken suchen die größere Leistungsfähigkeit 
der Diffusion in größerem Rübenerwerb zìi verwerthen tint» 
kommen darum in fruchtbaren Jahren leicht in die Verlegenheit, 
auch noch in den späteren Monaten arbeiten zu müssen. 
Dasselbe dürfte von der Verbesserung der Rübensorten gelten. 
Auch hierbei werden die, an sich durchaus nicht unbedeutenden 
Vortheile leicht überschätzt. Es ist jedenfalls schwieriger, neu 
gezüchtete, zuckcrrcichcre Rübensorten zu allgemeiner Einführung 
zu bringen, als neue zu züchten. Nicht auf allen Böden 
gedeihen sie in gleicher Güte, und in der Nachzucht verlieren sic 
ihre outen Eigenschaften nur zu leicht. Wäre cs möglich, den 
ganzen colosialcn Samenbcdarf der deutschen Zuckerindustrie von 
ein und derselben Sorte und mit gleicher Sorgfalt gezüchtet zu 
beziehen, so könnte ein ganz bedeutender Gewinn daraus erwachsen, 
aber so lange die einzelnen Sorten auf verschiedenen Böden und 
bei ungleicher Aufmerksamkeit wcitcrgebaut werden, wird cs sehr 
schwierig sein, die mühsam erworbenen Eigenschaften vor De 
generation zu schützen. Die größeren Vortheile, die in dieser 
Beziehung erlangt sind, werden sich daher immer nur auf einzelne 
Gegenden beschränken und auch auf solche sich bisher beschränkt 
haben, während die Gesammtheit der Rübenbauer in dieser 
Beziehung nur langsam und allmählich fortschreiten wird. 
Tic Behauptung, daß die Zuckerausbeute in Folge der 
Diffusion eine erheblich größere wäre, als wir sic hier in einer 
Durchschnittsberechnung gefunden haben, ist freilich neuerdings 
auch von einer Stelle ausgegangen, der man in gewisser Beziehung 
einen autoritativen Charakter zusprechen darf. In seiner Denk 
schrift vom December IH82 erklärt das Direktorium des Vereins 
für die Rübenzuckerindustric des deutschen Reichs, daß beim 
Diffusionsverfahren im Durchschnitt der letzten 10 Jahre 11,34 Ctr. 
Rüben zur Herstellung eines Etr. Zucker erforderlich gewesen 
wären. Allein diese Ansicht kann nicht aus dem Studium der 
gesummten Rübenverarbeitung gewonnen sein. In allen Fabriken, 
die Elutionen eingerichtet haben, und ebenso in einer großen Zahl 
solcher, die mit Osmose arbeiten, entzieht sich die ZuckcrauSbcute 
aus der Rübe, soweit sie durch die Diffusion geschieht, der klaren
        <pb n="16" />
        12 
Erkenntniß, und selbst wenn alle übrigen Fabriken der Commission 
dieses Vereins ihre Berichte eingereicht haben sollten, würde man 
durch deren Zusammenfassung nicht das wirkliche Durchschnitts 
resultat erlangen. Ein völlig zuverlässiges Urtheil kann man 
nur durch eine Bearbeitung der Gesammtstatistik gewinnen, und 
aus dieser zeigte sich hier, das; in einem Zeitabschnitt von 
wechselnder Wittcrungsgunst, in welchem die weitaus überwiegende 
Rübenmenge durch Diffusionen ausgelaugt wurde, durchschnittlich 
11,71 Ctr. Rüben zu einem Ctr. Zucker erforderlich gewesen sind. 
Es hieße ja die Tragweite einer solchen Durchschnitts 
berechnung verkennen, wenn man das gewonnene Ergebniß bis 
in den kleinsten Bruchtheil hinein auch für die Zukunst alo zu 
treffend erkennen wollte. Das dürfte man scholl aus dein (Mnmbe 
nicht, weil ja selbst im Durchschnitt der Jahrzehnte die Ein- 
wirkllngcn von Regelt mld Sonnenschein verschiede» sind. Soiveit 
man aber ans Durchschnittsergebnissen Normen herleiten darf, 
ist lllail durchaus zu folgern berechtigt, daß in der nun folgenden 
Periode voll 1877/78 bis 1881/82 derselbe oder ein ähillicher 
Nübcnverbrauch zur Herstellung eines Etrs. Zucker hätte hervortreten 
lnüssen, wenn nicht durch die Entzllckeruilg der Melasse ein neues 
Verfahren der Zuckcrausbeute zur Einbürgerung gelangt wäre. 
Wenn bei dieser Folgerung die Vermuthung eine gewisse Rolle 
spielt, insofern ein vollgültiger Beweis nicht vorliegt, so hat 
diese doch immer ihren Ursprung ili der Erfahrung, so ivie sie 
sich iil den Allfzeichnungen der Statistik ausspricht, und findet 
damit ciilc viel zuverlässigere Grundlage, als alle anderen Ver 
muthungen, die zuin Theil aus Schätzungen, zum Theil aus der 
Bcobachtling einzelner Ergebnisse hervorgegangen sind und sanin 
genügend allen Schwankungen Rechnung tragen, aus ivclchell wir 
hier das durchschnittliche Ergebniß haben hervorgehen sehen. 
Fassen wir nun aber die folgende Periode ills Auge, so wie 
bereu Bewegungen in nebenstehenden beiden Tabellen sich 
kllndgebcn (s. S. 13, Tabelle IV. u. V.). 
In dieser Periode, die sich hauptsächlich charakterisirt durch 
den stärkeren Fortgailg in der Eiltzlickernilg der Melasse, tritt
        <pb n="17" />
        13 
Tabelle IV. 
Jahr 
gang. 
1. 
Verarbeitete 
Rüben 
menge. 
Ctr. 
2. 
Gewon 
nener 
Zucker. 
Ctr. 
3. 
Zucker- 
Ausfuhr. 
Ctr. 
4. 
Confumtion. 
Ctr. 
Retto- 
Einnahme. 
JC. 
6. 
1877—7¡ 
187S—7! 
1870—1 
1880—81 
1881—1 
81 810 300 
02 574 953 
06 105 230 
126 415 048 
125 427 460 
7 560 181 
8 523 102 
8 188 304 
11 118 302 
11 732 856* 
1 080 238 
2 813 040 
2 741 238 
5 030 486 
6 202 856 
5 759 722 
5 878 130 
5 600 482 
5 321 372 
5 440 000' 
40 060 400 
50 811 763 
52 813 010 
46 081 300 
42 463 510 
j 522 342 951 
*) Lchätzung. 
47 122 745 
io 767 758 2,715 243039982 
Tabelle V. 
Jahr 
gang. 
1877— 78 
1878— 70 
1879— 80 
1880 M 
1881—82 
Gewonnener 
Zucker. 
Ctr. 
7 560 181 
8 523 102 
8188804 
11 118 302 
11 732 856 
Verarbeitete 
Rübennicngc. 
Ctr. 
81 810 360 
02 574 953 
06 105 230 
126 415 948 
125 427 460 
Zu 1 Ctr. 
Zucker wa 
ren erfor 
derlich 
Ctr. Rüben. 
47 122 745 | 522 342 061 ¡ 
10,82 
10,86 
11,74 
11,37 
10,69 
11,08 
als bedeutsamstes Ergebniß der stark angeschwollene Pcrlust der 
Staatskasse hervor, ein Verlust, der sich in jedem einzelnen Jahr 
gange zeigt, jedoch vom Allfang der Periode bis zlun Ende hin 
wächst. Der Staat Hütte bei einer Besteuerung der Consumtion 
mit 10 Mk. pro Etr. in diesem Zeitraum im Ganzen erheben 
Müssen 279 997 150 Mk., 
seine gcsammtc Netto-Einnahme hat sich be 
laufen auf 243 039 982 „ 
und das Manco beträgt somit .... 30 957 168 Mk., 
Aber mid) hier ist eine Correctnr nöthig, da die Zncker- 
einfnhr in dieser Tabelle niä)t mitberücksichtigt ist, und darum
        <pb n="18" />
        14 
die Menge des ausgeführten Rübenzuckers nicht erkannt werden I 
kann. Diese Letztere ergiebt sich, wenn man den Unterschied 
zwischen der Differenz, die inan erlangt, wenn man die (Konsumtion j 
von dem prodncirten Zucker abzieht, und der Gesammtansfnhr von | 
dieser Letzteren abrechnet, und stellt sich dann ans lì) 123 030 Mk. 
Da aber auch dann noch die Berechnung nifficher wird, weil 
aus der Zahl der Einfuhr nicht ersichtlich ist, welche Einnahme j 
sie der Staatskasse gebracht, so möge zur Feststellung des Manco's, 
soweit es sich ans die Rübenzuckerfabrikation bezieht, die zu 
verlässigere Berechnung nach dem geringeren Rnbcnverbranch 
gewählt sein. Bei der Rübensteuer von 80 Pf. gelangt der Staat 
zu einer Besteuerung des consinnirten Zuckers mit 10 Mk. nur dann, i 
wenn nicht weniger als 12,50 Ctr. Rüben zu einem Etr. Zucker 
verbrallcht werden. Da aber in dieser Periode thatsächlich nur ş 
11,08 Ctr. Rüben zu einem Ctr. Zucker verwandt worden sind, 
kann er für jeden im Jnlande consmnirten Ctr. Zucker nicht 
mehr, als 8,86 Mk. erhalten haben. Das ergiebt einen Verlust 
für jeden Ctr. von 1,14 Mk. Da nun consumirt sind 
27 999 715 Ctr., 
so erhält man das in Frage kommende Manco, indem mon 
diese Summe mit 1,14 Mk. multiplient, in dem Betrage von 
31 919 075 Mk. 
Was die Zahlen des Rübenverbrauchs anbelangt, so findet 
sich auch in diesem Zeitraum ein nicht unerhebliches Schwanken, 
doch differiren die Zahlen nicht in solcher Weise mit einander, 
wie in den vorhin dargestellten beiden Zeiträumen, in welchen 
Unterschiede von 2,68 und 1,52 Ctr. zn&gt;n Vorschein gelangt 
waren. Beachtenswerth ist aber doch, das; noch in dem Jahre 
1880— 81, in welchem die Entzuckerung der Melaste schon in 
einer sehr namhaften Zahl von Fabriken betrieben war, 11,37 Ctr. 
Zucker gebraucht worden sind, während die Denkschrift des Vereins 
der deutschen Znckerindustrie von diesem Jahrgang behauptet, das; 
die Diffusionsfabriken nur 11,34 Ctr. Rüben zu einem Ctr. 
Zucker verbraucht hätten, also weniger, als in der Summe aller 
Fabriken mit Einschluß der Melasseentzuckerung thatsächlich ver 
wandt worden sind.
        <pb n="19" />
        15 
Es gilt jetzt, auseinander zu scheiden, welchen Antheil an 
diesem Manca die Melasseentzuckerung genommen, und in welchem 
Maße die Fortschritte durch das Disfusionsverfahren und den 
reicheren Zuckergehalt der Rüben an demselben mitgewirkt haben. 
Halten wir an der Annahme fest, daß der durchschnittliche Rübcn- 
verbrauch der vorigen Periode auch in dieser stattgehabt haben 
würde, wenn das Verfahren der Melasieentzuckcrung keinen Ein 
gang gefunden hätte, also 11,71 Ctr. zu einem Ctr. Zucker, so 
würde die Staatskasse dadurch um denjenigen Betrag 311 kurz 
gekommen sein, um welchen sich die Steuer für den cvnsnmirten 
Zucker für jeder: Ctr. verringert hatte. Wenn sich die Zucker- 
steuer bei einem Verbrauch von 12,50 Ctr. auf 10 Mk. belauft, 
so kann sie bei einem Verbrauch von 11,71 Ctr. nur 9,30 Mk. 
betragen habeit. Das wäre eine Differenz von 04 Pf. 
Es würde also ein Verlust der Staatskasse hervorgehen voir 
27 999 715 Ctr. X 0,04 Mk. = 17 919 817 Mk., und hierin 
dürfte der Antheil gefunden sein, den die Fortschritte der 
Diffusion und der besseren Rübenqnalität an dem ge- 
sammten Manco dieser Periode genommen haben. 
Da nun dieses Manco sich belaufen hat auf 31 919 075 Mk., 
so würde nach Abzug dieser 17 919 817 „ 
noch ein Rest verbleiben von 13 999 858 Mk^ 
der nur durch die Entzückern,lg der Melaffe entstanden sein kann. 
Dürfte derselbe als in Widerspruch stehend mit dein Nachtheil 
erscheinen, der dein Staat ans der Zahlung von Exportbonificationen 
von 9,40 Mk. für jeden ans der Melaste gewonnenen Ctr. Zucker 
erwachsen sein muß? Es fehlt ja noch an allein Anhalt, nach 
den, man genau er,nesten könnte, wieviel Melaste in diesem fünf 
jährigen Zeitraum entzückert worden ist, und welche Ergebniste 
durchschnittlich dabei erzielt sind. In den ersten beiden Jahrgängen 
dieser Periode scheinen nur wenige Fabriken mit Elutionen und 
diesen verwandten Verfahren gearbeitet zu haben, die Osinose ist 
ober dñinals scholl sehr zahlreich eingeführt gewesen. Der Jahr 
gang 1879—80 zählt schon 111 Fabriken mit Osmose und 
35 mit Elutionen, also zusammen 140 Fabriken von 328, die 
ihre sämmtliche Melaste entzückerten und zum Theil noch freu,de
        <pb n="20" />
        IG 
Melasse ankauften. 1880—81 osmosìrten 121 und arbeiteten 
mit Elutionen 39 Fabriken, also zusammen IGO von 333 Fabriken 
1881—82 haben bereits 64 mit Elutionen und verwandten 
Verfahren entzückert, während die Osmose in 146 (?) Fabriken 
in Thätigkeit war, das macht zusammen 210 Fabriken von 342. 
Dazu kommen in dein letzten Jahrgang mehrere größere Fabriken, 
die mit Strontianit gearbeitet haben. Es mag bei bicfcm all 
mählichen Wachsthum des Entzuckerungsverfahrens schwer sein, 
sich ein sicheres Urtheil zu bilden, ein wie großer Theil der 
Melasse in diesem Zeitraum im Ganzen entzückert worden ist, 
aber kaum dürfte man zn hoch greifen, wenn man annimmt, daß 
mindestens die Hälfte bcrfclbcn diesem Verfahren unterworfen 
gewesen fein muß. Ju den letzten beiden Jahreil dieses 5jährigen 
Zeitraums tann nur ein sehr kleiner Theil der Melasse eine 
andere Verwendung gefiliiden haben, in dem Jahrgang der Mitte 
1879—80 dürfte nlindestens die Hälfte entzlickert sein, und wenn 
in den beiden ersten Jahren and) ein viel geringerer Theil zur 
Entzuckerung gelangt sein mag, so dürfte doch kaum ein Zweifel 
zulässig sein, daß dllrch den über die Hälfte hinausgehenden 
Betrag der letzteii beiden Jahre ein Ausgleich herbeigeführt sein 
muß, wenn man beachtet, daß in jenen nur 174 Millionen Citi*., 
in diesen aber 251 Millionen Ctr. Rüben verarbeitet worden sind. 
Sehr schwierig dürfte ebenfalls die Feststellung sein, wieviel 
Zucker aus der verarbeiteten Melasse gewonnen sein mag, da 
hierüber unbedingt zuverlässige Angaben nichts vorliegen. Im 
Allgemeinen nimmt man an, daß durch das Osmosiren durch 
schnittlich 20 %, durch die Elutionen und denen verwandte Ver 
fahren 331/3 %, durch Strontianiteutzuckerung aber ein viel 
größerer Procenttheil deö Melassegeivichts an Zucker gewonnen 
wird. Es können demnach 22 % als durchschnittliche Zucker 
ausbeute nicht zu hoch gegriffen sein. Run stellt die gedachte 
Denkschrift des Vereins der deutschen Zuckerindustrie den durch 
schnittlichen Melassegewinn auf 2% % fest, allein dieselbe dürfte 
auch hierin erheblich hinter dem wirklichen Durchschnitt zurück 
geblieben sein. Im Jahrgang 1876/77 sind nach der offiziellen 
Statistik 3,13 % Melasse gewonnen, im Durchschnitt der
        <pb n="21" />
        2 
17 
30 Hannoverschen Zuckerfabriken hatte man in der Campagne 
1879/80 3,26 % und in der Campagne 1880/81 3,18 O/o 
erlangt, und man möchte demnach kaum einen Mißgriff begehen, 
wenigstens nicht zum Nachtheil der Melasseentzuckerung rechnen, 
wenn man den in der Praxis üblichen Latz vori 3 % dieser 
Berechnung zu Grunde legt. Das würde ergeben von der in dieser 
'»jährigen Periode verarbeiteten Rübenmenge von 522 342 951 Ctr. 
ein Melasscgewicht von 15 670 288 Ctr., 
von welcher die Hälfte, also 7 835 144 „ 
zur Entzuckerung gelangt sein würden, die bei 
einer Ausbeute von 22 % an Zucker ergeben 
haben würden . ' 1 723 732 
Der Betrag an Exportbonifikationen, die für dieser. Zucker- 
quantum mit 9,40 Mk. pro Ctr. vom Staate gezahlt sind, würde 
also den Antheil ausmachen, mit dein die Melasseentzuckerung an 
dem Manco der Staatskaffe participirt. Er würde sich belaufen 
auf 16 203 080 Mk., 
also auf einen Betrag, der den vorhin berechneten Antheil um 
mehr als 2 Millionen Mk. überragt. 
Wenn trop so müßiger Schätzungen der Verlust der Staats 
kasse durch die Melasseentzuckerung sich in einer solchen Summe 
berechnet, so dürften alle diejenigen, die sich mit diesem Indu- 
siriezwcig beschäftigen, sich nicht benachtheiligt finden, wenn der 
vorhin herausgercchnete Antheil der Entzuckerungsverfahren an 
dem Manco bei der Ncgulirung der Zuckcrbesteuerung zu Grunde 
gelegt würde. Bei noch so ängstlicher Prüfung kann man sich 
doch der Vorstellung nicht erwehren, daß der Ltcnerkasse in 
Wirklichkeit burd) die ans der Melasse gewonnenen Zuckermengen 
viel größere Verlüste entstanden sein müssen, und nur die Er 
wägung, daß dieselbe Nübcnmcngc, die sich in der vorhergehenden 
Periode als zur Herstellung von 1 Ctr. Zucker erforderlich 
erwiesen, auch in dieser für die Nübcnverarbeitung ohne Melasse 
entzuckerung angenommen werden müffe, kann dahin führen, den 
Antheil dieses Verfahrens auf den geringeren Betrag von 
13,999,858 Mk. festzustellen. In dem Umstande aber, daß diese 
Summe allen sonstigen Schätzuilgen gegenüber alv zu niedrig
        <pb n="22" />
        18 
betrachtet werden muß, dürfte der vollgültige Beweis enthalten 
fein, daß der Fortschritt der Zuckerindustrie, soweit er durch die 
Einführung des DiffusionsverfahrenS und die qualitative Ver 
besserung der Zuckerrübe hervorgerufen ist, kein größerer sein 
kann, als er sich in der Differenz zwischen dem bei der Steuer 
erhebung grnndleglich gemachten Rübenverbrauch zu 1 Etr. Zucker 
von 12,50 Etr. Rüben imb dem in der vorigen Periode durch 
schnittlich ermittelten von 11,71 Etr. ausspricht, daß dieser 
Letztere also ohne Gefahr der Unterschätzung für die Gegenwart, 
wie für die Zukunft als maßgebend betrachtet werden darf. 
Die Regelung der Zuckerbesteàcrung ergicbt sich aber aus 
dem hier Dargelegten sehr leicht. Durch einen Ausschlag auf 
die Rübensteuer voll 37a Pf. pro Etr. für die in dieser Periode 
verarbeiteten 522 342 051 Etr. Rüben würde sich ein Betrag 
von 18 282 003 Mk. 
ergeben, der dell vorhin berechneten Verlust 
der Staatskasse durch die Diffusionen 
von 17 010 817 Mk. ausreichend decken 
würde, und eine Besteilerung der zur 
Entzuckerullg gelangenden Melaste mit 
1,80 Mk. pro Etr. würde bei dem für 
diese angenominenen Betrage von 
7 835 144 Etr. für den Antheil dieses 
Verfahrens all dem cntftanbcncn Manco, 
das sich alls 13 000 858 Mk. heraus 
stellte, durch die dadurch aufkommende 
Summe von 14 103 259 Mk. 
reichlichen Ausgleich geschaffen haben. Es 
lvürde also, da das eingetretene Manco 
sich berechnete alls 31 910 675 Mk., in 
der dllrch solche Regelung der Zucker- 
besteuerung sich ergebenden Summe von 32 385 262 Mk. 
für die Staatskaste noch ein Ueberschuß von 
über 400 000 Mk. 
hervorgehen. 
Man darf hierbei, um sich nicht ill Betreff der Wirkung
        <pb n="23" />
        ber Steuer für die spätere Zeit in Täuschungen einzuwiegen^, 
nicht außer Acht lasten, baß bie Besteuerung ber Melaste mit 
1,80 Mk. pro Ctr. nur so lange ausreichend 511 sein vermöchte, 
als bie Zuckerausbeule aus berfetben bie gleiche sein würde, wie 
sic hier im Durchschnitt ber letzten 5 Jahre gerechnet wurde, 
während welcher in der überwiegenden Mehrzahl ber Fabriken 
bie ungleich weniger wirksame Osmose zur Anwendung kam. 
Würde in dieser Beziehung mit ber Zeit in ber Weise citte 
Aenderung eintreten, daß größere Mclasscmcngen als bisher 
durch Elutionen oder gar durch Strontianit entzückert würden, 
so müßte die größere Ausbeute wegen der daraus hervorgehenden 
Vermehrung der Exportbonificationen immer wieder ein Manco, 
und anscheinend ein progressives, in der Staatskasse hervorrufen. 
Ob aus diesem Grunde die Mclasicsteuer zweckmäßiger jetzt 
gleich auf eilten höheren Betrag, etwa 2 Mk. pro Ctr., zu nor- 
mirett, oder eine Erhöhung erst für den Zeitpunkt in Aussicht zu 
nehmen wäre, in welchem die Verhältnisse dahin drängen, mag 
hier ait dieser Stelle eine offene Frage bleiben. Ernste Ver 
wickelungen dürften aus einer vorläufigen mäßigeren Rormirung 
kaum hervorgehen, wenn nur als feststeheitd angenommen wird, 
daß für den Zuckergewinn direct otta der Rübe, also ohne Mclastc- 
cntzuckcrung, derjeitige Rübcnvcrbrauch zur Herstellung von 1 Ctr. 
Zucker, der nach der in der Statistik sich aussprcchcndcn Er- 
fahrung als der durchschnittliche sich crgiebt, auch für die Folge 
der gleiche verbleibeit muß, so lange nicht abermalige neue Ver 
besserungen in dieser Beziehung Aenderungen eintreten lassen. 
Man gelangt aber, tubetti man die Bewegungen in den 
Rübenerträgen, der Zuckerproduction und dem Eonsum der Be 
völkerung in den angezogenen Perioden in ihren Beziehungen zu 
einander verfolgt, zu einem klaren und unbefangenen Urtheil 
über die Größe des Uebelstandes, über die Ursachen desselben, 
sowie über die Hülfsmittel, mit denen man in der Zukunft 
solchen Vcrlüsien der Staatskaffe vorzubeugen vermag. Es ist 
selbstredend ganz belanglos, ob dieser oder jener Veränderung 
im Erhcbungsmodus der Vorzug gegeben würbe, ob man nament 
lich statt einer Erhöhung der Rübensteuer um 3 */2 Pf. lieber
        <pb n="24" />
        20 
eine entsprechende Abmindernng der Erportbouistcationen eintreten 
lassen wollte. Die Hauptsache ist, daß überhaupt nur jeder 
Factor in demjenigen Betrage erfaßt werde, in welchem er an 
dem Verluste der Staatskasse mitwirkend ist. Das verlangt, 
ganz abgesehen von den Motiven des Rechts und der Billigkeit, 
das wohlverstandene Interesse aller einzelnen Theile. Die Fa 
briken, die sich mit der Entzuckerung der Melasse nicht beschäftigen, 
können nur ihren Vortheil darin finden, wenn jene Anderen, die 
in diesem Verfahren eine Erwerbsquelle suchen, nicht bind) eine 
ungerechtfertigte Ueberlastung in ihrem Betriebe behindert werden, 
denn je mehr sid) die Zahl solcher Fabriken vermehrt, um so 
mehr steigt die Nachfrage nach Melasse, die wieder den Werth 
derselben hebt. Diese Strontianit- und Elutions-Fabriken aber 
können nur wünschen, daß der freudige Aufschwung der Zucker- 
industrie nidst durch allzu starke Anfassung durch die Steuerzange zu 
rückgedrängt werde, denn das würde ihnen die wichtigste Eristenz- 
bcdingung, den Bezug des Rohstoffs, beenge«. Auch die zahl 
reichen Fabriken, die durch das weniger wirksame Verfahren der 
Osmose ihre Melasse entzückern, können durch eine gleichmäßige 
Verthei lung der Last nur gewinnen, denn sie würden, wenn der 
Rübe allein die Tilgung des namhaften Mancos auferlegt würde, 
nur die Lückenbüßer aller derjenigen Anstalten werden, die 
mehr Zucker aus der Melasse gewinnen und darum ohne alle 
Steuerentrichtung Zuckermengen erarbeiten würden, für die 
der Staat ihnen Vergütungen gewährte. Wenn in den Kreisen der 
Zuckerindustriellen heute im Allgemeinen für eine vorläufige, sehr 
mäßige Herabsetzung der Exportbonifieationen die Neigung her 
vorzubrechen scheint, so kann bod) diese Neigung nur in einem 
kurzsichtigen Erfassen des nächsten Vortheils ihre Ursache haben, 
denn auf die Dauer kann die radicale Beseitigung des Mancos 
nicht umgangen werden, wohl aber ivächst bei zunehmender Com- 
plicirung der Verhältnisse die (Gefahr, daß die eigentlick)en Ur- 
sachen der Staatsverlüste mit geringerer Klarheit erkannt werden 
und dadurch Maßnahmen zum Vollzug gelangen könnten, die mit 
ungleicher Schwere treffen und auf einzelne Theile verderblich 
oder tödtlick) wirken. Die gefammte Zuckerindustrie mit ihrem
        <pb n="25" />
        21 
Geschwisterkind, der Landwirthschaft, bildet einen einzigen, durch 
Interessen mancher Art an einander verknüpften Organismus, der 
in seiner Gesammtheit leidet, weiln nur ein einzelnes Glied in 
seinen Lebensfnnctionen behindert wird. Allgemein aber gilt 
cs als Grundsatz vorsorglicher Weisheit, daß man zu rechter Zeit 
und mit den geeigneten Mitteln einem Uebel vorbeugt, das bei 
sorglosein Genuß des Augenblicks den einen oder den anderen 
Theil in späterer Zeit zu ereilen droht. 
Vor Allem aber wird auch der Staat durch sein eigenes 
Interesse auf etite beschleunigte und der Sachlage angemessene 
Regelung des Uebelftaitdcs hingeiviesen. Durch die Verarbeitung 
der Rüben wie durch die Entzuckerung der Melasse werden be- 
dciitendc Summen in das Land hineingeführt, die hier geschäftig 
sind, sich in Genußmittel aller Art umzusetzen, ltitb bei jedem 
solcher Umsätze fließt ein bestimmter Theil in seine eigene Kasse 
hineilt. Wird ihm auf diese Weise die Industrie zu einer reichen 
Quelle von Steuererhebungen aller Art, so wirkt sic nach ande 
rer Seite hin dlirch die belebende Cultur der Zuckerrübe aus die 
Erträge des Grund tinb Bodens, auf den reichen Gewinn voit 
Cerealien mtd Futtergewächsen in einer Weise ein, wie kantn 
alle anderen Hebel der Landlvirthschaft zusainmcngenommcn. 
Würde der Staat durch ein einfaches Universal,nittel, etwa durch 
eine Herabsetzung der Exportbonificatiouen, das hereiugebrochcuc 
llebcl ztl beseitigen suchen, so würde er bei der Größe desselben 
nicht umhin können, so manchen Theil der Industrie mit einer 
Schwere ztl treffen, die ihit seiner Lebensfähigkeit durchaus bc- 
rauben würde. Ilm dies mit ganzer Bestimmtheit erkennen ztt 
lasten, möge zuin Schluß noch ein Auszug atis einer Tabelle der 
Hannöverfchen Land- uitd forstwirthschaftlichen Zcitnitg eine Stelle 
finden, der die Ergebniste von 30 dortigen Zuckerfabriken vor 
Augen führt. Es find Ergebnisse jenes Landcsthcils, aus welchem 
in der widerwärtigsten Weise jener nichtssagende hohe Tividendcn- 
gewinn in die Welt hinausposaunt wurde, die aber in zweifacher 
Beziehung beachtet zu iverdeit verdienen, einmal, weil sie deut 
Auge in sprechendster Weise bemerkbar machen, aus welchen be 
deutenden Verschiedenheiten in der Zuckerausbcute das durchschnitt-
        <pb n="26" />
        22 
liche Ergebniß hervorgeht, sodann, weil sic die Leistungen einer 
großen Zahl von Fabriken durchaus nicht in so rosigem Lichte 
erscheinen lassen, daß ihnen bei dem in Aussicht stehenden Rück 
gang der Zuckcrpreise eine hohe Mehrbelastung durch die Steuer 
schraube zugemuthct werden dürfte?) 
*) Nach beut Vorbericht zu ber nebenstehenben Tabelle hat im Jahre 
1879—80 nur noch eine Fabrik, Steindruck, nach beut Preßverfahren gear 
beitet, alle übrigen hatten Diffusion. Dagegen entzückerten 1880—81 Melasse: 
mit Osmose: Steinbrück, Dingelbe, Schellerten, Harsum, Equorb, Olbenborf, 
Bennigsen, Einbeck unb Northeim, mit Elutionen: Norbstemmen, Ringelheim, 
Schlaben, Sehnde, Algermissen, Bockenem unb Zur Rast, mit Substitution: 
(%. Düngen, welches früher osmosirt hatte.
        <pb n="27" />
        23 
Tabelle VI. 
Ort 
der 
Fabrik. 
Campagne 1870—80. 
Ver 
arbeiteter» 
Rübcn- 
quantum. 
Doppel- 
Ctr. 
Rohzucker 
aller 
Produkte 
Doppel- 
Ctr. 
lit 
Doppel- 
Ctr. 
Campagne 1880—81. 
Ver 
arbeitetes 
Rüben 
quantum. 
Doppel- 
Ctr. 
Rohzucker 
aller 
Produkte. 
Doppel- 
Ctr. 
Vit 
«3 
Doppcl- 
Ctr. 
Gehrden 
Rethen a. d. L. 
Harsum 
Algennissen 
Schellerten 
Clauen 
Dingelbe 
Equord 
Steindruck 
Hohenhameln 
Peine 
Sehnde 
Sarstedt 
Elze 
Rordstemincn 
Bockenem 
Gronau 
Gr. Düngen 
Schladen 
Ringclhcim 
Zur Rast 
Gr. Mahner 
Bennigsen 
Emmcrthal 
Oldendorf 
Einbeck 
Northeim 
R orten 
Obernjesa 
Fallersleben 
Summa 
95 700 
109 045 
137 OIO 
134 100 
143 502 
117 337 
158 502 
80 370 
141 002 
87 717 
120 555 
100 505 
144 015 
179 310 
255 430 
124 533 
211 530 
152 382 
297 880 
185 257 
127 020 
159 050 
252 632 
171 050 
153 535 
314 578 
305 145 
412 50 
8 048 
15 513 
11 857 
14 535 
12 488 
10 905 
13 747 
7510 
10 950 
8 382 
10 540 
10 311 
12381 
18 790 
21 074 
10 240 
17 574 
12 813 
27 871 
18 005 
10 447 
13 095 
25 150 
13 657 
12 017 
20 099 
29 828 
3 603 
11,07 
10.94 
11,01 
9,23 
11,49 
10,70 
11,53 
10.09 
12.94 
10,40 
11.44 
10,33 
11,OH 
9,54 
12,12 
12.10 
12.04 
11,89 
9,85 
9,71 
12,21 
12,15 
10.05 
12,52 
12.78 
11.78 
12,24 
11.45 
4 029 002 408 030 11,33 0 202 509 510 572 
120 832 
253 840 
180 882 
105 740 
170 740 
103 050 
171 345 
85 900 
177 205 
118 200 
153 365 
150 777 
220 205 
244 790 
314 330 
131 289 
252 365 
107 142 
366 130 
198 350 
137 085 
124 245 
218 150 
308 225 
222 910 
197 535 
410 370 
536 355 
88 340 
134 037 
10 894 
22 077 
14 180 
10 904 
14 471 
13 690 
14 500 
7 877 
14 454 
10 719 
13 048 
13 498 
17 058 
22 950 
28 053 
11605 
18 750 
14155 
30 488 
17 929 
11 241 
9 421 
18 480 
25 884 
15 110 
15 310 
33 409 
41 041 
7104 
11000 
11,«9 
11.19 
13.17 
9,77 
12,21 
11.91 
11,Hl 
19.91 
12,29 
11.0. 3 
11.75 
11.17 
12.91 
10,97 
10,97 
11.. 31 
13.49 
II,Hl 
12,01 
11,09 
12.19 
1.3.19 
II,HO 
11.91 
14.75 
12,90 
12.49 
1.3,07 
12,43 
12,2.3 
12,01
        <pb n="28" />
        Druck der H inst orff'scheu Buchdruckerei in Äv,tvck
        <pb n="29" />
        <pb n="30" />
        e 
TO 
-C 
o 
co 
c 
0 
co 
co 
CO 
TO 
O 
CO 
r 
:3 
0 
O 
n 
_Q 
TO 
c 
0 
N 
0 
o 
co 
3 
0 
Û 
206X0 
469185
        <pb n="31" />
        CD 
O 
O 
&lt; 
3 2 
2.0 
O 
25 
-&lt; 
JO 
Cl 
CQ 
=T 
0 
3.2 
1. 
00 
2.0 
9 
% 
L 
25 
ao 
ÛJ 
7T 
?r
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
