251 Eine einzige Firma in Chicago, „Libby, M'Neill und Libby,“ •st beispielsweise im Stande, täglich 40.000 bis 50.000 Büchsen präservirtes Fleisch zu liefern, die je 2 bis 28 Pfund enthalten. Mehr als die Hälfte des präservirten und ein Viertel des gesalzenen ­ und geräucherten Ochsenfleisches geht nach Europa; von ersterm wurden kürzlich in London in einer Woche 150.000 Kisten von je 84 Pfund Netto-Gewicht zu 37 sh. 6 d. per Kiste verkauft (i. J. 1880). Der Bericht aus Montana v. J. 1882 sagt: Am westlichen Fusse des grossen amerikanischen Felsengebirges, in einem lieblichen Thaïe, das von seinen Bewohnern das Paradies der Heuen Welt genannt wird, liegt das freundliche Städtchen Eeer Lodge. Dicht an der Stadtgrenze liegt eine grosse, schön ausgelegte Farm, oder, wie man sie dort zu Lande nennt, Mranche," das Eigenthum des Rinderkönigs Con Kohrs, eines Holsteiners aus der Nähe von Glückstadt, der des grössten Ansehens sich erfreut und für einen der reichsten Männer im Amerikanischen Nordwesten gilt. Vor zwanzig Jahren noch armer Fleischergeselle in Virginia City, der sich auf dem Markte ein Viertel Rind über die Schulter legte, dasselbe zu Hause zerlegte und dann an seine Kunden verkaufte, hat er jetzt 22.000 Stück Vieh auf der Weide und ist an drei Gold-Hiinen betheiligt, die grossen Gewinn abwerfen. Wer in Montana durch Ackerbau, Handel oder Goldgräberei zu Gelde gekommen ist, legt dasselbe in Vieh an, ^as in' dem daselbst reichlich vorhandenen Büffel-Gras, mit alle Höhenzüge bedeckt sind, sowohl im Sommer als Selbst im Winter unter dem Schnee ein vortreffliches nahrhaftes ­ Futter findet. Diese Art und Weise, seine Capitalien verwerthen, ist darum so beliebt, weil die unendlichen Höhenzüge Montana’s, welche das Vieh mit besonderer Vor-' »ehe sich zur Weide aussucht, noch beinahe überall herrenoses und darum nicht umfriedigtes Eigenthum sind und man Ausserdem keine Scheunen zu bauen braucht, denn die Thiere finden, selbst im kalten Winter, hinlänglichen Schutz vor der itterung in den zahlreichen Schluchten der Berge und sehen ÖAbei am Ende der rauhen Jahreszeit so glatt und wohlge-