335 gern bereit, ihm die Farm nach fünf bis zehn Jahren zu verkaufen, ­ natürlich um 25 oder mehr Dollars per Acre. Als wir die unendliche Prairie von 70.000 Acres durchschritten ­ hatten, gelangten wir nach der an einer Bahnstation entstehenden Stadt Hilsborough, die erst ein Jahr alt war, aber Schon an 500 Einwohner hatte. Von da fuhren wir nach der Mennoniten-Niederlassung Gnadenau, wo wir eben jenen Bischof besuchten und bei ihm zu Mittag speisten; einfach, aber ausgezeichnet, ­ gerade wie schon Tags zuvor bei dem Schullehrer. Auf unserer ganzen Reise haben wir keine so gute Butter bekommen als auf diesen beiden Farmen. Dazu delicaten ge-Speck, der auf russische Manier halb geräuchert war, und vorzügliches Schwarzbrod. Von hier aus besuchten wir noch einen anderen Mennoniten, der schon ein Jahr in Manitoba gewohnt hatte, aber hierher gezogen war, da ihm dort der Winter zu rauh war. Er lobte zwar die Fruchtbarkeit Manitobas, ­ doch sei in Kansas das Leben angenehmer und leichter. • Unsere Besuche bei den Mennoniten fielen auf den zweiten Und dritten Pfingsttag. Den zweiten feierten sie, am dritten begann die Arbeit, aber an beiden Tagen trafen wir hie und tia. Besuch zahlreicher Nachbarn. Es war sogar eine Anzahl »Brüder“ aus Pennsylvanien auf einer Rundreise bei diesen Glaubensgenossen begriffen. Wir trafen dieselben aber nicht ßeim Herrn Richard kamen wir mit 15 bis 20 Familien aus fieser Colonie zusammen. Alle machten den Eindruck grosser olidität, Tüchtigkeit und Wohlhabenheit. Die Frauen zeich-Uoten sich durch die Einfachheit ihrer Kleidung und den bienenjuässigen Fleiss in der Haushaltung vortheilhaft vor den Amerikanerinnen ­ auf anderen Farmen aus. Die Tafelwäsche war ^6rb, aber schneeweiss, die weissen Decken der himmelhohen utten waren mit weissem Zwirn äusserst mühevoll und reich gestickt. Diese Arbeit muss Zeit und Augen kosten! Dieses ein ausgezeichneter Bauernschlag, den Europa von sich ^tösst, Amerika aber gastlich hegt und pflegt. Unterwegs sahen wir neben einer amerikanischen Farm eine einfache Syrupfabrik: eine eiserne Presse, die, ohne Dach, Freien stand, zum Pressen von Sorghum- und Maisstengeln,