376 gekauft und in Santa Fé ist jetzt ein englischer Agent, der im Aufträge englischer Lords Erkundigungen über jeden grossen Grundbesitz einzieht, welcher hierzulande verkäuflich ­ ist. Jene englischen Herren, die hier schon Grundbesitzer sind, nehmen in der Regel die Ausbeutung ihres Besitzes in Angriff und realisiren sehr grosse Gewinne, so die Lords Airley und Dunmore. Um einen solchen amerikanischen Grossgrundbesitz und seine wirthschaftliche Ausbeutung kennen zu lernen, folgten wir der Einladung des Verwalters eines der grössten Landgrants, der in beiden Territorien — Neu-Mexico und Colorado — liegt, und nahmen einen längeren Aufenthalt ­ auf demselben, während dessen wir ihn in seinen Haupttheilen in Augenschein nahmen. Der betreffende Grant heisst „Maxwell-Grant“ und liegt um Cimarron am Cimarronflusse. In der Stadt Cimarron befindet ­ sich die Verwaltung des Grants. Seine Geschichte ist hochinteressant. Das Gebiet des Grants ist 1.714.000 Acres gross und wurde im Jahre 1841 an den canadischen Handelsmann Beaubien und den mexicanischen Staatsmann Miranda von der mexicanischen Regierung verliehen. Der Handel dieses Theiles der mexicanischen Republik concentrirte sich damals in Santa Fé. Diese Stadt stand mit der Union in Handelsverkehr. Allein der nächste Markt, mit dem Santa Fé verkehrte, war damals St. Louis, und eine Eisenbahn-Verbindung existirte zwischen beiden Plätzen nicht. Auf grossen Lastwagen, die sich zu Karawanen vereinten, wurden die Waaren von einer jener Städte zur anderen befördert ­ auf einer Strasse, die als der „Santa Fé Trail“ bekannt ist und deren Spuren wir in der Prairie am Kansas und Neu-Mexico an vielen Stellen gefunden haben. Diese Strasse führte von St. Louis westlich durch Prairie nach dem Arkansas-Thale, folgte ihm bis zum Einflüsse des Purgatoryflusses in Colorado bei Fort Lyon und Las Animas, das damals eine Hauptstation auf dem Wege war-Von hier zog sie sich südwestlich das Thal des Purgatory