<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<TEI xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0">
  <teiHeader>
    <fileDesc>
      <titleStmt>
        <title>Ursachen der Amerikanischen Concurrenz</title>
      </titleStmt>
      <publicationStmt />
      <sourceDesc>
        <bibl>
          <msIdentifier>
            <idno>82998979X</idno>
          </msIdentifier>
        </bibl>
      </sourceDesc>
    </fileDesc>
  </teiHeader>
  <text>
    <body>
      <div>5 
das in den slavischen Ländern Oesterreichs bedenken und durch 
,,Schuldentlastung“ und „Homstead-Exemption“ dem russischen 
Systeme das Praevenire spielen. Was können Bontoux’sche 
Agiobanken in dieser Richtung nützen? Die „Union générale“ 
desselben ist zwar schon verkracht, allein Leute, denen nicht 
zu helfen ist, hoffen dennoch das Heil Oesterreichs von deren 
Tochter, der berufenen „Länderbank“. 
Die Auswanderung englischer Farmer ist nicht so bedeu 
tend, wie man noch vor Jahr und Tag erwarten durfte, jedoch 
nicht desshalb, weil sich etwa die Lage der englischen Land- 
wirthe gebessert hätte. Dieselbe verschlimmert sich vielmehr 
zusehends. Allein, die Grundbesitzer suchen die Farmer im 
Lande zu behalten, indem sie die Pacht ermässigen, auch die 
schon fällige zum Theile nachlassen, wenn auch nicht durch 
schnittlich um 50 Percent, wie der Herzog von Bedford, jedoch 
nur unter der Bedingung, dass der Pächter weiter auf der 
Farm bleibe! Zieht derselbe ab, so muss er die rückständige 
f acht zahlen, löst aber aus dem Verkaufe des lebenden und 
todten Wirthschaftsinventariums, wovon das Angebot weit die 
Nachfrage übersteigt, wenig Geld und behält somit in den 
seltensten Fällen Mittel genug, um in Amerika unter günstigen 
Verhältnissen ein selbstständiges Wirthschaftsleben zu beginnen. 
N ichtsdestoweniger wandern manche aus und sehr viele Grund 
besitzer verfügen über verlasfene Farmhöfe. Manche schränken 
ihren Haushalt ein. Andere kaufen in Amerika Grundbesitz. 
Auf demselben Schiffe, das uns nach New-York führte, fuhr 
der älteste Sohn des Lord Airley hinüber, der schon seit mehr 
als Jahresfrist in Colorado ansässig ist und sich jetzt von 
Europa allerhand Finrichtungsgegenstände, worunter drei 
wundervolle, starke Jagdhunde und — einen Kampfhahn nebst 
drei dazu gehörigen Hennen geholt hatte. Ferner reiste ein 
junges Ehepaar mit uns hinüber, das nach dem „fernen Westen“ 
ging. Der Gatte war Beamter in der Wirthschaftskanzlei eines 
Lords gewesen, aber entlassen worden, weil sein Brodherr die 
Administration der Güter vereinfachte. Er war vor i V2 Jahren 
nach Jowa ausgewandert, hatte dort eine schon im Betriebe 
befindliche Farm von 300 Acres gekauft, ein angemessenes 
Wohnhaus gebaut, war dann nach England zurückgekehrt, um</div>
    </body>
  </text>
</TEI>
