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unvergleichlich  mehr  als  heutzutage.  Aber  ebenso  waren  deren  Feinde
mehr  vorhanden,  als  da  sind:  Ottern,  Reiher,  Scharben,  Taucher,
Enten  rc.,  vielleicht  auch  noch  einige  aus  der  Urzeit  nachgebliebene  Saurier.
Die  Natur  hat  ihre  Geschöpfe  so  mit  Fähigkeiten  der  verschiedensten
Art  ausgerüstet,  daß  jedes  aktiv  oder  passiv  sich  zur  Erhaltung  seiner
selbst  und  seiner  Art  möglichst  wehren  kann,  die  wenigst  Widerstandsfähigen ­
  durch  riesige  Vermehrungsthätigkeit.  Dabei  freilich  verschwindet
doch  einmal  eine  nicht  ganz  für  die  veränderten  Verhältnisse  ausgerüstete
Art  durch  Aussterben  oder  Ausgerottetwerden  gänzlich,  aber  im  allgemeinen
bestand  in  der  Vorzeit  doch  ein  Gleichgewicht  aller  Gattungen  und  Arten
untereinander.  Wenn  sich  an  einem  Orte  den  Fischfeinden,  z.  B.  den
Ottern,  infolge  ihres  Raubens  im  Wasser  nicht  mehr  vollauf  Fische  boten,
so  wanderten  die  Ottern  aus,  um  ergiebigere  Jagdgründe  zu  suchen,  und
die  Fische  des  alten  Reviers  hatten  dann  infolge  ihres  unglaublich  raschen
Wachstumvermögens  bei  desto  vollerer  Nahrungsmenge  Gelegenheit,  schnell
wieder/ihre  frühere  Gesamtmasse,  d.  h.  ihr  jener  Nahrungsmenge  entsprechendes ­
  Gesamtgewicht,  zu  ersetzen.  Denn  die  Natur  hatte  alle  stärker
verfolgten  und  schwächeren  unter  ihren  Kindern  mit  höherer  Vermehrungsfähigkeit ­
  ausgestattet.  Je  mehr  von  den  Nachkommen  unterzugehen  bestimmt
oder  in  Gefahr  sind,  desto  gewaltiger  ist  die  Anzahl  der  erzeugten  Kinder.
So  war  es  dazumal.  Heute  ist  das  Gleichgewicht  durch  den  Menschen
überall  zu  dessen  Gunsten  verschoben.  Der  Mensch  duldet  keinen  Urzustand,
er  rottet  ihn  aus,  wie  er  überhaupt  alles,  was  ihm  und  seinen  Zwecken
im  Wege  steht,  vertilgt  oder  für  diese  Zwecke  umändert.  Aus  den  Urwäldern ­
  sind  Äcker  und  Forsten,  aus  den  Sümpfen  Wiesen,  Felder  und
Teiche  geworden;  die  Seen,  welche  und  soweit  sie  abzulassen  waren,  sind
trocken  gelegt,  die  Flüsse  sind  durch  starke  Bauten  eingeengt  und  in  ein
bestimmtes  steril  gewordenes  Bett  gezwungen  worden  und  dienen  der
Schiffahrt  oder  mittelst  zahlloser  Stauungen  der  Industrie,  von  welcher
sie  verunreinigt,  oft  unbewohnbar  für  die  Fische  und  ungenießbar  für
Menschen  und  Vieh  gemacht  werden.  Manchmal,  ja  oft  regelmäßig,
rächt  sich  freilich  die  zu  stark  in  Fesseln  geschlagene  Natur,  indem
die  von  ihr.gespendeten,  durch  nichts  mehr  aufgehaltenen  und  aufzuhaltenden
Wassermassen  ganze  Flußgebiete  verheeren  und  Wohnungen,  Ackerfelder,
Vieh  und  anderes  Menscheneigentum  von  Millionen  an  Wert  und  auch
Menschen  selbst  in  großer  Zahl  in  ihren  Fluten  zu  gründe  gehen  lassen.
Solche  Katastrophen  mag  man  dreist  der  schlechten  Vorausberechnung
der  Wasserbaumeister  und  auch  der  Gesetzgebung  und  Verwaltung,  welche