dafür  liefern,  so  muß  er  Nahrungsmittel  zukaufen,  was  auch  auf  Düngen
hinausläuft.  Der  Fischer  am  freien  Wasser  aber  denkt  nicht  an  das
Düngen,  an  das  Fischnahrungzuführen,  er  nimmt  nur  immer  heraus,
was  er  verwerten  kann,  ohne  etwas  dazuzuthun.  Wie  kann  man  nur
immer  auf  „Vermehrung  des  Fischbestandes"  dringen?  was  nützt  alles
Bruteinsetzen  und  alle  die  Vermehrung  begünstigenden  Schonbestimmungen,
wenn  man  dabei  nicht  düngt,  d.  h.  Fischnahrung  hinzugibt?  Nicht  ein
Pfund  Fisch  mehr  wird  mit  jenen  Schonmaßregeln  ohne  Düngung  im
Wasser  leben  können,  als  die  natürlich  produzierte  Fischnahrung  zu  erhalten ­
  vermag.*)  Der  Landmann  vertilgt  nach  Möglichkeit  das
Unkraut  und  alles  was  er  auf  seinen  Acker  nicht  wachsen  haben  will;
er  jätet.  Der  Fischer  aber  nimmt  Jahr  für  Jahr  nur  die  wertvolleren
Fische  heraus,  und  läßt  diejenigen  Fische,  welche  er  nicht  verwerten  kann
und  die  doch  den  guten  Fischen  Nahrung  wegnehmen,  unbehelligt,  ja  wirft
sie,  wenn  gefangen,  meistens  thörichter  Weise  wieder  ins  Wasser;  er
jätet  nicht.**)  Dadurch  stört  er  das  Gleichgewicht  zu  Ungunsten  der  gut
zu  verwertenden  Fische  und  macht  sie  immer  weniger  konkurrenzfähig
gegenüber  den  schlechten  Fischen,  dem  Unkraut.  Wundern  wir  uns  noch
über  die  ewigen  Klagen  über  Abnahme  der  Fische,  d.  h.  der  besseren
Arten?  Von  dem  schlechten,  insbesondere  durch  Maschenweitebestimmungen
geschützten  Zeug  ist  noch  übergenug  vorhanden.
Wenn  ein  Wasser  normal  bestanden  ist,  d.  h.  soviel  Fische  oder
richtiger  Fischgewicht  beherbergt,  als  es  Nahrung  für  dieselben  bietet,
so  wäre,  wenn  aus  allen  den,  nehmen  wir  an,  100,000  Eier,  welche  ein
Rogener  ablegt,  auch  nur  2  daraus  hervorgegangene  Fische  die  Größe
der  Eltern  erreichen  sollen,  der  Mensch  genötigt,  um  diesen,  also  verdoppelten ­
  Fischbestand  zu  erhalten,  alle  Jahre  gerade  soviel  Fischnahrung
„künstlich"  hinzuzufügen,  als  das  Wasser  in  einem  Jahre  natürlich
produziert.  Wenn  das  nicht  geschieht,  so  kann  sich  auch  das  Gesamt-')
  Im  allgemeinen  sind  alle  Fische  Fleischfresser;  manchen  ist  auch  eine  Beigabe
von  Früchten  willkommen.  Jeder,  der  eine  nicht  allzugroße  Fläche  befischt,  sollte
allen  Fleischabfall  (die  Landwirtschaft  kann  solchen  als  Dünger  für  Pflanzen  wohl
entbehren),  als  z.  B.  versetzte  Kälber,  an  nicht  schlimmen  Krankheiten  eingegangenes
Vieh,  Eingeweide  rc.  als  Ersatz  für  Jnsekten-Nahrung  sammeln,  und  eine  Verkleinerungsmaschine
  dafür  benutzen  und  diese  Nahrung  im  Wasser  ausstreuen.
Gedämpfte  schlechte  Kartoffeln.  Lupinen  und  dergl.  geringe  Früchte  in  für  die
Fische  mundgerechten  Bissen  sind  ebenfalls  als  Beigabe  zu  dem  Fleischabfalle  den
Fischen  willkommen.
*")  Laut  heutiger  gesetzlicher  Bestimmung  darf  er  es.  nicht!