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gewicht  der  Fischmenge  nicht  verdoppeln.  Mit  andern  Worten:  Es  kann
nur  soviel  Gewicht  an  Jungfischen  auskommen,  als  an  Abgang  am  Gewicht
der  Eltern  durch  Gefangen-  oder  Gefressenwerden  oder  Absterben  zu  verzeichnen ­
  ist.  Wenn  jene  zwei  leben  bleiben,  d.  h.  wenn  die  Zahl  der
Individuen  verdoppelt  wird,  ohne  daß  man  düugt,  d.  h.  Nahrung  hinzugibt, ­
  so  werden  der  Fische  je  zwei  nur  soviel  wie  sonst  einer  wiegen,
da  ihrem  Wachstum  bei  fernerer  für  jeden  einzelnen  kärglich  zugemessener
Nahrungsmenge  bestimmte  Grenzen  gesetzt  sind,  denn  das  Wachstum
der  Fische,  wenigstens  der  Süßwasserfische,  hängt  allein  von  der
Fülle  der  zugemessenen  Nahrung  ab,  nicht  von  ihrem  Alter.
Wie  kann  man  denn  nun  glauben,  daß  man  durch  Vermehren,  durch
Hinzusetzen  von  künstlich  erzogener  Brut,  durch  Schonen  der  von  der
freigebigen  Natur  unzählig  gelieferten  Jungfische  und  andere  Schonmaßregeln ­
  den  Fischbestand,  d.  h.  doch  nur  das  nutzbare  Gesamtgewicht
der  Fische  zu  vergrößern  imstande  ist?  Denn  unter  einträglicher  Vermehrung ­
  kann  doch  nur  die  Vergrößerung  des  Gesamtgewichts  der  nutzbaren ­
  Exemplare  und  nicht  die  Vergrößerung  der  Zahl  der  Individuen
verstanden  werden.  Wo  viel  Abgang  ist,  da  sorgt  die  Natur  zwar  mit
unglaublicher  Freigebigkeit  für  schnellen  Ersatz,  der  aber  immer  von  der
im  Wasser  gebotenen  Nahrungsmenge  abhängt,  und  wo  man  Fischarten
einführen  will,  da  muß  mau  in  demselben  Verhältnis  ähnliche  Arten,
welche  dieselbe  Nahrung  verbrauchen  (Konkurrenten)  vertilgen,  es  wären
denn  Wanderfische,  welche  der  heimischen  Nahrung  nicht  bedürfen.
Auch  das  Meer  hat  seine  Grenzen  in  bezug  auf  Produktivnsfähigkeit
an  Fischnahrung.  Wenn  wir  aber  das  ungeheure,  natürlich  sich  vollziehende ­
  Vernichten  der  Meeresbewohner  unter  sich  betrachten,  so  dürfte
das,  was  der  Mensch  davon  nimmt,  als  gar  wenig  erscheinen.  Das
Meer  ist  zu  groß,  als  daß  der  Mensch  im  Stande  wäre,  das  Gleichgewicht ­
  der  Meeresbewohner  unter  sich  merklich  zu  stören.  Um  zu  große
Ausbeutung  des  Meeres  brauchen  wir  also  einstweilen  nicht  besorgt  zu
sein,  denn  wir  konnten  das  Meer  nicht  umgestalten,  wie  das  Binnenwasser.
Die  Natur  duldet  keine  Lücken.  Wenn  viele  Fische  gefangen  oder  umgekommen ­
  find,  so  haben  die  Nährtiere  Gelegenheit,  sich  besser  zu  vermehren, ­
  und  diese  Vermehrung  der  Nährtiere  gibt  wieder  den  Fischen
Gelegenheit,  sich  zu  vermehren  und  zu  wachsen.  Der  Produktioussähigkeit
des  Wassers  an  Fischnahrung  ist  durch  die  Kousumtionsfähigkeit  der
Fische  die  natürliche  Grenze  gesetzt  und  umgekehrt.
Die  süßen  Gewässer  sind  nicht  mehr,  was  sie  gewesen  sind,  luir
Ijflben  sie  umgestaltet  durch  Bauten  und  Anlagen  für  anderweitige  Kultur-