11

ober  die  Forelle  mit  ber  Elritze  unb  bem  Stichlinge  auf  einer  Stufe
stäube  unb  gleicher  Behanblung  unterzogen  werben  müsse,  währenb  es
boch  in  bem  einen  Gewässer  auf  diese,  im  anbern  auf  jene  Fischart  ankommt, ­
  je  nachbem  sie  lokal  am  besten  gebeiht  unb  am  besten  verwertet
werben  kann.  „Erhaltung  bes  Fischbestanbes!"  Welcher  unbestimmte
Ausbruck,  ba  es  boch  nur  barauf  ankommt,  ben  möglichst  großen  baueruben
Nutzen  zu  erzielen  unb  bie  Natur  zum  Probuzieren  von  für  uns  brauchbarem ­
  Fischfleisch  zu  zwingen,  nicht  zum  Probuzieren  von  möglichst  viel
Jnbivibuen  unb  von  geringwertigen  ober  ganz  unnützen  Fischarten?  Unb
was  bie  „Vermehrung  ber  Fische"  anbelangt,  so  haben  wir  gesehen,  wohin ­
  bieselbe  führt:  zu  gänzlich  unprobuktiven  Gewässern,  welche  trotzbem
von  kleinen  unbrauchbaren  Fischen  wimmeln.  Es  kommt  in  bezug  auf
bie  Erträge  garnicht  auf  bie  Anzahl  ber  im  Wasser  befinblichen  Fische
an,  sonbern  auf  bie  Anzahl  ber  Fische,  welche  wir  bestmöglichst  verwerten
können.  So  lange  sie  im  Wasser  sinb,  nützen  sie  uns  garnichts,  sonbern
nachbem  sie  gefangen  sinb.  Ein  Wasser  kann  überfüllt  an  Millionen
Fischen  sein,  unb  boch  haben  seine  Fische,  weil  sie  aus  Nahrungsmangel
zu  klein  bleiben,  keinen  Wert  unb  können  unter  solchen  Umstänben  niemals
einen  orbentlichen  Wert  'erreichen,  unb  basselbe  Wasser  könnte  unglaublich
viel  gute  Menschennahrung  liefern,  wenn  man  jene  Millionen  verkleinern
wollte.  Wie  häufig  begegnet  man  ben  Worten  „rationelle  Behanblung
ber  Fischerei".  Welches  aber  bie  rationellste  Weise  ist,  in  welcher  bas
in  Frage  stehenbe  Gewässer  zu  behandeln,  b.  h.  zu  bewirtschaften  ist,
bas  steht  nicht  babei.  Mit  bem  gedankenlos  ausgesprochenen  Worte
„rationell"  wird  gar  viel  Mißbrauch  getrieben.
Ich  ging  eines  Tages  am  Rande  eines  großen  Landsees  entlang.
Zahlreiche  Möven  gaukelten  über  dem  Wasser  und  ab  und  zu  schoß  eine
aus  ber  Schar  stoßtauchend  hernieder  an  und  unter  die  Oberfläche  und
kam  wieder  hervor  mit  einem  kleinen  Fisch  im  Schnabel,  den  ihm  dann
seine  neidischen  Artgenossen  ober  eine  etwa  vorüberfliegende  Krähe  abzujagen
  bestrebt  waren.  Von  weitem  sah  ich  einige  Reiher,  bis  an  das
Fersengelenk  im  Wasser  stehend,  bewegungslos  auf  vorüberschwimmende
Fische  lauern,  und  sie  flogen  bei  meiner  Annäherung  davon,  um  sich  an
ber  anderen  Seite  des  Sees  zu  gleichen  Geschäften  niederzulassen.  Ich
war  in  Gedanken  und  hatte  die  Annäherung  eines  Mannes  nicht  bemerkt,
ber  mich  anredete:
„Erlauben  Sie,  daß  ich  mich  vorstelle?  Mein  Name  ist  ...  .
Ich  interessiere  mich  lebhaft  für  Fischerei.  Es  ist  doch  eine  Schande,