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lassen?  Wir  Menschen  haben  durch  unsere  Eingriffe  in  das  Wirken  der
Natur  diesem  Wirken  (nicht  der  Natur  selber,  denn  das  können  wir  nicht)
Gewalt  angethan;  auch  in  der  Fischerei  müssen  wir  daher  jetzt  das
Wirken  der  Natur  regeln  und  dabei  uns  der  letzteren  anpassen,  damit  sie
zu  unseren  Gunsten  produziere.
Wenn  ein  Landwirt  aus  etwa  1  Morgen  Land  100  Pfd.  Weizen
aussät,  so  erntet  er  im  Durchschnitt  1000  Pfd.  Korner;  wenn  aber  ein
Landbesitzer  auf  einen  Morgen  das  zehnfache  aussäen  wollte,  vermeinend,
er  würde  nun  auch  das  zehnfache,  also  10,000  Pfd.  ernten,  so  werden
gerechte  Landwirte  sagen:  „Der  Mann  ist  verrückt."  Wenn  ein  Viehbesitzer ­
  auf  eine  Weide,  die  nur  für  ein  Haupt  Rindvieh  Gras  hat,  zehn
Stück  jagen  wollte,  so  werden  gerechte  Viehzüchter  sagen:  „Der  Mann
ist  nicht  bei  Troste."  Wenn  ein  Karpfenteichinhaber  in  einen  Teich,  der
nur  100  Köpfe  zu  einem  richtigen  Wachstum  bringen  kann,  1000  Köpfe
einsetzt,  so  werden  gerechte  Karpfenzüchter  sagen:  „Der  Mann  ist  nicht
recht  gescheit",  aber  im  wilden  Wasser  sott  die  Parole  gelten:  „Immer
darauf  los  vermehren"  ?
Warum  setzen  wir  Raubfische  in  den  Karpfenabwachsteich?  Damit
sie  die  etwaige  Nachzucht  der  Karpfen  und  was  sonst  noch  fischnahrungsbedürftiges ­
  *)  unbefugt  in  den  Teich  gelangt,  wegfressen,  damit  die  zum
Wachsen  bestimmten  Karpfen  nicht  in  der  Nahrung  verkürzt  werden.
Wir  setzen  nur  eine  bestimmte  der  im  Teich  von  der  Natur  produzierten
Nahrung  entsprechende,  durch  Erfahrung  festgestellte  Anzahl  Karpfen  in
den  Teich,  weil  wir  wissen,  daß  bei  einem  „Übersetzen"  die  Fische  weniger
oder  garnicht  wachsen.  Denn  allein  von  der  Fülle  der  gebotenen  Nahrung,
nicht  vom  Alter,  wie  beim  Säugetier,  hängt  das  Wachstum  des  Fisches
ab.  Für  Nachzucht  des  Teichfisches  wird  in  Streich-  und  Streckteichen
regelnd  gesorgt,  wir  müssen  aber  auch  in  wildem  Wasser  die  überflüssigen

*)  Susta  hält  die  Rotaugen,  Rotfedern  und  Döbel  für  keine  Nahrungskonkurrenten ­
  der  Karpfen,  weil  sie  reine  Pflanzenfresser  sein  sollen,  und  empfiehlt
sie  sogar  als  Beisatz,  um  den  Teich  besser  auszunutzen.  Verfasser  hat  ungezählte
Rotaugen  und  Rotfedern  an  der  Angel  gefangen,  die  allermeisten  mit  Regen-  und
Sprockwürmern,  manche  auch  an  Brod  (aber  das  frißt  der  Karpfen  auch).  Der
Döbel  heißt  auch  in  gewissen  Gegenden  „Mäusebeißer",  weil  er  Wassermänse
fressen  soll,  und  jeder  Angler  weiß,  daß  er  auf  Fische  und  Frösche  geht.  Es
möchte  schwerlich  glücken,  diese  Fischarten  mit  Grünzeug  zu  ködern,  und  es  erscheint ­
  doch  sehr  bedenklich,  ist  auch  allen  Erfahrungen  anderer  Fischwirte  entgegen,
solche  Fische  in  den  Karpfenteichen  zu  lassen.