Fischereiplan  entworfen  werden  und  dann  erst  sind  widerrufliche  Verordnungen ­
  bis  weiter  zu  erlassen,  die  in  den  verschiedenen  Pachtkontrakten
zu  berücksichtigen  sind  und  deren  Aufrechthaltung  durch  angedrohte  Pachtentziehung ­
  oder,  wo  die  Fischer  Eigentümer  sind,  durch  Geldstrafen  zu
erreichen  wäre.  Verfasser  ist  sich  der  Schwierigkeiten  solcher  Einrichtung
wohl  bewußt,  es  galt  ihm  aber  hier  nur,  das  nach  seiner  Meinung  zu
erstrebende  Ziel  anzudeuten.
Bei  jedem  Landsee  wird,  da  er  stets  sehr  gemischte  Bevölkerung
hat,  zunächst,  ehe  man  den  Plan  zum  Bewirtschaften  macht,  erwogen
werden  müssen:  Welches  ist  die  Fischart,  bezw.  welches  sind  die  Fischarten, ­
  von  denen  —  je  nach  dem  Gedeihen  der  Arten  im  L&gt;ee,  je  nach
der  Absatzmöglichkeit  und  nach  der  Höhe  des  zu  erreichenden  Preises  —
der  beste  Ertrag  zu  erwarten  ist?  Darnach  wird  man  zu  beurteilen
haben,  welcher  Schutz  und  welche  Mittel  zur  Ertragsvermehrung  dieser
erwählten  Fischarten  zweckmäßig,  welche  andere  Arten  zu  unterdrücken
sind  und  welche  dem  See  bisher  fremde  Fischarten  sich  etwa  zur  Einbürgerung ­
  eignen.  Es  ist  allerdings  mit  diesen  Einführungen  neuer  Arten
eine  eigene  Sache.  Da  die  einzuführende  Fischart  bisher  nicht  im  L&gt;ee
wohnte,  so  läßt  sich  annehmen,  daß  sie  den  verwandten  im  See  befindlichen ­
  Arten  gegenüber  die  Konkurrenz  nicht  hat  aushalten  können,  und
daher  nach  und  nach  aus  dem  See  verschwunden  ist,  wenn  sie  überhaupt
je  darin  war.  Wer  also  neue  Arten  einführen  will,  der  wird  ihnen  die
Konkurrenzfähigkeit  wieder  verschaffen  müssen,  dadurch,  daß  er  die  Konkurrenten ­
  unterdrückt  oder  doch  verringert.  Bei  der  Einführung  neuer
Arten  wird  man  aber  nur  sehr  schwer  oder  kaum  durch  Brutaussetzungen
zum  Ziele  kommen.  Was  nützt  es,  daß  man  beispielsweise  in's  Stettiner ­
  Haff  Karpfenstrich  oder  ins  Kurische  Haff  Millionen  von  Brachsenstrich ­
  aus  nahe  gelegenen  Zuchtteichen  hinüberläßt?  Man  schafft  nur
Futter  für  andere  Fische.  Wenn  diese  Millionen  groß  würden,  wo
sollten  sie  Nahrung  hernehmen?  Wer  Fische  vermehren  will,  der  muß
auch  die  von  der  Natur  wild  produzierte  Nahrung  vermehren.  Wohl
sind  eine  Menge  Fälle  zu  verzeichnen,  wo  durch  Einsetzung  größerer  laichfähiger ­
  Exemplare  ein  Erfolg  der  Einführung  erreicht  worden  ist;  aber,
wenn  auch  an  einzelnen  Stellen  ein  Gelingen  durch  Bruteinsetzung  zu
verzeichnen  sein  sollte  (obgleich  ein  solches  noch  nicht  zu  unserer  Kunde
gekommen  ist,  das  Fehlschlagen  aber  häufig),  so  dürfte  sich  doch  herausstellen,
  daß  die  bisher  zu  dem  Zwecke  aufgewendeten  Kosten  und  Mühen
sich  recht  schlecht  bezahlt  gemacht  haben.  Wer  wirtschaften  will,  muß