Ueberall  und  fortwährend  werden  solche  Wasserveränderungen  vorgenommen,
  und  überall  ändern  sich  und  meist  verschlechtern  sich  die  Lebensbedingungen ­
  für  die  Fische,  bedingen  also  fortwährend  auch  andere  Maßregeln ­
  für  die  Bewirtschaftung  des  veränderten  Wassers.  Bei  jeder  neuen
Veränderung  müssen  auch  neue  Wirtschaftsregeln  aufgestellt  werden,  und
es  ist  daher  u.  E.  grundverkehrt,  Bestimmungen  ein  für  allemal  zu  treffen.
Wir  geben  uns  die  allergrößte  Mühe,  gute  Wasserwirtschaft  einzuführen, ­
  und  wenn  wir  meinen,  wir  hätten  was  Rechtes  erreicht,  so  kommen ­
  die  Wasserbaumeister  und  machen  alles  wieder  zu  Schanden.  Sie
machen  die  Ströme,  Flüsse  und  Bäche  gerade  und  schaffen  damit  einen
für  Fische  in  dem  nunmehr  sandigen  und  sterilen,  nahrungslos  gewordenen ­
  Flußbette  ganz  ungeeigneten  Aufenthalt,  oder  sie  verlegen  den  Lauf
des  Stromes  ganz  und  verbauen  die  Altwäsfer,  oder  senken  den  Wasserspiegel ­
  der  Seen,  bezgl.  machen  dieselben  ganz  trocken.  Woher  soll  da
der  Mut  kommen,  noch  irgend  etwas  an  Mühe  und  Kosten  aufzuwenden
zur  Hebung  und  Besserung  der  Fischereiwirtschaft?  Unser  größtes  Mühen
ist  nichts  als  Danaidenarbeit.
Die  moderne  Kultur  will  sich  nicht  vertragen  mit  der
Fischerei  im  süßen  Wasser.  So  viele  große  und  verhängnisvolle
Fehler  die  Kultur  auch  begehen  mag.  sie  schreitet  achtlos  und  vernichtend ­
  über  die  Fischerei  hinweg  und  hinterläßt  nur  eine  Anzahl  noch
lebender  und  lebensfähiger  Trümmer,  deren  hauptsächlichste  wohl  in  den
Forellenwirtschafteu  in  den  oberen  Teilen  der  Ströme  und  ihren  Zuflüssen
(soweit  sie  nicht  von  der  Industrie  in  Beschlag  genommen  oder  noch  zu
nehmen  sind),  in  der  Bewirtschaftung  von  Landseen,  welche  der  Melioration ­
  unzugänglich  sind,  und  in  der  Teichwirtschaft  zu  suchen  sein  werden.
Hier  mögen  wir  die  Energie  einsetzen,  welche  wir  leider  nutzlos  für  die
größeren  Flußgebiete  verschwenden.  Bei  diesen  letzteren  ist  wohl  alle
Mühe  vergebens,  denn  sobald  wir  heute  dort  die  zweckmäßigste  Bewirtschaftuttgsweise
  gefunden  und  die  derselben  entsprechenden  Maßregeln  und
Einrichtungen  getroffen  haben,  wird  morgen  durch  andere  kulturelle  Vornahmen ­
  alles  für  die  Fischerei  Erreichbare  in  Frage  gestellt  und  das
schon  Erreichte  wieder  zu  nichte  gemacht.

Keeresfischerei.
Das  Meer  ist  in  bezug  auf  Fischerei  aus  völlig  anderen  Gesichtspunkten ­
  zu  betrachten  als  die  Binnengewässer.  Zwar  regieren  auch  im