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Meere  die  ewigen  Naturgesetze,  welche  das  Gleichgewicht  der  Lebewesen
untereinander  regeln,  regiert  der  erbarmungslose  Kampf  ums  Dasein,  das
ungeheure  Vermehren  und  Vertilgen;  aber  wenn  im  süßen  Wasser  der
Mensch  sich  zumeist  das  Wirken  der  Natur  zu  nutze  machen,  wirtschaften
kann,  so  hört  solche  Einwirkung  im  Meere  völlig  auf.  Der  Mensch
nehme  also  seinen  Teil  von  der  ungeheuren  Freigiebigkeit  der  Natur  davon
ab,  wann  und  wo  er  ihn  erlangen  kann;  es  wird  immer  gar  wenig  sein.
Mir  will  die  Furcht,  es  könne  auch  im  Meere  eine  Überfischung  durch
den  Menschen  stattfinden,  geradezu  komisch  erscheinen.  Was  ist  uns
Menschen  denn  überhaupt  von  dem  unerschöpflichen  Reichtum  der  Meere
zugänglich?  Man  betrachte  doch  nur  einen  gewöhnlichen  Handatlas,  auf
dem  die  Meere  in  bezug  auf  ihre  Tiefenverhältnisse  farbig  dargestellt
sind.  Die  Stellen,  welche  nur  eine  Tiefe  bis  zu  100  m  haben,  sind
weiß  geblieben,  alles  andere  ist  je  nach  der  größeren  oder  geringeren
Tiefe  mehr  oder  weniger  blau  gemalt.  Nun:  bis  zu  100  m  Tiefe  reicht
überhaupt  nur  die  Möglichkeit  für  uns,  Fische  in  erwähnenswerter  Menge
zu  erbeuten;  und  nun  vergleiche  man  dies  bischen  weißgebliebene  Meeresteile ­
  mit  der  riesigen  blauen  Fläche.  Und  von  diesem  bischen  Weißen
kann  auch  lange  nicht  einmal  alles  befischt  werden.  Man  vergleiche  nur
z.  B.  die  Ostsee,  die  infolge  des  Vorkommens  von  Jrrsteinen  u  bergt,
wenigstens  für  geschleppte  Geräte  meistens  ganz  unzugänglich  ist.  Daneben
in  dem  gewaltigen,  auf  der  Karte  blau  gemalten  Reviere  der  Meere
schaltet  frei  die  Natur,  wütet  der  Kampf  ums  Dasein,  völlig  unbeeinflußt
von  dem  ohnmächtigen  Fischer,  und  spottet  seiner  Versuche.  Ein  Fischer
würde  glücklich  sein,  wenn  er  in  seiner  Wade  nur  jedesmal  soviel  Heringe
herausziehen  könnte,  als  ein  einziger  Walfisch  zum  Frühstück  einnimmt.
Angesichts  solcher  Großartigkeit  ist  es  thöricht,  hier  an  Wirtschaftsregeln
oder  gar  an  Schonbestimmungen  denken  zu  wollen.  Hiek  ist  eine  Bewirtschaftung ­
  nach  Regeln  ganz  unmöglich  und  jeder  nehme  ruhig,  soviel
er  erlangen  kann,  je  mehr  desto  besser;  es  ist  doch  nichts,  gar  nichts
gegen  das,  was  die  Natur  produziert,  aber  uns  leider  wegen  unserer  unzulänglichen ­
  Mittel  vorenthält.*)
*)  Es  ist  das  unbestreitbare  Verdienst  der  Fischerei-Kommission  der  Vereinigten
Staaten,  oder  eigentlich  des  verstorbenen  Professors  Baird,  festgestellt  zu  haben,
wie  es  sich  mit  der  Erschöpflichkeit  oder  Unerschöpflichkeit  des  Meeres  verhält.
Die  Nr.  40  der  Deutschen  Fischerei-Zeitung  vom  Jahre  1885  hat  hierüber  Ausführliches ­
  gebracht.  Es  kann  aber  nicht  oft  genug  gesagt  werden,  und  so  wollen
wir  denn  hier  in  Kürze  es  wiederholen:
Man  muß  den  wichtigen  Unterschied  zwischen  der  Ausrottung  einer  Art,