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gegenüber  den  andern  vor  Augen  führen.  Überall,  von  der  jütischen
Grenze  bis  nach  Holland  auf  meilenweite  Entfernung  vorliegende  Inseln,
zwischen  denen  und  dem  Festlande  sich  überall  das  bei  Ebbe  trockenlaufende
Watt  erstreckt;  und  zwischen  den  Watten  hindurch  schlängeln  sich  Wasserläufe, ­
  regelmäßig  schmal  und  vielfach  gewunden,  in  denen  aus  Anlaß
der  Tiden  starke  Strömung  herrscht,  die  also  gewöhnlich  nur  schwer,  oft
nur  mit  ganz  flachen  Fahrzeugen  anzusegeln  sind.  An  den  meisten  Stellen
ist  nur  auf  schwierige  Weise  das  Festland  zu  erreichen.  Die  Mündungen
der  Elbe,  Weser  und  Ems  sind  diejenigen  Plätze,  welche  mit  tiefergehenden ­
  Fahrzeugen  verhältnismäßig  leichter  aus  See  zu  erreichen  sind.  Hier
nach  diesen  Handelsplätzen  muß  doch  fast  alle  Fischware,  welche  nicht  in
der  Nähe  der  Fangstelle  verzehrt  wird.  Die  Jahde  kommt  wohl  kaum
in  betracht,  da  hier  alles  von  der  Marine  in  Beschlag  genommen  ist,
und  an  der  Eider  kann  sich  kaum  ein  größerer  Fischhandelsplatz  entwickeln, ­
  da  ihre  Mündung,  zu  weit  von  der  See,  unter  Umständen  schwer
anzusegeln  ist  und  zu  nahe  bei  der  Elbe  liegt.  Aus  der  freien  Nordsee
ist  die  Elbe  eben  so  leicht  zu  erreichen  als  die  Eider.
Nur  von  jenen  drei  Strommündungen  aus  kann  sich  daher  eine  Hochseefischerei ­
  in  der  Nordsee  entwickeln,  und  wenn  auch  einzelne  Hochseefischer-Kutter
  anderswo  beheimatet  sind,  so  sind  sie  doch  mit  ihrem  Absatz  hauptsächlich ­
  auf  jene  Handelsplätze  angewiesen.  Hoffentlich  entwickelt  sich  in
Norddeich  nach  und  nach  noch  eine  Hochseefischerflotte,  seit  man  dem  Orte
eine  Eisenbahn-Verbindung,  einen  erträglichen  Hafen  und  durch  Betonnung
und  Beleuchtung  eine  leichtere  Anseglung  verschafft  hat.
Die  jütische  Westküste  hat  den  Vorteil  vor  uns  voraus,  daß  ihr
keine  Watten  vorliegen,  und  die  Fische  zu  Zeiten  bis  in  große  Nähe  der
Festlandsküste  heraufkommen.  Da  aber  hier  keine  Häfen  für  größere
Fahrzeuge  sind,  so  hat  die  ganze  jütische  Fischerei  den  Charakter  der
Küstenfischerei.  Die  Dorscharten  und  Plattfische  werden  hier  im  Winter
mit  geringen  Fahrzeugen  und  Fanggeräten  unweit  der  Küste  geholt,
während  unsere  Kutter  erst  lange  Reisen  machen  und  vieler  Ausrüstung
bedürfen,  um  diese  Fischarten  zu  erlangen,  daher  viel  größere  Produktionskosten ­
  haben  als  die  Dänen.  Diese  senden  in  der  kühlen  Jahreszeit  ihre
so  billig  produzierte  Ware  mit  der  Bahn  von  Esbjerg  nach  Hamburg-Altona
  und  machen  den  Unsrigen  zu  Zeiten  eine  nicht  zu  bewältigende
Konkurrenz,  was  ein  Grund  mehr  sein  mag,  warum  unsere  Hochseefischer
im  Winter  meistens  lieber  still  liegen.  Es  würde  doch  wohl  mancher
hinausgehen,  wenn  es  Winter  und  Eisgang  nur  irgend  erlauben,  aber
bei  der  dänischen  Konkurrenz  kann  er  doch  nichts  verdienen.