sterilen  sandigen  Flußbette  wegreguliert  worden  und  den  letzteren  durch
industrielle  Absperrungen,  als  Mühlen,  Fabriken  rc.,  die  Laichplätze  unzugänglich ­
  gemacht  worden  sind.  Die  Natur  ersetzt  freigebig  und  schnell,
wenn  man  nur  den  Fischen  die  Lebensbedingungen  nicht  verkürzt.  Aale,
Stinte,  Kaulbarsche,  die  seit  Hunderten  von  Jahren  alljährlich  in  kolossalen
Mengen  gefangen  werden,  sind  noch  heute  überreichlich  da.
Was  sonst  noch  an  Küstenfischerei  auf  den  Watten  betrieben  wird,
beschränkt  sich  mit  wenigen  Ausnahmen  aus  den  Fang  mittels  Buhnen
oder  kleinem  Zuggerät  auf  verschiedene  in  den  Watten  vorkommende  Fischarten ­
  und  auf  den  Fang  von  Garneelen,  und  ist  zum  größten  Teil  nur
eine  Nebeneinnahme  für  Strand-  und  Inselbewohner.
Die  deutsche  Küstenfischerei  in  der  Nordsee
beschränkt  sich  in  der  Hauptsache  aus  den  Fang  mit  der  Kurre  (Trawl)
auf  Frischfisch  und  mit  der  Netzfleth  auf  Heringe.  Die  Kurrenfischer
pflegen  wohl  ab  und  zu  einmal  die  Langleinen  zu  gebrauchen,  und  auch
die  Heringsfischer  angeln  wohl  nebenbei  mit  Handangeln  auf  Kabliau,
doch  kommt  die  Angelei  bei  der  deutschen  Hochseefischerei  nur  nebensächlich
in  betracht.  Der  Fang  auf  Frischfisch  ist  so  durchaus  verschieden  von
dem  Fang  auf  Heringe,  welche  aus  der  Nordsee  nur  als  Salzware  an
Land  gebracht  werden  können,  daß,  sie  beide  in  einem  Athem  gar  nicht
genannt  werden  können,  also  getrennt  betrachtet  werden  müssen,  obgleich
gewöhnlich,  wenn  von  Unkundigen  über  Hochseefischerei  gesprochen  wird,
dieser  Unterschied  gar  nicht  hervorgehoben  wird.
Der  Fang  mit  der  Kurre  wird  gegenwärtig  seitens  Deutschland
von  nahezu  300  Segelfahrzeugen  und  von  etwa  40  Fischdampfern  betrieben. ­
  Letztere  begannen  erst  seit  einigen  Jahren  ihre  Wirksamkeit.
Man  glaubte  anfangs  nicht  recht  an  ihre  Rentabilität,  da  auch  bei  den
Engländern  die  Meinungen  dafür  und  dagegen  noch  sehr  geteilt  sind,  und
das  Trawlen  unter  Dampf  da  drüben  nur  sehr  langsam  zugenommen
hat,  in  manchen  Fällen  auch  als  unrentabel  wieder  eingegangen  ist.  Die
Dampfer  haben  allerdings  den  großen  Vorteil  vor  den  Segelfahrzeugen,
daß  sie,  von  der  Windrichtung  ganz  unabhängig,  mit  Ausnahme  bei
Sturm  und  schwerem  Seegang  immer  fischen,  und  auch  die  Ware  rasch
und  sicher  an  den  Markt  bringen  können,  während  die  Segler  viel  mehr
feiern  und  reisen  und  dadurch  viele  Zeit  verlieren  müssen,  in  welcher
nichts  produziert  wird.  Aber  dem  gegenüber  kostet  ein  Fischdampfer
wenigstens  das  fünffache  zu  bauen  und  er  frißt  Kohlen  und  bedarf  das
dreifache  an  Mannschaft,  hat  also  ganz  unverhältnismäßig  höhere  Pro-