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duktionskosteu  zu  tragen,  und  das  hebt  den  Vorteil  großenteils  auf.  Dazu
kommt,  daß  die  Segler  stets  ihren  Eigentümer  an  Bord  haben,  der  für
seine  eigene  Tasche  arbeitet,  also  ganz  anders  wagt  und  strebt  als  die
Leute  auf  dem  Dampfer,  welche  für  anderer  Leute  Rechnung  arbeiten.
Und  doch  finden  unsere  Dampfer  ihre  Rechnung  dabei  und  vermehren
sich,  wie  man  sieht,  stetig.  Ich  denke,  das  liegt  daran,  daß  die  Fischdampfer ­
  fast  alle  Eigentum  von  Fischhändlern  sind.  Die  Segler  sind,
wenn  auch  eine  größere  Unabhängigkeit  von  Zwischenhändlern,  und  damit
bessere  Preise,  durch  die  Einrichtung  von  Fischauktiouen  eingetreten  ist,
doch  noch  mehr  oder  weniger  von  Fischhändlern  abhängig.  Der  Fischer
kann  sich  nicht  selbst  mit  Fischhandel  abgeben  und  erhält  mehrstens  nur
den  halben  Preis,  oft  nur  den  dritten  Teil  und  noch  weniger  von  dem
was  die  Konsumenten  im  Binnenlande  für  die  Ware  bezahlen.  Die  Fischhändler ­
  aber  kennen  den  Absatz  und  seine  Wege  genau,  versenden  direkt,
wissen,  wo  sie  den  besten  Preis  machen  und  wissen  auch  den  toten  (Eis-)
Fischen  guten  Absatz  zu  verschaffen.  Der  Umstand  ist  es,  m.  E.,  welcher
die  Dampfer  der  Fischhändler  rentabel  macht.  Ob  Dampfer  im  Besitz
von  Nichtfischhändlern  ihre  Rechnung  finden  werden,  dürfte  aber  doch  noch
die  Frage  sein.*)  Es  wäre  tief  zu  beklagen,  wenn  auch  die  Segelfischerei
von  der  Dampffischerei  allmählich  verdrängt  und  aufgesaugt  würde  (wie
auch  die  Segelfrachtschiffahrt  vor  der  Dampfkraft  so  gut  wie  völlig
hat  weichen  müssen),  wenn  auch  bei  der  Fischerei,  wie  in  fast  allen
anderen  Gewerben,  das  Kapital  jenen  arbeitsamen  und  fleißigen  Stand
der  Hochseesegelfischer  verdrängen,  event,  seine  Glieder  zu  Tagelöhnern
des  Kapitals  herabsetzen  sollte.  Ein  weiser  voraussehender  Staat  wird
erkennen,  daß  dadurch  ein  sehr  ungesunder  Zustand  herbeigeführt  werden
muß.  Unsere  Gesetze  und  Einrichtungen  sollten  so  gemacht  sein,  daß  der
Staat  sich  vor  allem  auf  einen  tüchtigen  und  strebsamen  Mittelstand
stützen  könne,  und  daß  das  Kapital  nicht,  wie  jetzt  überall,  denselben  zu
unterdrücken  oder  zu  beseitigen  imstande  sei.
Andere  Projekte,  nämlich  die  Kurrenfischerei  auf  englische  Weise  einzurichten ­
  als  Aktienunternehnluug,  welche  mit  englischen  Smacks  und  gedungenen ­
  Leuten  arbeitet,  find  bei  uns  bisher  als  gescheitert  zu  betrachten.
Die  Smacks  bedürfen  größerer  Herstellungskosten,  erheblich  stärkerer  Besatzung ­
  und  bringen  keine  lebenden  Fische,  wie  sie  das  deutsche  Publikum,
soweit  es  möglich  ist,  verlangt,  an  den  Markt.  Bei  einem  Aktienunternehmen ­
  arbeiten  die  Leute,  selbst  wenn  sie  Aiìteil  am  Fange  erhalten,

*)  Es  scheint  aber  doch  so.