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anderes  Mittel  berufen  sein  möchte,  zu  vielen  Unternehmungen  anzureizen, ­
  damit  das  große  Ziel,  unsern  deutschen  Konsum  an  gesalzenen
Heringen  selbst  zu  fangen,  erreicht  werde.
So  wenig  wie  wir  Tabak,  Kaffee  und  vieles  andere  entbehren  können
oder  entbehren  mögen,  so  wenig  können  wir  gesalzene  Heringe  entbehren,
und  wie  beim  Tabak,  sind  auch  beim  Hering  andere  Nationen  günstiger
für  die  Produktion  situiert,  als  wir.  Niemand  wird  daran  denken,  bei
uns  Kaffee  zu  bauen;  denn  wenn  auch  ein  paar  Kaffeebäume  in  einem
Gewächshause  gezogen  und  zum  Fruchttragen  gebracht  werden  können,  so
ist  doch  klar,  daß  solche  Unternehmungen  im  Großen  unmöglich  und  ertragslos ­
  sind.  In  allen  Fällen,  wo  es  so  wie  beim  Kaffee  steht,  müssen
wir  den  Artikel  vom  Auslande  beziehen.  Das  unterliegt  wohl  keinem
Zweifel.  Aber  es  kann  auch  Artikel  geben,  die  wir  ganz  gut  selbst
produzieren  können,  aber  niemals  und  unter  keinen  Umständen  so  gut
und  so  billig  wie  ein  bestimmtes  anderes  Land.  In  solchen  Fällen  überlassen ­
  wir  es  gleichfalls  besser  jenem  Lande,  uns  die  Ware  zu  liefern,
und  zahlen  mit  unseren  Produkten.  Wäre  es  so  mit  Hering,  dann  sollten
wir  die  Emder  Versuche  ganz  einstellen  und  weiter  von  Schottland  kaufen.
Es  scheint  aber  mit  Hering  nicht  ganz  so  zu  sein.  Wie  wir,  so  sind
auch  die  Holländer  weit  entfernt  von  den  Fangplätzen  (die  Entfernung
ist  genau  dieselbe).  Weshalb  sollte  denn  bei  uns  nicht  die  Heringsfischerei
ebenso  lohnen  können,  wie  in  Holland.  Gute  Eisenbahn-  und  Wasserverbindung ­
  von  dem  Ankunftshafen  bis  tief  ins  Binnenland  hinein,  ist
freilich  erste  Bedingung.  Wo  diese  nicht  vorhanden  ist,  da  muß  sie  hergestellt ­
  werden.  Vielleicht  konnte  auch  der  projektierte  schleswig-bolsteinische
Hafen  (mag  er  nun  bei  Emmerleff  oder  sonst  wo  liegen)  für  diese  Heringsfischerei ­
  nutzbar  gemacht  werden.  Sind  wir  so  eingerichtet,  dann  hat
Holland  nur  vor  uns  voraus,  daß  seiue  Heringsfischerei  eine  alte,  gut
eingespielte  Institution  ist.  Solch  ein  Vorsprung  läßt  sich  überwinden.
Freilich  nicht  mit  dem  Prämiensystem  und  Staatszuschuß,  denn  vielseitige
Erfahrung  hat  gelehrt,  daß  diese  Bevorzugung  niemals  den  nötigen
Stimulus  gibt.  Wohl  aber  könnte  ein  sehr  hoher  Zoll  zuwege  bringen,
daß  sich  das  Kapital  der  Fischerei  auf  Hering  zum  salzen  zuwendete.
Von  Holland  aus  wird  freilich  behauptet,  daß  die  dortige  Heringsfischerei
sich  erst  dann  gut  entwickelt  habe,  als  man  das  Verbot  der  Heringseinfuhr ­
  (um  ein  solches  würde  es  sich  in  Deutschland  gar  nicht  handeln)
aufgehoben  und  den  Heringshandel  von  allen  Fesseln  befreit  habe.  Das
ist  für  uns  nicht  beweisend.  In  der  Kindheit  der  holländischen  Herings-