mals  Hunderten  von  Jahren  die  Verhältnisse  sich  wiederum  geändert
haben  werden  und  der  frühere  Segen  sich  wieder  anfindet,  —  soviel
glaube  ich  doch,  daß,  wären  der  Heringe  jetzt  zeitweilig  genügend  für
lohnenden  Fang  da,  so  wäre  das  von  den  Fischern  wohl  bemerkt  worden,
und  der  Betrieb  wäre  dort  im  Gange.  Aber  man  hat  keinen  Fischer,
keinen  Praktiker  gefragt,  sondern  man  ging  ans  Werk,  dort  Heringe  zu  suchen.
Man  rüstete  einen  Dampfer  aus,  der  in  drei  Expeditionen,  wie
vorauszusehen  war,  ein  völlig  negatives  Resultat  gehabt  hat.  In  den
Berichten  darüber  wird  dann  viel  von  großem  Nutzen  für  die  Wissenschaft ­
  gesprochen.  Ich  kann  das  nicht  beurteilen,  meine  aber,  daß  die
Wissenschaft  berufen  ist,  der  Welt,  der  Menschheit  nutzbar  zu  werden,
dem  praktischen  Leben  zu  helfen;  nur  dadurch  hat  sie  Wert,  sonst  wäre
sie  nur  ein  Sport  für  Gelehrte.  Es  wird  nun  wohl  schwerlich  in  absehbarer ­
  Zeit  wieder  an  eine  solche  Expedition  Geld  verwandt  werden.
Ich  wiederhole  zum  Schluß:  Wir  können  die  deutsche  Herings-Hochseefischerei
  unsrer  ungünstigen  hydrographischen  Lage
wegen  niemals  zu  jener  Höhe  bringen,  aus  welcher  diese  Seefischerei ­
  bei  anderen  Nationen  steht,  wenn  wir  sie  nicht  durch
außerordentliche  Mittel  konkurrenzfähig  machen,  und  wir
sehen  kein  anderes  Mittel  als  den  genügend  hohen  Zoll  auf
gesalzene  Heringe.  Alle  anderen  Mittel  leisten  nur  geringfügiges
und  ungenügendes  und  im  einzelnen.  Das  große  Ziel  werden  sie  nicht
erreichen  lassen.

Aitt  Kort  Zur  Kischerşeweguug.
Mit  großem  Interesse  habe  ich  die  Berichte  in  der  Deutschen  Fischerei-Zeitung
  verfolgt,  welche  für  die  Gründung  eines  „Vereins  von  Berufsfischern ­
  für  das  Königreich  Preußen"  Propaganda  machten.  Aus  dem
Bericht  der  Nummer  18  geht  nun  hervor,  daß  es  der  thatkräftigen
Agitation  des  nunmehrigen  Vorsitzenden  des  konstituierten  Vereins,  Herrn
Paul  Kraatz  in  Stralsund,  gelungen  ist,  dies  Werk  durchzusetzen.  Herr
Kraatz  wäre  wohl  nicht  so  schnell  zu  diesem  guten  Resultate  gekommen,
wenn  das  Bedürfnis  für  eine  solche  Vereinigung  nicht  schon  lange  von
jedem  einzelnen  Fischer  gefühlt  wäre.  Es  bedurfte  eben  nur  der  Initiative
eines  intelligenten  Mannes,  um  ein  Resultat,  wie  das  erreichte,  zu  zeitigen.
Das  Programm,  welches  der  neue  Verein  sich  gestellt  hat,  ist  ein  sehr