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reiches.  Ich  teile  ganz  Ihre  Ansicht,  daß  die  Regierung,  welche  der
Fischerei  ja  großes  Interesse  entgegenbringt,  dankbar  die  Vorschläge  der
Fischer,  welche  auf  die  Verbesserung  des  Fischereigesetzes  gerichtet  sind,
entgegennehmen  wird.  Die  Fischer  sind  eben  die  kompetentesten  und  sachverständigsten ­
  Ratgeber  in  dieser  Angelegenheit.  Es  ist  anzunehmen,  daß
alsdann  viele  Härten  des  Gesetzes,  welche  jetzt  ans  die  Erwerbsfähigkeit
der  Fischer  ungünstig  einwirken,  beseitigt  werden.  Der  Verein  erstrebt
ferner,  laut  dem  bekannten  Programm,  dahin  zu  wirken,  daß  den  vom
Auslande  eingeführten  Fischen  der  Mitbewerb  auf  dem  deutschen  Markte
erschwert  resp.  unmöglich  gemacht  wird.  Dies  soll  erreicht  werden  durch
Eingangszoll  auf  frische  Fische  und  erhöhten  Eingangszoll  auf  Salzheringe. ­
  Dies  Prinzip  mag  richtig  sein  für  die  wertvollen  Fische,  wie
Aale,  Zander  rc.,  welche  von  der  besser  situierten  Bevölkerung  konsumiert
werden,  —  obgleich  sich  auch  hierüber  andere  Ansichten  begründen  lassen,  —
nicht  aber  für  die  von  den  breiten  Schichten  der  Bevölkerung,  namentlich
der  Arbeiterklasse,  konsumierten  billigen  Fische,  insbesondere  Hering.  Es
wäre  dies  eine,  über  den  Rahmen  des  Vereins  hinausgehende  Thätigkeit,
welcher  unsere  gesetzgebenden  Faktoren  doch  wohl  keine  Sympathie  entgegen ­
  bringen  würden.  Der  Hering  gehört  zu  unseren  wertvollsten,  weil
billigsten  Nahrungsmitteln.  Man  muß  die  Verhältnisse  kennen,  um  sich
ein  Bild  von  der  volkswirtschaftlichen  Bedeutung  dieses  Fisches  machen  zu
können.  Stettin,  der  bedeutendste  Importhafen  für  Salzheringe  in
Deutschland,  führt  jährlich  300  -  400,000  Tonnen  vom  Auslande  ein,
während  die  größte  deutsche  Heriugsfischerei-Gesellschaft  —  die  Emdener  —
welche  wohl  mehr  als  die  Hälfte  des  gauzen,  von  deutschen  Fischern  an
den  Markt  gebrachten  Tonnenherings  liefert,  ca.  14—15,000  Tonnen
jährlich  gefangen  hat.  Es  werden  wohl  noch  Jahrzehnte  vergehen  und
viele  Millionen  müßten  unseren  Fischern  erst  zur  Verfügung  gestellt
werden,  bevor  diese  in  die  Lage  kämen,  den  deutschen  Bedarf  an  Salzheringen ­
  zu  decken.  Ähnlich  verhält  es  sich  mit  den,  während  der  Wintermonate ­
  von  Schweden  bezogenen  frischen  Heringen;  der  Import  hat  sich
von  Jahr  zu  Jahr  vergrößert,  was  als  Beweis  dienen  kann,  daß  die
Nachfrage  im  gleichen  Verhältnis  gestiegen  ist.  Und  gerade  der  Hering
im  grünen  Zustande  erfreut  sich  bei  der  armen  Bevölkerung  einer  großen
Beliebtheit,  und  mit  Recht.  Er  ist  der  billigste  Seefisch  ^und  so  nahrhaft ­
  —  gleichzeitig  sehr  wohlschmeckend  —  wie  irgend  ein  anderer  teurer
Fisch.  Welche  Rolle  hat  der  Hering  in  den  letzten  Jahren  in  dem  Wirtschaftskonto ­
  der  ärmeren  Bevölkerung,  gegenüber  den  teuren  Fleischpreisen,