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nicht  gespielt!  Im  Binnenlands  wo  man  selten  den  Genuß  von  frischen
Seefischen  hat,  konnte  das  Kilo  frischer  Heringe  mit  0,20—  0,30  M.
verkauft  werden.  Tausende  von  Familien  ernähren  sich  mit  dem  Handel
dieses  Fisches  während  einer  Zeit,  in  welcher  die  Erwerbsverhältnisse  nicht
die  günstigsten  sind.  Ich  verweise  nur  auf  die  Heimatsstadt  des  Vorsitzenden ­
  des  Vereins,  auf  Stralsund,  welche  sich  der  Industrie,  die  dieser
Fisch  hervorgerufen,  bemächtigt  hat  und  die  denselben  in  den  verschiedensten
Formen,  als  Bückling,  Brathering  rc.,  in  den  Handel  bringt.  Und  so
ist  diese  Industrie  an  der  ganzen  deutschen  Küste  entlang  in  Blüte.
Dieser  Zweig  müßte  während  der  Wintermonate  feiern,  wenn  Schweden
nicht  das  Rohmaterial  zur  Verfügung  stellte.  Die  Hauptsache  ist  aber.
daß  unserer  deutschen  Fischerei  hierdurch  kein  Abbruch  geschieht,  da  der
schwedische  Hering  nur  in  den  Wintermonaten  gefangen  wird  und  nach
hier  kommt,  in  welcher  Zeit  der  Fang  an  unserer  deutschen  Küste  ruht.
Ich  bin  der  Meinung,  daß  der  neue  Verein  erst  die  näherliegenden  Hindernisse, ­
  welche  die  Entwickelung  der  deutschen  Fischerei  hemmen,  zu  beseitigen ­
  suchen  sollte.  Es  würde  sich  vielleicht  dann  ergeben,  daß  die
Einführung  eines  Zolles  auf  frische  Fische  selbst  nicht  mehr  von  den
jetzigen  Befürwortern  verlangt  werden  würde.  X.

Zu  dem  Artikel  „Ein  Wort  zur  Fischer-Bewegung",  der  uns  von
geschätzter  Hand  zuging,  haben  wir*)  einige  Bemerkungen  zu  machen.  Wir
sind  in  bezug  auf  Freihandel  oder  Schutzzoll  keine  starren  Prinzipienreiter. ­
  Im  allgemeinen  halten  wir  den  Freihandel  für  segensreich,  den
Schutzzoll  nicht.  Es  kann  aber  Fälle  geben,  wo  der  Schutzzoll,  ja  sogar
das  Einfuhrverbot,  sehr  im  Interesse  einer  Nation  sein  kann,  mindestens
vorübergehend.  Als  Deutsche  stehen  wir  natürlich  auf  der  deutschen  Seite,
und  es  ist  uns  lieber,  daß  —  wenn  einmal  jemand  leiden  soll  —  der
Fremde  leidet  und  nicht  der  Deutsche.  Wir  stehen  also  der  Frage  des
Zolles  ziemlich  vorurteilsfrei  gegenüber  und  betrachten  ihn  nur  vom
Standpunkte  der  Nützlichkeit.  Von  diesem  Standpunkte  aus  müssen  wir
nun  sagen,  daß  wir  den  Zoll  auf  frische  Fische  nicht  für  nützlich  halten,
nicht  für  den  Konsumenten  —  weshalb  ist  wohl  nicht  nötig,  erst  ausführlich
darzulegen;  —  aber  auch  nicht  im  Interesse  für  den  Fischer.  Dies  erfordert ­
  eher  eine  Erklärung,  und  sie  ist  doch  sehr  leicht.  Der  Fischer

*)  D.  h.  die  Redaktion  der  Deutschen  Fischerei-Zeitung.