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ist  ja  rasch  bereit,  wenn  er  seinen  Fang  anbringt  und  er  stößt  ausnahms
weise  einmal  auf  den-schwedischen  Hering,  sofort  zu  sagen:  weg  mit  dem
Schweden!  Er  übersieht  dabei  aber  eine  ganze  Reihe  von  Umstanden.
Der  Fisch,  um  den  es  sich  in  dieser  Beziehung  vorwiegend  handelt,  ist
der  Hering.  Wie  in  dem  erwähnten  Artikel  gesagt,  kommt  er  meistens
zu  einer  Zeit,  in  welcher  an  unseren  Küsten  nichts  gefangen  wird.
Beginnt  bei  uns  der  Fang,  dann  hört  er  in  Schweden  auf.  Die  Unmassen ­
  von  Heringen,  welche  in  den  letzten  Wochen  an  der  deutschen  Küste
gefangen  wurden,  hatten  keine  schwedische  Konkurrenz  zu  bestehen  und
mußten  doch  schließlich  weggeworfen  werden.  Da  hat  doch  der  Schwede
keine  Schuld.  Besser  wäre  es  für  die  Fischer  gewesen,  wir  hätten  an
der  Küste  entlang  zehnmal,  ja  hundertmal  so  viele  Räuchereien  und
Konservefabriken,  als  wir  sie  jetzt  haben.  In  diesem  Falle  hätten  die
Fischer  in  den  letzten  Wochen  bessere  Preise  erhalten  und  mehr  abgesetzt
als  es  jetzt  der  Fall  war.  Die  Eisenbahnen  haben  ja  das  Konsumgebiet
des  frischen  Herings  ungemein  erweitert.  Es  geht  jetzt  fast  über  ganz
Deutschland.  Aber  wir  Norddeutschen  wissen  sehr  wenig,  wie  der  frische
Hering  aussieht,  wenn  er  in  Stuttgart  oder  München  ausgeboten  wird.
Wir  möchten  ihn  nicht  und  eine  Nahrung  für  die  wohlhabenderen  Klassen
des  Volkes  ist  er  gewiß  nicht.  Die  Behörden  sind  nun  dem  Fischgeschäfte
in  Bezug  auf  den  Eisenbahntransport  ungemein  entgegen  gekommen.  Ob
die  Schnelligkeit,  mit  der  bei  uns  Fische  transportiert  werden,  sich  noch
viel  steigern  läßt,  das  bezweifeln  wir.  Deutschland  erstreckt  sich  sehr
tief  binnen  hinein.  Soll  ganz  Deutschland  —  was  noch  lange  nicht  der
Fall  ist  —  ein  fischessendes  Land  werden  und  damit  ein  rechtes  Absatzgebiet ­
  für  die  Fischer,  so  muß  der  Fisch  tief  hinein  bis  nach  Süddeutschland
in  so  delikater  Form  kommen,  daß  er  auch  wirklich  von  jedermann  beliebt
und  verlangt  wird.  Unter  solchen  Umständen  ist  es  höchst  wichtig  für
die  Konsumenten,  aber  auch  für  die  Fischer,  daß  wir  an  der  Küste  eine
Industrie  besitzen,  welche  die  Fische  so  zubereitet,  daß  sie  noch  ganz  unten
in  Süddeutschland  von  den  feinsten  Zungen  mit  Lust  genossen  werden.
Diese  Industrie  ist  die  Räucherei  und  Konservenfabrikation.  Was  diese
Industrie  schädigt,  das  schädigt  auch  den  Fischer;  was  ihr  nützt,  das
nützt  auch  ihm.  Der  Fischer  mag  wohl  oft  aus  den  Räucherer  schnupfen,
weil  er  beim  Kaufen  drückt;  er  kauft  aber  doch,  und  das  ist  die  Hauptsache. ­
  Wären  die  Eisenbahnen  nicht,  wären  die  Räuchereien  und  Konservenfabriken ­
  nicht,  ginge  es  den  Fischern  noch  viel  schlechter  als  heute
Nun  würde  eine  Steuer  auf  frische  Fische  ein  schwerer  Schlag  für  diese