Industrie  sein;  einmal  weil  der  Zoll  die  Fische  verteuert,  aber  noch  mehr
wegen  der  vielen  Scherereien,  die  mit  der  Zollbehandlung  notwendig  verbunden ­
  sind.  Viele  ausländische  Fische  würden  verrotten  und  verfaulen,
ehe  sie  zum  Räuchern  re.  kämen.  Da  würde  bald  eine  Räucherei  nach
der  andern  die  Sache  satt  bekommen  und  nicht  mehr  beziehen  wollen.
„Das  wollen  wir  gerade!"  sagen  die  Fischer.  Recht  schön!  Dann  liefert
Ihr  aber  regelmäßig,  was  die  Räuchereien  brauchen.  Ist  das  denn
möglich?  Nein!  da  müßten  unsere  Räuchereien  im  Winter  stille  stehen,
gerade  in  der  Zeit,  wo  wegen  der  Kälte  der  Transport  nach  dem  Jnlande
am  sichersten  und  besten  ist.  Fällt  diese  Winterthätigkeit  aus,  dann
müßten  viele  Räucherer  schließen,  und  damit  verliert  der  Fischer  den
sichersten  onZros-Abnehmer,  den  Mann,  welcher  —  seine  Gründe  sind
ja  gleichgiltig  —  der  beste  Pionier  des  Fischkonsums  in  Inner-Deutschland ­
  ist.  Nein,  Fischer!  Das  wäre  nicht  sehr  vorteilhaft.  Wir  müßten
sehr  wenig  zu  den  wahren  Freunden  des  Fischers  gehören,  wenn  wir
anders  sprechen  und  ihm  einen  blauen  Dunst  vormachen  wollten,  bloß
weil  er  es  gern  hätte.
Mit  den  andern  frischen  Fischen  ist  es  ähnlich  so.  Vielleicht  führen
wir  das  nächstens  einmal  aus.  Da  kommt  denn  auch  der  Vorteil  des
Konsumenten  in  Betracht.  Wir  sind  nicht  mehr  in  der  Blütezeit  der
Schutzzölle.  Die  Regierung,  der  Reichstag  rc.  werden  nicht  damit  einverstanden ­
  sein,  den  deutschen  Konsumenten  die  Nahrung  zu  verteuern  in
einem  Falle,  wo  der  Vorteil  für  die  inländischen  Produzenten,  die  Fischer,
gar  nicht  klar  hervorspringt.
Wir  haben  oben  gesagt,  daß  wir  gegen  einen  für  uns  Deutsche
nützlichen  Schutzzoll  gar  nicht  sind.  Das  wollen  wir  beweisen.  Wir
sind  nämlich  für  einen  Schutzzoll  auf  Salzhering.  Dieser  trägt  jetzt
einen  Finanzzoll  von  3  Mark  per  Tonne.  Das  ist  zu  wenig  oder  zu
viel,  wie  man  es  nehmen  will.  Wenn  der  Salzhering  die  Speise  des
armen  Mannes  ist  und  ihm  der  Zoll  zur  Last  fällt,  dann  sind  selbst
3  Mark  zu  viel,  und  sie  sollten  weg.  Wir  sehen  aber  die  Sache  nicht
so  an.  Wir  möchten  sehr  gern,  daß  von  Deutschland  aus  alle  die
Heringe  gefangen  würden,  welche  wir  aus  der  Lake  heraus  essen.  Salzheringe ­
  aus  Ostseehering  zu  machen,  ist  heutzutage  kein  Geschäft;  die
müssen  schon  in  der  Nordsee  gefangen  werden.  Könnten  unsere  deutschen
Fischer  der  Ostseeküste  hinausziehen  und  die  Heringe  selber  fangen,  welche
uns  die  Schweden  schicken,  dann  würden  wir  sagen:  fort  mit  dem
schwedischen  Hering!  Das  können  sie  aber  nicht.  So  wenig  wie  unsere