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Voraussage  zweifelt,  den  weisen  wir  hin  auf  unsere  Zucker-Industrie.
Hätte  wohl  der  erste  Erbauer  einer  Rübenzuckerfabrik  ahnen  können,  daß
sein  Produkt  die  Rohrzucker-Industrie  West-Indiens  zu  Grunde  richten
würde?  Und  doch  ist  es  geschehen,  und  nur  durch  künstliches  „Auspäppeln"
dieser  deutschen  Industrie  mittels  Schutzzölle  u.  dergl.  Jetzt  freilich  sollte
man  es  den  Zuckerfabrikanten  überlassen,  sich  auf  den  Füßen  zu  halten.
Sie  sind  aus  der  Kindheit  ihrer  Industrie  heraus.
Wie  hier  mit  dem  Zucker,  ist  es  —  das  beweist  noch  klarer  —  in
Holland  sogar  mit  dem  Hering  gegàngen.  Wir  wundern  uns,  wie  die
Holländer  den  Schotten  Konkurrenz  machen  können;  wie  sie  die  Heringe
auf  denselben  Gründen  der  Nordsee  mit  den  Schotten  fangen,  ihr  eigenes
Land  versorgen  und  ganz  Westdeutschland  rc.  noch  dazu.  Ja!  das  ist
sehr  einfach.  Fremder  Hering  durfte  gar  nicht  in  Holland  hinein;  da
herrschte  ein  Einfuhrverbot.  Die  holländischen  Fischer  hatten  es  von
Anfang  an  leicht,  ihren  Fisch  an  den  Mann  zu  bringen  im  eigenen
Lande.  Nur  den  Überschuß  verkauften  sie  nach  draußen.  Die  Holländer
sind  keine  besseren  Fischer  als  die  Deutschen;  die  Umstände  waren  nur
staatlich  besser  für  sie  eingerichtet.
„Aber  der  arme  Maim!  Ihr  verteuert  die  Speise  des  armen
Mannes!"
Ja!  für  den  Augenblick;  er  wird  bald  wieder  billigen  Hering  bekommen, ­
  und  zwar  Hering  deutschen  Fanges,  der  ja  keinen  Zoll  trägt.
Nun  noch  der  Schmuggel!  —  Wir  sind  gegen  den  Zoll  auf  frischen
Fisch,  weil  wir  den  Schmuggel  fürchten.  Ein  Stralsunder  Fischer,  mit
dem  wir  sprachen,  sagte:  „Kriegen  wir  den  Zoll,  dann  wird  nur  noch
zum  Schein  gesischt;  dann  ist  das  beste  Geschäft  der  Schmuggel".
Natürlich!  —  Bei  der  Salzherings-Industrie  ist  die  Sache  ganz  anders.
Da  müssen  die  Schiffer  oder  Fischer  den  Fisch,  wie  die  Holländer,  weit
draußen  auf  dem  Meere  selbst  salzen  und  zwar  in  Tonnen,  die  sie  aus
Deutschland  mitnehmen.  Es  könnte  ja  wohl  mit  der  Zeit  kommen,  daß
die  schottischen  Fischer  geneigt  wären,  frische  Heringe  zum  Salzen  an
deutsche  Fischer  abzugeben  und  daß  diese  es  vorteilhaft  fänden,  sie  überzunehmen. ­
  Daun  müßten  aber  doch  die  Rheder  in  Deutschland  damit  einverstanden ­
  sein  und  das  Geld  zum  Kaufen  geben.  Die  Sache  hat  also
ihre  Schwierigkeiten.  Kommen  die  Deutschen  mit  der  Fischerei  vorwärts,
so  würden  sich  bald  schottische  und  holländische  Salzer  nach  Deutschland
wenden  und  bei  uns  niederlassen.  Sie  würden  unsere  Lehrmeister  sein.
Das  sind  unsere  Gründe  gegen  einen  Zoll  auf  frische  Fische  und  für