47

dortig  Millionen  Mark  sotten  Hering  in,  de  von  Männern  fungen  sin.
Nu  is  dat  doch  klor:  Wenn  wie  Dütschen  alle  disse  Häringe  sülben
fangen,  so  brüten  wi  dorto  en  ganzen  Barg  Fischers  un  Seelüd'.  Wi
hebben  jo  all  en  Anfang  von  de  Nordseeheringsfischeri  to  Emden;  awer
wat  bedüt  bat  beten?  De  fangen  mit  ehr  föftein  Luggers  för  300,000  M.  ;
bût  is  just  de  hunnerste  Deel;  un  wenn  wi  för  30  Millionen  Häringe
fangen  wullen,  denn  bruken  wi  nich  15,  sundern  1500  Luggers,  un  jeder
Lugger  brukt  15  Mann  Besatzung,  dat  makt  im  ganzen  22,500  Mann.
Hört  Ju  dat,  ju  Herren  von  de  Marine?  Twee  un  twintig  Düsend  un
füf  Hunnert  Fischers  un  Seelüd  mehr!  Schnll  dat  nich  der  Möge  wert
sin,  sonne  Möglichkeit  to  schaffen,  wenn  s  irgend  angohn  will,  noch  darto
in  een  Tid,  wo  de  armen  Slacker-  von  Seilschippers  an'»  Strand  herumlungern ­
  un  hungern,  bit  se  toletzt  doch  noch  een  andre  Arbeit  söken  mötten,
de  se  nich  verstoht,  un  de  se  mannigmol  ok  noch  nich  finden  können.
Nu  frügst  du  mi  wul:  worum  sin  wi  nich  all  lang  bi  gohn  un
hebben  all  de  Häring  sülben  fungen?  So  lat  di  seggen:  Dat  kunnen
wi  nich.  Du  sühst  ja,  dat  de  armen  Sluckers  von  Aktionärs  in  Emden
mit  ehr  17  Luggers  von  Johr  tv  Johr  utkiken,  of  nich  bald  een  Dividend ­
  in  Sicht  käm,  awer  dor  het  jümmcrs  een  Ul  seien,*)  un  wenn  ehr
de  Staat  nich  mal  mit  ünner  de  Arm  grepen  har,  denn  wär  de  ganze
Kram  all  lang  in  de  Wicken  gohn.  De  Emdener  können  nich  mit  de  Utlänners
  konkurreeren,  uu  dat  is  jo  ganz  natürlich.  Den  Schottlännern
kamt  de  Hering  bet  neeg  an  den  Strand,  und  »wenn  se  dor  den  Fisch
mit  lüttern  Fohrtüg  uu  Netten,  also  mit  billigere  Utrüstung  un  mit  bedüdend
  weniger  Titverlust  fangen  können,  so  können  se  den  Fisch  ok
billiger  leewern,  trotz  dem,  dat  in  Dütschland  noch  3  Mark  Jnföhrtott
op  de  Tonn  Häring  to  betahlen  is.  Nu  seggst  du  wull:  Ja,  de  Holländer
,  hebben  doch  eben  so  wit,  um  de  Häringe  von  de  Shettlandsinseln  un
von  de  Doggerbank  her  to  holen,  as  de  Emdener,  un  versorgen  doch  ok
noch  dat  ganze  Rheingebiet  un  wat  mehr  mit  solten  Häring,  uu  in
Holland  is  gor  keen  Toll  op  Häring,  wo  können  de  Holländer  doch  mit
de  Schotten  konkurreeren?  Ja,  frilich,  een  Toll  op  Häring  is  in  Holland
nich,  «wer  na  Holland  dörst  fröger  öwerhaupt  keen  Häring  rin,  de  nich  von
Holländern  fungen  was.  Dat  was  also  een  Jnföhrverbot,  un  dat  is  noch
een  betten  mehr  als  Jnföhrtoll.  Jetzt  frilich  hebben  se  dat  nich  mehr
')  In  diesem  Jahre  haben  sie  zum  ersten  Male  eine  Dividende  gegeben;  das
gibt  aber  keine  Gewähr  für  die  Zukunft.