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nicht  nur  ausnahmsweise,  wie  dies  irrtümlich  in  dem  Artikel  „vom  Fischzolle" ­
  heißt.  Es  ist  diese  meine  Behauptung  allbekannt,  auch  ebenso,
daß  der  schwedische  Hering,  wenn  auch  nicht  immer,  so  doch  während
einer  großen  Zeit  des  Jahres  hindurch  in  gesalzenem  Zustande  ankommt,
und  kann  gar  nicht  bestritten  werden,  daß  dadurch  ein  großes  Quantum
Salz,  welches  versteuert  werden  müßte,  zollfrei  eingeführt  wird.  Die
Unmassen  von  Heringen,  welche  in  den  letzten  Wochen  an  der  deutschen
Küste  gefangen  wurden,  hatten  doch  die  schwedische  Konkurrenz  auszuhalten, ­
  denn  noch  vor  kurzer  Zeit,  als  der  Hering  20—30  Pfg.  per
Wall  kostete,  kam  noch  schwedischer  Hering  an  und  nur  „der  Schwede"
hat  den  Preis  soweit  herabgedrückt,  und  auch  heute,  trotzdem  viele  Boote
hier  noch  mit  200—300  Wall  und  mehr  Hering  ankommen,  ist  „der
Schwede"  schon  wieder  in  Massen  vorhanden.  Allerdings  wäre  es  sehr
wünschenswert,  daß  der  Staat  möglichst  Kühl-Eisenbahn-Wagen  zum
Fisch-Transporte  einstellen  würde.  Aber  auch  hundertmal  so  viel  Räuchereien ­
  können  uns  nicht  beglücken,  denn  hiesige  Räucherer,  welche  anerkannt
gute  Ware  haben,  konnten  die  Ware  für  1  M.  franko  per  Berlin  das
Wall  nicht  los  werden.  Da  liegt  es  doch  nicht  daran,  daß  wir  nicht
genügend  Räuchereien  hatten,  sondern  beni  Publikum  war  schon  der  Hering
über.*)  Unsere  Fischer  erzielten  nur  etwa  eine  Woche  hindurch  gute
Preise,  dann  fiel  der  Preis  sofort  durch  die  Konkurrenz  des  schwedischen
Herings  auf  50  Pfg.  per  Wall.
Wenn  Einsender**)  in  Bezug  auf  frischen  Hering  sagt,  daß  tausende
von  Familien  sich  durch  dessen  Vertrieb  ernähren,  so  muß  ich  sagen,  —
und  jeder  Unparteiische  wird  mir  darin  Recht  geben  —  daß  dieselben
sich  trotz  eines  Zolles  von  ca.  30  Pfg.  auf  das  Wall  Heringe  auch  noch
davon  ernähren  werden;  denn  dieser  Zoll  wird  nur  einer  Überfüllung
des  Marktes  vorbeugen,  nicht  aber  die  Einfuhr  des  schwedischen  Herings
verhindern.  Gerade  wir  Stralsunder  wissen  sehr  genau,  daß  ein  Zoll
von  ca.  30  Pf.  auf  das  Wall  unsere  Räuchereien  und  Fischkonserven»
Fabriken  nicht  beeinträchtigen  wird.  Der  Händler  wird  es  daun  selbst
gerne  sehen,  wenn  der  Markt  nicht  überfüllt  wird  und  er  sich  dadurch
veranlaßt  findet,  dem  „Frischen"  nach  der  Spree  und  anderwärts  das
Grabgeleite  zu  geben,  denn  gerade  durch  eine  Überfüllung  erwachsen  dem
*)  Es  unterliegt  gar  keinem  Zweifel,  daß  die  Konsumfähigkeit  unseres
Binnenlandes  für  Fische  und  Fischwaren  noch  lange  nicht  so  ausgenützt  ist,  wie
sie  es  sein  sollte.  Da  ist  noch  viel  Arbeit  zu  thun,  und  zwar  vom  Handel.  D.  Red.
**)  Des  X-Artikels.  D.  Red.