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Händler  die  größten  Verluste,  während  dem  Räucherer  die  größten  Abzüge ­
  gemacht  werden.
Wenn  Einsender  darauf  hinweist,  daß  der  schwedische  Hering  sehr
wohlschmeckend  sei,  so  ist  das  richtig,  aber  oft  auch  nicht,  was  mir  ein
Stralsunder  Räucherer  erst  heute  morgen  noch  bestätigte,  indem  er  zugab, ­
  daß  schwedischer  Hering  häufig  im  verdorbenen  Zustande  hier  ankäme, ­
  trotzdem  aber  geräuchert  und  versandt  würde.  Er  erkennt  den  verdorbenen ­
  schwedischen  Hering  an  dem  Phosphorschein,  wenn  er  im  Dunkeln
in  der  Räucherkammer  hängt,  und  deshalb  hat  ganz  besonders  die  Regierung ­
  ihr  Augenmerk  darauf  zu  richten,  daß,  bevor  der  Hering  vom
Schiffe  gebracht  wird,  er  strenge  auf  Genießbarkeit  untersucht  wird.  Vor
allen  Dingen  aber  müssen  wir  verlangen,  daß  die  einheimischen  toten,
sogenannten  frischen  Fische  und  die  ausländische  tot  eingeführte  Ware
kenntlich  gemacht  werden,  etwa  durch  Anbringung  von  Schildern  mit  der
Aufschrift:  „ausländische  Heringe",  „ausländische  Zander",  „einheimische
Heringe",  „einheimische  Zander",  denn  wir  halten  es  —  und  wohl  nicht
mit  Unrecht  —  für  einen  Betrug,  wenn  z.  B.  ausländischer  Zander  oder
Heringe  für  einheimische  verkauft  werden.  Die  Hausfrau  ist  nicht  imstande, ­
  die  einheimische  Ware  von  der  ausländischen  zu  unterscheiden,
bevor  dieselbe  auf  den  Tisch  kommt,  und  muß  gegen  einen  derartigen
Betrug  geschützt  werden.
Was  nun  den  Schmuggel  anbetrifft,  so  können  wir  wirklich  kaum
glauben,  daß  ein  Stralsunder  Fischer  solches  gesagt  haben  sollte,  und  ist
ein  Schmuggel  von  hoher  See  mit  Fischerbooten  wirklich  nicht  zu  befürchten, ­
  es  müßte  denn  einmal  eine  ausnahmsweise  günstige  Witterung
sein.  Wir  müssen  uns  jedoch  auch  dennoch  dahin  aussprechen,  daß  trotzdem ­
  der  Schmuggel  gar  nicht  einmal  sehr  lohnend  wäre,  und  fordern
den  Stralsunder  Fischer  endlich  auf,  seine  Meinung  zu  äußern,  falls  er
Mitglied  unseres  Vereins  ist.  Oder  sollte  ein  Irrtum  vorherrschen?
Wenn  wir  zwischen  zwei  Übeln  zu  wählen  haben,  so  wählen  wir
das  kleinere,  und  das  ist  in  diesem  Falle:  „Zoll  auf  frischen  und  gesalzenen ­
  Hering".
Der  Vorsitzende  de«  Vereins  der  Berufsfifcher  des  Königreichs  Preußen.
P.  Kraatz.