aber  nicht  gedient.  Verzinsen  soll  sich  das  Kapital;  das  ist  recht  und
billig;  die  Schweißtropfen  des  Fischers  soll  es  nicht  aufsaugen;  das
würde  ungerecht  sein.  Für  Verzinsung  und  Amortisation  des  Kapitals
müßte  der  Staat  die  Garantie  übernehmen.  Insofern  verlange  ich
Staatshilfe  für  die  Fischer.
Es  müssen  Fischereibanken  errichtet  werden,  welchen  das  Recht  zur
Emission  von  Obligationen  zu  verleihen  ist,  wo  jeder  seine  Ersparnisse
zinsbar  anlegen  kann.  Diese  Banken  müssen  natürlich,  wenn  sie  vom
Staate  garantiert  sind,  auch  beaufsichtigt  werden.  Die  Fischerei-Genossenschaften ­
  müssen  von  den  Banken  das  Kapital  zur  Erbauung  und  Ausrüstung ­
  praktischer  Fahrzeuge  beziehen  können.  Die  zu  erbauenden  Fahrzeuge ­
  und  anzulegenden  industriellen  Etablissements  würden  ja  schon  der
Bank  einigermaßen  Sicherheit  bieten;  die  Mitglieder  der  Genossenschaften
müßten  jedoch  noch  für  die  Verbindlichkeiten  derselben  solidarisch  haften.
Die  Anlehen  sind  allmählich  zu  amortisieren.  Im  übrigen  dürfte  auch
Wohl  verlangt  werden,  daß  diejenigen  Kommunen  und  Kreise,  welche  an
den  Interessen  der  Fischereitreibenden  weitergehenden  Anteil  haben,  bei
der  Gründung  von  Banken  helfend  einspringen  werden.  Ein  allzu  großes
Risiko  würde  der  Staat  für  eine  eventuelle  Garantie  nicht  zu  übernehmen
haben,  da  die  zu  garantierende  Summe  nicht  allzu  groß  zu  sein  braucht,
Schiffe  und  Geräte  bei  regelrechter  Wirtschaft  ihren  Wert  ziemlich  behalten,
und  durch  zu  gründende  Versicherungs-Anstalten  die  Fischer  vor  großen
Einbußen  bewahrt  bleiben.  Mit  5  Millionen  Mark  läßt  sich  schon  manches
erreichen,  und  was  sind  5  Millionen  für  Preußen,  wenn  damit  Unzufriedenheit ­
  aus  der  Welt  geschafft  würde,  deren  Eindämmung  morgen  oder  übermorgen ­
  bedeutend  mehr  kosten  wird.
Es  könnte  die  Frage  gestellt  werden,  ob  sich  solche  Einrichtungen
wie  die  geschilderten  in  der  Ostsee  finanziell  bewähren  würden.  Zur
Beantwortung  dieser  Frage  vergegenwärtige  man  sich,  daß  Heringe,  Dorsche,
Flundern,  Lachse,  Blankaale,  Hornfische  zu  Zeiten  in  großen  Mengen,
Störe  hin  und  wieder  in  der  Ostsee  vorkommen.  Die  Erfahrung  hat
gelehrt,  daß  die  Qualität  vieler  Fische,  z.  B.  der  Flundern,  besser  wird,
je  weiter  man  sich  von  der  Küste  entfernt.  Durch  die  Erfahrung  festgestellt ­
  ist  ferner,  daß  Schleppnetze,  mit  denen  auf  Flundern  gefischt  wird,
von  Rügen  bis  zum  Adlergrund  wohl  durch  Schlick,  nie  aber  durch  Steine
aufgehalten  werden,  daß  mäßige  Brise  und  starker  Wind  genügen,  um
durch  Segelboote  die  Netze  fortzubewegen,  daß  die  Fischerei  aber  bei  Anwendung ­
  von  Dampf  gar  keine  Schwierigkeiten  machen  wird.  Verwendet