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die  Forderung  stellen,  daß  in  der  Organisation  der  Volksschulen  der
Fischerdörfer  eine  Änderung  geschaffen,  daß  auf  das  praktische  Bedürfnis
der  Bevölkerung  Rücksicht  genommen  werde.  Wir  erkennen  gerne  an,
daß  es  Aufgabe  der  Volksschule  sein  muß,  in  formaler  Hinsicht  harmonische ­
  Ausbildung  aller  geistigen  Kräfte,  in  materieller  Hinsicht  Sittlichkeit
zu  fördern.  Wir  müssen  aber  darauf  Hinweisen,  daß  Sittlichkeit  nur
erreicht  werden  kann,  wenn  jemand  im  stände  ist,  seine  Umgebung  richtig
zu  beurteilen,  daß  aber  auch  Intelligenz,  Geschmack  und  Takt  an  prak-1
tischen  Lehrstoffen  geübt  werden  können,  sodaß  das  alte  Wort:  „Nicht
für  die  Schule,  sondern  für  das  Leben"  auch  in  dieser  Auslegung  Gültigkeit ­
  hat.  Gefordert  werden  muß  zunächst,  daß  die  Volksschule  lehre,
gewöhnliche  Geschäftsbriefe  in  richtigem  Deutsch  abzufassen,  Fischerei-Rechnungen
  aufzumachen  und  Frachtbriefe  auszuschreiben.  Im  Rechnen
muß  größte  Sicherheit  erzielt  werden,  damit  die  Fischer  später  der  Entwicklung ­
  von  einfachen  nautischen  Formeln  ohne  besondere  Vorbildung
folgen  können.  In  der  Naturkunde  ist  der  Klasse  der  Fische  besondere
Aufmerksamkeit  zuzuwenden.  Es  muß  nicht  nur  genaue  Kenntnis  dieser
Tierklasse  gefordert  werden,  es  müssen  auch  die  Lebensbedingungeu  derselben ­
  untersucht,  die  Gesetze  des  Werdens  und  Vergehens  dieser  Tiere
klar  und  biologische  Entdeckungen  den  Schülern  zugänglich  gemacht
werden  —  alles  natürlich  in  populärer  Form.  Besonders  ins  Auge  zu
fassen  sind  ferner  die  Fischfeinde  und  deren  Bedeutung  für  die  Natur
und  für  die  Fischerei.  Aus  dem  Pflanzenreiche  sind  solche  Gewächse  entgehend ­
  zu  behandeln,  welche  Produkte  liefern,  die  der  Fischer  verwertet,
wie  Hanf,  Flachs,  Baumwolle,  Weide,  Eiche,  Kiefer;  auch  ist  deren
Kultur  zu  lehren.  Sehr  genehm  dürfte  der  Handfertigkeitsunterricht  den
Fischern  für  ihre  Kinder  sein,  da  er  Netzestricken,  Korbflechten,  Reifenschneiden
  u.  a.  umfassen  müßte.  In  der  Naturlehre  sind  die  Erscheinungen
an  der  Küste,  Wellen,  Brandung,  Winde,  Meeresströmungen,  Gefneren
des  Wassers  rc.,  anschaulich  zu  erklären.  Im  Anschluß  daran  ist  über
die  Mittel  zu  lehren,  welche  es  dem  Menschen  nlöglich  machen,  bte  Macht
der  elementaren  Gewalten  einzuschränken;  auch  über  Geräte  zum  Retten
vom  Tode  des  Ertrinkens  sollte  Aufschluß  gegeben  werden.  Endlich  must
noch  gefordert  werden,  daß  die  Kinder  mit  den  Mitteln  bekannt  gemacht
werden,  durch  welche  man  bei  Unglücksfällen  die  erste  Hilfe  leistet.  3#
der  Geographie  sind  die  Hauptfischmärkte  zu  berücksichtigen,  namentlich
aber  ist  das  System  der  Eisenbahnen  einzuprägen.  Auf  der  Elsenbahnkarte ­
  müssen  die  Schüler  sich  zu  orientieren  vermögen,  auch  befähig