Kie  ber  Kifcher  benki  mb  fühlt.
Jahre  kommen  und  Jahre  gehen  und  der  Fischer  lebt  mit  den
Zeiten.  Er  geht  seinem  schweren  Berufe  mit  dem  ihn  nie  verlassenden
Gleichmute  nach.  Er  bewahrt  diesen  Gleichmut,  wenn  er  zu  Hause  bei
den  Seinen  ist,  —  denselben  Gleichmut  bewahrt  er  auch,  wenn  Steuern
eingefordert  werden.  Kurz,  er  ist  in  seinem  Gleichmute  ein  ruhiger  guter
Staatsbürger.
Diesen  Gleichmut  verliert  er  aber,  wenn  ihm  in  seinem  Berufe
irgend  etwas  Störendes  in  den  Weg  kommt,  etwa  ein  Kollege,  der  ihm
seinen  Plan  durchkreuzt,  oder  wenn  Wind  und  Wetter  ihn  manchmal
länger  am  Lande  halten;  dann  ist's  bei  Muttern  nicht  am  besten.  Am
meisten  haben  ihn  aber  die  neueren  Gesetzgebungen  und  die  noch  lästigeren
Verordnungen  aus  der  Fassung  gebracht.  Er  kann  sich  noch  immer
nicht  damit  aussöhnen,  daß  man  ihm  hier  ein  Stück  Wasser,  oft  das  beste,
als  Schonrevier  oder  Laichschonrevier  fortnimmt,  oder  dort  ihm  vorschreibt,
welche  oder  wieviel  Netze  er  getrennt  aussetzen  soll.  Fesseln  sieht  er
hier  und  dort,  und  er  kann  sich  nur  schwer  mit  der  Gegenwart  aussöhnen. ­
  Doch  auch  hier  ist  der  Gleichmut  ein  Glück,  sonst  würde  er  noch
ein  Sozial-Demokrat  werden.  Ein  kleiner  Demokrat  ist  er  aber  trotzdem, ­
  denn  er  hat  fast  einmütig  Front  gegen  etwas  Bestehendes  gemacht,
und  zwar  durch  seinen  Beitritt  zum  Zentral-Vereiu  der  Berufsfischer
für  das  Königreich  Preußen.  Einmütig  hat  er  sich  hier  und  dort  versammelt. ­
  Hader  und  Zank  mit  einem  Kollegen  hat  ihn  nicht  abgehalten,
ihm  die  Hand  zum  Bunde  zu  reichen.  Trotz  alledem  will  der  Fischer
aber  doch  nicht  aus  der  Vergangenheit  heraus;  ihn  kann  nichts  bewegen,
an  eine  schöne  Zukunft  zu  denken,  denn  er  denkt  immer  an  die  schöne
Vergangenheit,  wie  es  zu  seines  Vaters  und  Großvaters  Zeiten  gewesen,
und  aus  diesen  Anlagen  bei  ihm  erklärt  sich  auch  manches,  was  ihm
von  aufgeklärter  Seite  verdacht  wird.  Der  Trieb  des  Fischers  datiert
nicht  aus  unsern  Tagen,  der  Fischer  von  heute  hat  es  noch  in  sich  von
alter,  alter  Zeit.  Seine  Vorfahren  lebten  von  Jagd  und  Fischfang  und
hatten  ihre  Lust  daran.  Fischer  sein,  Fische  sehen  und  nicht  greifen,
das  würde  ihm  von  jedem  Fischer  verdacht  worden  sein.  Mit  der  Zelt
hat  sich  indessen  ein  Faktor  eingestellt,  der  ihn  von  Zeit  zu  Zeit  soweit
erzogen,  daß  er  von  seinen  alten  angeerbten  Neigungen  mehr  und  mehr
einbüßt,  und  das  ist  des  Gesetzes  Ordnung!
Diese  Verordnungen  können  zu  recht  bestehen,  sie  können  aber  auch