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ja  selbst  nie  fischten,  eine  schwierige  Sache  fein  muß,  sich  gute  und  verläßliche ­
  Sachverständige  zu  verschaffen.  Für  gewöhnlich  müssen  sie  sich
von  dem  Rate  ihrer  Fischerei-Beamten  leiten  lassen,  und  da  wollen  wir
sür  den,  welcher  mit  den  Verhältnissen  nicht  vertraut  ist,  hervorheben,
daß  z.  B.  am  Kurischen  Haff  nur  ein  einziger  dieser  Fischerei-Beamten,
soviel  ich  in  Erfahrung  bringen  konnte,  ein  gelernter  Fischer  und  mithin
ein  wirklicher  Sachverständiger  ist;  denn  ich  muß  entschieden  bestreiten,
daß  man  dadurch  Sachverständiger  wird,  wenn  man  —  sei  es  mit  einem
Dampfer,  sei  es  mit  einem  Boote  —  an  den  Fischer  heran  fährt  und
sich  einige  Male  die  Sache  mit  ansieht.
Ich  halte  es  nun  für  die  Pflicht  eines  jeden  guten  Staatsbürgers,
bestehende  Mängel  der  Gesetzgebung  und  unrichtige  Auslegungen  des  Gesetzes ­
  klar  zu  legen.  Würde  das  allerseits  geschehen,  so  glaube  ich,  daß
wir  heute  nicht  so  viele  staatsfeindliche  Elemente  hätten,  als  es  leider
der  Fall  ist.  Aber  falsche  Rücksichtnahme  und  Bequemlichkeit,  auch  wohl
der  Gedanke,  daß  man  sich  mit  Freimütigkeit  Feinde  mache,  schließen
meistens  Wissenden  den  Mund.  Würde  die  Regierung  das  Prinzip  verfolgen, ­
  nicht  nur  Herren  mit  hochklingenden  Namen,  sondern  Leute  aus
dem  Volke  bei  der  Gesetzgebung  zu  hören,  so  hätten  wir  nicht  Verordnungen,
  die  wir  heute  mit  dem  Ausdrucke  bezeichuen:  „sie  sind  hinter
dem  grünen  Tische  gemacht."  —  Unser  Verein  nun  hält  sich  dazu  verpflichtet, ­
  die  königliche  Regierung  durch  seine  sachverständigen  Ratschläge
bei  ihrem  Werke  zu  unterstützen.  Wir  beabsichtigen  damit  zu  verhindern,
daß  unsere  Fischer  regierungsfeindlich  werden;  es  gibt  aber  nur  eine
Möglichkeit,  dies  Ziel  zu  erreichen,  und  das  ist  die  Abänderung  des  jetzigen
Fischereigesetzes  resp.  der  Fischerei-Verordnungen.
Um  so  unangenehmer  berührte  es  ipich,  als  ich  dem  Ober-Fischmeister ­
  Eytelsberger-Memel  gegenüber  äußerte,  daß  ein  fester,  eiserner
Wille  dazu  gehört  habe,  die  Fischer  zu  einem  gemeinsamen  Vorgehen  zu
veranlassen,  von  ihm  die  Worte  zu  hören:  „hoffentlich  finden  Sie  auch
recht  eiserne  Gegner!"  —  Ich  bedaure  solche  Äußerung  nicht  etwa  deshalb ­
  so  ungemein,  weil  sie  gerade  der  Herr  Ober-Fischmeister  Eytelsberger
  aussprach,  sondern  weil  sie  von  dem  unter  den  heutigen  Verhältnissen ­
  gegebenen  Ratgeber  der  betreffenden  königlichen  Regierung  ausging.
Ich  hoffe  jedoch,  daß  der  Wunsch  des  Herrn  Ober-Fischmeisters,  so  aufrichtig ­
  er  auch  gewesen  sein  mag,  nicht  in  Erfüllung  gehen  wird,  und
daß  die  hohe  königl.  Regierung  auf  den  Rat  der  für  das  Kurische  Haff
zu  bildenden  Berufsfischer-Kommission  sehr  bald  Rücksicht  nehmen  wird.