Herufsstscher  öes  Mônigreichs  Hreußen
fand  am  3.  und  4.  Januar  1892  im  Rathause  zu  Berlin  statt.  Der  Hauptversammlung ­
  ging  eine  Vorstandssitzung  vorauf,  welche  von  2—7  Uhr
Nachm,  im  Stadtratszimmer  des  Ratskellers  abgehalten  wurde  In  derselben ­
  wurde  vom  Vorstande  die  Mitteilung  gemacht,  daß  der  Verein
2515  Mitglieder  zähle  (65  Einzelmitglieder  und  2450  Mitglieder,  welche
Zweigvereinen,  Innungen  rc.  angehören).  Kassenbestand  2003  Mk.  —
Zur  Revision  der  Kasse  und  zur  Aufstellung  des  Etats  im  Einverständnis
mit  dem  Vorstande  wurde  eine  Kommission  von  5  Mitgliedern  ernannt
Die  Wahl  fiel  auf  die  Herren  Thiedecke-Berlin,  Mahnkopf-Spandau
Schröder-Brandenburg,  Kiepert-Kietz  (Beeskow)  und  Bergwitz-Demmin.
  Dann  erfolgte  die  Feststellung  der  Tagesordnung  für  den
folgenden  Tag.
.  Am  4.  fand  von  2'/»  bis  gegen  8  Uhr  Nachmittags  die  Hauptversammlung ­
  in  dem  von  der  städtischen  Verwaltung  mit  bekannter  Liberalität ­
  zur  Verfügung  gestellten  Bürgersaale  des  Rathauses  statt.  Der
Vorfitzende,  Herr  Paul  Kraatz,  begrüßte  die  zahlreich  Erschienenen  mit
einigen  einleitenden  Worten.  Er  wies  darauf  hin,  daß  bedeutende  Änderungen ­
  ln  den  Verhältnissen  infolge  der  Thätigkeit  des  Vereins  noch  nicht
vorlagen.  Das  könne  man  auch  nicht  erwarten.  Verhandlungen  mit
der  Regierung  über  Reformen  gingen  immer  langsam.  Ein  Jahr  und
länger  zähle  da  nicht.  Das  dürfte  aber  den  Verein  nicht  abhalten,  der
hohen  Regierung  die  notwendigen  Vorschläge  zu  machen.  Beklagen  dürfe
man  sich  dann  erst,  wenn  diese  Vorschläge  unter  nicht  zutreffenden  Gründen
zurückgewiesen  würden.  Als  gute  Staatsbürger  hätten  die  Fischer  die
Pflicht  und  auch  das  Recht,  dahin  zu  wirken,  daß  mangelhafte  Gesetze
verbessert  würden.  Daß  wir  solche  guten  Staatsbürger  sind,  bethätigen
wir  dadurch,  daß  wir  unsere  Arbeiten  mit  einem  Hoch  auf  unsern  erhabenen
Kaiser  und  Landesherrn  eröffnen.  (Die  Versammlung  bringt  ein  dreifaches, ­
  lebhaftes  und  energisches  Hoch  aus.)
Es  erfolgt  nun  der  Vortrag  des  Geschäftsberichtes,  dessen  Verlesung
Herr  Wilhelm  Kraatz  übernimmt.  Es  heißt  darin  Seitens  des  Vorsitzenden ­
  :
Nachdem  der  Verein  sich  am  26.  April  v.  I.  auf  dem  Allgemeinen
Filchertage  zu  Berlin  definitiv  gebildet  und  durch  Wahl  der  statutenmäßigen ­
  Vorstandsmitglieder  unter  vorläufiger  Aussetzung  der  Wahl  eines