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Wir  wollen  hier  jedoch  nochmals  konstatieren,  daß  nicht  etwa  die
Vollkommenheit  der  Gesetze  einzelner  Regierungsbezirke
es  bewirkt  hat,  daß  in  einzelnen  Gegenden  wenig  oder  gar  keine  Mitglieder ­
  beigetreten  sind,  sondern  es  fehlte  an  einer  genügenden  Agitation
von  unserer  Seite,  wie  meine  Reise  nach  dem  Kurischen  Haff  beweist,
wo  eine  bedeutende  Zahl  von  Mitgliedern  beigetreten  ist  und  voraussichtlich
noch  ferner  beitreten  wird.
Ein  anderer  Grund  ist  die  große  Armut  der  Fischer.  So  schreibt
man  uns  aus  Westpreußen,  daß  die  Kollegen  wohl  zum  Beitritt  geneigt
sind,  daß  sie  aber  zu  arm  wären,  als  daß  sie  etwas  —  wenn  auch  nur
1  Mk.  —  für  den  Verein  übrig  haben.
Mir  wurde  auch  noch  vom  Herrn  Fischerei-Dezernenten  im  Laufe
des  Gesprächs  anheim  gegeben,  der  königl.  Regierung  qualifizierte  Kollegen
zu  Fischerei-Aufsichts-Beamten  in  Vorschlag  zu  bringen,  was  inzwischen
in  einzelnen  Fällen  auch  bereits  geschehen  ist.
Es  ist  eine  unbestreitbare  Thatsache,  daß  die  Fischerei  sehr  darniederliegt, ­
  mit  Ausnahme  etwa  der  Hochsee-Fischerei.  Alle  Nachrichten,  welche
anders  lauten,  beruhen  auf  Erfindung  und  werden  häufig  von  denen  am
wenigsten  geglaubt,  welche  diese  Nachrichten  verbreiten.  Diese  Leute  sind
zum  großen  Teile  Streber  —  Ausnahmen  kommen  auch  hier  vor  —,
welche  sich  durch  ein  Hervorthun  und  Großsprecherei  einen  Namen  oder
schnellere  Karriere  verschaffen  wollen  und  so  aus  anderer  Leute  Haut
Riemen  schneiden.
Wer  könnte  bestreiten,  daß  die  Fischerei  in  den  sämtlichen  Flüssen
Deutschlands  von  Jahr  zu  Jahr  eine  schlechtere  geworden  ist?  Forschen
wir  nach  der  Ursache  dieser  Erscheinung,  so  müssen  wir  uns  sagen,  daß
vornehmlich  die  moderne  Strom-Regulierung  die  Schuld  hieran  trägt.
Man  will  die  Schiffahrt  heben;  ob  man  mit  dieser  Hebung  auch  gleichzeitig ­
  dem  Schiffer  hilft,  müssen  wir  bezweifeln,  denn  wir  sehen,  daß
auch  hier  schon  das  Groß-Kapital  sich  mehr  und  mehr  des  Geschäfts
bemächtigt  und  den  Mittelstand  mehr  verdrängt,  den  kleinen  Mann  aber
zum  Arbeiter  herunterdrückt.
Aber  soviel  ist  sicher,  man  schädigt  auf  Kosten  dieser  Wenigen  die
Fischerei,  ja,  man  ruiniert  dieselbe  für  ewige  Zeiten  mit  Gewalt  und
mit  der  Fischerei  gleichzeitig  auch  den  Fischer.  Hier  muß  man  sich  fragen,
ist  es  notwendig,  daß  die  Fischerei  in  dem  Maßstabe  ruiniert  wird?
Hierauf  können  wir  mit  gutem  Gewissen  nein  und  noch  einmal  nein  sagen.
Wenn  die  Strombau-Verwaltung  Millionen  für  die  Hebung  der