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Wir  müssen  mit  aller  Kraft  dahin  wirken,  daß  bald  möglichst  Abänderungen ­
  der  Ausführungs-Verordnungen  und  polizeilichen  Vorschriften
eintreten,  ja  ich  glaube  versichern  zu  können,  daß  jeder  Tag,  an  welchem
die  Abänderung  dieser  Verordnungen  zu  gunsten  der  Fischerei  und  der
Fischer  früher  angenommen  wird,  allein  für  den  Reg.-Bez.  Stralsund  mit
1000  Mark  nicht  zu  hoch  veranschlagt  wird.  Berechnen  wir  uns  diese
L-umme  im  Durchschnitt,  so  glaube  ich,  und  Sie  werden  mir  darin  recht
geben,  daß  durch  die  jetzige  Gesetzgebung  allein  für  die  Küstenfischerei
3—6  Millionen  Mark  verloren  gehen.
Außerdem  glaube  ich,  daß  die  gesamten  Stromfischer  bei  einer  vernünftigen ­
  Gesetzgebung  auch  noch  2-5  Millionen  Mark  mehr  erzielen
könnten,  sodaß  im  ganzen  sich  diese  Summe  auf  5—10  Millionen  beläuft.
Diese  Summe  geht  aber  gleichzeitig  unserm  National-Vermögen  für  immer
verloren,  ü'üf  diese  5—10  Millionen  Mark  müssen  wir  heute  mehr
Fische  vom  Auslande  einführen.
Würde  die  Königl.  Regierung  aus  die  Erleichterungen,  welche  wir
wünschen,  eingehen,  so  würden  manche  andere  Beschwerden  in  den  Hintergründ
  treten,  vornehmlich  auch  die  Anträge  auf  Pachtermäßigung,  glaube  ich.
Wenn  ich  in  unsern  Anschauungen  hin  und  wieder  auf  die  Thätigkeit ­
  der  Fischerei-Vereine  zu  sprechen  komme,  so  können  wir  nur  sagen,
daß  derartige  Vereine  uns  als  Sport»Vereine  nur  interessieren  können,
jedoch  müssen  diese  Vereine  Sportvereine  bleiben  und  nicht  etwa  als
Fach-Vereine  fungieren  wollen.  Wir  halten  die  Unterstützung  der  Fischerei
für  wünschenswert,  und  wenn  vermittelst  der  künstlichen  Fischzucht  hin
und  wieder  Resultate  erzielt  sind,  —  oftmals  auch  nur  erzielt  sein  sollen,
denn  eine  sichere  Feststellung  fehlt  fast  immer,  -  so  ist  das  doch  auf
die  große  volkswirtschaftliche  Bedeutung  der  Fischerei  nahezu  ohne  jeden
Einfluß.  Es  ist  erwiesen,  daß  man  mit  einigen  Sorten,  besonders
Salmoniden,  Erfolge  erzielt  hat,  aber  dennoch  ist  dies  nicht  der  zehnte
Teil  von  dem,  was  die  Seehunde  zum  Frühstück  verzehren.
Es  ist  bekannt,  daß  neben  dem  Lachs  an  unserer  Küste  auch  die
Lachsforelle  vertreten  ist.  Auf  welche  Art  aber  soll  denn  der  Küstenfischer ­
  während  der  Nacht  diese  unterscheiden?  —  Eine  Laterne  kann
sich  der  Fischer  nicht  anstecken,  um  die  hinteren  Zähne,  an  denen  der
Lachs  und  die  Lachsforelle  zu  unterscheiden  sind,  zu  untersuchen.  Der
Fischer  wird  sich  auch  schwerlich  dazu  verstehen,  dem  Zahn-Techniker  ins
Geschäft  zu  fallen.  Der  Lachs  ist  übrigens,  wenn  er  wieder  in  Freiheit
gesetzt  würde,  nicht  mehr  lebensfähig.