60 I. Buch. Production lind Consumtion. dem Gebiete der Technik ist aber in diesem Falle ein Schauspiel, von dein wir uns voller Ekel abwenden. Man darf deshalb, weil die Arbeitsorganisation außer stände ist, allen Uebelständen des materiellen Lebens abzuhelfen, und weil die in ihrem Gefolge auftretenden Uebelstande 1 nicht zu unterschätzen sind, die großartigen Wirkungen, welche die organisirte Arbeit im Gefolge hat, ja nicht aus den Augen lasten. Roscher (a. a. O. S. 117) charakterisirt dieselben mit den folgenden Worten: ,Wenn man die Arbeitstheilung beschuldigt, daß sie die Ungleichheit der Menschen vermehre, so ist das nur insofern wahr, als wir ohne sie alle gleich roh und arm sein würden, da jedermann schon von seinen niedern Be dürfnissen ganz in Anspruch genommen wäre, und deshalb niemand seine Hähern Fähigkeiten recht entwickeln könnte. Selbst der Aermste hat in unserem Zustande der Arbeitstheilnng doch mehr zu genießen, als wenn er im un geselligen Zustande lebte. Die bei uns am übelsten gestellt sind, Kränkliche ohne Vermögen, Familienväter mit allzu vielen Kindern u. s. w., würden im Urwald einfach verhungern. Jene Socialisten, welche fortwährend „Association" predigen, übersehen die große, freie, jeden Augenblick nach Bedürfniß und Geschmack wechselnde Association, welche mit der Arbeitstheilung von selbst gegeben ist, daß also z. B. alle Kunden eines Schuhmachers zusammen eine Schuhassociation bilden? Fünftes Kapitel. Fortschritt in der Productionsmethode. Unter Fortschritt in der Productionsmethode verstehen wir Verbesserungen in dem bei der Production der verschiedenen Güterarten zur Anwendung kommenden Verfahren, d. h. also technische Veränderungen, infolge deren die Einträglichkeit der Production im Verhältniß zu den aufgewendeten Kosten größer 1 Zu diesen Uebelständen ist auch die Thatsache zu rechnen, daß die Durchführung einer hoch entwickelten Arbeitstheilung es natürlich schwerer macht, sich einem andern Berufe zuzuwenden, wenn der erlernte nicht mehr einträglich ist oder weniger angenehm wird. Die Leute sind einerseits minder geschickt zu andern Berrichtungen, da sie nur in einer Art der Thätigkeit geübt sind und somit ihr ganzes Naturell sich nur schwer an eine neue Beschäftigung gewöhnt, weniger findig ist. Andererseits aber haben sie in einem neu gewählten Berufe mit lauter hoch ausgebildeten Leuten zu concurriren. Allerdings vermögen gewisse Völker von großer natürlicher Anstelligkeit, z. B. die Franzosen und die Italiener, solche Schwierigkeiten leichter zu überwinden.