68 I. Buch. Production und Consumtion. zählenden Gebiete, darüber finden sich in einem Aufsatze non A. Coste 1 die interessantesten Aufschlüsse. Denselben zufolge belief sich laut der Enquete des Jahres 1881 der Handelswerth des der Landwirtschaft dienenden Grund und Bodens auf 83^2 Milliarden Francs, und dieser Grund und Boden lieferte einen Reinertrag von 2 Milliarden 600 Millionen Francs. Man nimmt nun an, daß seit dem Jahre 1881 eine Werthverminderung um ein Achtel eingetreten sei, so daß sich der Berkaufswerth des landwirtschaftlichen Grund und Bodens gegenwärtig auf ca. 72 Milliarden belaufen würde. Der Verfasser weist nach, daß man diesen Werth durch systematische und intensive Cultur ans mehr denn 100 Milliarden erhöhen könnte. Er beleuchtet eingehend, wie man 1. den Weinbergen den Werth, den sie vor dem Auftreten der Phylloxera hatten, wiedergeben, 2. die Ertragsfähigkeit des Getreidebodens durch künst liche Düngungsmittel heben. 3. das jedes Jahr brach liegende Siebentel der Aecker nutzbar machen und 4. eine allgemeine Verbesserung der Cultur durch eine Verdoppelung des gegenwärtig in der Landwirtschaft verwendeten Kapitals herbeiführen könnte. Die für diese vier Arten von Verbesserungen benöthigten Summen, die er auf je 800 Millionen resp. 70O Millionen, 1900 Millionen und 10—12 Milliarden schätzt, könnten nach Ansicht des Verfassers im Wege der Creditreform und der Erleichterung der Eigenthumsübertragungen, die den Grund und Boden in die Hände der zu dessen Cultur Geeignetsten gelangen lassen würden, beschafft werden. Auf diese Mittel haben wir hier nicht einzugehen. Jedenfalls erhellt aus Costes Ausführungen so viel, daß die technischen Umgestaltungen auf dem Gebiete der Landwirtschaft noch lange nicht abgeschlossen sind. Der durch technische Verbesserungen erzielte Gewinn ist selten genau, oft nicht einmal annähernd berechenbar. Oftmals ist man infolge der Complicirtheit der Ergebnisse, des Umfangs der verschiedenartigsten Kosten und des Gegen satzes zwischen den Interessen der verschiedenen in Betracht kommenden Personen überhaupt darüber im Zweifel, ob ein Reingewinn wirklich vorhanden ist, ob also die technische Umgestaltung überhaupt den Namen einer Verbesse rung verdient. Wenn aber auch vieles dunkel bleibt, so ist man sich doch über die Bedeutung der Verbesserungen der Productionsmethoden wenigstens so weit klar, daß man sich weder durch die Declamationen der Optimisten noch durch diejenigen der Pessimisten irreführen läßt und die Probleme zu er kennen vermag, um deren Lösung es sich handelt, wenn man dieselben auch noch nicht zu lösen vermag. i L’avenir de la richesse agricole en France, les conditions de son développe ment, im Journal de la Société de statistique de Paris XXXIII, part, 2 (Paris, avril- décembre 1892), p. 119—145.