210 II. Buch. Der Güteraustausch. gewissen Umständen einen verhältnißmäßig Hähern Ertrag liefert (siehe 4. Kapitel des I. Buches), kann gleichfalls gewiffen Producenten, namentlich großen Fabri kanten, zu einem Vortheil verhelfen, dessen sich andere, namentlich kleinere Unternehmer, die ihre Waren auf denselben Markt liefern, nicht zu er freuen haben. 8. Das Gesetz der abnehmenden Einträglichkeit endlich hm für die verschiedenen, um einen und denselben Preis verkaufenden Producenten und Kaufleute derart bedeutende Unterschiede in den Gewinsten zur Folge, daß viele Schriftsteller darüber die andern Gründe solcher Unterschiede ganz ver gessen haben. Die Producenten, welche sich entweder infolge der Fruchtbar keit des Bodens oder wegen anderer günstigen Prodnctionsbedingnngen der besten Chancen zu erfreuen haben, machen im Vergleich zu den mit ihnen aus demselben Markte concurrirenden weniger begünstigten Unternehmern einen Mehrgewinn, welcher dem zwischen den beiderseitigen Productionsansgaben be stehenden Unterschiede gleichkommt. Namentlich auf dem Gebiete der land wirtschaftlichen Production sind diese Differenzen sehr beträchtlich, da die Getreide-, Vieh-, Butter-, Oel-, Gemüsemärkte u. s. w. mit den Erzeugnissen von Ländereien sehr verschiedener Güte und von Wirtschaften mit sehr ver schiedenen Productionsbedingungen beschickt werden. Wo ein Grundstück mehreren Culturarten verwendet werden kann, wird daher der Betreffende die jenige Fruchtgattung bauen oder die Fruchtfolge zur Anwendung bringen, welche ihm den größten Gewinn verspricht. Gewisse Ländereien sind aber nnr auf eine oder zwei Arten nutzbar zu machen. So können mit angemessenes Vortheil die Marschländereien in Indien nur zum Reisball, die auf den hoh^ Bergen und den felsigen Höhen Mittel- und Nordeuropas anzutreffenden f rllC ^ baren Stücke Landes nur als Wiesen- und Weideland, die steilen Abhang der Berge Nordeuropas nur zur Wald-, diejenigen Südenropas zum nur zur Weincultnr verwendet werden. Dasselbe gilt aber von dem Bergwerks- lind bein Fischereibetrieb. Dieselbe Marktpreise gewähren den Producenten sehr verschiedenen Gewinn, je nachd^ die betreffenden Bergwerke oder Gewässer leicht zugänglich, ergiebig u. s- ** sind. Die Beschaffenheit der Commnnicationsmittel ist besonders dann vo Wichtigkeit, wenn es sich um den Transport schwer wiegender, umfangreiche oder dem Verderben ausgesetzter Erzeugnisse handelt, und so bewirken denn ' deutende Umwälzungen im Gebiete des Communicationswesens für die schicker desselben Marktes auch sehr merkliche Aenderungen hinsichtlich Gewinste. . ģ Das Gesetz der abnehmenden Einträglichkeit äußert übrigens seine ¿ ^ kungen nicht bloß ans die landwirtschaftlichen Betriebe. Es übt auch die aus der Industrie und dem Handel bezogenen Gewinste einen sehr aus be-